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Hafensänger

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  • #243
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HrMahlzahn

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  • #244
Bitte, bitte bei Buchvorstellungen einen kleinen Hinweis auf den Inhalt.
 

HrMahlzahn

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  • #245
Oh Gott
ich habe mich gleich mit zwei Büchern völlig verhoben
Einmal habe ich mir den Parzifal von Wolfram von Eschenbach zweisprachig in Mittelhochdeutsch und Neuhochdeutsch bestellt. Ich kannte ihn aus dem 9.Schuljahr als Reclamheft. Jetzt kamen zwei dicke Bände. . Linke Seite Mittelhochdeutsch zwölftes Jahrhundert. Rechte Seite Neuhochdeutsch einundzwanzigstes Jahrhundert. Harter Stoff, aber interessant.

und damit es mir nicht durch die Lappen geht habe ich mir antiquarisch
die kritische Edition von Hitlers Mein Kampf vom Institut für Zeitgeschichte besorgt. Mit dem Schinken kann man jemand erschlagen und dann steht auch noch drauf BAND I. Kann man unmöglich im Bett lesen. Der Lattenrost knirscht bösartig. Mit den Büchern werde ich meinen Ohrensessel wohl entgültig zu Tode sitzen. Dabei habe ich mir das neue Asterixheft noch gar nicht besorgt.
 
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  • #246
Dann versuch's mal mit Christoph Dieckmann, ziemlich egal, welches Buch, z. B. "Freiheit die ich meine".

Allesamt sprachlich schlichtweg brillant und inhaltlich vielschichtig, lehrreich und unterhaltsam : Deutsche Geschichte mal anders, aber in jeder Hinsicht empfehlenswert.
 
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  • #248
Plödmann ! :D

Aber wenn's Deine Stimmung hebt, ... ;)
 

HrMahlzahn

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  • #249
ist Plödmann, die Steigerung von Blödmann?;)
 
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Sandbank

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  • #250
Ich habe mir das Buch
EIN WENIG LEBEN von Hanya Yanagahira
angehört, ein erschütterndes und trotz seiner Überspitzungen ein wichtiges zum Thema sexueller Mißbrauch und seine Folgen, aber auch Freundschaft, Liebe, Vertrauen...
dazu 2 Rezensionen auszugsweise, für die ich keine besseren Worte finden kann:

"Ein wenig Leben" handelt von der lebenslangen Freundschaft zwischen vier Männern in New York, die sich am College kennengelernt haben. Jude St. Francis, brillant und enigmatisch, ist die charismatische Figur im Zentrum der Gruppe – ein aufopfernd liebender und zugleich innerlich zerbrochener Mensch. Wie in ein schwarzes Loch werden die Freunde in Judes dunkle, schmerzhafte Welt hineingesogen, deren Ungeheuer nach und nach hervortreten. ...“

„Was man im Laufe der Lektüre von Judes Hintergrund erfährt, ist so entsetzlich, dass es einem die Sprache verschlägt und stellenweise die Tränen in die Augen treibt. Der Leser taucht hier in das Seelenleben einer Figur ein, der nichts Unmenschliches fremd ist: Jude macht im Laufe seines Lebens eine nicht abreißende Serie von Grausamkeit und Misshandlungen durch, die jedes überhaupt zu Empathie fähige Gemüt schaudern lässt. Zwangsläufig verschanzt er sich in einem Panzer aus Selbsthass, für den die Misshandlung der eigenen Person etwas so Selbstverständliches ist, dass er Gewalt als die sozusagen natürliche und einzig plausible Form des Verhaltens ihm gegenüber empfindet und mit ihm entgegengebrachter Freundlichkeit und Zuneigung gar nicht mehr umgehen, sondern solche Erlebnisse nur noch als zeitweilige Fehltritte und irritierende Störung der vermeintlichen Ordnung wahrnehmen kann....“
 
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HrMahlzahn

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  • #251
In Anbetracht des neues Threats TRANSGENDER in derProfilberatung von @Transpetra
möchte ich hier nochmals auf meine Rezension des BUCHES
Mein bunter SCHATTEN
#124 hinweisen

Mein bunter Schatten
von Pari Roehl

Die Autobiographie einer Transgenderfrau.
Angefangen von ihrer Kindheit als etwas auffälligem Jungen im Iran, ihrer Flucht in die Niederlande, ihrer wechselvollen Jugend in der niederländischen Szene, bis zu ihrer Operation und dem Umzug nach Berlin.
Ein spannendes und emotional mitreißendes Buch. Ich habe es verschlungen.
Es hat mir geholfen, mich besser in das Leid und das Leben dieser Menschen hinein zu finden.
 
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GLÜCKLICH

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  • #252
Kazuo Ishiguro (er hat dieses Jahr den Nobelpreis für Literatur bekommen):
"Was vom Tage übrig blieb".
Auch phantastisch verfilmt von Ivory, mit Thompson und Hopkins.
 
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HrMahlzahn

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  • #254
Seit Jahrzehnten mein Lieblingsbuch.
Ein Science Fiction Roman, aber auch eine Reise in die Abgründe der eigenen Seele.
Es geht an der Oberfläche um problematische, wenig erfogreiche Kommunikationsversuche mit einer ozeanartigen wahrscheinlich intelligenten Protoplasmamasse, die verborgene, verdrängte Bereiche des menschlichen Unbewußten zur Realität werden läßt, die niemand sich und Anderen zeigen möchte. Es ist so quälend, dass ein Forscher Selbstmord begeht. So taucht die Frau des Protagonisten plötzlich auf, die vor Jahren Selbstmord begangen hat, und wegen der er unter starken Schuldgefühlen leidet.
Es ist gleichzeitig eine Reise ins Äußere und ins Innere. Die übliche technische Sience fiction spielt hier kaum eine Rolle. Hier spielen geistige und psychologische Probleme eine Rolle.
Das Buch wurde mehrmals verfilmt, unter anderem (schlecht) mit George Cloony
 

HrMahlzahn

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  • #255
Hallo, Haallooo,
gibt es hier eigentlich noch Menschen die Bücher lesen (können)? Ich habe den Eindruck, dass gerade jüngere Menschen nur noch kurze Texte verarbeiten können. Das liegt wohl an der schnelllebigen Zeit mit den rasanten Kommunikationsmitteln wie SMS, Twitter und Whatsapp. Statt ein vielschichtiges Buch zu lesen, schaut man lieber einen 90 Minutenfilm. Der gibt zwar nur oberflächlich den Inhalt des Buches wieder, aber es geht schneller und man kann mitreden.

Viele kennen den wunderbaren Film:"Der Name der Rose".
Ein sehr guter Mittelalterkrimi aus dem Klostermilieu.
Wer hat aber den Roman von Umberto Ecco gelesen?
Ein, selbst in der Übersetzung, noch wunderschön geschriebenes Werk. Die äußere Form bildet auch hier der Klosterkrimi, aber es geht auch um tiefsinnigere Themen: Es geht um die Inquisition und das Gewissen der Inquisitoren. Es geht um Häretiker und die Verfolgung Andersdenkender. Es geht um das Elend der einfachen Bevölkerung und ihre Ausbeutung durch die Kirche. Es geht um Mariengläubigkeit und die gleichzeitige Frauenfeindlichkeit. Es geht darum, ob Gott den Menschen das Lachen erlaubt. Es geht um Herrschaftswissen, welches nicht geteilt werden soll und um einiges mehr.
Es ist ein Buch das spannend unterhält, schön ist, und gleichzeitig den Horizont erweitert.


Zwei Ziegen verirren sich ins Kino, landen im Vorführraum und fressen den Film auf. Da sagt die eine Ziege:"Das Buch war aber besser".
 
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  • #256
Hallo, Haallooo,
gibt es hier eigentlich noch Menschen die Bücher lesen (können)? Ich habe den Eindruck, dass gerade jüngere Menschen nur noch kurze Texte verarbeiten können. Das liegt wohl an der schnelllebigen Zeit mit den rasanten Kommunikationsmitteln wie SMS, Twitter und Whatsapp. Statt ein vielschichtiges Buch zu lesen, schaut man lieber einen 90 Minutenfilm. Der gibt zwar nur oberflächlich den Inhalt des Buches wieder, aber es geht schneller und man kann mitreden.

Viele kennen den wunderbaren Film:"Der Name der Rose".
Ein sehr guter Mittelalterkrimi aus dem Klostermilieu.
Wer hat aber den Roman von Umberto Ecco gelesen?
Ein, selbst in der Übersetzung, noch wunderschön geschriebenes Werk. Die äußere Form bildet auch hier der Klosterkrimi, aber es geht auch um tiefsinnigere Themen: Es geht um die Inquisition und das Gewissen der Inquisitoren. Es geht um Häretiker und die Verfolgung Andersdenkender. Es geht um das Elend der einfachen Bevölkerung und ihre Ausbeutung durch die Kirche. Es geht um Mariengläubigkeit und die gleichzeitige Frauenfeindlichkeit. Es geht darum, ob Gott den Menschen das Lachen erlaubt. Es geht um Herrschaftswissen, welches nicht geteilt werden soll und um einiges mehr.
Es ist ein Buch das spannend unterhält, schön ist, und gleichzeitig den Horizont erweitert.


Zwei Ziegen verirren sich ins Kino, landen im Vorführraum und fressen den Film auf. Da sagt die eine Ziege:"Das Buch war aber besser".

Es gibt immer solche und solche, aber ich denke, Jugendliche lesen nicht unbedingt "Der Name der Rose", sondern Jugendbücher.
Ich habe auch nur den Film gesehen, letztens erst wieder...
Mein letztes Buch (Büchlein im Vergleich zu deinem Schmöker :)): Bruno Schulz "Die Zimtläden"
 

Tone

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  • #257
Ich habe den Eindruck, dass gerade jüngere Menschen nur noch kurze Texte verarbeiten können. Das liegt wohl an der schnelllebigen Zeit mit den rasanten Kommunikationsmitteln wie SMS, Twitter und Whatsapp. Statt ein vielschichtiges Buch zu lesen, schaut man lieber einen 90 Minutenfilm. Der gibt zwar nur oberflächlich den Inhalt des Buches wieder
Es hat sicher mit der jeweiligen Zeit zu tun, aber auch davon ab wie weit man sich auf ein Medium einlässt. Sieh mal wie 'gerade jüngere Menschen' ihre Fantasie mit einem Controller ausleben, äh, eher steuern ;)
https://www.youtube.com/watch?v=gxlpVV_aIpE
 
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  • #258
Es hat sicher mit der jeweiligen Zeit zu tun, aber auch davon ab wie weit man sich auf ein Medium einlässt. Sieh mal wie 'gerade jüngere Menschen' ihre Fantasie mit einem Controller ausleben, äh, eher steuern ;)
https://www.youtube.com/watch?v=gxlpVV_aIpE

Wenn es das schon in unserer Jugend gegeben hätte, hätten wir das auch gemacht. Kommt halt auf eine ausgewogene Freizeitgestaltung an ;)
Jetzt erstmal Arbeit, dann das Vergnügen...
Schönen Tag noch
 
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rac

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  • #260
Ich denke aber auch, dass das zum Teil schon in der Schule beginnt. Literaturgeschichte ist schön und gut, aber für mich war das damals eine Qual immer nur das "alte" Zeugs lesen zu müssen.
 

t.b.d.

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  • #261
Ich denke aber auch, dass das zum Teil schon in der Schule beginnt. Literaturgeschichte ist schön und gut, aber für mich war das damals eine Qual immer nur das "alte" Zeugs lesen zu müssen.

Bis zum Literaturunterricht wollte ich nicht warten mit dem Bücherlesen.

Gleich nachdem damals in der 1. Klasse die Lehrerin den Trick mit den Silben verraten hatte, hab ich die Fibel bis Weihnachten durchgeackert und dann war der Bücherschrank fällig. ;)

Wir hatten interessantere Bücher daheim als den langweiligen Kram aus dem Literaturunterricht. Die Zauberland-Reihe von Wolkow zum Beispiel und die Sherlock Holmes Geschichten von Sir Arthur Conan Doyle, Romane von Jules Verne und verschiedenen Science-Fiktion Autoren, aber auch coole Piratenabenteuer und das Dschungelbuch. Und eine Schulbibliothek hatten wir auch. Da gab es z.B. Bücher mit Indianergeschichten von Karl May und Lilo Weißkopf. Natürlich wurden die Geschichten hernach im Gelände mit den Kumpels nachgespielt.
 
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  • #262
Viele kennen den wunderbaren Film:"Der Name der Rose".
Ein sehr guter Mittelalterkrimi aus dem Klostermilieu.
Wer hat aber den Roman von Umberto Ecco gelesen?
image_thumb.1529.jpg

Ähnlich gut auch:
"Das Parfum" von Patrick Süsskind
 
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Marlene

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  • #264
Habe den Eindruck, ein tolles neues Jugendbuch zu finden, ist mittlerweile schwierig. Viele beginnen mit der Erfahrung des Helden einer ungewöhnlichen, sogar schrecklichen und auch irgendwie abstoßenden Geburt. Die wird als erstes in allen Details beschrieben. Kommt mir ein wenig so vor, wie wenn "Die Blechtrommel" oft als Vorlage genommen und dann ausgeweitet wurde.
"Nichts" von Anne Teller fand ich faszinierend, doch auch ganz schön brutal, während mein eines Kind es gar nicht brutal fand. Das Tema über die Sinnsuche beschäftigt halt wie seit eh und jeh, nur, so habe ich den Eindruck, werden andere Bilder/Handlungen dafür verwendet. Weniger sanft als zu meiner Zeit.
 
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HrMahlzahn

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  • #265
Vielleicht nehmen Kinder Erzählungen anders auf als Erwachsene.
Die meisten Märchen sind ganz besonders brutal. Wölfe fressen Großmütter und sieben Geißlein. Bei Hänsel und Gretel geht es um Kannibalismus usw.
 
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Marlene

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  • #266
Ja, das ist schon so. Der Unterschied besteht aber darin, dass z.B. "Rotkäppchen und der Wolf" nicht so viel mit der direkten und alltäglichen Realität zu tun hat, sondern eben symbolhaft Archetypen übersetzt werden, während die modernen "Märchen" im unmittelbaren Alltag mit konkreten persönlichen Erlebnissen spielen. Das würde die fiktive Handlung auch ohne Probleme umsetzbar machen lassen, das Märchen konkret eher weniger.
 

Marlene

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  • #267
Also, ich meine damit: dass die Großmutter in Wirklichkeit von einem Wolf gefressen wird, ist eher unwahrscheinlich und "nur" wichtig für die dahinterliegende Aussage, aber, dass z.B. einem Mitschüler Gewalt angetan wird, ist durchaus im alltäglichen und realistischen Bereich.
Vielleicht ist aber das auch gerade gut: Brutalität wird dort untersucht, wo sie auch stattfindet. Und bleibt nicht irgendwo tief im Wald.
 

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  • #268
Vielleicht nehmen Kinder Erzählungen anders auf als Erwachsene.
Die meisten Märchen sind ganz besonders brutal. Wölfe fressen Großmütter und sieben Geißlein. Bei Hänsel und Gretel geht es um Kannibalismus usw.

"Märchen" sind nicht für Kinder geschrieben worden, es waren Geschichten, die man sich an langen Winterabenden erzählt hat.

Im Deutschunterricht meiner Tochter haben z.B. alle Kinder ihr Lieblingsbuch vorgestellt oder es gab Extrapunkte, wenn sie ein Buch gelesen hatten. In der Pubertät gibt es dann auch wieder andere wichtige Dinge, da geht die Freizeit mehr für gemeinsame Unternehmungen drauf ;)
Im Winter wird mehr gelesen als im Sommer....u.s.w u.s.f.
 
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schnee

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  • #270
Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass ich Angst vor einigen Märchen hatte. Besonders die Andersen-Märchen fand ich als Kind sehr schrecklich.
Schöne Kinderbücher waren die Bücher von Ottfried Preussler, fand ich. Oder Michael Ende...Astrid Lindgren ect. Es gab aber auch damals schon Themen wie "Der Fürst von morgen" "Wintersonnenwende" "Elidor" usw. Fantasie entführt eben schön aus der Realität und schafft damit Ausgleich.
 
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