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  • #1.651
Aber wie Du selbst gut verlinkt hast: es fehlt an Evidenz.
Jein: https://www.ebm-netzwerk.de/de/veroeffentlichungen/nachrichten/covid-19-wo-ist-die-evidenz
Die weit divergierenden Zahlen machen deutlich, dass es derzeit noch nicht möglich ist, die CFR zuverlässig zu schätzen.

Was allerdings mit großer Zuverlässigkeit gesagt werden kann, ist, dass die Todesfälle in erster Linie ältere, vor allem hochbetagte Menschen mit vor allem kardiovaskulären und pulmonalen Vorerkrankungen betreffen. In einer Analyse, die im Februar 2020 vom chinesischen Center of Disease Control veröffentlicht wurde, waren 81% der an COVID-19 Verstorbenen über 60 Jahre alt [8]. Kein einziges der 416 Kinder <10 Jahren war unter den Todesfällen. Allerdings lag die CFR auch bei Betroffenen <60 Jahren bei 0,6%.

Etwas andere Zahlen finden sich in Italien. Hier gab es nur einen einzigen Verstorbenen unter 50 Jahren, während knapp 60% der Todesfälle Menschen >80 Jahre betrafen.

Lassen wir mal die ganzen Wahrscheinlichkeiten und abstrakten Zahlenspiele beiseite.
Nein, das lasse ich nicht beiseite. Mir geht es exakt darum und daß es einer Politik für alle auch genau darum gehen sollte.
Sowas lässt sich heute noch nicht sagen und auf Berechnungen stützen auch nicht.
Was ich so gelesen habe, da kommt eigentlich keiner auf eine CFR von mehr als 1%. Da auch die "Durchseuchung" als wesentlich höher angesehen wird als bisher gesichert ist, fällt sie mit großer Wahrscheinlichkeit noch deutlich niedriger aus.

Auch lesenswert: https://www.statnews.com/2020/03/17...e-are-making-decisions-without-reliable-data/
Vorgestern erst gelesen:
90-jährige übersteht Covid-19.
Hier im TV war gestern auch ein putzmunterer überlebender 70+.
Schlimm ist, dass ihr die Leute unter den Händen wegsterben und sie nachts Albträume hat.
Ja. Aber deshalb kann man nicht in ganz Europa einfach Arbeitsverbote für große Teile verhängen. Das ist eine absurde Politik, welche weit größere Schäden hinterläßt, nämlich vernichtete Existenzen bzw. Fürsorgeempfänger.
Oder ist es aus deiner Sicht nicht wahrscheinlich, dass das passieren würde?
Du hast es ja selbst schon beantwortet:
...viele Corona-Intnsivpatienten versterben, vermutlich die meisten.
Das ist auch das, was ich gelesen habe. Wer mit solchen Problemen (und im Schnitt mit 80) ins Spital kommt, ist nach vier Tagen tot. Das ist die (vielleicht grausam empfundene) Realität. Patienten mit so einer schlechten Prognose können dann halt nicht mehr intensivmedizinisch versorgt werden, wenn es nicht genug Kapazitäten hat.
Die Spanier richten jetzt in einer Messehalle eine Art Coronahospiz ein. Die Vorstellung verträgt nicht jeder, aber so ist es nun mal.

Der Tod gehört zum Leben. Und den Lebenden gehört die Welt. Die andern haben ja den Himmel für sich.
 
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  • #1.653
Bei uns sind halt schon auch "jüngere Menschen" betroffen und müssen med. versorgt werden. Das med. Personal ist jetzt schon überarbeitet und fällt langsam aus, weils auch immer noch an Schutzmaßnahmen fehlt, trotz Wochen der Vorbereitung . Flatterband gibts, keine Masken.
Wenn man die (alle) Kranken versorgen will, führt kein Weg an Beschränkungen vorbei.
 
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  • #1.656
Was ich so gelesen habe, da kommt eigentlich keiner auf eine CFR von mehr als 1%. Da auch die "Durchseuchung" als wesentlich höher angesehen wird als bisher gesichert ist, fällt sie mit großer Wahrscheinlichkeit noch deutlich niedriger aus.

Auch lesenswert: https://www.statnews.com/2020/03/17...e-are-making-decisions-without-reliable-data/

Das Virus wird nicht warten und es überlegt auch nicht lange.

Apropos "da kommt eigentlich keiner auf eine CFR von mehr als 1%" - ich lese hier 4,3% weltweit.
https://de.statista.com/statistik/d...rtalitaetsrate-des-coronavirus-nach-laendern/

Harald Lesch hat ausgerechent https://www.youtube.com/watch?v=Fx11Y4xjDwA wie schnell das deutsche Gesundheitssystem an seine Grenze käme, wenn man erstmal auf evidente Zahlen warten und nichts unternehmen würde.
 
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  • #1.657
Kann man nicht davon ausgehen, dass nach der Zeit X (14 Tage?) jeder infizierte, der nicht gestorben ist, genesen ist? Was willst du da groß zusätzlich erheben? Bleibende Schäden?
Na, sicher nicht. Klar, kann man davon ausgehen, aber die Zahlen werden eben nicht dar- und somit keine Verhältnismäßigkeit hergestellt.
Und darüber hinaus: von dem ersten Münchner Cluster habe ich durchaus viel von Genesung gehört.
Ja, aber damit erschöpfte es sich auch. Mittlerweile müsste es viel, viel mehr Geheilte/nicht-mehr-Infizierte/Immunisierte geben.
 
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  • #1.658
@fafner
Siehst du einen Unterschied darin, ob jemand stirbt, obwohl man lege artis versucht hat ihm zu helfen (Influenza), oder ob jemand stirbt, weil man keine Kapazität mehr hat, ihm eine lege artis Behandlung anzugedeihen, mit der er unter Normalverhältnissen überlebt hätte (Überlastung des Gesundheitssystems und folgender Triage: da wirst du mit deinem Herzinfarkt in ein Sterbezimmer geschoben und der 50 jährige an deiner statt beatment, weil man in dem Vergleich das Beatmungsgerät für deine Herz-OP nicht freigibt).

Edit: moralisch/ ethisch. Nicht wirtschaftlich.
 
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  • #1.659
Das ist eine absurde Politik, welche weit größere Schäden hinterläßt, nämlich vernichtete Existenzen bzw. Fürsorgeempfänger.
Man nennt das Güterabwägung und das was in einem Jahr oder zwei Jahren dabei heraus kommt, können weder Herr Söder und Herr Laschet auf der einen noch Du auf der anderen Seite vorher sagen. Und zwar deshalb, weil es noch keine vergleichbare Situation gab.

Dein pauschales und undiffenziertes "Politiker sind alle unfähig"-Gerede erinnert ebenso an die AfD wie deine Überzeugung, Du seist ein pfiffiger Querdenker, der meint, er wäre schlauer als der Rest der Welt.

Damit will ich nicht in Abrede stellen, dass es Politiker gibt, die Mist bauen.
 
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  • #1.660
was würde das @fafner Modell bedeuten?

bei Pandemie gilt das Gesundheitssystem, genau genommen die Krisenvorgangsweise der Mediziner nicht:
alle alten Patienten, die bisher schon sehr hohe Kosten verursacht haben, werden in einer Pandemie "aufgegeben"...der Arzt muss den Stecker rausziehen, Pfleger verlassen die Heime, die Pflege der Alten und Kranken wird durch Verwandte übernommen, Begräbnisstätten müssen eröffnet werden, Apotheken geben nur noch mit diversen Ausweisen Medikamente ab...
es klingt alles so als wäre eine andere Möglichkeit nicht ganz falsch, aber dieses "richtig" ist einfach nicht machbar. Man kann kein funktionierendes Gesellschaftsmodell so verändern.
 
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  • #1.661
Mittlerweile müsste es viel, viel mehr Geheilte/nicht-mehr-Infizierte/Immunisierte geben.
o_O
So schwer ist das doch nicht.
Nimm dir die Infizierten-Zahl von vor 2 Wochen (8.3.2020: 847 (?) bekannte infizierte), ziehe die Toten ab (~100; aber sicher (!) nicht alle von den vor zwei Wochen Diagnostizierten!) und schon hast du eine grobe Richtung... also so um die 800 Genesene und Immune aktuell. GAAANZ grob über den Daumen gepeilt!
Das setzt du nun noch gegen die aktuelle Anzahl der Infizierten (26.160), ziehst die ganz grob geschätzten Gesesenen (800) ab und kommst auf 25.360 akut infizierte potenzielle Übertrager gegenüber 800 genesene Immune. Noch kein sonderlich großes Bollwerk gegen eine Weiterverbreitung.

- Dunkelziffer liegt natürlich im Dunkeln -
 
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  • #1.662
Bei uns sind halt schon auch "jüngere Menschen" betroffen und müssen med. versorgt werden. Das med. Personal ist jetzt schon überarbeitet und fällt langsam aus, weils auch immer noch an Schutzmaßnahmen fehlt, trotz Wochen der Vorbereitung . Flatterband gibts, keine Masken.
Wenn man die (alle) Kranken versorgen will, führt kein Weg an Beschränkungen vorbei.
auch all die jüngeren Hochrisikopatienten (schon lange chronisch krank) sterben an diesem Virus
 
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