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  • #3.967
Aber das schlimmste ist, dass man da niemanden mehr anlächeln kann - wegen der doofen Maske.

Ich bleibe vorerst aber bei meiner Punisher-Maske. Bis es hierzulande mal vernünftige Metal-Masken gibt.^^
 
D

Deleted member 24688

  • #3.969
:rolleyes: ... und 🤨 (ganz wichtig !!) ... gehen unter der Maske immer noch ganz gut ...

und vor allem: 😉
 
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  • #3.970
Wusst' ich's doch - so gefährlich kann's doch gar nicht sein:
Zitat von n-tv.de Coronavirus-Liveticker:
:
+++ 05:41 113-jährige Spanierin überlebt Coronavirus-Infektion +++
Eine 113 Jahre alte Spanierin übersteht eine Coronavirus-Infektion wohlbehalten. Maria Branyas habe die Lungenkrankheit Covid-19 überwunden, teilt eine Sprecherin der Seniorenresidenz im nordspanischen Olot mit, in der Branyas seit 20 Jahren lebt. "Sie hat die Krankheit überwunden, und es geht ihr sehr gut." Branyas gilt als älteste Frau Spaniens.
 
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  • #3.972
Wusst' ich's doch - so gefährlich kann's doch gar nicht sein:
Kommt, drauf an wie stark der Wille ist, ob man viele Krankheiten hatte/hat. Manchmal geht es ganz schnell hat man bei dem Fall. Siegfried und Roy gesehen, wie schnell es gehen kann. Wenn kein Wille hast bzw er Panik vorm Krankenhaus, seit seinem Unfall damals mit dem Löwe. Und Angst vorm Krankenhaus dann geht's ganz schnell. Wenn vielleicht auch gesund warst, die ganze Zeit
 
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zum Thema Angst und Ohnmacht
Der Angst mit dem Fahrrad davonfahren
Als die Corona-Pandemie ausbrach, wurde unsere Autorin von Furcht
und Sorgen überrollt. Sie bekämpfte ihre Angst mit der Überwindung
einer anderen.VON LINA ATFAH
Vor zwei Monaten fing der Corona-Albtraum an. Schritt für Schritt
mussten wir akzeptieren, dass unser Leben sich mehr und mehr
einschränkte, bis uns schließlich nur noch die Wohnung blieb. Doch
als eine, die das Haus ohnehin nur einmal pro Woche oder für
Lesungen verlässt, machte die Quarantäne in diesem Punkt keinen
großen Unterschied für mich. Es war die Angst, die mich umtrieb. Am
Anfang fürchtete ich mich davor, dass ich selbst mich anstecken oder
jemand in meiner Umgebung krank werden könnte. Dann steigerte sich
meine Angst in ein Szenarium des Massensterbens und ich fragte mich,
warum der menschliche Verstand, der die Steinschleuder und den
Kernbrennstab erfunden hat, angesichts eines winzigen Virus so
machtlos dasteht. Ich verbarrikadierte mich in der Wohnung und hielt
Abstand sogar zu den Fenstern.
Es folgte eine lange Zeit voller Sorgen, Stress und Druck. Ich
vermisste meine Eltern, die ich nicht besuchen durfte. Die Welt
verengte sich um mich und ich fühlte mich wie in meinen ersten Tagen
als Geflüchtete in Deutschland. Gefühle, die ich nie wieder erleben
wollte. Erschrocken, einsam, entfernt von der Familie, wagte ich es
nicht, das Haus auch nur für Einkäufe zu verlassen. "Gib der Panik
nicht nach", schrieb mir mein Vater. Er wollte mich unterstützen,
ich aber spürte seine eigene Unsicherheit in den Sätzen.
Inmitten dieses inneren Chaos brauchte ich etwas, das mich stärker
machte. In Gefahr neigen viele Menschen dazu, den Worten einer
Autorität zu folgen. Die Rede von Bundeskanzlerin Angela Merkel [1]
zu Beginn der Coronakrise hat nicht nur mir geholfen, auch vielen
anderen war sie ein Trost. Sie schien sich an jede einzelne Person
zu richten. Es ging darum, die Bürgerinnen und Bürger zu Verbündeten
eines Plans zu machen, anstatt Befehle zu geben. Für mich wirkte
ihre Rede so, als würde ein Familienmitglied zu mir sprechen. Ich
sah darin ein besonderes Muster für den Umgang mit der Katastrophe,
jenseits von Zwang und totalen Ausgangssperren und mit ihnen der
Einschränkung der Freiheit. Die Rede verbreitete die Hoffnung, dass
es einen Ausgang gibt.
Auf der Straße und in den Supermärkten konnte ich sehen, wie die
Menschen aufeinander Rücksicht nahmen. Ich fühlte mich nicht mehr
alleine mit meinen Sorgen, sondern in eine große Familie
eingebettet.
Ein paar Tage später meldete ein arabischer Fernsehsender, dass die
Bundeskanzlerin unter Quarantäne gestellt sei, weil ihr Arzt sich
mit Corona infiziert hatte. Kurzzeitig war sogar die Rede davon
gewesen, sie selbst sei infiziert. Unter arabischsprachigen Menschen
und besonders unter den syrischen Geflüchteten lösten diese
Nachrichten eine massive Sympathiewelle für Angela Merkel [2]aus.
In kurzer Zeit war meine Timeline auf Facebook mit Bildern der
Kanzlerin gefüllt, verbunden mit tiefem Mitgefühl, mit Gebeten und
Wünschen: "Bleiben Sie gesund für uns!"
Ich weiß aus Erfahrung mit Personenkult sehr gut, dass diese
Menschen dies nicht aus Anbetung geschrieben haben, sondern aus
Zuneigung zu einer politischen Figur, die in der Lage ist, ihnen das
politische Handeln so gut wie möglich zu vermitteln. Ich weiß nicht,
ob die Bundeskanzlerin weiß, dass die Geflüchteten sie "Mutti" oder
"die Seelenvolle" nennen.
Die drei neuen Narben sind meine Coronamedaillen
Die Tage vergingen und die Zahl der Opfer des Virus eskalierte in
ganz Europa, besonders in Italien. Wir verfolgten die Nachrichten
wie süchtig. Sie ähnelten in ihrer Form nicht selten
Hollywood-Filmen. Auf einem arabischen Kanal sah ich eine junge
Reporterin live in Ohnmacht fallen. Später erfuhren wir, dass sie
infiziert war. Während eines Interviews mit einem Arzt fing eine
Nachrichtenjournalistin plötzlich an, dem Gast von ihrer tiefen
Angst vor Infektionen zu erzählen, sehr emotional und mit der
inständigen Bitte an uns, zu Hause zu bleiben.
Ich teilte mit ihr und allen anderen Ängstlichen meine Angst, bis
diese nach und nach zu einem Stubentiger wurde. Der Adrenalinspiegel
begann zu sinken und plötzlich bemerkte ich, dass ich gelangweilt
war. Ich vertrieb mir die übermäßig vorhandene Zeit damit, dreimal
am Tag Staub zu wischen. Eine Aktivität, die ich in normalen Zeiten
zutiefst verachte. Der Sprachkurs startete wieder, aber dieses Mal
online. Seltsam, jeder sieht sich jedem gegenüber, auch sich selbst,
während die Lehrerin mit uns scherzt: "Habt ihr die Hausaufgaben
gemacht? Haltet die Hefte vor die Kamera, bitte!" Wir heben die
Hefte und lachen. Wir sprechen über unsere Isolation, über
Kochabenteuer und planen Picknicks nach der Pandemie.
Trotz des Unterrichts blieb noch genug Zeit, mich zu fragen, warum
kein Gedicht kommen wollte. Hatte ich nicht in der Zeit vor Corona
von Isolierung geträumt, um ungestört schreiben zu können? In diesen
langsam vergehenden Stunden geriet die Narbe auf meinem Knie in
meinen Fokus und erinnerte mich an den Sturz vom Fahrrad, damals,
als Kind in meiner Heimatstadt Salamiyah. Ein Kieselstein geriet
dabei in die offene Wunde meines Knies und hinterließ nach der
Heilung eine Narbe in Form eines Fisches. Ich fragte mich, warum ich
die Zeit nicht nutzen sollte, um Fahrrad fahren zu lernen. Ich nahm
all meinen Mut zusammen und tauschte den Stuhl gegen einen
Fahrradsattel.
Mit meinem Mann fand ich einen Platz zum Üben in einem der vielen
Höfe, die wegen der Quarantäne wie leergefegt waren. Meine erste
Fahrstunde endete mit Flüchen und einem Sturz, hatte aber den
Effekt, dass ich die Corona-Sache für einen Moment vergaß. Viele
Fahrstunden folgten und keine endete ohne Hinfallen. Ich habe auf
schmerzhafte Weise erfahren müssen, dass Straßenbahnschienen nicht
umsonst so heißen. Zum Radfahren sind sie nicht geeignet. Aber ich
habe mitten in der Zeit der Angst eine meiner größten Ängste besiegt
und den Kampf gegen die Schwerkraft gewonnen – ich kann jetzt
Fahrrad fahren. Ich habe drei neue Narben – eine am Knöchel, eine am
Knie und eine andere am Ellbogen. Sie sind nicht so schön wie die
Fischnarbe und auch nicht so tief. Ich nenne sie mein Corona-Medaillen.
Mit Hilfe des Fahrrades lernte ich endlich Wanne-Eickel besser
kennen, die Stadt, in der ich seit fünf Jahren lebe. So fange ich
langsam an, meine Erinnerungen in den Ort zu pflanzen, von dem ich
mich zuvor isoliert hatte, entdecke die Natur wie auch meine
Umgebung neu, und verspüre so etwas wie Vertrautheit. Und das nur,
weil Angst zu Langeweile wurde und Langweile zu Kühnheit und
Kühnheit zu einer schönen, fast täglichen Aktivität. Und nachdem die
Quarantäneregeln gelockert wurden, sogar gemeinsam mit meinen
Eltern.
Wenn Corona eines Tages Geschichte sein wird, wird die Welt ihre
neuen Narben betrachten und vielleicht ebenfalls etwas Neues gelernt
haben.
Aus dem Arabischen von Osman Yousufi
Lina Atfah, geboren 1989 in Salamiyyah/Syrien, ist Lyrikerin und
Schriftstellerin. Mit 17 wurde sie der Gotteslästerung und
Staatsbeleidigung beschuldigt und von allen kulturellen
Veranstaltungen in Syrien ausgeschlossen. Jetzt lebt sie mit ihrer
Familie in Wanne-Eickel. 2017 hat sie den Kleinen Hertha Koenig
Literaturpreis gewonnen. Sie ist Gastautorin von "10 nach 8".