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  • #3.781
Ich glaube, wir Deutschen haben in 150 Jahren nichts von unserer obrigkeitsstaatlichen Einstellung verloren. Sie ist strukturell die gleiche wie früher, nur in ihren Ausprägungen ist sie anders. Bevor die Österreicher jubeln, das gilt auch für Euch.

Waren es früher das Militär und zweifelhafte Primärtugenden, die die Deutschen für das Maß der Dinge hielten, die man einzuhalten hatte, gegen die man nicht aufbegehren durfte, die gesellschaftlicher Konsens waren, so ist es heute der Glaube, der Staat müsse jede echte oder vermeintliche Benachteiligung durch Ge- und Verbote regeln und jedes noch so unwahrscheinliche Lebensrisiko vermeiden helfen. Der Staat wird stets das Gute tun und mir ein Korsett geben, mit dem ich mein Leben meistern kann. Notfalls mit mehr oder weniger sanftem Zwang.

Eine solche Einstellung hat allerdings mit dem Postulat des mündigen Bürgers nichts mehr gemeinsam. Und da ist das Dilemma. Wollen wir doch gleichzeitig auch alle mündige Bürger sein.
 
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  • #3.782
Wird das Problem von Italien oder Spanien aufgehoben, wenn jemand Probleme in/aus Deutschland bespricht? ... Genau das finde ich makaber, weil es einfach wieder eine Suggestion ist, man würde das Leid anderer, ignorieren. Das ist moralisierend und ich finde es seit Beginn dieser Diskussion über Corona unangebracht. So als dürfe man über etwas nicht sprechen, weil die anderen .... Nee ... das empfinde ich als Maulkorb.
Nein, ich finde es gut, wenn nun eine Diskussion über das in den letzten Wochen passierte geführt wird.
Es ist halt auch nicht klar, was passiert wäre, wenn Deutschland z.B. das Modell der Schweden umgesetzt hätte.
Da kann Deutschland nur auf die Erfahrungen von anderen Ländern zurück greifen und versuchen diese "Ergebnisse" in die Diskussion einfließen zu lassen.

Ich finde es nur wichtig, dass alle Gesichtspunkte in die Diskussion einfließen.

Auch das moralische Thema (ich formulier es nun mal ganz provokant) Lassen wir Alte und Kranke sterben, damit es unserer Gesellschaft gut geht?
Die haben Ihr Leben doch schon gelebt.

In der Wirtschaft z.B.
Müssen die Betriebe, die vor der Krise schon pleite waren auch gerettet werden?
Wollen wir eine soziale Marktwirtschaft, so wie Sie einmal angedacht war, oder doch eher den reinen Kapitalismus oder doch ein anderes System?

Ich bin ja mal gespannt, in welche Richtung diese Diskussion geht.
 
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  • #3.784
Eine solche Einstellung hat allerdings mit dem Postulat des mündigen Bürgers nichts mehr gemeinsam. Und da ist das Dilemma. Wollen wir doch gleichzeitig auch alle mündige Bürger sein.
Das ist sehr gut formuliert.
Und eventuell ist ja diese Krise ein Ausganspunkt, um sich sowohl persönlich diese Frage zu stellen, als auch in der Gesellschaft.
 
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  • #3.786
@fleurdelis Es ist die Frage, wie Normalität definiert wird.

nach wiki:

Normalität bezeichnet in der Soziologie das Selbstverständliche in einer Gesellschaft, das nicht mehr erklärt und über das nicht mehr entschieden werden muss. Dieses Selbstverständliche betrifft soziale Normen und konkrete Verhaltensweisen von Menschen. Es wird durch Erziehung und Sozialisation vermittelt

Und wenn ich mir die Gesellschaftliche Entwiklung anschaue, dann ändert sich diese Normalität.

Bis 1980 (da wurde es erst verboten) war es Normal, dass in Schulen oder in der Erziehung z.B. die Körperstrafe (z.B. Schläge) angewandt wurde.

Inzwischen ist das, auch wenn es noch vorkommt gesellschaftlich nicht mehr akzeptiert.

Durch die Einführnung z.B. der modernen Kommunikationsmittel hat sich z.B. auch vieles geändert.
Früher war es normal, dass man auf Briefe gewartet hat, und nicht wie heute sich aufregt, wenn eine Nachricht in den socal Medien nicht sofort beantwortet wird.

Covi19 ist halt ein Ereigniss, wo es zu Veränderungen in der Gesellschaft kommt und Normalität neu definiert wird.

Es wird vermutlich "normal" sein, dass Mund Nasenschutz auch zukünftig getragen wird hier in Europa.
Das war aber z.B. in vielen asiatischen Großstädten vor Corona schon normal.

Im Moment ist die Gesellschaft gerade dabei, aufgrund des Virus sich neu zu definieren, und erkennt auch, dass Dinge, die früher als Normal galten hinfällg geworden sind.
In der Schweiz, auch Teil Europas gibt es keine Maskenpflicht.
Danke dafuer und Zahlen sind markant niedrig
 
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  • #3.787
Ich glaube, wir Deutschen haben in 150 Jahren nichts von unserer obrigkeitsstaatlichen Einstellung verloren. Sie ist strukturell die gleiche wie früher, nur in ihren Ausprägungen ist sie anders. Bevor die Österreicher jubeln, das gilt auch für Euch.

Waren es früher das Militär und zweifelhafte Primärtugenden, die die Deutschen für das Maß der Dinge hielten, die man einzuhalten hatte, gegen die man nicht aufbegehren durfte, die gesellschaftlicher Konsens waren, so ist es heute der Glaube, der Staat müsse jede echte oder vermeintliche Benachteiligung durch Ge- und Verbote regeln und jedes noch so unwahrscheinliche Lebensrisiko vermeiden helfen. Der Staat wird stets das Gute tun und mir ein Korsett geben, mit dem ich mein Leben meistern kann. Notfalls mit mehr oder weniger sanftem Zwang.

Eine solche Einstellung hat allerdings mit dem Postulat des mündigen Bürgers nichts mehr gemeinsam. Und da ist das Dilemma. Wollen wir doch gleichzeitig auch alle mündige Bürger sein.
You made my day
 
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  • #3.790

uiui
Ach er passt eher die Verordnung an das reale Leben an.


Ja ich leses auch Boulevardblätter. 😜
 
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  • #3.791
wenn ein Schweizer keine deutsche Sartirezeitschrift kennt mag das ja noch angehn, aber ein Deutscher...🙄
 
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  • #3.793
"Coronavirusinfektionen
Coronavirusinfektionen sind im zunehmen, haltet das jemandem von neuen Begegnungen , Treffen ab?"

Das war die Frage? Und nein, warum auch? Was sagt denn die TE dazu?