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  • #1

Charakter vs. Anziehung

Hallo,
ich (34, m, Akademiker) stecke nun seit einigen Monaten in einem Dilemma und möchte nun erstmals darüber reden und frage nun euch um euren Rat.
Es geht um zwei Frauen in meinem Leben. Für beide empfinde ich etwas, es Liebe zu nennen wäre nicht übertrieben.
Ganz kurz gesagt:
Die eine (nennen wir sie A) hat eine wahnsinnige charakterliche Anziehung auf mich, die andere (nennen wir sie T) hat eine wahnsinnige körperliche Anziehung auf mich.

Zu A: Wir waren bereits einige Monate zusammen und sind nun vorerst, bis ich eine Entscheidung getroffen habe, getrennt. Mit ihr habe ich das Gefühl durchstarten zu können. Wir harmonieren auf intellektueller, empathischer und kommunikativer Ebene sehr. Auch unser Humor ist oft ähnlich. Sie kann mir Kontra geben und vertritt ihre Standpunkte, hat klar eigene Meinungen und bringt mich auch zum Nachdenken bzw. zum Überdenken meiner Standpunkte.
Aber: auf der körperlichen Ebene habe ich das Gefühl, dass mir etwas in Sachen Anziehung fehlt. Ich weiß nicht, ob es etwas mit ihrem Gesicht oder Körper zu tun hat (das wäre unveränderlich) oder ob es mit ihrer Körpersprache, weiblichem Verhalten zu tun hat, das wäre veränderlich. Sie ist sehr hübsch, keine Frage. Sie schminkt sich und hat aus meiner Sicht eine tolle Figur. Aber es wäre möglich, dass da irgendetwas an ihrem Körper oder ihrem Gesicht ist, was mich unbewusst, also auf einer biochemischen Ebene die man nicht mit rationalem Denken einfach ergründen kann, zweifeln lässt. Etwas mehr vermute ich aber, dass es etwas mit dem sogenannten weiblichen Verhalten zu tun hat. Sie ist etwas alternative erzogen worden und alles was eindeutig weiblich ist, wurde etwas von ihr ferngehalten (habe ich den Eindruck). Dennoch, sie zieht sich weiblich an (Kleider, Strumpfhosen, Pumps, Ballerinas), aber das Verhalten ist nicht so. Ein Freund sagte mal zu mir, was ich bereits dachte. Sie verhält sich eher neutral, als Mensch, aber nicht als Frau. Es ist schwer das zu beschreiben, was nun weibliches Verhalten ist und das soll hier bitte nun auch nicht diskutiert werden. Dazu habe ich mir bereits genug den Kopf zerbrochen. Fakt ist, dass da etwas ist, was mir fehlt in Sachen Anziehung. Wenn es nicht an unveränderlichen Dingen wie Gesicht oder Körper liegt, nämlich am Verhalten, dann wäre das theoretisch änderbar. A und ich haben bereits darüber gesprochen und sie ist da ganz offen und probiert gerne Neues. Es gibt also keinen Zielkonflikt. Ob es klappen kann und ob es dann wirklich genau das war und nun die Anziehung groß sein wird, ist aber nicht garantiert.
Dennoch, auf der charakterlichen Ebene ist sie für mich ein sehr besonderer Mensch. Ein solches Maß an Übereinstimmung mit mir in dieser Hinsicht habe ich bisher noch bei keinem Mädel gefunden. Der Gedanke es mit ihr sausen zu lassen ist kaum denkbar für mich.

Zu T: Wir waren ebenfalls einige Monate zusammen, etwas länger als mit A., aber mit beiden war es mehr als ein halbes Jahr. Auch wir sind getrennt, bis eine Entscheidung gefallen ist. Bei ihr (T) hatte ich vom ersten Moment an das Gefühl, dass sie eine enorme Anziehung auf mich hat. Körperliche, sexuelle Anziehung. Das zeigt sicht, dass ich alleine wenn wir im selben Raum sind, schon reagiere. Ich werde nervös und fühle mich zu ihr hingezogen. Beim Sex ist es auch so, es ist sehr(!) harmonisch.
Aber: ich habe vom ersten Treffen an gemerkt, dass wir charakterlich sehr unterschiedlich sind. Sie hat zwar ein sehr großes Allgemeinwissen und ist intelligent. Auf der Ebene der Empathie und der Kommunikation aber, ist es oft anders zwischen uns. Sie ist ziemlich auf mich ausgerichtet, findet gut die ich gut finde (mit ähnlicher Begründung) und findet Dinge nicht gut die ich ebenfalls nicht gut finde. Sie wiederholt dann oft meine Worte. Sie verhält sich emotional zurückhaltend... sagt nicht, wenn sie spontan auf etwas Lust hat (ich weiß auch nicht ob das dann stattfindet, weil sowas nicht kommt) sie scheint mir sich nach mir zu richten. Sie ist unsicher etwas falsches zu sagen und sagt daher lieber nichts oder etwas, von dem sie glaubt, dass ich es hören möchte. Damit komme ich nicht klar. Wir haben mittlerweile auch viel darüber geredet und sie hat mir auch erklärt woher das kommt (Erziehung und Verhältnisse im Elternhaus). Ich verstehe das auch. Sie möchte das sehr gerne ändern, auch schon bevor wir uns kannten war sie damit nicht zufrieden. Es gibt also auch hier keinen Zielkonflikt. Erste Fortschritte sich zu öffnen hat sie auch bereits gemacht, dennoch ist das alles noch sehr am Anfang und ich weiß nicht, wie weit das gehen kann und wird. Es sind halt teilweise auch Verhaltensweisen, die schon lange Bestand haben und damit auch nicht einfach und schnell änderbar sind bzw. vielleicht in manchen Bereichen auch nicht änderbar (ich weiß es nicht). Vielleicht doch. Die Ebene die ich mit A. in Sachen Intellektualität und Kommunikation habe, wird T. aber ziemlich sicher nicht erreichen können. Dennoch, der Gedanke sie loszulassen ist ebenfalls kaum denkbar.

Fazit: Beide haben klare Vorzüge. Und schlimmer weise auch noch jeweils den, den die andere nicht hat. Da es aber keine Möglichkeit gibt aus zwei einen Menschen zu backen, muss nun eine Entscheidung getroffen werden. Ich kann euch sagen, dass ich in den vergangenen Monaten wirklich sehr darunter gelitten habe. Es zerreißt mich innerlich.
Mir ist klar, dass ich da nen hohen Anspruch habe, aber ich denke nicht, dass er zu hoch ist, da ich das bereits bei einem anderen Mädel aus der Vergangenheit gefunden hatte. Und ich weiß auch, dass es kein Defizit bei den Mädels ist, denn man könnte genauso gut von einem Defizit bei mir reden und mir eine Veränderung empfehlen. Ich weiß aber wie ich ticke und weiß, dass ich das nicht verändern kann und möchte. Zudem gibt es in beiden Fällen keinen Zielkonflikt. Es ist nur fraglich, inwiefern so eine jeweilige Veränderung über die Zeit glücken kann und ob das jeweilige Ergebnis mich und damit auch uns glücklich machen kann.
Die Option zu beiden "nein" zu sagen, stellt sich mir nicht, denn die erneute Suche nach der passenderen Nummer 3 dreht mir den Magen um. Ich möchte bald eine Familie gründen (A und T auch) und nicht noch Jahre suchen. Außerdem habe ich für beide Gefühle (was das entscheidende Argument ist) und von daher stellt sich diese Frage nicht.

So, das ist nun eine grobe Anatomie des Dilemmas in dem ich mich befinde und aus dem ich endlich raus möchte. Ich muss mich sehr bald, vermutlich nicht diese Woche entscheiden.

Ich wäre euch sehr dankbar für eure Einschätzung und euren Rat. Euren Rat, für wen ich mich nach eurer Einschätzung besser entscheiden sollte bzw. für wen ihr euch entscheiden würdet, wenn ihr in meiner Lage wärt. Ich weiß, die Entscheidung muss ich selbst treffen und das werde ich auch. Aber mich interessiert euer Rat. Gerne auch basierend auf euren Erfahrungen. Charakter vs. Anziehung. Entwicklungschancen für Anziehung und für Charakter.

Vielen Dank!! :)
 

emilia74

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  • #2
AW: Charakter vs. Anziehung

Hallo,
Du scheinst in einem echten Konflikt zu stecken und machst es Dir sicher nicht leicht. Für mich klingt das alles aber trotzdem etwas technisch, als ob Du überlegst, welches von zwei Autos Du Dir nun kaufen möchtest! Auch, dass jede der beiden Damen etwas ändern müsste, damit Du 100% mit ihr zufrieden bist, ist, so finde ich, keine gute Voraussetzung.
Vielleicht ist es auch so, dass doch keine der beiden die Richtige ist? Vielleicht willst Du es im Moment zu sehr erzwingen, weil Du an Familiengründung denkst usw.?
Viel Glück
Emilia
 

Rätsel

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  • #3
AW: Charakter vs. Anziehung

Sehr schwierige Situation. Wie du selber sagst, die Entscheidung kann kein anderer für dich treffen, das musst du schon selbst tun. Jeder Rat kann der falsche sein. Problem ist auch, dass beide Frauen uneingeschränkt zur Verfügung stehen und auf dich warten. Du hast einfach zwei Frauen und dir fällt es unglaublich schwer, auf eine davon zu verzichten. Würden sie sich aufgrund deines Zögerns zurückziehen und nicht mehr mitspielen (oder zumindest eine von ihnen), wirst du vermutlich deutlicher spüren können, welche dir wichtiger ist. Das tun sie aber nicht und du kannst es auch nicht beeinflussen. Grundsätzlich würde ich sagen, wenn man von einem Menschen nicht richtig überzeugt ist, dann ist er auch nicht der Richtige, aber das willst du nicht hören. Ich nehme an, dass du von Männern eine bessere Einschätzung bekommen kannst, als von mir. Ich würde so spontan, ohne lange nachzudenken, vorschlagen: nimm T. Intellektuellen Austausch kann man sich auch außerhalb der Partnerschaft/Familie holen. Sex – na ja, im Prinzip auch, aber dann wäre die Partnerschaft ernsthaft gefährdet, jedenfalls viel mehr als im ersteren Fall. Aber wie gesagt, das könnte die falsche Empfehlung sein. Höre auf dein Herz. Dies sollte keine Kopfentscheidung sein.
 
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  • #4
AW: Charakter vs. Anziehung

Befremdlich.
Auch wenn man hohe Ansprüche hat, heißt das ja nicht zwingend, dass man nach Perfektionismus strebt. Aber zumindest ein absolutes JA in der Anfangsphase sehe ich als Voraussetzung- Probleme gibt es mit der Zeit schon noch genug....;-)
Keine der beiden zieht dich eindeutig an ? - Meiner Meinung nach ist es dann auch keine..
Magenschmerzen wegen erneuter Suche und Familienwunsch ? Was ist das für ein Argument ? Aber wer weiß ? Es gibt ja auch vernunftgesteuerte arrangierte Heiraten, die sich erfolgreich entwickeln....
 

Nettmann

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  • #5
AW: Charakter vs. Anziehung

Oh weh,
da kann man sich als Außenstehender eigentlich nur die Finger verbrennen. Dennoch möchte ich eine Kommentar meinerseits nicht lassen. Du schreibst, dass sich die Variante T sehr stark an dir orientiert, bereit ist, sich anzupassen, eher zurückhaltend.
Da klingeln bei mir ein wenig die Alarmglocken. Das erinnert mich sehr an ein Verhalten, das meinerseits mit zum Scheitern meiner Ehe geführt hat. All zu viel Anpassung und wenig Bereitschaft, eigene Bedürfnisse zu formulieren ist ungesund und führt über kurz oder lang zu Unzufriedenheit und Frust. Es kann ziemlich lang gut gehen (mehr als ein Jahrzehnt), irgendwann wird es voraussichtlich zu einem Punkt führen, wo einer von beiden zurückblickt und sich fragt, was da schief gelaufen ist.
Was ich noch bedenken würde, ist die Fragestellung, warum du dich von T getrennt hast. Was hat dazu geführt, sind diese Gründe für dich ausgeräumt oder denkst du nur, wenn T auch noch die Eigenschaften von A hätte, dann wäre sie perfekt? Das wird auch über kurz oder lang dazu führen, dass du dir später immer wieder im Hinterkopf die Frage stellen wirst, ob sie denn wirklich die richtige Wahl war.
Bei mir haben sich mehrfach unterschiedliche Kombinationen deiner beiden Varianten "zur Entscheidung" (wenn auch nicht parallel) gestellt und ich habe letztlich entschieden, dass zwar vieles da war, aber letztlich doch nicht genug, um auf ein dauerhaftes Bestehenbleiben der Beziehung hoffen zu können. Letztlich war es im Nachhinein - so meine Einschätzung - richtig, nicht aus Angst, es könne nichts Passendes mehr kommen, einen Weg einzuschlagen, den ich in Zukunft immer wieder hinterfragen würde. Das wäre nämlich auch nicht recht und fair gegenüber der Frau gewesen.
Nettmann
 

Satjamira

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  • #6
AW: Charakter vs. Anziehung

Hallo dilemma,
ja das ist wahrlich ein Dilemma und du bist nicht der einzige der ein solches kennt. Tröstlich mag sein, dass es mit keiner von beiden je perfekt sein wird, also egal für welche du dich entscheidest und voraussichtlich gibt es die perfekte Frau, die alles abdeckt so gar nicht gibt.

Was glaubst DU wäre dir auf die Dauer wichtiger?
Sexuelle Anziehung lässt mit den Jahren, machmal nach einem Jahr oft nach. Würdest du das akzeptieren können? Was bleibt dann noch von dieser Beziehung?

Egal welche Frau du wählst, sobald ihr Kinder haben werdet, verändert sich jede Frau und jede Beziehung, also welche wäre dann die bessere Frau? Was du jetzt hast wird sich so oder so verändern.

Wenn der Gedanke wieder frei zu sein dir so schwer fällt höre ich da doch auch eine gewisse Bequemlichkeit heraus. Einfach eine der beiden zu wählen, weil du dann scheinbar ein Problem weniger hast?! .... eine Illusion, denn Probleme und deren Lösungen, wenn möglich gemeinsam daran herangehen gehören zum Leben und daher müsstest auch du dich verändern mit der Zeit.

Du willst dich also nicht verändern? Nicht eine Ebene finden wo Verbundenheit und Liebe wichtiger ist ?
Deine Beschreibung der beiden Beziehungen ist wie eine Bonusberechnung, nur dummerweise haben beide dieselbe Punktzahl.
Pass nur auf, dass dich letzendlich keine der beiden will, weil du dich nicht entscheiden kannst.
Das Risiko gehst du nämlich auch ein.
Ich kann dir nicht einmal sagen, folge deinem Herzen, denn du versuchst vom Kopf her zu entscheiden.

Es grüsst
Satjamira
 

BellaDonna

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  • #7
AW: Charakter vs. Anziehung

Zitat von Rätsel:
..... Problem ist auch, dass beide Frauen uneingeschränkt zur Verfügung stehen und auf dich warten. Du hast einfach zwei Frauen und dir fällt es unglaublich schwer, auf eine davon zu verzichten. Würden sie sich aufgrund deines Zögerns zurückziehen und nicht mehr mitspielen (oder zumindest eine von ihnen), wirst du vermutlich deutlicher spüren können, welche dir wichtiger ist. Das tun sie aber nicht und du kannst es auch nicht beeinflussen. ....


Doch - er könnte es ja beeinflussen, in dem ER sich konsequent von beiden zurück zieht.
Die Abwesenheit dann auf sich wirken lässt.
Natürlich läuft der FS dann Gefahr, dass eine der beiden sich komplett umentscheidet.
Oder keine auf ihn wartet.
Letztendlich kann er agieren.

Ein kleiner Tipp: Triff die Entscheidung bevor sie dich trifft.
 

Galadriel

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  • #8
AW: Charakter vs. Anziehung

Du schilderst deine Geschichte recht emotionslos und nüchtern....ich persönlich würde am liebsten den beiden Frauen raten, Abstand von dir zu nehmen. Beide würden sich für dich verändern, du findest dich aber völlig ok so, wie du bist, bzw. du weißt, dass du dich nicht ändern kannst. Respekt! Du wirst mit keiner von beiden glücklich. Beide warten auf dich, vermutlich wissen sie voneinander (?). Ich kenne keine Frau, die das machen würde. Du brauchst eine Frau, die ebenso tickt wie du - pragmatisch, sachlich, vermeintlich zielorientiert und vermeintlich selbstbewusst.
Nachtrag: Was möchtest du uns mit der Bezeichnung "Akademiker" in der Klammer sagen?
 

Heppy

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  • #9
AW: Charakter vs. Anziehung

Die einzige Emotion und Energie, die ich aus Deinen Zeilen entnehmen kann, stecken genau in diesen Textzeilen.

Ich frage mich zu den ersten beiden Sätzen, was dann wäre?

Ich würde mich an Deiner Stelle weder mit A oder T beschäftigen wollen, sondern eher mit mir selbst und mich doch der oben benannten Option/Frage widmen. Vielleicht kommen da Emotionen auf, die sich lohnen könnten, mal genauer hinzuschauen. Das könnte doch eine Entwicklungschance für Dich sein. Und manchmal sind auch alle guten Dinge drei….

Und bei mir dreht sich eher der Magen rum, wenn ich aus Bequemlichkeit jetzt eine Entscheidung zwecks Familiengründung mache und mich hinterher ärgere, dass ich nicht weiter gesucht hätte. Ich würde mir Zeit nehmen wollen für eine solche Entscheidung.

Ich wünsche Dir Mut.
 
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C

Clementine_geloescht

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  • #10
AW: Charakter vs. Anziehung

Ich habe mal meine Glaskugel befragt: A hat vergangenen Monat diesen erotischen Schreiner kennengelernt, der beim blossen Anblick ihr Blut zur Wallung bringt. Vorbei sind die Zeiten von 50 Shades of soft pink. T lernt gerade einen Mann näher kennen, der ihr Empathie entgegenbringt. In den Gesprächen mit ihm öffnet sie sich gerne, schätzt seinen warmherzigen Verstand und erfährt gerade dadurch eine neue Dimension der Sexualität.
 

Pit Brett

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  • #11
und wieder: meinen Respekt.

Aber dann, wenn ich an den Hotelfaden denke, grüble ich, ob Dilemma das Lemma erkennt. Oder andere.
 

Jolanda

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  • #12
AW: Charakter vs. Anziehung

Was mich mal interessieren würde: Du schreibst bei beiden, du warst mit ihr eine Zeitlang zusammen, aber jetzt seid Ihr getrennt, bis du eine Entscheidung getroffen hast. Wie kann man sich das vorstellen? Warst du zuerst mit der einen zusammen und dann mit der anderen? Oder mit beiden gleichzeitig? Wenn du zuerst mit der einen und dann mit der anderen zusammen warst, weshalb hast du dich von der einen getrennt - wegen der anderen?
 
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  • #14
AW: Charakter vs. Anziehung

Puh, so eine Familienplanung? Das läuft auf die Kinder als Kitt hinaus.

Du gehst das strukturiert an, dagegen spricht grundsätzlich nichts. Die Strukturen überdächte ich allerdings. Als erfahrenes Hoppelhäschen suche ich nur noch eine, die mir im Wesen das Gegenteil ist. Da geht es um grundsätzliche Dinge wie,
- Er hat z.B. Ruhe, Sie hat Hummeln im Hintern
- Er kann mit Strukturen, Sie beherscht das Chaos
- Eine/r beherscht die rationale Seite, der/die andere die emotionale

Das ist leider nur geeignet eine Ahnung zu verschaffen worum es geht. Eigenschaften/Verteilung ist willkürlich gewählt. Es sind eher anlagebedingte, gegebene, unveränderbare Gegensätze, die sind nicht nur interessant, spannend sondern auch einander ergänzend. Kombiniert mit gemeinsamen Interessen und Zielen hat das schon ziemliche Chancen gut zu funktionieren.

Dann gibt es noch etwas, der Mensch entwickelt sich und wird es im Regelfall auch tun. D. h. Sie entwickelt sich und Du entwickelst dich. Das, bzw. die sich dann ergebenden Unterschiede daraus, ist kein so seltener Trennungsgrund.

Dazu raten wäre Raten. Mit beiden zusammen gewesen zu sein und beide noch warm zu haben erscheint mir sowieso als krasse Nummer.

Hafensängers Onkel
 

LunaLuna

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  • #15
AW: Charakter vs. Anziehung

Zitat von Jolanda:
Was mich mal interessieren würde: Du schreibst bei beiden, du warst mit ihr eine Zeitlang zusammen, aber jetzt seid Ihr getrennt, bis du eine Entscheidung getroffen hast. Wie kann man sich das vorstellen? Warst du zuerst mit der einen zusammen und dann mit der anderen? Oder mit beiden gleichzeitig? Wenn du zuerst mit der einen und dann mit der anderen zusammen warst, weshalb hast du dich von der einen getrennt - wegen der anderen?

Genau das habe ich mich auch gefragt.

Mein spontanes Gefühl: keine ist für Dich geeignet. Du suchst keine Wohnung und MUSST eine von beiden wählen, um nicht auf der Straße zu stehen, sondern Du suchst eine Partnerin. Das Argument, dass Du keine (wirklich passende) "Kandidatin 3" suchen willst, ist für mich unverständlich (emotional schon, aber zum Glück stecke ich nicht in Deiner Situation und kann daher sachlicher bleiben).
Du willst eine Familie gründen - Ihr wärt also Euer Leben lang miteinander verbunden. Dafür solltest Du eine klare Präferenz haben.

Mich erschreckt, wie die beiden Frauen (zumindest nach Deiner Wahrnehmung) wie die Lämmer geduldig warten, was DU willst, und danach ihr Leben richten.
Wenn Du nicht mit beiden parallel zusammen warst, dann wartet die eine ja schon sehr lange.
Und Deine biologische Uhr tickt zwar, aber die der Frauen deutlich stärker.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:

Heike

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  • #16
AW: Charakter vs. Anziehung

Schlag den beiden doch so ein Dreierding vor. Auch Familienplanung ist damit nicht ausgeschlossen. da kann man sich in Zeiten von Patchwork doch was ausdenken.
Wenn das eine nicht will, schaust du bei dir nach, ob sie dir mit dieser Ablehnung attraktiver oder unattraktiver wird und bestimmst danach deine Entscheidung.
Wenn sie das Konstrukt beide ablehnen und die Zeit drängt, nimm eher A als T.
 

Bauhaus

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  • #17
AW: Charakter vs. Anziehung

Meine Idee wäre auch, es mit beiden zu versuchen und die, die zuerst schwanger wird, hat gewonnen :)
Das wäre dann das vielbemühte und oft zitierte Schicksal, was entscheidet.
 

Elli

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  • #18
AW: Charakter vs. Anziehung

Hallo dilemma 2014!

Für mein Auge spricht aus Deinen Worten ein starker Wille, die Dinge "richtig" zu machen. Das finde ich schön. Allerdings glaube ich, daß dadurch ein gutes Stück Deines Problemes erst entsteht - denn der Druck und die Anspannung und Angst, die falsche Entscheidung zu treffen, bringen Dich in diese momentanen Nöte.

Vielleicht kannst Du es 'mal versuchen so zu sehen:
Das Leben hat es anscheinend gerade gut mit Dir gemeint und bietet Dir mehr an, als Du "brauchen kannst".
Ich rate Dir : entspanne Dich. Mach kein Drama aus etwas, was (wirklich) keins ist.

Du wirst, egal, wie Du Dich entscheidest, die Konsequenzen erleben - so wie immer und überall und wie bei jeder Entscheidung.
Gehe in einer ruhigen Minute in Dich und prüfe Dich und Deine Gefühle aufrichtig.
Warum müssen beide Frauen erst noch etwas ändern/lernen - bevor sie für Dich wirklich richtig sind?
Du könntest da anscheinend (auch) noch etwas lernen...
Der Mensch ist so, wie er ist - völlig richtig. Du selbst genauso. Du kannst es gar nicht falsch machen - es wird so - oder anders - oder noch ganz anders...1000 Möglichkeiten.

Greif hinein in die Fülle des Lebens. Hab keine Angst.
 

anaj

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  • #19
AW: Charakter vs. Anziehung

Zitat von Hafensängers Onkel:
.... Mit beiden zusammen gewesen zu sein und beide noch warm zu haben erscheint mir sowieso als krasse Nummer.

Das wunderte mich auch am meisten.

Die Beziehungen wurden schliesslich aus irgendwelchen Gruenden beendet und jetzt willst Du eine davon ploetzlich wieder aufwaermen? Glaubst Du wirklich, dass der 2. Versuch auf einmal besser sein wird? Wie willst Du das schaffen, wenn Du an Dir selbst nicht arbeitest, sondern nur etwas von den Frauen verlangst / erwartest?! Diese Einstellung finde ich schon etwas merkwuerdig, gerade von einem Mann, der eine Familie gruenden moechte.
 
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  • #20
AW: Charakter vs. Anziehung

Zu dem Vorbeitrag #19 und allen die in diese Kerbe geschlagen haben.

Ich verlange nichts von den Frauen! Ich sage nur, dass wir so wie es ist wahrscheinlich nicht zusammenpassen. Wir sind unterschiedlich(!) nicht, ich bin perfekt und sie nicht. Es ist klar, dass ich mich auch verändern könnte. Aber für die eine müsste ich meine Gefühle zurückfahren und das Bedürfnis nach Empathie, Gefühlsäußerungen und guter Kommunikation zurückfahren bzw. teilweise einstellen. Bei der anderen müsste ich mich damit anfreunden, dass sie wenig Anziehungskraft auf mich hat. Ich müsste also meine Biochemie(!) ändern und das nun gut finden. Beides halte ich nicht für realistisch. T. wünscht sich aber selbst, ihre Kommunikation zu verbessern, sich mehr zu öffnen, Emotionen zu verbalisieren und eigene Standpunkte zu vertreten, sich mehr nach sich selbst zu richten als nach mir. (Eigentlich doch GUTE Eigenschaften, oder!?) Das ist ihr Wunsch und zufälligerweise ist das auch genau mein Wunsch! = Kein Zielkonflikt!
A. ist jedenfalls sehr offen für das Thema Weiblichkeit. Sie ist neugierig und möchte da gerne einiges probieren, zumal es auch neu für sie ist. Wenn sie damit nicht klarkommen sollte oder das nicht wollen sollte, ist sie selbstbewusst zu sagen, wo die Grenze ist und ich bin realistisch genug das zu akzeptieren und entweder damit zu leben oder nicht.
Also bitte keine Diskussion mehr über "Warmhalten" oder "warum müssen die sich ändern", usw. Und das ist auch keine "krasse Nummer", höchstens ein krasses Missverständnis. Tut mir leid für diese emotionale Antwort, aber ich fühle mich nun mal davon zu Unrecht angegriffen bzw. falsch verstanden.

Ich werde gleich noch einen ausführlicheren Text posten, einen Moment noch warten bitte.
 

anaj

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  • #21
AW: Charakter vs. Anziehung

Du warst doch schon mit beiden zusammen? Also hat es doch schon einmal nicht geklappt. Warum soll es ausgerechtnet jetzt klappen, wenn die Voraussetzungen doch eigentlich noch so sind wie immer / wie vorher......

Nur ein Wunsch, sich zu oeffnen, heisst noch nicht, dass man dazu auch faehig ist. Ich verstehe nicht, warum Du glaubst, dass es nun doch klappen sollte.
 

Satjamira

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  • #22
AW: Charakter vs. Anziehung

Hey dilemma,
du brauchst dich doch weder zu rechtfertigen noch dich lang und breit zu erklären.
Jeder schreibt aus seiner Warte und du hast ja auch darum gebeten.

Was erwartest du denn, dass wir sagen, diese oder jene ist besser ? Auch hier hat jeder von uns andere Prioritäten.

Beobachte lieber deine Emotionen wenn du an die beiden Frauen denkst und übrigens dort wo du auf unsere Schreibe am meisten Resonanz machst, ist's am ehesten ins Schwarze getroffen.
 
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  • #23
AW: Charakter vs. Anziehung

Ein kleiner Tip wäre hilfreich, das Problem habe ich irgendwo schon mal identisch gelesen. Mag der TE kurz aufklären ?
 
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  • #25
AW: Charakter vs. Anziehung

gerne kläre ich auf:

Wie man auf der andren Seite lesen kann, steht da nur ein Teil vom Text. Gnz einfach weil man bei *** nicht mehr als 3000 Zeichen posten kann ;)! Als ich den 1. Teil abgeschickt habe, stand da, dass der Text erst mal geprüft werden muss und er war nicht gleich lesbar, also konnte ich nicht den 2. Tei lposten (da das Thema noch gar nicht erstellt war). Ich bin jetzt erst wieder am PC, daher die Unvollständigkeit. Ich habe mich dann entschieden zu diesem Forum zu gehen, denn hier gibt es diese Grenze nicht. Ganz einfach und banal. Und da brauch man auch nicht verägert zu sein. Ich werde das bei *** beenden da zwei Threads eindeutig zu viel sind, ich bin hier ja schon überfordert mit dem Antworten.
 
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  • #26
AW: Charakter vs. Anziehung

achja, dass die Namen E.L./A.T. variieren liegt darin, dass mir die Privatssphäre sofern man die heute noch hat, wichtig ist. Hätte es hier nicht geklappt hätte ich im nächsten P. und F. genommen. Ich hoffe es hängt sich niemand mehr daran auf.
 
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  • #27
AW: Charakter vs. Anziehung

Liebe Leute,
erst mal vielen Dank für eure Antworten. Ich bin wirklich positiv überrascht, dass so viele von euch mir geantwortet haben.
Meine Intention war es, mir Hilfe auf dem Weg meiner Entscheidung zu holen. Mit einigen Dingen die ihr geschrieben habt kann ich etwas anfangen, manche helfen mir etwas weiter, bestätigen mich, oder bringen mich zum Nachdenken. Einige geben mir leider aber auch das Gefühl mich verteidigen zu müssen und leider überwiegt dieses Gefühl nach dem Lesen eurer Beiträge. Das ist schade. Aber vielleicht war ich naiv von mir so eine komplexe Situation anderen, fremden emotionalen Wesen zu schildern und anzuvertrauen, die nicht über die Informationen und die Erfahrung in dieser konkreten Sache verfügen, also in diesem geschilderten Fall Außenstehende sind.
Ich möchte mir Dir Mühe machen, auf eure Beiträge einzugehen, da ihr euch auch die Mühe gemacht habt (danke nochmal!!) meinen langen Text zu lesen und darauf etwas zu antworten.

Familienplanung:
Ich plane gerade keine Familie in dem Sinne, dass ich nächstes Jahr schon Vater werden möchte. Sowas kann und möchte ich nicht planen. Ich möchte lediglich nicht mit 40 Vater werden und deshalb möchte ich jetzt auch nicht noch zig Beziehungen haben. Ich würde es mir wünschen, „anzukommen“! Wenn das nicht klappt, dann ist es so. Aber es wäre schön. Meine nächste Beziehung sollte daher nicht als überschaubarer Lebensabschnitt begonnen werden, sondern als etwas mit dem Willen, dass daraus etwas Langfristiges entsteht. Dass das schief gehen kann ist selbstverständlich und mir bewusst. Es geht um die Anfangsbedingungen einer Beziehung und ich wünsche mir kein Abschnitte mehr sondern eine Konstante (soweit das möglich ist).

Rationalität (technisches Ausdrücken):
Ja, ich habe meinen Beitrag in einer nüchternen und sehr rationalen Sprache ausgedrückt. Aber daraus zu schließen, dass mir Emotionen fehlen ist einer dieser krassen Statements die mich demotivieren und alles andere als zur Sache beitragen. Ich kann, wenn ich mir Mühe geben, mich sehr sachlich ausdrücken, was ich hier zu einem bestimmten Zweck versucht habe. Nämlich dass sich die Antworten nicht durch Emotionales von mir beeinflussen lassen. Ich wollte so gut es mir möglich ist euch die Fakten auf den Tisch legen und niemanden in seiner Beurteilung allzu sehr beeinflussen. Etwas Einfluss gibt es natürlich immer, das ist klar.
Ich bin ein sehr emotionaler Mensch, das wissen alle um mich herum, inklusive der beiden Menschen von denen ich hier schreibe. Hier habe ich so geschrieben, damit man mich versteht. Und mein Satz „Ich kann euch sagen, dass ich in den vergangenen Monaten wirklich sehr darunter gelitten habe. Es zerreißt mich innerlich.“ Sollte eigentlich darlegen, dass ich aus meiner Sicht(!) ein Stück Hölle durchschritten habe. Und das es für A. und T. ebenfalls schwierig war, ist mir auch mehr(!) als bewusst. Das ist unter anderem der Grund, dass ich mir so viele Gedanken mache und mich so unter Druck setze.
Es ist zudem nicht leicht für mich, immer wieder auf diese rationale Ebene zu wechseln und den Dingen Struktur zu geben, mich zu sortieren. Ich bin die meiste Zeit emotionalisiert. Ich habe Angst, ein schlechtes Gewissen und den Druck der mich treibt. Ich habe Hoffnung, Wünsche und Sehnsüchte. Im all dem Chaos versuche ich irgendwie eine Ordnung zu finden… soweit das überhaupt möglich ist, wenn es um die Komplexität von Menschen geht.

Warm halten:
Mit beiden bin ich nicht zusammen, beide leben ihr Leben und wenn sie einen anderen kennenlernen, dann habe ich Pech gehabt und die Entscheidung wurde von außen herbeigeführt. Niemand wird hier also „warm gehalten“. Es ist lediglich so, dass ich mir eine Grenze gesetzt habe und merke, dass ich mich lebensunfähig(!) mache, wenn ich weiter abwäge und zwischen den Welten hänge. Ich möchte zu einer Entscheidung kommen und sollte eine der beiden dann anders denken, was eine reale Möglichkeit darstellt, dann ist es halt so. So wie ich die Lage einschätze, ist es aber noch offen und beide Wege können eingeschlagen werden. Und das ist alles andere als ein Grund zu warten für mich. Ich möchte gerade deshalb Klarheit kriegen. 100% Klarheit gibt es nicht, aber vielleicht ausreichend um eine Entscheidung zu treffen.

100% haben wollen und Verändern:
Wie im Satz davor gilt auch hier, dass es keine 100% Situationen im Leben gibt, zumindest sage ich mir das. Mir ist auch bewusst, dass man in einer Beziehung immer Kompromisse wird machen müssen und dazu bin ich auch bereit. Das schließt mit ein, dass auch ich mich ändere! Dazu bin ich bereit und offen. So wie die beiden Menschen von denen ich schreibe.
Von daher, ich habe keinen 100% Anspruch und dass ich bereit bin einen Kompromiss einzugehen, sollte auch darin erkennbar sein, dass ich mich auf einen Menschen einlassen würde, mit dem ich in einer bestimmten Hinsicht (Charakter bzw. Anziehung) klare Unterschiede habe. Wie gesagt, man könnte genauso den Spieß umdrehen und sagen, dass der Fehler bei mir liegt, weil ich nicht mit ihnen zusammenpasse. Hier geht es aber nicht um Fehler, Schuld oder Defizite, sondern um Unterschiede zwischen Menschen, die ganz natürlich sind. Ich merke, dass es mit beiden klappen könnte, ich empfinde für beide Menschen etwas. Aber ich mache mir Sorgen um die Zukunft und welche Entscheidung die bessere für alle sein könnte.

Beide passen nicht:
Dazu habe ich bereits im vorigen Absatz etwas geschrieben. Viele von euch habe das geschrieben, das respektiere ich und nehme es wahr. Und zugeben muss ich, dass ich selbst häufiger darüber nachgedacht habe.
Aber ich möchte mich gerne für einen dieser beiden Menschen von denen ich schreibe entscheiden.
NICHT, weil ich nicht warten möchte.
NICHT, weil ich zu faul oder zu „bequem“ bin neu zu suchen. (so ein Quatsch, sorry)
NICHT, weil ich jetzt sofort mit der Familienplanung beginnen möchte (siehe oben beim entsprechenden Absatz)
SONDERN, weil ich mir mit beiden trotz starker Unsicherheit, eine Beziehung vorstellen kann und mir diese auch wünsche!
Wenn ich oder wir irgendwann merken solle(n), dass es nicht passt, dann wird sowieso ein dritter Weg gegangen werden. Aber diese Perspektive ist für mich noch nicht da, jedenfalls jetzt noch nicht. Anders ausgedrückt, ich möchte noch nicht aufgeben, weil ich Gefühle für sie habe und eine Perspektive sehe.

Der moralische Zeigefinger:
Einige von euch heben ihn. Ich bin bereits in manchen Punkten der vorigen Abschnitte und in meinem Vorbeitrag darauf eingegangen. Ich verstehe das Bedürfnis in der Hinsicht etwas sagen zu wollen (#8 z.B.). Aber es schadet mehr und hilft nicht.
Natürlich habe ich ein eigenes moralisches Wertesystem und verfüge über die Fähigkeit der Selbstreflexion die ich aktuell wirklich sehr oft anwende. Ich versuche bereits die Belastung für alle Beteiligten, soweit mir das möglich ist, auf ein Minimum zu reduzieren. Es ist aber auch klar, dass es in so einer komplexen Situation nicht ohne Belastung gehen kann. Das spüren alle drei Beteiligten (ich als Nr. 3).
Sofern ich in der Lage bin mich selbst zu beurteilen, kann ich sagen, dass ich selbst mein schärfster Richter bin und von daher moralische Vorwürfe ich würde beide „warm halten“, beide sollten sich von mir distanzieren, ich solle erst mal über mich selbst nachdenken, etc. vollkommen deplatziert und destruktiv sind.

Zum Wesentlichen:
Was ich gerne wissen würde bzw. womit ihr mir helfen könnt, sind folgende Dinge.
- Habt ihr schon mal eine ähnliche Situation gehabt mit einer oder zwei anderen beteiligten Personen? Wie habt ihr gehandelt?
- Habt ihr schon mal eine Beziehung gehabt in der charakterlich etwas fehlte, sich das aber nach einigen Monaten entwickeln konnte? Oder habt ihr gemerkt, das geht nicht, meistens ist und bleibt der Mensch so.
- Was glaubt ihr was realistischer ist, dass es etwas werden könnte mit A. oder mit T.?
- Manche sagen, wenn die körperliche Anziehung von Anfang nicht da ist, kommt sie auch nicht mehr. Wenn man den Menschen aber ästhetisch, schön findet und die Körpersprache sich vlt. mit der Zeit verändert, sprich: sie entdeckt verstärkt ihre Weiblichkeit (wie gesagt, ich eröffne keine Diskussion oder die Definition von Weiblichkeit, denn sonst sind wir ganz weg vom Thema und darüber könnte man 1000 Jahre sinnieren und immer noch nicht zu einem Standpunkt kommen), erkennt diese an und lebt diese auch nach außen, vielleicht ist dann das vermeintlich fehlende Puzzleteil da und es klappt wunderbar?
- Man kann ebenso sagen, körperliche Anziehung lässt sowieso nach ein paar Jahren nach, dann ist es besser mit jemandem zu sein mit dem man charakterlich harmoniert. Das klingt für mich sehr nach eine strategischen Planung die mir befremdlich erscheint. Eine mittel- bis langfristige Strategie zum glücklich werden. So funktioniere ich nicht. Aber würde jemand diese These unterstützen?
- Es könnte natürlich auch so sein, dass T. sich sehr öffnet und wir da auf einen gleichen Nenner kommen. Warum ich daran glaube, dass es nun klappen sollte?
1. Weil wir vorher nicht darüber geredet haben, es war nicht klar, bewusst.
2. Weil es Anzeichen der Bewegung gibt. Ein zartes Pflänzchen, aber es ist sichtbar.
3. Weil der Wille bei allen nötigen Seiten da ist.
Und ja, die Möglichkeit dass es nicht klappt ist vollkommen real. Das ist der Preis, der mir bewusst ist und den ich bereit wäre einzugehen.
- Letzte Frage, ganz banal: für wen würdet ihr euch entscheiden, wenn ihr in der Situation wäret und warum? Angenommen es gibt nur A. oder T. als Antwortmöglichkeit. Ich weiß, die Hälfte würde vielleicht sagen, „für keine von beiden“, oder sonst was. Aber das braucht ihr mir nicht zu schreiben (bitte), denn das hilft mir nicht weiter. Diese Möglichkeit besteht immer noch, falls es gar nicht geht. Das ist im Prinzip der Zug an der Reißleine und die werde ich dann selbst ziehen wenn es nötig sein sollte.

Nochmal, ich möchte euch danken! Einiges von dem was ihr schreit hilft mir und ist wirklich konstruktiv!

#2 Ja, ich setze mich wahrscheinlich gerade zu sehr unter Druck. Die Tragweite der Entscheidung (Zukunft usw.) ist ein Punkt. Meine Hin- und Hergerissenheit und die damit einhergehende Unfähigkeit mein Leben momentan in geordneten Bahnen weiterzuführen ist ein weiterer.
#3 Hilft mir weiter. Und klar, wie ichs schon gesagt habe, ich treffe die Entscheidung alleine, wenn nicht eine der beiden schon vorher etwas anderes entschieden haben sollte. Es stimmt, dass es vielleicht eine wichtige Erkenntnis bringen könnte, wenn beide sagen würden, „ich bin weg“! Aber ich habe bereits jetzt auch eine reale Angst jede der einzelnen zu verlieren. Ich kann sagen, dass ich bei A., als wir zusammen waren, mir manchmal vorgestellt habe, wie es wäre, wenn ich in eine Eifersuchtssituation käme und zu meinem Verwundern habe ich diese Eifersucht kaum gespürt. Bei T. war es glaub ich anders.
#5 Was Du von Deinen Erfahrungen schreibst hilft mir in jedem Fall weiter. Es bringt mich zum Nachdenken und ich werde mir Deinen Text sicher noch ein 3. Mal durchlesen. Zu T. kann ich sagen, der Trennugsgrund lag genau in dieser Sache die gefehlt hat. Aber nach vielen Gesprächen im Nachhinein und auch Erfahrungen scheint sich eine Öffnung zu zeigen. Die Frage ist nur, wie weit kann diese gehen? Zumal, ein Teil der Kommunikation logischerweise immer anders sein wird und in dieser auch nicht an A. rankommen kann. Da denke ich nun an das was #3 schreibt, Intellektualität kann man sich auch außerhalb der Beziehung suchen. Klappt das wirklich? Ein Ersetzen? Ich würde es mir schon sehr wünschen mit meiner Partnerin solche Gespräche führen zu können, zu philosophieren, usw. Nicht das „outsourcen“ zu müssen. Ok, ein seltenes Hobby kann man auslagern (Fallschirmspringen, oder Modellflugzeuge bauen), aber tiefe Kommunikation oder auch Reisen z.B. das möchte ich doch mit meiner Partnerin. Was denkt ihr?
#6 Was ist auf die Dauer wichtiger. Tja, dazu hab ich bereits in meinem Kommentar zu #5 etwas laut gedacht. Ich weiß es nicht. Beides ist wichtig. Ich höre oft und habe von anderen auch miterlebt dass der Sex halt mit der weniger wird, weniger aufregend wird usw. Aber sollte man das einfach so hinnehmen? Wenn das jedenfalls so wäre, dann wäre A. mit der charakterlichen Nähe zu mir sicher die bessere Wahl, denn das würde wahrscheinlich bleiben oder sogar noch besser werden. Aber was, wenn Sex. Doch noch die nächsten 10 Jahre wichtig bleibt und die Anziehung sich einfach nicht so einstellen möchte. Oder ich immer denke, mit T. könnte ich 93% Anziehung haben, mit A. nur 63% (keine Angst, ich habe nicht nachgemessen sondern nur was Hypothetisches geschrieben ;).
Mein Herz sagt in der Anziehung zu T. in der Vorstellung abends tolle Gespräche zu führen und über das Leben zu philosophieren A. Letzteres könnte schwierig werden mit T. (wünsche ich mir aber) ersteres könnte unerfüllt bleiben mit A. brauche ich aber (denke ich doch mal). Es könnte sich ändern bei A. und ebenso bei T. Ich bin wieder bei Null, bin nicht über Los gegangen und in der Gefängnissackgasse. Eine vermeintliche Schleife.
„Pit Brett“ sag ich auch manchmal gerne aber deinen Beitrag (#11) verstehe ich leider nicht, Clementine scheinbar schon.
#12 verstehe dass das interessant wäre zu wissen, aber das würde nicht weiterhelfen und nur den Gesprächsfokus verschieben und Neugier (die ich nachvollziehen kann) befriedigen.
#18 danke auch Dir, eine philosophischere Betrachtungsweise und weniger pragmatisch, trotzdem war es gut das zu lesen! Mit Deinem ersten Satz habe ich das Gefühl verstanden zu werden! Danke.
 

Jolanda

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Zitat von dilemma2014:
Ich verlange nichts von den Frauen! Ich sage nur, dass wir so wie es ist wahrscheinlich nicht zusammenpassen.
Das ist ja eigentlich eine klare Aussage (ok, abgesehen von dem "wahrscheinlich").
Wenn Ihr Euch in den Monaten, die Ihr zusammen wart, nicht gemeinsam so entwickeln konntet, dass es passt, bin ich skeptisch, ob die Veränderungsversuche so weitgehend und so erfolgreich sein können, dass Ihr dann plötzlich doch zusammenpasst.
 

Jolanda

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  • #29
AW: Charakter vs. Anziehung

Zitat von dilemma2014:
Es ist nur fraglich, inwiefern so eine jeweilige Veränderung über die Zeit glücken kann und ob das jeweilige Ergebnis mich und damit auch uns glücklich machen kann.
Die Option zu beiden "nein" zu sagen, stellt sich mir nicht, denn die erneute Suche nach der passenderen Nummer 3 dreht mir den Magen um. Ich möchte bald eine Familie gründen (A und T auch) und nicht noch Jahre suchen. Außerdem habe ich für beide Gefühle (was das entscheidende Argument ist) und von daher stellt sich diese Frage nicht.
Ich bin nochmal an diesem Abschnitt deines Eingangsposts hängengeblieben. Ich finde, der erste Satz und die folgenden Sätze klingen widersprüchlich zueinander: Gesetzt den Fall, eine von dir gewünschte Veränderung funktioniert bei *beiden* nicht in ausreichendem Maße, wird dann die Möglichkeit, zu beiden nein zu sagen, doch eine Option für dich? Wenn nicht, dann wäre gegebenenfalls die logische Konsequenz, dass du dich für ein "Ergebnis, das dich und damit euch NICHT glücklich machen kann", entscheiden würdest... Bist du dir dieser "Logik" deiner Aussagen bewusst? Oder gehst du davon aus, wenn du jetzt nur die richtige Entscheidung triffst, dann wird das mit der Veränderung schon klappen?
 
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AW: Charakter vs. Anziehung

Zitat von Jolanda:
Ich bin nochmal an diesem Abschnitt deines Eingangsposts hängengeblieben. Ich finde, der erste Satz und die folgenden Sätze klingen widersprüchlich zueinander: Gesetzt den Fall, eine von dir gewünschte Veränderung funktioniert bei *beiden* nicht in ausreichendem Maße, wird dann die Möglichkeit, zu beiden nein zu sagen, doch eine Option für dich?

Natürlich, das ist dann auch keine Wahl mehr sondern die unvermeidbare Konsquenz. Es sei denn es passiert ein Wunder und ich verliere das Bedürfnis nach einer starken Partnerin und nach einer Frau die mich etwas mehr als "duchschnittlich" anzieht. Wenn, dann würde ich mich ja für eine entscheiden, was gleichzeitig bedeutet, dass ich mich gegen die andere entscheide. Damit ist diese Möglichkeit sowieso schon nicht mehr existent. Und wenn es mit meiner Entscheidung dann anders als erhofft verläuft, dann ist das wohl das Ende der Geschichte. Aber ich hoffe nicht, dass es so kommt.

Zitat von Jolanda:
Wenn nicht, dann wäre gegebenenfalls die logische Konsequenz, dass du dich für ein "Ergebnis, das dich und damit euch NICHT glücklich machen kann", entscheiden würdest... Bist du dir dieser "Logik" deiner Aussagen bewusst? Oder gehst du davon aus, wenn du jetzt nur die richtige Entscheidung triffst, dann wird das mit der Veränderung schon klappen?

Nein, ich würde mich nicht für eine Variante entscheiden die scheitern kann und dann weitergeführt wird. Habe ich Dich da richtig verstanden (zweifle grad)? Und nein, ich im Ungewissen wie die jeweilige Entscheidung ausgehen könnte. Ich glaube, beide Wege könnten funktionieren, sodass am Ende wenigsten zwei Menschen glücklich sind. Aber ich weiß es nicht und ich stelle vor allem die Frage. Welcher Weg ist realistischer, was klappt eher?
Ich merke grad selbst wieder, dass das sehr rational technisch klingt, ich weiß! Ich versuche hier auf dem Schlachtfeld der Ratio Erkenntnisse zu gewinnen. Trotzdem kann es sein, dass meine Gefühle dann einen anderen Ausschlag bei meiner Entscheidung geben werden. Dass ich mich plötzlich doch gegen den Weg entscheide, der mir in den letzten Tagen doch am besten schien. Aber einfach eine Bauchentscheidung, ohne Ratio, das kann ich nicht. Ich habe das bereits gemacht und es hat sich als Fehler herausgestellt.
Eine Entscheidung sollte meiner Meinung nach nicht ausschließlich auf Ratio oder Gefühl beruhen.. beides ist in so einem wichtigen Fall von Nöten, denke ich.

Ein Nachtrag: für alle die keine Lust haben (und das könnte ich voll verstehen) meinen ellenlangen Text zu lesen... ihr könnt, wenn ihr mögt auch direkt zu dem letzten Teil "Zum Wesentlichen" springen. Das sind einige Frage die mich sehr beschäftigen und mit denen ihr mir weiterhelfen könntet. Vielen Dank! :)
 
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