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  • #2.341
Deine Menschenverachtung macht mich sprachlos.
Ich finde diesen Shutdown menschenverachtend.

Hier kannst Du nachlesen, was aktuell in Betreuung und Pflege passiert: https://www.achgut.com/artikel/betreuung_in_der_krise_wie_ich_es_erlebe

Wir haben in unserem Betreuungsbüro derzeit etwa 300 Klienten, von denen mindestens die Hälfte zur besonders gefährdeten Risikogruppe gehört (sie sind über 70 Jahre alt und leiden an multiplen Erkrankungen). Viele von ihnen leben in Pflegeheimen, sind teilweise dement und verstehen überhaupt nicht, warum sie keinen Besuch mehr von ihren Verwandten oder Besuchsdiensten bekommen. Für diese Menschen ist die soziale Isolation nicht einfach nur unangenehm, sondern lebensbedrohlich. Sie verlieren durch die Abschottung nicht nur eine wichtige deeskalierende und kontrollierende Partei zwischen ihnen und ihren Pflegern, sie verlieren auch ihre engsten und in vielen Fällen wohl einzigen Bezugspersonen. Ich glaube, man kann sich nur ansatzweise vorstellen, wie traurig und einsam viele von ihnen genau jetzt sein müssen.

Wenn sie sich auch nicht mit dem Corona-Virus anstecken, könnten doch viele von ihnen an dieser Trauer sterben – und das ist nicht irgendein melancholisch-romantischer Spruch, sondern leider Realität. ...

Wieder andere verstehen nicht, warum sie sich an ein Kontaktverbot halten sollen und ihre Wohnung nicht mehr verlassen dürfen. Besonders einer unserer Betreuten, für den sein Einzelfallhelfer so etwas wie Vater, Mutter und Geschwister in einem sind, leidet extrem unter der Situation. Er hat eine starke geistige Behinderung und kann die Vorgaben tatsächlich kognitiv nicht verstehen. Er fühlt sich von allen und jedem betrogen, die er für sein Leid verantwortlich macht – und eben die will er jetzt verklagen, angefangen mit der Demokratie. Der Verlust von Kontakt und Nähe schmerzen ihn so sehr, dass er eigenen Aussagen zufolge lieber sterben will, als so weiter zu leben.

DAS
sind die Folgen von Social Distancing und nicht eines Virus. Das sind die Folgen von Entscheidungen, bei denen nur auf Virologen mit irgendwelchen kläglichen Modellrechnungen gehört wird. Ich find das zum Kotzen.

Nicht der Tod ist in meinen Augen der Horror, sondern diese "Kollateralschäden" des Shutdown.
 
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Deleted member 23883

  • #2.342
Er fühlt sich von allen und jedem betrogen, die er für sein Leid verantwortlich macht – und eben die will er jetzt verklagen, angefangen mit der Demokratie. Der Verlust von Kontakt und Nähe schmerzen ihn so sehr, dass er eigenen Aussagen zufolge lieber sterben will, als so weiter zu leben.
Trotzdem kann er andere Menschen nicht dazu zwingen, sich dem Risiko auszusetzen, dass er sie infiziert. Das wäre übrigens auch bei einer offenen Tb oder dem Norovirus der Fall.

Ich glaube, das ist unabhängig von diesem Einzelfall ( da er geistig behindert ist, kann er es wohl kognitiv nicht verstehen) das Problem: es geht nicht nur um die eigene Befindlichkeit, sonder darum andere, schwächere zu schützen.

Aber manche wollen es wohl auch einfach nicht verstehen, frei nach Darwins "survival of the fittest" :(

Es ist ja schön, dass einige bereit sind, den eigenen Tod in kauf zu nehmen, aber sie haben nicht das Recht, das auch für andere zu entscheiden!

Edit: und niemand hat ein "Recht auf Nähe" . Auch vor Covid-19 konnte sich jeder aussuchen, mit wem er Nähe leben will und mit wem nicht. Auch vorher gab es schon einsame Menschen, die keine Nähe erfahren durften und darunter sehr gelitten haben. Hat aber zu dem Zeitpunkt keinen interessiert.
 
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Deleted member 24688

  • #2.343
.... in meinen Augen der Horror, sondern diese "Kollateralschäden" des Shutdown.
https://www.tagesschau.de/investigativ/ndr-wdr/corona-experten-thesenpapier-101.html

Da bist du nicht alleine, mit den Kollateralschäden ... da gibts genug Stimmen die laut werden ... Wenn man die Todesopfer von Corona positiv getesteten, gegen die Folgen des Shutdown abwägen will, kanns leicht moralisierend werden. Dann entsteht viel Disput und die Wahrheiten über viele Faktoren verlieren sich. Es ist jedoch, wie die Tagesschau hier in ihrem Bericht zeigt, wichtig, das Augenmerk nach dieser unübersichtlichen Situation, jetzt dringend auch auf das soziale Ungleichgewicht zu lenken.
 
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  • #2.344
Nicht der Tod ist in meinen Augen der Horror, sondern diese "Kollateralschäden" des Shutdown.
Und Du glaubst im Ernst, Du bist in der Lage, die Kollateralschäden eines Nicht-Shutdowns gegenüber denen eines Shutdowns abwägen zu können?

Ich bin sicher, dass das niemand auf diesem Planeten kann und deshalb sprechen seriöse Menschen auch bewußt von einem Herantasten. Da diese Pandemie beispiellos ist, ist es anmaßend, wenn jemand behauptet, er hätte die richtige Lösung.

Mein Gefühl und mein Laien-Wissen sagt auch mir, dass einzelne Maßnahmen überzogen sein könnten aber wirklich wissen tue ich es nicht.
 
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  • #2.345
Die hat schon 3x (!) vor dem BVerfG gewonnen. Ich bin doch etwas beeindruckt.
Ich hab auf ihrer Webseite nachgesehen. Da steht das wirklich. Wenn Dich das beeindruckt, ist das vermutlich gute PR. Ganz unter uns: Ich kenne den einen oder anderen, der hat ein paar mehr Verfassungsbeschwerden erfolgreich geführt, und nicht immer zum gleichen Thema, ohne dass er das auf seiner Webseite stehen oder gar eine Pressemitteilung herausgegeben hätte. Auch noch eine verlogene, in der von der Anwältin in der dritten Person die Rede ist. So was kann ich grad leiden.
 
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Deleted member 24688

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Ich finde diesen Shutdown menschenverachtend.

Hier kannst Du nachlesen, was aktuell in Betreuung und Pflege passiert: https://www.achgut.com/artikel/betreuung_in_der_krise_wie_ich_es_erlebe

Wir haben in unserem Betreuungsbüro derzeit etwa 300 Klienten, von denen mindestens die Hälfte zur besonders gefährdeten Risikogruppe gehört (sie sind über 70 Jahre alt und leiden an multiplen Erkrankungen). Viele von ihnen leben in Pflegeheimen, sind teilweise dement und verstehen überhaupt nicht, warum sie keinen Besuch mehr von ihren Verwandten oder Besuchsdiensten bekommen. Für diese Menschen ist die soziale Isolation nicht einfach nur unangenehm, sondern lebensbedrohlich. Sie verlieren durch die Abschottung nicht nur eine wichtige deeskalierende und kontrollierende Partei zwischen ihnen und ihren Pflegern, sie verlieren auch ihre engsten und in vielen Fällen wohl einzigen Bezugspersonen. Ich glaube, man kann sich nur ansatzweise vorstellen, wie traurig und einsam viele von ihnen genau jetzt sein müssen.

Wenn sie sich auch nicht mit dem Corona-Virus anstecken, könnten doch viele von ihnen an dieser Trauer sterben – und das ist nicht irgendein melancholisch-romantischer Spruch, sondern leider Realität. ...

Wieder andere verstehen nicht, warum sie sich an ein Kontaktverbot halten sollen und ihre Wohnung nicht mehr verlassen dürfen. Besonders einer unserer Betreuten, für den sein Einzelfallhelfer so etwas wie Vater, Mutter und Geschwister in einem sind, leidet extrem unter der Situation. Er hat eine starke geistige Behinderung und kann die Vorgaben tatsächlich kognitiv nicht verstehen. Er fühlt sich von allen und jedem betrogen, die er für sein Leid verantwortlich macht – und eben die will er jetzt verklagen, angefangen mit der Demokratie. Der Verlust von Kontakt und Nähe schmerzen ihn so sehr, dass er eigenen Aussagen zufolge lieber sterben will, als so weiter zu leben.

DAS
sind die Folgen von Social Distancing und nicht eines Virus. Das sind die Folgen von Entscheidungen, bei denen nur auf Virologen mit irgendwelchen kläglichen Modellrechnungen gehört wird. Ich find das zum Kotzen.

Nicht der Tod ist in meinen Augen der Horror, sondern diese "Kollateralschäden" des Shutdown.
So geht es Menschen oft und wenn es jetzt zum Thema gemacht wird könnte es ev. dazu führen auch nicht mehr so schnell wieder in Vergessenheit zu geraten. Niemand von diesen Menschen ist alleine, die Hilfsorganisationen reißen sich den Hintern auf um die Situation abmildern zu können. Schmerz kann keinem Menschen genommen werden.
 
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Ich kann doch was lesen wo ich will ?? Länger als 10 min halt ich s in der Sonne eh nicht aus. Handy im Schatten : nach 10 min ists eiskalt.. gehe dann nach Hause. ..
 
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  • #2.355
Das ist so ein Ding, das vermutlich wg SInnlosigkeit auch rechtlich angreifbar ist.
Wir dürfen auch erst seit vier Tagen wieder auf ner Parkbank sitzen. Nennt sich Erholungspause und kein Mensch weiß, was exakt das jetzt bedeutet, ob es eine zeitliche Beschränkung gibt. Es ist so vieles Auslegungssache, dass die Leute einfach mittlerweile wirklich verunsichert sind. Inklusive Polizei:
https://www.tagesspiegel.de/berlin/...nerlei-handlungssicherheit-mehr/25714750.html