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  • #1

Bücherwurms Schmökerecke

​Immer wieder bin ich zur Buchhandlung gegangen. Mit geneigtem Kopf stöberte ich durch die Regale, fuhr mit dem Finger über die Buchtitel. Meine Lieblingsautorin hatte das Schreiben eingestellt, und jetzt suchte ich etwas Neues. Was denn eigentlich? Etwas fürs Herz? Mit Witz und Spannung? Krimi? Erotik? Ein Kinderbuch? Ich sah die vielen Titel, zog ab und zu ein Buch heraus, weil mich der Titel ansprach oder das Cover; ich fing an zu lesen und stellte es wieder zurück: Mal gefiel mir der Schreibstil nicht, mal gefiel mir die Geschichte nicht, entweder plätscherte sie nur so vor sich hin oder sie war überladen oder..... oder.... oder......

​Schaukelstuhl, Füße auf der Heizung. Der Regen prasselt an das Fenster, das Licht gemütlich. Jetzt fehlt eigentlich nur noch...... ein Buch, das ich nicht mehr aus der Hand legen möchte bevor ich die letzte Seite gelesen habe. Aber welches?

​Welches Buch hat Dich zuletzt in seinen Bann gezogen? Und warum? Magst Du mir davon erzählen?

​Ich freu mich auf hoffentlich viele Erzählungen..... :)
 
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  • #2
Andreas Eschbach, Racheengel.
 
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  • #3
So richtig in den Bann gezogen hat mich ein Hörbuch: Das Nebelhaus. Die ohnehin gute Geschichte gewinnt durch die zwei Vorleser (Anneke Kim Sarnau ist eine davon). Ich bin sonst nicht so ein Freund von Hörbüchern, aber das ist spitze.

Es ist ein Krimi, ein richtig guter Krimi.

Mein Lieblingsbuch ist es aber nicht. Der Platz ist schon vergeben. Es heißt "Irgendwann werden wir uns alles erzählen" und spielt in einem thüringischen Dorf an der innerdeutschen Grenze zur Wendezeit. Wenn man dazu aber keinen Bezug hat, ist es nix. War auch die erste Lesung meines Lebens , die ich besucht habe.
 
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  • #4
Vladimir Nabokov, Lolita.
 
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  • #5
Eschbach, Ausgebrannt.
Aber mir hat es auch Justin Cronins "The Passage" (Trilogie) angetan. Wilde Weltuntergangsgeschichte ... Liebesgeschichten sind auch drin zu finden, aber anders als die üblichen :D
 
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  • #6
Wilhelm Genazino

Angenehm zu lesende "Flaneurliteratur", wobei das nicht ganz passt, aber es etwas umschreibt.

Büchertipps sind jedoch grundsätzlich schwierig, man muss jemanden schon sehr gut kennen, um seinen Geschmack zu treffen.
 
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  • #7
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  • #8
Middlemarch fand ich auch hervorragend. Aber es ging nicht darum, was mir gefällt. Und mit "langweilig" tust Du ihm unrecht, es ist kontemplativ.
 
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  • #9
Zitat von Nolita:
Andreas Eschbach schreibt echt tolle Bücher. Thematisch recht aktuell die "Out" Trilogie. Aber auch die frühen Werke haben es in sich. "Eine Billion Dollar" oder "Das Jesusvideo". Apropos: natürlich auch "Der Jesusdeal"

Mag jemand Andreas Fitzeks Bücher?
 
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  • #10
Zitat von t.b.d.:
Andreas Eschbach schreibt echt tolle Bücher. Thematisch recht aktuell die "Out" Trilogie. Aber auch die frühen Werke haben es in sich. "Eine Billion Dollar" oder "Das Jesusvideo". Apropos: natürlich auch "Der Jesusdeal"

Mag jemand Andreas Fitzeks Bücher?
Die ersten Bücher von Fitzek mochte ich sehr. Doch seit das Thema Pädophilie immer präsenter wurde, lese ich nichts mehr von ihm. Großer Vorsatz. Obwohl ich vorm "Paket" stand letzte Woche und arg mit mir gekämpft habe.

Mir gefallen die Killekillegeschichten von E.W.Heine. Gibt mehrere Bände, eher Bändchen. Wer Dahl mag, nur knackiger, wird es lieben.

Außerdem habe ich alles von Ferdinand von Schirach gelesen. Schnörkellose Sprache, aber da sitzt jedes Wort und die Geschichten vergisst man nicht so schnell. Zumindest in meiner Seele beben sie noch nach. "Volksfest" zum Beispiel.

Mein absolutes Lieblingsbuch aber ist "Das zweite Spiel" von Ken Grimwood. Ich lese es alle paar Jahre mal wieder, es tröstet mich, hat mich schon versöhnt mit Teilen meiner Biographie. Die Thematik ist so zwischen Science Fiction (ganz ohne Laserschwerter) und der Suche nach dem Sinn des Lebens. Was macht glücklich und warum. Wie gehen wir mit dem Schicksal um. Was können wir gestalten, wo liegen Grenzen. Ich liebe dieses Buch.
 
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  • #11
troubadix, ich möchte Dir noch kurz erklären, warum ich Dir diesen Autor empfehle. Du hast von Deinen "Singlereisen" quer durch Deutschland erzählt und sie ein wenig beschrieben. Daher dieser Tipp. Ich denke, seine Bücher könnten Dir gefallen. Es ist keinesfalls Trivialliteratur. Er hat den Georg-Büchner-Preis, der eine sehr hohe Auszeichnung ist, bekommen.
 
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  • #12
Pädophilie? Da wüsste ich nur "Das Joshua-Profil" und das Sequel dazu "Die Blutschule".
Ich kann nicht sagen, (Achtung Euphemismus!) dass ich jetzt mehr Verständnis für Pädophilie (das Wort selbst ist ja schon euphemistisch) habe als vorher. Aber ich verstehe immerhin, dass der Betroffene ebensosehr Opfer (seiner Neigungen die er sich selbst nicht aussuchen kann) wie Täter sein kann.
Wobei es bei Joshua-Profil ja eher um die Verarbeitung von Datenspuren geht die jeder Nutzer im Internet hinterlässt. In Zeiten von Big Data durchaus relevant. Übrigens ein Thema das auch Marc Elsberg in "ZERO - Sie wissen was du tust" aufgegriffen hat. Darin zeigt er was heute bereits technisch möglich wäre.
 
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  • #13
Zitat von chiller7:
Wilhelm Genazino. Angenehm zu lesende "Flaneurliteratur", wobei das nicht ganz passt, aber es etwas umschreibt.

Büchertipps sind jedoch grundsätzlich schwierig, man muss jemanden schon sehr gut kennen, um seinen Geschmack zu treffen.
​Guten Morgen chiller,

​danke für die Gedanken, die Du Dir für einen möglichst passenden Buchtipp an mich gemacht hast; eine schöne Geste, mit der ich nicht gerechnet hätte - die ich allerdings auch nicht im Sinn hatte.

​Bücher gibt es wie Sand am Meer, und über viele gute sehe ich achtlos drüber weg. Warum eigentlich? Weil mir der Titel nicht zusagt? Weil mir beim flüchtigen Anlesen die Worte nichts sagen? Weil ich den Autor gar nicht kenne? Weil es zu viele sind? Was passiert bei mir oder bei Dir, wenn jemand schreibt: Ich liebe dieses Buch, weil.......?

​Ich glaube, dass dadurch ein Buch eine persönliche Note bekommt, die es aus der Masse hervorhebt, ich werde neugierig und fange an zu schmökern, plötzlich in einer ganz anderen Richtung als der gewohnten. Vielleicht lege ich auch dieses Buch wieder weg, jetzt aber mit einem Schmunzeln, vielleicht wird Dir dieses Buch wichtig oder einer anderen Person, die sich hier gar nicht weiter beteiligt, wer weiß?

​Auf diese neugierig machenden Momente freue ich mich, auch, aber nicht nur für mich. Und den ein oder anderen vielversprechenden Hinweis gab es ja schon. Ich sehe bereits das erstaunte Gesicht meines Buchhändlers, wenn ich plötzlich anfange, den Rahmen der personalisierten Werbung ins Unvorhersehbare zu erweitern.... :))
 
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  • #14
@Troubadix
Sehr vergnüglich zu lesen fand ich das Rosieprojekt. Mich faszinieren ja Gestalten, die etwas "anders" sind. Wie sie ticken und wie kreativ sie ihr Leben meistern. In die gleiche Kategorie - allerdings aus Perspektive einer Frau- fällt "Addiction", ob das schon in Deutsch erhältlich ist, weiß ich nicht.

@t.b.d.
(Was bedeutet diese Abkürzung eigentlich?)
Wenn Fitzek chirurgisch präzise beschreibt, wie der Kindermarkt funktioniert und die Lockvogelgeschichte mit dem Jungen beinahe schief geht, bedient er in meinen Augen eher den Voyeurismus der Schänderfraktion. Für mich war das hart zu lesen, dabei bin ich nicht mal vorbelastet. Für jemanden mit Vorgeschichte muss das eine Zumutung sein.
Vielleicht fällt Fitzek auch nix Gescheites mehr ein oder es langweilt ihn und es muss noch abstruser, noch grausamer werden. Hach, da fällt mir auf, "Abgeschnitten" fand ich auch schon unerfreulich. Zu amerikanisch. Ich mag es mehr so psychologisch raffiniert. Wenn sich die Protagonisten fragen, ob sie ihrer Wahrnehmung noch trauen können, oder ob sie verrückt sind. Wie im "Nachtwandler".
Aber vielleicht kannst Du ja das "Paket" für mich lesen und mir hinterher Bescheid geben? Denn spannend schreiben kann er ja!
 
P

Philippa

  • #15
Guten Morgen, troubadix!

Hm. Mir geht es ja meist ganz anders mit Büchern als dir: Ich gehe in einen Buchladen, schaue die Umschläge und Titel an, und irgendwann packe ich ein Buch und lese die Rückseite. Manchmal stelle ich es dann wieder ins Regal zurück, aber manchmal kaufe ich es auch, oft ohne zu verstehen, weshalb ich danach gegriffen habe und auch nicht weshalb ich es jetzt kaufen will.

Doch dann fange ich an zu lesen, und der Gedanke kommt mir (nicht unbedingt auf der ersten Seite, aber meist schon bald): Das ist genau das Buch, das ich jetzt brauche! (Im Moment lese ich ein Buch von einem ZEN-Buddhisten, bei dem es mir auch so geht: Matthias Dhammavaro Jordan: Erfahre dein wahres Selbst. Eine Reise in die Weite des Seins.)
Ich vertraue meiner Intuition diesbezüglich sehr.

Bücher für andere zu kaufen oder zu empfehlen, finde ich dagegen eine schwierige Aufgabe.

Trotzdem: Was Romane angeht, mochte ich zuletzt folgende zwei Bücher sehr:

Elena Ferrante: Meine geniale Freundin (Ich finde, das Buch hat etwas Echtes, Ehrliches, Kraftvolles. Ich konnte mir die Welt, wie sie für diese zwei Mädchen/Jugendlichen damals in diesem ärmlichen Quartier von Neapel war, ganz ausgesprochen gut vorstellen.)

Orhan Pamuk: Diese Fremdheit in mir (Nicht nur die Lebens- und Liebesgeschichte eines Joghurt- resp. vor allem Boza-Verkäufers in den Strassen von Istanbul, sondern auch türkische Geschichte. Besonders gefallen hat mir, dass es nicht nur die Perspektive der Hauptperson gibt, sondern, dass sich allerlei unterschiedliche Personen zu ihrer Sichtweise des Geschehens äussern.)
 
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  • #16
Schade, dass die Harry-Hole-Reihe von Jo Nesbo zu Ende erzählt scheint, die einen norwegischen Kommissar und seine Fälle in den Mittelpunkt stellt. Die Fälle sind detailreich, fantasievoll und packend geschrieben. Zugleich entwickelt Nesbo über die Reihe hinweg nicht nur die Persönlichkeit Harry Holes, auch sein Erzählstil wird immer dichter und finessenreicher. Wie oft habe ich mir beim Lesen gedacht: Nein, bitte nicht.... manno.... und bis zum Schluss der Reihe wäre ein anderer Ausgang genauso wahrscheinlich und glaubwürdig gewesen.....

​Mir hat diese Reihe jedenfalls einige schlaflose Nächte bereitet... ;-)
 
P

Philippa

  • #17
troubadix, wenn du gerne Krimis magst, dann würde ich dir noch Nicci French (ein schreibendes Ehepaar) mit ihrer Wochentag-Reihe empfehlen. Die Psychotherapeutin Frieda Klein ist darin die Hauptfigur. Ich mochte die einsame Art von Frieda Klein und wie sie mit ihren Klienten sprach, sich Gedanken machte und durch das nächtliche London wanderte. Leider habe ich es aber nicht über die ersten Seiten des dritten Bandes hinaus geschaftt, weil es immer brutaler wurde. (Normalerweise lese ich keine Krimis, weil ich die Brutalität nicht ertrage.)
 

Yin

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  • #18
Tolles Thema!!

Ich mag das Buch 1Billion Dollar.... und Sebastian Fitzek, und Jo Nesbo!

Deswegen danke, Philippa.... ich werde gleich mal nach Nicci French stöbern. Der Name sagt mir was, ich glaube, ich habe aber noch kein Buch von denen.

Ich lese auch gerne von Adler Olsen die Bücher mit Carl Morck.
 
P

Philippa

  • #22
Ja, beim Lesen des Rosie-Projektes musste ich auch so viel lachen wie selten sonst.
 
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  • #23
Bin auch Fan vom Rosie-Projekt. Ich starte ein Traummann-Projekt. Da in dem Buch ist einer, der alles Mögliche anstellt, sich auf den Weg macht, nicht getragen, nur von einem Freund ein wenig unterstützt.
 
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  • #25
Vielleicht darf es auch mal eine Illustrierte sein: ma vie
Die Kunst, sich Zeit zu nehmen
Ich bekam eine Ausgabe geschenkt von einer Frau. Sie meinte: " Manchmal haben sie ein gutes Thema. Wenn es mir zusagt, kaufe ich
mir die Ausgabe. Ich fand die Themen und die Aufmachung sehr gut.
Ausgabe 5: Mitgefühl ist Leben mit Gefühl
 
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  • #26
Lesen die meisten Leute nur Belletristik? Ich lese seit Jahren fast nur Dokumentarisches.
Bücher. die mich besonders beeindruckt haben, lese ich ,eist mehrmals.
Sozusaen Alle Jahre wieder!
Im Moment lese ich "Förster Fleck" das sind die Tagebuchaufzeichnungen eines Soldaten aus den napoleonischen Kriegen, der den fatalen Russlandfeldzug überlebte, (Förster ist sein Vorname).
 
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  • #27
Wie wäre es denn mit "Die Ökonomie von Gut und Böse" von Tomas Sedlacek, in der der Autor die "verschüttete Moral unter dem Zahlengewirr der Ökonmie freilegt".
 
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  • #28
Zitat von Yvette:
Wie wäre es denn mit "Die Ökonomie von Gut und Böse" von Tomas Sedlacek, in der der Autor die "verschüttete Moral unter dem Zahlengewirr der Ökonmie freilegt".
und wie ist das Buch so?
Das Problem bei Sachbüchern ist leider, dass oft Schreiber ohne viel Ahnung sogenannte populärwissenschaftliche Literatur schreiben, und man als Laie erst spät oder gar nicht erfährt, dass da ein Dummkopf oder gar Ideologe nur Mist von sich gibt. Gute Tipps sind da Gold wert.
 
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  • #29
Zitat von Henry VIII:
und wie ist das Buch so?
Das Problem bei Sachbüchern ist leider, dass oft Schreiber ohne viel Ahnung sogenannte populärwissenschaftliche Literatur schreiben, und man als Laie erst spät oder gar nicht erfährt, dass da ein Dummkopf oder gar Ideologe nur Mist von sich gibt. Gute Tipps sind da Gold wert.
Gut, da ich auch Kauffrau bin, konnte ich es gut nachvollziehen! Es ist eher auch ökonomisch-volkswirtschaftlich angelegt. Ich konnte es gut lesen, versteh aber, was du meinst. Die ZEIT- Autoren, wenn es um Ökonomie geht, liegen auch häufig etwas daneben, zum Beispiel haben sie nicht das beste Verhältnis zu Zahlen, die über 1 Mio. hinausgehen :)