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  • #16
AW: Chronische Krankheit - offene Karten oder lieber nicht

hallo markus ernst

sehr treffend gesagt, ja, sich auch mitteilen was machbar ist und wo evt.einschränkungen zu erwarten sind mit einer chronischen krankheit. so kann das gegenüber klarer abschätzen, ob er/sie sich das zutrauen bzw. diese etwas andere erfahrung in ihr leben lassen wollen.

wünsche allen einen wunderschönen herbsttag!

itatschi
 
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  • #17
AW: Chronische Krankheit - offene Karten oder lieber nicht

chronische Krankheiten machen sich hier überhaupt nicht gut bei PS. Dann noch ein Kind im Haushalt des männlichen Singles.Schlechte Mischung . Bei mir wäre es auch die MS+1 Kind . Und das langt schon für viele absagen . man gewöhnt sich dran
 
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  • #18
AW: Chronische Krankheit - offene Karten oder lieber nicht

Hallo Philip_p,

darf ich fragen, wie Sie Ihre Erkrankung im Profil kommunizieren? Sprechen Sie das Thema direkt an?

Viele Grüße,
Markus Ernst
 
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  • #19
AW: Chronische Krankheit - offene Karten oder lieber nicht

Oh, interessante Frage, wo ich gerne was dazu schreiben möchte. Ich lernte letztes Jahr einen Mann in meiner Stadt kennen, der hier Urlaub machte und der wusste, dass ich ebenfalls Urlaub zu diesen Zeitpunkt hatte. Beim 2. Date erzählte er mir gleich von seiner chronischen Krankheit die ME/CFS heißt.

Ich fand es viel zu früh, weil wir uns noch viel zu wenig kannten, er ausserdem aus einer anderen Stadt kommt und zu diesem Zeitpunkt noch überhaupt nicht klar war, ob wir uns beide! weiter kennenlernen möchten, bzw. ob es mit uns überhaupt eine Zukunft geben könnte.

Ich fand es auch hinsichtlich meiner Gefühle etwas respektlos, weil er wusste, dass ich Urlaub habe und man somit den Anderen einer sehr schwierigen Situation aussetzt, wo der Andere lieber seinen Urlaub geniessen will und nicht einer Zufallsbekanntschaft einen Korb geben will, weil man erfahren hat, dass der Andere chronisch krank ist. Ich fand sein Verhalten egozentrisch und unsensibel, was sich später als wahr heraus gestellt hat. Er ist nicht respektvoll mit mir umgegangen, hat aber ständig Verständnis eingefordert. Nebenerscheinungen bei dieser Krankheit sind noch Depressionen usw., die wollte ich mir auf keinen Fall antun.

Mein letztes Date, worüber ich hier im Forum auch schrieb, erzählte mir beim 3. Date von seinen drei chronischen Krankheiten, wo man mit Tabletten, die man lebenslang einnehmen muss, gut leben könne. Auch dieser Mann zeigte egozentrische Verhaltensweisen, die für mich persönlich sehr beziehungsschädigend sind. Ich habe diese Bekanntschaft, nicht nur aus diesen Gründen, beendet.

Jetzt ist die Frage, ist eine chronische Krankheit ein Beziehungskiller, oder die sich aus der Krankheit bei einigen Menschen sich dann anscheinend ergebende Egozentrik bzw. psychische Verhaltensweisen, die eine Beziehung massiv negativ beeinflussen können und wo dann gesamt gesehen, eine gesunde Balance zwischen Mann und Frau nie wachsen kann?

Offene Karten sind schon wichtig, man muss schon differenzieren, wann und was man als Kranker wirklich will.
 
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  • #20
AW: Chronische Krankheit - offene Karten oder lieber nicht

@mentalista:
Was ist denn daran egozentrisch und unsensibel, wenn jemand seine Krankheiten nennt?
Wäre es dir lieber, es erst zu erfahren, wenn ihr fest zusammen seit?
Ich sehe das vollkommen anders , würde es ziemlich daneben finden, wenn ein Mann mir erst nach einem halben Jahr seine Krankheit nennt. Ich gehe mal davon aus, dass wir hier nur über gravierende Krankheiten reden, die zu Einschränkungen führen.
Ich finde es total wichtig, sehr früh über sowas zu reden.

Und wenn du dem erstgenannten Mann vorwirfst, er hätte dir den Urlaub versaut, finde ich das schon eher sehr befremdlich!
 
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  • #21
AW: Chronische Krankheit - offene Karten oder lieber nicht

Zitat von Dreamerin:
@mentalista:
Was ist denn daran egozentrisch und unsensibel, wenn jemand seine Krankheiten nennt?
Wäre es dir lieber, es erst zu erfahren, wenn ihr fest zusammen seit?
Ich sehe das vollkommen anders , würde es ziemlich daneben finden, wenn ein Mann mir erst nach einem halben Jahr seine Krankheit nennt. Ich gehe mal davon aus, dass wir hier nur über gravierende Krankheiten reden, die zu Einschränkungen führen.
Ich finde es total wichtig, sehr früh über sowas zu reden.

Und wenn du dem erstgenannten Mann vorwirfst, er hätte dir den Urlaub versaut, finde ich das schon eher sehr befremdlich!
Ach schade, du hast meine Zeilen nicht verstanden. Es ist nicht egozentrisch und unsensibel, wenn jemand mir von seiner Krankheit erzählt. Aber bitte nicht beim 2. Date einer fast wildfremden Frau, die man durch Zufall kennengelernt hat, die man vielleicht toll findet, aber nicht weis, ob die Frau einen toll findet, ob die Frau überhaupt eine Beziehung mit ihm will, weil man ja aus verschiedenen Städten kommt, man sich gegenseitig gar nicht kennt und unabhängig von der Kranheit überhaupt nicht weiss bzw. noch nicht wissen kann, ob es einen gemeinsamen Weg überhaupt geben könnte.

Hätte er gefragt, oder hätte er gesagt, dass er mich ganz toll findet, mich näher kennenlernen möchte, aber nicht weis, ob ich das will und ob das überhaupt gehen kann, weil Fernbeziehung und ja er hätte noch eine chronische Krankheit... ja dann wäre das eine ganz andere Geschichte. Aber so, ungefragt, dass einen vor den Latz zu knallen, das finde ich sehr unsensibel und wenig auf den Anderen eingehend.

Ich hätte es besser gefunden, auch in seinem Interesse, erstmal den Anderen näher kennenzulernen, den Anderen seinen Urlaub in Ruhe geniessen zu lassen, denn jemanden im Urlaub kennenzulernen ist immer eine schwierige Geschichte. Ich kann auch nicht einen fast wildfremden Menschen, der dringend seinen Urlaub braucht, ihm gleich meinen seelischen Müll um die Ohren hauen.

Wäre genauso, ich mache eine Kreuzfahrt und am 2. Abend erzähle ich den Leuten, die mit mir die ganze Zeit am Tisch sitzen müssen, ungefragt von meiner chronischen Krankheit. Weisst du, wie die sich dann den ganzen Urlaub fühlen? Mag sein, dass meine Geschichte für die kein Problem ist und die das ganz cool finden, aber kann auch sein, dass ich denen mit meiner Geschichte mächtig auf den Senkel gehe, weil sie im Urlaub ihre Ruhe haben wollen. Das finde ich sogar legitim. Wozu hat man Urlaub?
 
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  • #23
AW: Chronische Krankheit - offene Karten oder lieber nicht

Ich stelle mir grad vor: Dem Mann mit dem ich ein erstes Date habe, erzähle ich, dass ich eine Autoimmunhepatitis (AIH) habe, aber seit fast zwei Jahren keine Beschwerden mehr habe, zumal man es mir sowieso nicht ansieht, ich es aber für meine Pflicht halte, möglichst früh mit offenen Karten zu spielen.

Und er reagiert mit: "Danke, jetzt hast Du mir meinen Urlaub verdorben."

Was wäre das Naheliegendste, das ich dann tue? Ich würde ohne Kommentar gehen.

Bislang habe ich es bei meinen Dates immer ganz früh gesagt, meistens im ersten Telefonat.Und das werde ich weiterhin so halten. Wer damit nicht klar kommt, ist keine weitere Gegenwart meinerseits wert.
 
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  • #24
AW: Chronische Krankheit - offene Karten oder lieber nicht

Zitat von LunaLuna:
Wohl in Deinem Fall nicht für Dates. Dafür, dass Du in Deinem Urlaub den Mann kennenlernen wolltest, konnte er ja nichts.
Es war ein Zufallkennenlernen und nicht von mir geplant. Eher von ihm geplant, den er hat sich dieses Jahr, weil ich ihn wieder sah, einen neuen Urlaubsflirt in meiner Stadt gesucht. Es soll auch Männer geben, die mit so einer Krankheitsgeschichte einen auf Mitleid und "gib mir bitte keinen Korb..." machen, um die Frau für einen schönen gemeinsamen und unkomplizierten Urlaub rumzubekommen. Frauen sind ja in der Regel mitfühlend und nehmen oft viel zu viel Rücksicht.
 
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  • #25
AW: Chronische Krankheit - offene Karten oder lieber nicht

Zitat von co.bo.:
Wer damit nicht klar kommt, ist keine weitere Gegenwart meinerseits wert.
Ich denke, mit ein bissel mehr Empathie und sich Zeit lassen, um den Anderen erstmal näher kennenzulernen, auch mit Respekt dem Anderen gegenüber, würde man vielleicht eher Erfolg haben, als beim 1. Date jemanden gleich seine persönlichen Probleme, egal welcher Art, um die Ohren zu hauen.
 
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  • #26
AW: Chronische Krankheit - offene Karten oder lieber nicht

Auch wenn das Thema schon was älter ist, mag ich es noch Mal hochholen. Ich habe selber eine sehr seltene Autoimmunerkrankung, die in erster Linie mich selber einschränkt, aber auch Auswirkungen auf viele meiner Lebensbereiche hat.

Ich halte mich zunächst damit zurück, von meiner "besten Freundin" zu erzählen, weil ich ein Gefühl für den Menschen entwickeln muss und es generell schwierig finde, einen fremden Menschen damit zu belasten und es geht auch nicht Jeden etwas an. Bei dem einen ergibt es sich irgendwann im Laufe eines Gespräches, bei anderen dauert(e) es sehr lange bis ich es irgendwann von mir aus erwähne. Einzig sichtbares Zeichen ist eine Narbe am Brustkorb, die ich auch nicht verstecke (sie gehört schließlich zu mir) und wenn ich gefragt werde, was das ist / war antworte ich wahrheitsgemäß, ohne allzu sehr ins Detail zu gehen. Es ist erstaunlich, wie wenige fragen und sich stattdessen irgendwelche Gruselgeschichten zusammen reimen und mich in Watte packen, völlig falsch. Ansonsten merkt man nicht, dass mir was fehlt und ich Einschränkungen unterliege, ich lege viel Wert darauf, dass das so ist, ich mag kein Mitleid haben und auch nicht mit Samthandschuhen angefasst werden.

Ich selber kann mittlerweile sehr gut damit umgehen, aber ich weiß wie lange es gedauert hat, die Krankheit in mein Leben zu integrieren. Diese Zeit hat ein Date nicht und bevor ich den Betreffenden damit völlig überfordere warte ich lieber ab. Wenn sich aber Gefühle entwickeln und eine Beziehung in greifbare Nähe rückt, dann muss ich das zum Thema machen. Nicht, weil es die Beziehung an sich schwierig macht, sondern weil es ein Teil meines Lebens ist, den ich nie wieder loswerde, ich halt nicht all das machen kann was andere können sondern mir Grenzen gesetzt sind. Und mein Gegenüber auch wissen muss, wie in einem hoffentlich niemals eintretenden Notfall zu reagieren ist.


Viele Grüße
Nina