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  • #1

Bindungsangst vs. klassisches "Warmhalten"

Hallo Community,

wann glauben wir an Aussagen nach dem Motto "du bist mir sehr wichtig und ich will dich nicht verlieren, aber ich kann zum jetzigen Zeitpunkt nicht offiziell sagen, dass wir ein Paar sind, weil ich Angst habe" in Verbindung mit "wir führen ja schon eine Beziehung"? Und viel interessanter: Wann glauben wir nicht mehr an die Essenz dieser Aussage? Was muss passieren oder nicht passieren, ehe wir diese an sich positive Aussage ins Negative herabstufen (klassisches Hinhalten)?

Eigentlich steht doch nur ein kleines Wort zwischen diesen Zuständen (wenn die Aussage ernst gemeint), was erhoffen sich Menschen durch die Negation einer offiziellen Verbindung? Ab wann ist es angemessen, Klarheit zu verlangen?

Parameter: Es handelt sich nicht um diese berühmten vier-Wochen Bekanntschaften, sondern um eine länger existierende Beziehung (kann man das so nennen? Eben eine Verbindung zwischen zwei Individuen) >= 1/4 Jahr. Man unternimmt vieles uns kennt bereits Freundeskreis und Familie (beiderseits).

Genau so etwas passiert mir gerade, nur habe ich keine Bindungsangst und kann diesen Zustand auch nicht verstehen. Weiß daher nicht, wie ich mich verhalten soll/damit umzugehen habe. Ich möchte das auch bewusst relativ anonym halten, weil ich schlicht und ergreifend keinen Bock auf eine Ferndiagnose habe und das auch zu gewissen Maßen für Herabwürdigend halte.

Eine wichtige Annahme sei dort noch: getrennt lebend (3/4 Jahr) und 2 Kinder, 0 im eigenen Haushalt, PS-Kontakt.

Kennt ihr sowas? Erfahrungen gemacht? Viele Grüße!
 
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  • #2
AW: Bindungsangst vs. klassisches "Warmhalten"

Für mich wäre der springende Punkt die Exklusivität - also bin ich der/die Einzige, aber der andere braucht Zeit -> dann OK. Wenn seitens der Ex-Beziehung (Scheidung, Kinder-Regelung) Klarheit herrscht - das als Grundvoraussetzung.
Ohne Exklusivität würde ich das was Du andeutest nicht viel länger mitmachen, denn man muss sich entscheiden...
 
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  • #3
AW: Bindungsangst vs. klassisches "Warmhalten"

Zitat von mager:
Für mich wäre der springende Punkt die Exklusivität - also bin ich der/die Einzige, aber der andere braucht Zeit -> dann OK. Wenn seitens der Ex-Beziehung (Scheidung, Kinder-Regelung) Klarheit herrscht - das als Grundvoraussetzung.
Ohne Exklusivität würde ich das was Du andeutest nicht viel länger mitmachen, denn man muss sich entscheiden...
Hört sich schon mal sehr gut an. So sehe ich das auch. Okay, Scheidung - da muss idR das Trennungsjahr vollzogen sein. Von daher könnte es hier ein bisschen schwierig werden.

Für einen selbst ist es tlw. wie eine Achterbahnfahrt, man wird gepusht und in einem anderen Moment wieder unheimlich gedämpft. Mensch, dass das auch so schwer sein muss. Fürchterlich irgendwie....Kennst du die Romanzen von Schiller und Co.? In der Art ist es auch. Man mag sich sehr, man sagt es sich, man zeigt es sich, dann wieder menschliches Hin und Her, nein - es geht nicht, doch wir schaffen es, bla bla bla....
 
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  • #4
AW: Bindungsangst vs. klassisches "Warmhalten"

Hallo Lucy,

Du möchtest keine "Ferndiagnosen", aber mit so ein paar wenigen abstrakten Beschreibungen ist es halt schwer, etwas zu sagen.

Wenn es Dich tröstet: ich stehe gerade wieder (!) nach 3,5 traumhaften Wochen vor einer ähnlichen Situation. Plötzlich ist alles wie abgeschnitten. Ich habe das Gefühl, es müßte jetzt der nächste Schritt kommen. Gemeinsame Planungen, Kommitment gegenüber Dritten, etc. Da hat der Herr wohl Muffe davor? Oder ist es doch der Test mit der Anderen? Ich weiß nicht!!! Ich weiß nur. Es ist schwer!!!!

Carlo
 
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  • #5
AW: Bindungsangst vs. klassisches "Warmhalten"

Zitat von carlo:
Hallo Lucy,

Du möchtest keine "Ferndiagnosen", aber mit so ein paar wenigen abstrakten Beschreibungen ist es halt schwer, etwas zu sagen.

Wenn es Dich tröstet: ich stehe gerade wieder (!) nach 3,5 traumhaften Wochen vor einer ähnlichen Situation. Plötzlich ist alles wie abgeschnitten. Ich habe das Gefühl, es müßte jetzt der nächste Schritt kommen. Gemeinsame Planungen, Kommitment gegenüber Dritten, etc. Da hat der Herr wohl Muffe davor? Oder ist es doch der Test mit der Anderen? Ich weiß nicht!!! Ich weiß nur. Es ist schwer!!!!

Carlo
Hi Carlo,

was bedeutet denn wieder? Von welcher Hausnummer reden wir? Hmm, nach 3,5 Wochen würde ich mir an deiner Stelle noch keine Hoffnungen machen. Ich habe auch schon festgstellt, dass man da schon tolle Gespräche etc. führen kann, man bekommt auch tlw. wunderbare Dinge gesagt, die sich nach viel, viel mehr anhören. Aber leider kann man nicht in andere Menschen hineinsehen - auch wenn man denkt, es sei ein Seelenverwandter. Entschuldige, aber Individuum bleibt Individuum und komplexestes System.....Ich denke, man hat nach kanpp 4 Wochen leider noch nicht das Recht, irgendwelche Ansprüche geltend zu machen....

Mein Tipp: Trete einen Schritt zurück. Zum einen hast du dann Zeit darüber nachzudenken und zum anderen überlässt du deinem Gegenüber die Möglichkeit zu handeln. Trotzdem würde ich nach ein paar Tagen die Kontaktaufnahme versuchen und mal ganz dümmlich nachhorchen, wie es denn ginge etc.....Außerdem gewinnst du für dich selbst etwas Abstand und sofern er wieder deinen Kontakt aus eigener Ambition sucht.....Naja, dann weißt du bescheid!

Aber: Wo liegt der Punkt, an dem du dir selbst eingestehst "Nein, ich will nicht mehr, das mach ich nicht mehr mit (ohne böswillige Unterstellungen à la >Er testet eine andere Frau
 
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  • #6
AW: Bindungsangst vs. klassisches "Warmhalten"

Liebe Lucy,

es geht hier mE nicht um die Frage: Beziehungsangst vs. Warmhalten, sondern um die Frage, was Du Dir von einer Partnerschaft wünscht oder erhoffst.

Gut, Ihr unternehmt viel gemeinsam, Eure Beziehung ist scheinbar schon jetzt, nach einem ¼ Jahr in einen On-Off-Zustand und das ist dann sehr leidenschaftlich und emotionsgeladen. Ihr habt Eure Familien und Freunde kennengelernt, vielleicht kennst Du sogar schon seine Kinder.

Frauen tendieren dazu zu denken, wenn man mal die Kinder vorgestellt bekommt, ist es etwas, das Zukunft hat. Das stimmt wohl in vielen Fällen, ist aber nicht zwangsläufig so.

Vielleicht hast Du einen Mann als Gegenüber, der nicht weiss, was er empfindet, nach der – doch erst kürzlichen – Trennung, und der Dir offen sagt: «Ich weiss nicht, wie es weitergeht». Diese Aussage solltest Du ernst nehmen, denn er meint es so.

Die Frage ist die: Kannst Du mir der Unsicherheit leben? Ihm ständig zur Seite zu stehen, aber nichts im Umkehrschluss von ihm erwarten zu dürfen? Oder kannst Du das nicht?

Ich selbst habe damit meine Erfahrungen gemacht und ich konnte es nicht. Es hat mich nur runtergerissen, trotz aller Leidenschaft. Das ist ein Jahr her, ich habe die Beziehung beendet, weil sie mir nicht gut tat. Es war irgendwie zu fatalistisch für mich und ich war in keinem guten Zustand. Im Jahr nach der Trennung war ich in noch schlechterem Zustand... Mittlerweile denke ich, dass ich mich – sollte so eine Situation wieder mal auftauchen – vielleicht darauf einlassen könnte. Weil ich in dem Trennungsjahr einige meiner romantischen Klischees grundsätzlich überdacht habe.

Aber die Frage ist, wie siehst Du das? Möchtest Du eigene Kinder? Legst Du auf ein Zusammenziehen wert etc.? Wenn Dir so etwas wichtig ist, dann ist er wohl der falsche für Dich, oder zumindest ist es der falsche Zeitpunkt für Euch. Wenn Du hingegen ihn so nehmen kannst wie er ist, ohne Zukunftsaussichten, Treueversprechungen, gemeinsame Pläne, sondern Du wirklich nur am Zusammensein mit ihm interessiert bist, egal, was die Zukunft bringt, dann wünsche ich Euch alles Gute!
 
L

Löwefrau_geloescht

  • #7
AW: Bindungsangst vs. klassisches "Warmhalten"

Ist es Bindungsangst - generell - oder einfach ein warmhalten und suche, ob sich etwas Besseres findet?
Das finde ich so schrecklich. Deshalb halte ich mich nun total zurück. Um dann zu hören, ich sei distanziert.

Es ist schwer!
Und auch, wenn man durch dieses Medium Menschen kennen lernen kann, glaube ich, dass durch dieses Medium viele auch verlernen, sich einzulassen auf jemanden.
Weil der neue Kontakt ja einfach gemacht wird.

@Carlo, ist das der etwas jüngere Mann, von dem du doch noch recht glücklich in einem anderen Post geschrieben hast? :(
 
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  • #8
AW: Bindungsangst vs. klassisches "Warmhalten"

Zitat von suzanne:
Liebe Lucy,

es geht hier mE nicht um die Frage: Beziehungsangst vs. Warmhalten, sondern um die Frage, was Du Dir von einer Partnerschaft wünscht oder erhoffst.

Gut, Ihr unternehmt viel gemeinsam, Eure Beziehung ist scheinbar schon jetzt, nach einem ¼ Jahr in einen On-Off-Zustand und das ist dann sehr leidenschaftlich und emotionsgeladen. Ihr habt Eure Familien und Freunde kennengelernt, vielleicht kennst Du sogar schon seine Kinder.

Frauen tendieren dazu zu denken, wenn man mal die Kinder vorgestellt bekommt, ist es etwas, das Zukunft hat. Das stimmt wohl in vielen Fällen, ist aber nicht zwangsläufig so.

Vielleicht hast Du einen Mann als Gegenüber, der nicht weiss, was er empfindet, nach der – doch erst kürzlichen – Trennung, und der Dir offen sagt: «Ich weiss nicht, wie es weitergeht». Diese Aussage solltest Du ernst nehmen, denn er meint es so.

Die Frage ist die: Kannst Du mir der Unsicherheit leben? Ihm ständig zur Seite zu stehen, aber nichts im Umkehrschluss von ihm erwarten zu dürfen? Oder kannst Du das nicht?

Ich selbst habe damit meine Erfahrungen gemacht und ich konnte es nicht. Es hat mich nur runtergerissen, trotz aller Leidenschaft. Das ist ein Jahr her, ich habe die Beziehung beendet, weil sie mir nicht gut tat. Es war irgendwie zu fatalistisch für mich und ich war in keinem guten Zustand. Im Jahr nach der Trennung war ich in noch schlechterem Zustand... Mittlerweile denke ich, dass ich mich – sollte so eine Situation wieder mal auftauchen – vielleicht darauf einlassen könnte. Weil ich in dem Trennungsjahr einige meiner romantischen Klischees grundsätzlich überdacht habe.

Aber die Frage ist, wie siehst Du das? Möchtest Du eigene Kinder? Legst Du auf ein Zusammenziehen wert etc.? Wenn Dir so etwas wichtig ist, dann ist er wohl der falsche für Dich, oder zumindest ist es der falsche Zeitpunkt für Euch. Wenn Du hingegen ihn so nehmen kannst wie er ist, ohne Zukunftsaussichten, Treueversprechungen, gemeinsame Pläne, sondern Du wirklich nur am Zusammensein mit ihm interessiert bist, egal, was die Zukunft bringt, dann wünsche ich Euch alles Gute!
Liebe Suzanne,

danke für diese Worte. Die Frage, was ich will hat sich bereits beantwortet....Ich sag es mal so: die Tür habe ich nicht zugeschlagen - im Gegenteil. Auf Abweisung reagierte ich mit Wärme. Kennt er nicht und wusste er auch nicht mit umzugehen. Es war sehr schwer, aber es ist ein Effekt eingetreten, den ich nicht erwartet habe. Er hat sich eben wieder mir zugewandt. Klar, meine Informationen sind sehr spärlich ausgeführt - aus gutem Grund. Die öffentliche Präsentation will ich ihm nicht antun, das macht man nicht....

Ich dachte mir: (sehr krass ausgedrückt und auf die Spitze gebracht) Lass ein bisschen Zeit, lasse viel Raum, er soll sich selbst zuwenden, wenn er der Meinung ist. Wir haben ständig Kontakt - manchmal fällt dieser eben furchtbar spärlich aus und man weiß gar nicht was man denken soll....Denken :) Manchmal zu viel, oder nicht?

Naja, es läuft jedenfalls weiter - stehe zur Seite, ich denke das ist wichtig. Mir geht es tlw. auch absolut nicht gut, obwohl beruflich viel um die Ohren. Aber nuja, das ist eben die Schule des Lebens.....
 
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  • #9
AW: Bindungsangst vs. klassisches "Warmhalten"

Zitat von Löwefrau:
Ist es Bindungsangst - generell - oder einfach ein warmhalten und suche, ob sich etwas Besseres findet?
Das finde ich so schrecklich. Deshalb halte ich mich nun total zurück. Um dann zu hören, ich sei distanziert.

Es ist schwer!
Und auch, wenn man durch dieses Medium Menschen kennen lernen kann, glaube ich, dass durch dieses Medium viele auch verlernen, sich einzulassen auf jemanden.
Weil der neue Kontakt ja einfach gemacht wird.

@Carlo, ist das der etwas jüngere Mann, von dem du doch noch recht glücklich in einem anderen Post geschrieben hast? :(
Löwefrau, wie meinst du denn den ersten Absatz? Es erschließt sich mir gerade nicht. Deine Meinung bzgl. des zweiten Absatzes kann ich teilen, obwohl ich das nicht persönlich bestätigen kann. Jedoch im Gedankenexperiment. In meiner Angelegenheit kann ich sagen, dass beide nocht mehr Aktiv sind (Profil auf "unsichtbar" geschaltet und Vertrag gekündigt).

Aber diese Geschichte mit der Bindungsangst....Das verstehe ich wirklich nicht. Völlig absolut nicht greifbar!
 
L

Löwefrau_geloescht

  • #10
AW: Bindungsangst vs. klassisches "Warmhalten"

Ich halte dieses Wort Bindungsangst oft für eine Ausrede.
Wie oft steckt da nicht ein: Ich schau nochmal
dahinter.
Bis der oder diejenige kommt, die einen umhaut. Dann ist es oft vorbei mit der Bindungsangst.
Dann kann man sich einlassen.
Wenn mir jemand sagt, dass er mich ja so toll und nett findet, aber Bindungsängste aufbauen würde, dann schrillen bei mir die Alarmglocken. Ich weiß dann, dass ich wohl nicht die Richtige bin und gehe lieber. Aber sicher kommt das bei anderen auch auf den Einzelfall an.
 
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  • #11
AW: Bindungsangst vs. klassisches "Warmhalten"

Liebe Lucy,

es ist geradezu ein klassisches Verhalten in einer beziehungsunsichereren On-Off-Geschichte, dass, wenn sich der eine zurückzieht, der andere die Nähe sucht. Das ist Teil der Dynamik, Teil des Systems. Aber das bedeutet nichts! Denn, sobald die Nähe zwischen Euch wieder hergestellt ist, geht der Zyklus von vorne los. Es bleibt ein unsicheres Terrain, wo A keine Ahnung hat, was in B vorgeht und vice versa.

Ich habe einen Buchtipp: Jein!: Bindungsängste erkennen und bewältigen. Hilfe für Betroffene und deren Partner von Stefanie Stahl.

Beim Lesen muss man aufpassen, nicht nur alles Gelesene auf den anderen zu projizieren.
 
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  • #12
AW: Bindungsangst vs. klassisches "Warmhalten"

Zitat von suzanne:
Liebe Lucy,

es ist geradezu ein klassisches Verhalten in einer beziehungsunsichereren On-Off-Geschichte, dass, wenn sich der eine zurückzieht, der andere die Nähe sucht. Das ist Teil der Dynamik, Teil des Systems. Aber das bedeutet nichts! Denn, sobald die Nähe zwischen Euch wieder hergestellt ist, geht der Zyklus von vorne los. Es bleibt ein unsicheres Terrain, wo A keine Ahnung hat, was in B vorgeht und vice versa.

Ich habe einen Buchtipp: Jein!: Bindungsängste erkennen und bewältigen. Hilfe für Betroffene und deren Partner von Stefanie Stahl.

Beim Lesen muss man aufpassen, nicht nur alles Gelesene auf den anderen zu projizieren.
Das Buch werde ich mir mal anschauen. Aus den Antworten lese ich heraus, dass das absolut keine Einzelfälle sind....Ganz ehrlich: Finde ich furchtbar. Man muss wirklich acht geben, dies nicht auf sämtliche "partnerschaftliche Beziehungen" umzulegen....
 
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  • #13
AW: Bindungsangst vs. klassisches "Warmhalten"

Liebe Lucy,

don’t cry over spilled milk. Es ist vollkommen normal, dass, mit zunehmendem Alter, die Probleme erst zum Vorschein kommen, also ist es alles anders als mit 16. Das ist einfach so, am besten nimmt man (frau) es so hin.

Das gute dabei ist: Du wirst immer mehr auf Dich selbst zurückgeworfen und kannst Dich – in all den Umständen – selbst ein Stückchen besser kennenlernen und dann auch wohlverstehen. Und das ist nichts geringes.
 
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  • #14
AW: Bindungsangst vs. klassisches "Warmhalten"

Zitat von Lucy:
Hallo Community,

wann glauben wir an Aussagen nach dem Motto "du bist mir sehr wichtig und ich will dich nicht verlieren, aber ich kann zum jetzigen Zeitpunkt nicht offiziell sagen, dass wir ein Paar sind, weil ich Angst habe" in Verbindung mit "wir führen ja schon eine Beziehung"? Und viel interessanter: Wann glauben wir nicht mehr an die Essenz dieser Aussage? Was muss passieren oder nicht passieren, ehe wir diese an sich positive Aussage ins Negative herabstufen (klassisches Hinhalten)?

Eigentlich steht doch nur ein kleines Wort zwischen diesen Zuständen (wenn die Aussage ernst gemeint), was erhoffen sich Menschen durch die Negation einer offiziellen Verbindung? Ab wann ist es angemessen, Klarheit zu verlangen?

Parameter: Es handelt sich nicht um diese berühmten vier-Wochen Bekanntschaften, sondern um eine länger existierende Beziehung (kann man das so nennen? Eben eine Verbindung zwischen zwei Individuen) >= 1/4 Jahr. Man unternimmt vieles uns kennt bereits Freundeskreis und Familie (beiderseits).

Genau so etwas passiert mir gerade, nur habe ich keine Bindungsangst und kann diesen Zustand auch nicht verstehen. Weiß daher nicht, wie ich mich verhalten soll/damit umzugehen habe. Ich möchte das auch bewusst relativ anonym halten, weil ich schlicht und ergreifend keinen Bock auf eine Ferndiagnose habe und das auch zu gewissen Maßen für Herabwürdigend halte.

Eine wichtige Annahme sei dort noch: getrennt lebend (3/4 Jahr) und 2 Kinder, 0 im eigenen Haushalt, PS-Kontakt.

Kennt ihr sowas? Erfahrungen gemacht? Viele Grüße!
Liebe Community,

ich habe nun meine Antwort auf die o.g. Aussagen "Bist mir wichtig, [....]".

Fakt ist ja, dass ich da eine Problemstellung hatte, es war keine kurzweilige Geschichte, ging über längere Zeit. Ein ständiges Auf und Ab.

Bindungsangst bedeutete in dem Falle, dass man nicht wisse, was man will. Überhaupt nicht. Man hatte sich nicht richtig verliebt, aber es noch Monate weiterlaufen lassen. Ich lag mit meinen Beobachtungen des Verhaltens gar nicht mal so falsch, ich wusste es schon länger....Gestern habe ich dann nochmal Tacheles geredet, mir wurde die Kommunikation erst mal verweigert (wegdrücken, nicht ans Telefon gehen). Heute morgen kam dann der harte Nackenschlag. Es tut wirklich sehr weh, bin ziemlich betrübt. Sooft wurde gesagt, dass alles wunderbar ist, toll ist, dass es gut tut, dass ich einfach klasse bin. Aber das Verhalten sagte alles andere aus. Man möchte immer den schönen Worten glauben und man tut es auch (will ja keine misstrauische Unke auf immer sein, die alles anzweifelt).

Nun ja, es ist vorbei, nochmalige Betonung, dass ich ziemlich traurig bin. Sehr schwer....Aber jetzt gibt es Klarheit. Man wollte sich nochmals bis morgen Gedanken machen und mir dann bescheid geben. Ich habe ihn von der Verantwortung entbunden, sich dahingehend Gedanken zu machen und eine Entscheidung zu treffen....Ich denke, es ist besser so, als wieder in der Warteposition zu verharren....

Trost :( Bitte......

VG Lucy
 
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  • #15
AW: Bindungsangst vs. klassisches "Warmhalten"

Liebe Lucy,

das tut mir sehr leid. Andererseits ist es gut für Dich, dass Du nun endlich mal eine klare Aussage bekommen hast. Aus der Erfahrung sage ich Dir: Das ist nicht immer der Fall und dann ist es noch schlimmer. (s. auch Parallelthread von Ostseeperle).

Das einzige, was ich Dir raten kann: Absoluter Kontaktabbruch! Lösch seine Nummern, seine Mailadresse und versuche nicht, über seine Beweggründe nachzudenken. Und frag Dich auch nicht, ob er Dich geliebt hat oder falls nein, warum nicht. Du wirst es nie wirklich herausfinden!

Leide ein wenig, bemitleide Dich ruhig eine Weile selbst, aber bleib ganz bei Dir (und nicht in den Gedanken bei ihm. Ist schwer, ich weiss, aber sinnlos). Und dann, irgendwann: Freu Dich, dass Du ihn hinter Dir lassen konntest, ohne grössere Folgeschäden. Du bist eine Frau, offen für die wahre Liebe. Du bist bereit diese zu geben und anzunehmen. Da hast Du ihm vermutlich viel voraus. Und eines Tages wirst Du dem richtigen begegnen. Die jetzige Erfahrung war dann ein wichtiges Stückchen auf dem Weg zu ihm.

Alles Gute!