Julianna

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  • #1

Beziehungskonzepte?

Nun ist es mir tatsächlich auch passiert. Ich (w32) bin in eine Mingle bzw. Freundschaft plus - Falle getappt. Dabei halte ich mich nicht für naiv oder gutgläubig - im Gegenteil, bisher konnte ich mich immer gut auf meine Menschenkenntnis verlassen.

Eigentlich ist der Fall klar. Und es gibt bereits genügend "Infomatierial" im www darüber, dass sowas meist nicht funktioniert und auch in 99% der Fälle nicht in einer ernsthaften Beziehung endet. Da gibt es genügend Einträge in Foren oder sogar ganze Blogs, wo sich (vornehmlich) Frauen darüber beklagen, wie sich sich denn nur auf so eine Halb-Beziehung einlassen konnten. Kommentiert wird dies dann immer damit, dass Frauen seine direkte Sprache (Er will keine Beziehung und hat es auch so gemeint) nicht wahr haben wollten oder es kommt plump der Satz "Er steht einfach nicht auf dich". Ich habe recheriert und mir das ein oder andere durchgelesen (inkl. Kommentaren).
Am Ende meines Versuchs, mir eine Meinung zu bilden, kam ich aber zu dem Schluss, dass die meisten dort angesprochenen Punkte in meinem Fall gar nicht zutreffen, was mich jetzt verwirrt. Und ich betone, normalerweise bin ich diejenige Freundin, die gutgemeint zu ihrer Freundin sagt "Lass die Finger davon" oder "Vergiss es, das wird nix". Und jetzt bin ich selbst in so ein komisches undefiniertes Nicht-Beziehungs-Dings geraten!

Beispielsweise wird davon gesprochen, dass die "Ich will keine Beziehung"- Kandidaten sich unregelmäßig melden oder gerne auch mal ein paar Tage in der Versenkung verschwinden. Triff aber bei mir nicht zu. Er meldet sich regelmäßig mit beständiger Kontinuität. Hält sich an Absprachen und Vereinbarungen, hat mir noch nie abgesagt oder mich versetzt. Er lässt mich niemals irgendwo warten und ist immer pünktlich, wenn wir verabredet sind. Wir treffen uns nicht nur Abends sondern auch tagsüber wenn es zeitlich passt. Er hat auch an einem Freitag- oder Samstagabend Zeit für mich oder unternimmt am Sonntagnachmittag etwas mit mir (wofür er sich extra das Wochenende freihalten muss, da er einen Job hat, wo man auch mal am Wochenende arbeiten muss). - Was mich daran besonders verwirrt: das sind alles seine Ideen/Vorschläge. Ich gebe dem gar keinen Input. Letztens hat er mich überredet Essen zu gehen. Ein anderes mal wollte er ins Kino gehen usw. Außerdem versucht er sich immer mal wieder in mein Leben zu integrieren. Zum Beispiel habe ich die alte Spiegelreflexkamera von meinem Vater geschenkt bekommen beim letzten Besuch zuhause und ihm davon erzählt, dass ich mal eine "Foto-Tour" machen wolle durch die Stadt oder an interessante Orte, um die Cam zu testen. So gleich war er davon überzeugt, er könne sich dem ja anschließen und mich dabei begleiten. Er will mir einen seiner Lieblingsorte zeigen (Wald-Wanderweg) wenn das Wetter wieder besser wird. Er erzählt mir von seiner Familie und von seiner Kindheit. Vertraut mir auch sehr persönlich Dinge an. Er ist ziemlich ehrlich und offen, was mir extrem gut an ihm gefällt. Wenn ich ihn nach seiner Meinung frage, kann ich davon ausgehen, dass ich auch eine (brutel)ehrliche Meinung bekomme - das schätze ich sehr an ihm. Wir haben gemeinsame Interessen und dieselben Wertvorstellungen.

Ganz ehrlich: Für mich fühlt es sich so an wie eine Beziehung. Vorallem - und das ist das Erschütternde - wie eine ziemlich gute Beziehung.

Ich hatte zuvor Beziehungen, eher vom Langzeit-typ (3-8 Jahre), aber ich habe mich immer aus dem selben Grund irgendwann getrennt: Ich habe mich nicht genug geliebt gefühlt. Dann bin ich zuletzt bewusst Single geworden und habe mich gefragt: Wieso? Bin dann durch längere Selbstreflexion darauf gekommen, dass ich mir Partner aussuche, die die selben schlechten Eigenschaften haben, wie mein Vater (zu wenig Fürsorge, zu wenig sich Kümmern, nicht Geben können, dafür aber ganz groß im Nehmen und Für-sich-beanspruchen). Also habe ich erkannt, was mein Problem ist. Ob das nun ein Konflikt aus der Vater-Tochter-Beziehung ist oder ich diesen Konflikt einfach bei meinen Eltern abgeschaut habe, weiß ich nicht, aber dass ich ihn erkannt habe und versuche zu eliminieren bzw. mein Augenmerk darauf lege.

Dann lerne ich ihn kennen und stelle überrascht fest, dass er NICHT meinem falschen Schema entspricht - im Gegenteil - ich fühle mich geliebt, erhalte Aufmerksamkeit und Fürsorge. Es hat vor Kurzem bei uns im Mehrfamilienhaus beim Nachbarn gebrannt und ich wurde vorsorglich von der Feuerwehr in ein Krankenhaus gebracht (leichte Rauchvergiftung). Er ließ sofort alles stehen und liegen, entschuldigte sich auf der Arbeit und war total besorgt. Die letzte Woche über hatte ich Grippe und fühlte mich elend (und wollte auch niemanden anstecken), aber das war ihm egal, er kam trotzdem bei mir vorbei, um nach mir zu sehen und Zeit mit mir zu verbringen. Das traurige daran: mein letzter Ex-Freund hätte das nicht gemacht! Er wäre nicht von der Arbeit ins Krankenhaus gefahren und wenn ich krank war, kam immer nur das Kommentar "Gut, dass du das sagst. Dann kurier dich erstmal aus. Ich will mich ja nicht anstecken".

Und ausgrechnet der Mann, der bei mir keine Erwartungen unerfüllt lässt !!! , kommt nun mit dem Statement "Ich stelle das Konzept Beziehung in Frage. Das ist mir zu kompliziert. Ich will und kann diese ganzen Erwartungen nicht erfüllen." - und ich denke mir so hä?

Versteht ihr meine Verwirrung?

Es kommt mir so vor, als würde ich chinesisch sprechen und er Latein.

Ich dachte 1-2 Tage darüber nach, was ich denn nun damit anfangen sollte. Informierte mich darüber, was denn eigentlich Freundschft plus im Allgemeinen bedeutet (da er uns als "gute Freunde" bezeichnet). Entschied, dass mir seine Freundschaft wichtig genug ist, sie beizubehalten. Stieß dann auf die Frage: Was ist denn eigentlich mit Teue? Ich weiß von ihm, dass er keine anderen Frauen trifft (da bin ich 100% sicher), musste aber ja trotzdem diese Frage für mich klären. Also fragte ich ihn danach. Ich sagte, dass sich das was er als "Freundschaft" bezeichnet für mich eher wie eine Beziehung anfühlt, mit dem Unterschied, dass man in einer Beziehung treu ist. Ich fragte ihn, wie er es denn fände, wenn ich noch jemanden anderes treffen würde. Er antwortete, dass er nicht eifersüchtig sei und ich aber doch bitte ein Kondom benutzen sollte. Daraufhin sagte ich "dein Ernst?" (aufgrund der stumpfen Antwort). Sagte dann aber "gut, dann wäre das ja jetzt geklärt. Ich wollte nur sicher gehen, dass es dann nicht im Nachhinein heißt, wir hätten diesbezüglich keine Absprache. Wenn du die Option Beziehung von Anfang an ausgeschlossen hast, darf ich mir ja auch meine Gedanken dazu machen, was das dann bedeutet." Da ihm ja scheinbar eine "unkomplizierte Freundschaft" wichtig ist, sagte ich noch dazu "Für mich ist das Thema damit auch erledigt, ich werde nicht wieder davon anfangen" - und meinte es auch so. Der Sachverhalt war eindeutig. Er hielt mich im Arm und sein Kopf lag an meiner Schulter und als keine Reaktion kam fragte ich "ok?" , doch er reagierte nicht. Ich konnte sein Gesicht nicht sehen. Ich wartete. Irgendwann hob er doch seinen Kopf und meinte, ausschließen, dass er sich in mich verliebt oder doch noch mal eine Bz irgendwann möchte, könne er aber auch nicht gänzlich.
Ich halte mich für einen toleranten, unkomplizerten Menschen. Deswegen war ich pragmatisch und habe versucht die Rahmenbedingungen für dieses "Freundschaft plus" -dings (dass ich ja eigentlich gar nicht meine Idee war !) abzustecken und mich damit arrangiert. Dann kommt er mit sowas an! Und ich stelle mir die Frage "Wer ist hier eigentlich kompliziert?"
Noch dazu hatte ich jetzt zwei mal das Gefühl, er würde mich zu sehr zeitlich in Beschlag nehmen und bin dann einmal für ein paar Tage aufs Land gefahren und habe meine Eltern besucht. Ich bin ziemlich sicher, dass er mich vermisst hat, aber er würde sich wahrscheinlich lieber die Zung abbeißen, als das zuzugeben. Ich war allerdings ganz froh, mal wieder ein paar Tage am Stück ohne ihn zu verbringen.

Ich verstehe diese ganze Ambivalenz überhaupt nicht. Und ich bin ein gradliniger Mensch. Ich manipuliere nicht, ich bin ehrlich und offen und ich spiele keine Spielchen. Trotzdem merke ich, wie ich immer stärker den Drang bekomme, mich von ihm zu Distanzieren. Ich glaube, er verliert mich - und ich selber kann gar nicht dagegen an. Ich verliere das Interesse an ihm. Irgendwie finde ich das ziemlich schade. Er war auch der Meinung, dass wir eigentlich gut zusammen passen würden und er bezeichnet sich selbst als "Beziehungsmensch" (Letzteres hat er schon mehrfach erwähnt.) Trotzdem werde ich nicht schlau daraus.

Ich könnte jetzt wild Spekulieren, dass seine letzte Ex-Freundin der Grund ist, weil er meinte, sie hätten sich beide sehr geliebt, aber dann getrennt, weil sie unbedingt Kinder wollte und er sich das nicht vorstellen könnte. Das ist ca. 1 Jahr her jetzt. Was mich wiederum daran verstört: Die Beziehung hatte nur 3 Monate gedauert! Drei Monate fällt bei mir nicht mal unter die Kategorie "Beziehung". Mal ganz zu schweigen davon, dass man ja angeblich erst nach 6-12 Monaten die Rosarote Brille abnimmt und erst dann sowas wie "echte Liebe" einsetz. Sein O-Ton "Das waren wunderschöne drei Monate". (Er war 29 und sie 36 Jahre alt).

Ich kann damit nix anfangen. Ich bin dafür zu rational.

Bin ratlos.

Wer kann helfen?
 
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Marlene

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  • #2
Hallo Julianna,
ist doch egal, wie Eure Beziehung heißt, ob so oder so. Du bist zu rational, ja, und zerstörst damit Euer wunderschönes Zusammensein. Auch damit, indem Du es fixieren möchtest und künstlich nach "Fremdgehen" fragst, was gar kein Thema bei Euch war. Du willst wohl wissen, ob er Dich liebt bzw. lieben wird/könnte. Ich glaube, die Antwort findest Du bei seinem Tun und wie er sich zu Dir verhält. Du scheinst für ihn sehr wichtig zu sein, er gibt Dir alle Aufmerksamkeit, spürst Du denn die dahinterliegenden Gefühle dazu bei ihm?
Vielleicht ist das alte Muster noch nicht ganz komplett überwunden und Du vermutest Liebe nur bei einer gewissen Kälte und beim Gegenteil glaubst Du es doch noch nicht so ganz. Das wäre vielleicht gut, nochmals anzuschauen.
 
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Hafensänger

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  • #3
Zitat von Julianna:
Sein O-Ton "Das waren wunderschöne drei Monate". (Er war 29 und sie 36 Jahre alt).
Keine Ahnung, ob's hilft. Möglicherweise hat er da einen Knacks weg. Sie, 36 Jahre alt, nicht mehr viel Zeit für ihren Kinderwunsch, sortiert ihn deswegen schnell aus. Das wird für sie einfacher gewesen sein als für ihn.
 

lisalustig

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  • #4
@Julianna
Ihr habt Euch wohl nicht über PS (oder ähnliche Plattform) kennengelernt? Denn dort würde man davon ausgehen, dass beide Seiten eine Partnerschaft = Beziehung suchen.

Wenn man sich anderweitig kennenlernt, wäre es schon von Vorteil, zu wissen, was der andere eigentlich will. Wenn ich einen Partner suche, dann kommt für mich keiner infrage, der nur ein loses Freundschaft-Plus-Dingens will bzw. der nicht weiß, was er eigentlich will. Da wunderts nicht, wenn es in dieser Schiene landet, weil keiner vorher darüber spricht. Natürlich kann man auch alles "auf sich zukommen lassen". Muss dann aber damit leben, dass das Ergebnis nicht den eigenen Bedürfnissen entsprechend ausfällt.
 

Git80

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  • #5
Puh Julianna... da hast du ja ne echt komplizierte Kiste am Laufen.

Für mich gibt es da eigentlich nur zwei denkbare Varianten:
1. Einfach alles so laufen lassen, die Zeit genießen, aber sich geistig darauf einstellen, dass es schnell zu Ende sein kann. Wenn/falls der Gute es sich doch noch überlegt, und eine Beziehung mit dir will, dann umso besser.
2. Stell ihn vor die Wahl: Entweder ganz oder gar nicht. Du riskierst dann, dass er sich komplett zurückzieht, aber du weißt definitiv, woran du bist.

Mich macht der Spruch bzgl. Fremdgehen/Kondom stutzig. Das ist so dermaßen abtörnend... Wünsche auf jeden Fall alles Gute und dass sich die Situation klärt!
 
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  • #6
Zitat von Julianna:
Nun ist es mir tatsächlich auch passiert. Ich (w32) bin in eine Mingle bzw. Freundschaft plus - Falle getappt. Dabei halte ich mich nicht für naiv oder gutgläubig - im Gegenteil, bisher konnte ich mich immer gut auf meine Menschenkenntnis verlassen.

(...)

Versteht ihr meine Verwirrung?

(...)

Stieß dann auf die Frage: Was ist denn eigentlich mit Teue? Ich weiß von ihm, dass er keine anderen Frauen trifft (da bin ich 100% sicher), musste aber ja trotzdem diese Frage für mich klären. Also fragte ich ihn danach. Ich sagte, dass sich das was er als "Freundschaft" bezeichnet für mich eher wie eine Beziehung anfühlt, mit dem Unterschied, dass man in einer Beziehung treu ist. Ich fragte ihn, wie er es denn fände, wenn ich noch jemanden anderes treffen würde. Er antwortete, dass er nicht eifersüchtig sei und ich aber doch bitte ein Kondom benutzen sollte. Daraufhin sagte ich "dein Ernst?" (aufgrund der stumpfen Antwort). Sagte dann aber "gut, dann wäre das ja jetzt geklärt. Ich wollte nur sicher gehen, dass es dann nicht im Nachhinein heißt, wir hätten diesbezüglich keine Absprache. Wenn du die Option Beziehung von Anfang an ausgeschlossen hast, darf ich mir ja auch meine Gedanken dazu machen, was das dann bedeutet."

(...)

Die Lösung liegt im letzten zitierten Absatz: "Wenn du die Option Beziehung von Anfang an ausgeschlossen hast.." (wohlgemerkt, damit bist DU gemeint). DU hast ihn auf dieses Gleis gelenkt. Wieso soll er jetzt das Gleis wechseln wollen? Nur weil DU das willst? DU selbst hast die Spielregel vorgegeben und gibst nun die Verwirrte. Interessant auch, dass Dein Vater indirekt am Ganzen schuld ist. Beim Ganzen habe ich mich gefragt: Wieso soll sich eigentlich im 21. Jahrhundert der Mann um die Frau "kümmern" und wieso geht das nicht beidseitig? Sorry für den Klartext
 

fafner

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  • #7
Zitat von Julianna:
"Ich stelle das Konzept Beziehung in Frage. Das ist mir zu kompliziert. Ich will und kann diese ganzen Erwartungen nicht erfüllen." - und ich denke mir so hä?
Genau so ginge es mir auch. In welchem Zusammenhang kam denn das?

Ich fragte ihn, wie er es denn fände, wenn ich noch jemanden anderes treffen würde. Er antwortete, dass er nicht eifersüchtig sei und ich aber doch bitte ein Kondom benutzen sollte. Daraufhin sagte ich "dein Ernst?"
Ich hätte vielleicht gar nix mehr rausgebracht.

Aber seine Antwort ist natürlich äußerst konsistent mit der Ablehnung des "Konzeptes" Beziehung mit irgendwelchen "Erwartungen"...

Deswegen verstehe ich auch Deine 100%-"Sicherheit" nicht bezüglich seiner Treue.

Trotzdem merke ich, wie ich immer stärker den Drang bekomme, mich von ihm zu Distanzieren. Ich glaube, er verliert mich - und ich selber kann gar nicht dagegen an. Ich verliere das Interesse an ihm.
Das kann ich auch verstehen. Es fehlt irgendwie das letzte bißchen Vertrauen, was für manche eben so wichtig ist. Also bei mir wäre es so.

Zitat von Frauen-Versteher:
Die Lösung liegt im letzten zitierten Absatz: "Wenn du die Option Beziehung von Anfang an ausgeschlossen hast.." (wohlgemerkt, damit bist DU gemeint).
Hä? Das sagt doch SIE zu IHM, also ist DU dann ER.
 

sugar

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  • #8
Deinen Beschreibungen nach hast du eine Art Freund gefunden. Die Beweggründe, warum er euch nicht als Paar sieht sind mit schleierhaft wie dir. Vielleicht ist er emotional noch zu sehr bei dieser Frau, die er liebte und eventuell noch liebt.
Mich hat auch der Hinweis mit dem Kondom gestört. Was soll das.
Und auch das sonstige Kümmern. Hm, ich weiß nicht. Irgendwie alles seltsam.
 
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Julianna

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  • #9
Zitat von BoiledFrog:
Keine Ahnung, ob's hilft. Möglicherweise hat er da einen Knacks weg. Sie, 36 Jahre alt, nicht mehr viel Zeit für ihren Kinderwunsch, sortiert ihn deswegen schnell aus. Das wird für sie einfacher gewesen sein als für ihn.

Wie auch immer die Antwort hierzu ausfällt, ob es nun daran liegt oder nicht, am Ende bleibe ich bei einem Grundsatz, den ich seit mehreren Jahren versuche zu befolgen "Probleme müssen dagelassen werden, wo sie hingehören". Denn solche Dinge kann und muss man letztlich mit sich selbst klären. Auch wenn ich es schade finde, wenn Menschen sich selbst im Weg stehen.
 
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Marlene

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  • #10
Zitat von Julianna:
- ich fühle mich geliebt, erhalte Aufmerksamkeit und Fürsorge.
und, es fühlt sich für Dich wie Beziehung an, schreibst Du, Julianna. Er redet nur anders, das "Warum" erklärt er damit, dass er diese ganzen Erwartungen, die mit einer Beziehung verknüpft sind, nicht erfüllen kann/will. Deine "Erwartungen" erfüllt er ja, Du könntest ihn mal fragen, wie er für sich Beziehungserwartungen definiert. Ob er damit Ehe, Kinder, Versorgung, Verantwortung usw. meint. Vielleicht käme man damit weiter.
Wobei ich halt finde, dass man auch viel zerreden und verkomplizieren kann, anstatt einfach das Schöne zu leben und schauen, wohin es führt.
Und, was man auch berücksichtigen muss, er ist 30 Jahre alt, da gibt es noch viel Zeit nach vorne.....für Dich übrigens auch.
Oder, möchtest Du jetzt Kinder usw.? Und wissen, ob das mit ihm gehen würde?
 

Julianna

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  • #11
Danke für die vielen Antworten!

update

Gestern hatten wir beide am Nachmittag frei und sind lange im Park spazieren gewesen, um etwas Sonne zu tanken. Irgendwie war ich anfangs etwas unterkühlt. Ich hatte den Gedanken im Kopf, dass man per Definition bei "Freundschaft plus", in der Öffentlichkeit nicht wie ein Pärchen wirkt bzw. sich so benimmt. Er hat aber irgendwann meine Nähe gesucht. Den Arm um mich gelegt, versucht mich zu küssen. Wir waren noch kurz in einer kostenlosen Kunstausstellung, die in dem Park war. Dort lagen Prospekte aus und er kam auf die Idee, dass er mit mir mal in ein klassisches Konzert gehen möchte (dazu: ich spielte seit ich 6 Jahre alt war Violine, auch im Orchester, habe aber die letzten 5 Jahre nicht mehr gespielt. Und er versucht mich wieder zu Motivieren. Er selbst spielt E-Gitarre und ist ein großer Musikfan.) Ich sah einen Prospekt vom Kammertheater und kannte ein Stück, dass aufgeführt wurde. Da meinte er, es würde ihm auch gefallen, mit mir ins Theater zu gehen. Wir waren dann noch kurz bei ihm und er hat mir etwas Gitarre beigebracht und mir etwas vorgespielt. Dabei hat er mir ziemlich viele Komplimente gemacht. Abends waren wir beim Kroaten etwas essen. Er hat mich eingeladen. Die Kellner dachten bestimmt, wir wären ein Paar, und nicht nur einfach Freunde. Wir haben uns sehr gut unterhalten. Er meinte, dass ich ihn inzwischen besser kenne, als die meisten anderen Menschen (wir daten seit ca. 1,5 Monaten). Und er vertraute mir sogar noch 2 sehr persönliche Dinge an. Außerdem erzählte er von seinem besten Freund und von seiner Familie. Das wirkt auf mich so, als hätte er Vertrauen zu mir.

Er ist über Nacht bei mir gewesen. Heute Morgen habe ich dann Mal wieder mit mir selbst im Clinch gelegen. Weil ich diese Woche noch ein Date habe mit jemandem. Deshalb rang ich mich dazu durch, eine unbequeme Frage zu stellen. Nämlich ob er grundsätzlich keine Beziehung möchte, oder ob er sich einfach keine Beziehung mit mir vorstellen könnte. Er antwortete "beides". Das saß! Wir sprachen noch darüber, dass Frauen häufig Sex und Liebe nicht auseinanderhalten können. Er meinte dazu, dass er das sehr gut auseinanderhalten könnte. Also beschloss ich, mich nicht von ihm abhängig zu machen oder in irgendeiner Warteschleife zu hängen und dass Date diese Woche wahrzunehmen. Da wir ehrlich mit einander sind, erzählte ich ihm, dass ich nicht so desillusioniert sei wie er, und mich sehr wohl noch mal verlieben wolle. Damit er das nicht falsch verstand und auf sich bezog, erzählte ich dann, dass ich verabredet sei. Daraufhin befürchtete er, dass er dann abgeschrieben sei. Ich sagte, dass ich mich nicht einfach so schnell verliebe und es ja nur ein Date wäre und nicht mehr. Dass ich mir vorstellen kann, dass wir es schaffen könnten, nur Freunde zu werden, sollte einer von beiden sich in jemanden verlieben. Er meinte, er würde es nicht unterdrücken, wenn er sich verlieben würde (weil ich fragte, ob er sich nur vorgenommen hatte keine Bz zu wollen oder sich nicht mehr zu verlieben), dass man sich verliebt, oder eben nicht. Bei solchen Themen fängt er immer an mich zu belagern und sich an mich zu klammern. Ich konnte seine Umarmung aber nur schlecht aushalten in diesem Moment. Ich wollte mich daraus befreien, doch er wollte mich nicht loslassen. Ich verstehe ihn einfach nicht. Aber das muss ich wahrscheinlich auch gar nicht.

Unterm Strich, weiß ich jetzt also wie diese Sache nun inhaltlich aussieht. Er ist scheinbar gerne mit mir zusammen und hat mich gern, aber für mehr reicht es ihm nicht. Nun könnte ich mich mit der Frage quälen "Wieso?", aber ich habe mir vorgenommen, mir diese Frage nicht zu stellen und nicht nach einer Antwort darauf zu suchen. Wahrscheinlich gibt es nicht mal eine eindeutige Antwort darauf. Der Abschied war etwas kühler als sonst zwischen uns, wenn auch nicht lieblos. Er fragte mich diesmal nicht wie sonst, wann wir uns wiedersehen könnten. Allerdings fragte er, ob er mich denn erreichen könne (weil ich eine neue Handynummer bekomme diese Woche) und ich ja auf jeden Fall seine Nummer hätte, um mich zu melden.

Ich verstehe es wirklich nicht. Er sagt Sätze wie "Du kennst mich besser als die meisten anderen Menschen" oder "Ich finde es toll, dass wir beide gegenseitig so viel voneinander lernen können und so einen regen Austausch haben". Aber ich bin und bleibe doch nur eine gute Freundin. Ich werde das wohl akzeptieren müssen. Wobei ich nicht ganz verstehe, wonach genau er sucht. Wahrscheinlich sind hier die Kriterien einfach unterschiedlich. Für mich muss die Freundschaftsebene gut sein. Mein Freund war auch immer gleichzeitig mein bester Freund. So typisch "Mit dir kann man Pferde stehlen". Aber scheinbar hat er da andere Vorstellungen. Ich lebe aber nicht in einer Traumwelt und bin mir sicher, dass man nicht so oft in seinem Leben Menschen trifft, mit denen man so sehr auf einer Wellenlänge liegt. Wenn er das nicht zu schätzen weiß oder einfach andere Prioritäten setzt bei der Partnerwahl, kann ich das zwar nur schwer nachvollziehen, aber muss es wohl akzeptieren.

Einmal war er acht Monate mit einer Frau zusammen, die eine echte Dramaqueen war. Sie war ständig beleidigt, pikiert und enttäuscht. Er meinte, es wäre egal gewesen was er gesagt hat und wie, sie hätte sich ständig emotional von ihm angegriffen gefühlt. Anstatt seinen Geburtstag mit ihm zu verbringen, wäre sie mal wieder beleidigt gewesen (und dass wohl auch noch im gemeinsamen Urlaub) und hätte sich den ganzen Tag im Hotelzimmer eingeschlossen. An seinem Geburtstag! Außerdem hat sie sich immer beschwert, wenn er Gitarre spielen wollte, dass konnte sie nicht ertragen (WTF?) Ein anderes Mal war er 3 Jahre in einer Beziehung (schon länger her). Dazu sagt er, er hätte das irgendwann beenden müssen, weil er sich nicht mit ihr unterhalten konnte und sie sich einfach nichts zu sagen. Er machte Schluss, als sie bei Frühstück saßen und sich nur noch anschweigen konnten. Dann diese 3 Monats-Bz zu Letzt, mit einer älteren Frau, die zum Scheitern verurteilt war, weil beide ein unterschiedliches Drehbuch von Leben hatten.

Das macht irgendwie den Eindruck auf mich, als würde er instinktiv mit Frauen Beziehungen eingehen, die ihm eigentlich nicht gut tun. Seine Mutter war immer psychisch krank und hatte nicht nur schwere Depressionen. Das war sehr schwierig für ihn. Ich vermute, er sucht unbewusst nach Frauen, die so sind wie seine Mutter: Kompliziert. Und genau das bin nicht!
Paradoxerweise habe ich mich ja gerade von solchen Dingen befreit (wie oben beschrieben) und meinen eigenen Teufelskreis durchbrochen. Es ist aber nicht meine Aufgabe ihm das klar zu machen. Das muss er irgendwann selbst herausfinden - oder auch nicht. Wenn er mit emotional instabilen Frauen immer wieder den gleichen Teufelskreis durchleben muss und das sein "Drehbuch" ist, dann muss er das wohl tun. In solchen Fällen kann man sich letztlich nur selbst retten und irgendwann zu einer "Erkenntnis" kommen.

Ich finde es natürlich ziemlich schade. Wir hätten tatsächlich perfekt zu einander gepasst. Wir haben sehr viele Gemeinsamkeiten und gemeinsame Interessen (beide Musik begeistert und gerne draußen in der Natur unterwegs uvm) und außerdem hätten wir uns gut ergänzt: ich rational, er emotional. Weil zwei rationale Menschen auf Dauer mit einander zu langweilig sind und zwei emotionale Menschen Dauerkrieg miteinander führen.
I
ch bin zu unkompliziert. Ein echter Kumpeltyp eben, mit dem man Spaß haben kann und lachen. Manchmal hat er versucht, mich anzupicken (wie z.b. mit der Aussage „Benutz aber ein Kondom“), um mir eine (unkontrollierte) emotionale Reaktion zu entlocken. Nur stößt er damit bei mir auf Granit. Ich halte nichts davon, sich gegenseitig zu verletzten oder zu beleidigen. Vollkommen unnötig.

Jedenfalls freue ich mich jetzt auf das Date diese Woche und kann dort auch ruhigen Gewissens hingehen.

Nur habe ich etwas Angst davor, dass sich doch noch eine gute (vielleicht auch langjährige Freundschaft) daraus entwickelt und er irgendwann doch noch erkennt, dass ich eigentlich die Richtig für ihn gewesen wäre - ich mich aber dann längst anderweitig orientiert habe. Das wäre irgendwie tragisch. Aber dann auch nicht mehr zu ändern.

Was denkt ihr darüber? Sehe ich da etwas "falsch" ? Oder seit ihr anderer Meinung in irgendeinem Punkt?
 

Julianna

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  • #12
Zitat von Marlene:
Hallo Julianna,
ist doch egal, wie Eure Beziehung heißt, ob so oder so. Du bist zu rational, ja, und zerstörst damit Euer wunderschönes Zusammensein. Auch damit, indem Du es fixieren möchtest und künstlich nach "Fremdgehen" fragst, was gar kein Thema bei Euch war. Du willst wohl wissen, ob er Dich liebt bzw. lieben wird/könnte. Ich glaube, die Antwort findest Du bei seinem Tun und wie er sich zu Dir verhält. Du scheinst für ihn sehr wichtig zu sein, er gibt Dir alle Aufmerksamkeit, spürst Du denn die dahinterliegenden Gefühle dazu bei ihm?
Vielleicht ist das alte Muster noch nicht ganz komplett überwunden und Du vermutest Liebe nur bei einer gewissen Kälte und beim Gegenteil glaubst Du es doch noch nicht so ganz. Das wäre vielleicht gut, nochmals anzuschauen.

Da hast du recht. Wenn man ein falsches Verhalten erkannt hat, muss man dieses kontinuierlich hinterfragen, damit man nicht in alte Verhaltensmuster zurück fällt. Aber ich habe mich nicht davon triggern lassen, dass er mich nicht als seine Freundin will und ich mich durch diese Ablehung locken lasse (siehe update). Daher "Kein Unglück ist so groß, dass nicht auch etwas Gutes dabei abfällt". Letzlich ist es eine gute Rückmeldung für mich, dass ich tatsächlich "aufpasse" mein neues Selbstbild nicht wieder zu verlieren.
 

Julianna

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  • #13
Zitat von lisalustig:
@Julianna
Ihr habt Euch wohl nicht über PS (oder ähnliche Plattform) kennengelernt? Denn dort würde man davon ausgehen, dass beide Seiten eine Partnerschaft = Beziehung suchen.

Wenn man sich anderweitig kennenlernt, wäre es schon von Vorteil, zu wissen, was der andere eigentlich will. Wenn ich einen Partner suche, dann kommt für mich keiner infrage, der nur ein loses Freundschaft-Plus-Dingens will bzw. der nicht weiß, was er eigentlich will. Da wunderts nicht, wenn es in dieser Schiene landet, weil keiner vorher darüber spricht. Natürlich kann man auch alles "auf sich zukommen lassen". Muss dann aber damit leben, dass das Ergebnis nicht den eigenen Bedürfnissen entsprechend ausfällt.

Ursprünglich haben wir uns online kennengelernt vor ca. 2 Jahren. Zu dem Zeitpunkt suchte er noch eine Beziehung. Zumindest laut seinen Angaben - denn auf Angaben kann man sich auch nicht immer verlassen. Ich konnte mich damals aber nicht darauf einlassen. Zu dem Zeitpunkt war ich gerade erst 6 Monate wieder Single (und natürlich entsprach er zu dem Zeitpunkt nicht meinem unbewussten Beutschema, mir einen abweisenden, emotional-distanzierten Partner zu suchen!). Vor Kurzem trafen wir uns dann wieder und verabredeten uns. Diesmal war ich bereit, mich auf jemanden einzulassen, der mir die gesuchte Nähe schenkt.
 

Julianna

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  • #14
Zitat von Frauen-Versteher:
Die Lösung liegt im letzten zitierten Absatz: "Wenn du die Option Beziehung von Anfang an ausgeschlossen hast.." (wohlgemerkt, damit bist DU gemeint). DU hast ihn auf dieses Gleis gelenkt. Wieso soll er jetzt das Gleis wechseln wollen? Nur weil DU das willst? DU selbst hast die Spielregel vorgegeben und gibst nun die Verwirrte. Interessant auch, dass Dein Vater indirekt am Ganzen schuld ist. Beim Ganzen habe ich mich gefragt: Wieso soll sich eigentlich im 21. Jahrhundert der Mann um die Frau "kümmern" und wieso geht das nicht beidseitig? Sorry für den Klartext

Ich hatte nicht die Idee von "Freundschft plus". Das ist auf seinem Mist gewachsen.
Und selbstverständlich müssen auch Frauen ihren Beitrag leisten und sich kümmern. Nur wenn eine Frau viel "gibt" und nichts - gar nichts - zurückbekommt, stimmt was mit dem Geben und Nehmen nicht. Vielleicht ist man dann an einen Egoisten geraten oder sowas. Darum ging es mir. Wenn ich "liebe", dann bedingungslos. Ich gebe um des Gebens willen. Nur wenn man das Jahrelang macht und nie etwas zurück kommt, dann funktioniert das "Ideal" nicht, dass man bedingungslos etwas gibt. Damit kann kein Mensch dauerhaft leben.
 

Julianna

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  • #15
Zitat von Marlene:
und, es fühlt sich für Dich wie Beziehung an, schreibst Du, Julianna. Er redet nur anders, das "Warum" erklärt er damit, dass er diese ganzen Erwartungen, die mit einer Beziehung verknüpft sind, nicht erfüllen kann/will. Deine "Erwartungen" erfüllt er ja, Du könntest ihn mal fragen, wie er für sich Beziehungserwartungen definiert. Ob er damit Ehe, Kinder, Versorgung, Verantwortung usw. meint. Vielleicht käme man damit weiter.
Wobei ich halt finde, dass man auch viel zerreden und verkomplizieren kann, anstatt einfach das Schöne zu leben und schauen, wohin es führt.
Und, was man auch berücksichtigen muss, er ist 30 Jahre alt, da gibt es noch viel Zeit nach vorne.....für Dich übrigens auch.
Oder, möchtest Du jetzt Kinder usw.? Und wissen, ob das mit ihm gehen würde?

Ich glaube er meint mit Erwartungen, dass er keine Kinder will und nicht heiraten. Aber das triff auf mich zu. Ich wollte noch nie Kinder. Seit dem Abitur damals weiß ich, dass ich keine Kinder will. Meine Freundinnen damals haben über den Kinderwunsch nachgedacht und davon gesprochen. Ich erkannte, dass ich keinen Kinderwunsch habe. Ich habe mich dann als ich die 30 erreichte gefragt, ob mich nun doch die "Torschusspanik" ergreift. Ich habe in mich reingehorcht und erkannt: nein, da ist nix. Kein Kinderwunsch. Von daher.
 

lisalustig

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  • #16
Nun hat er Dir nochmal bestätigt, dass er mit Dir und generell keine Beziehung will. Das ist natürlich schade, wenn es so gut zu passen scheint. Ich habe den Eindruck, dass Du mehr empfindest, als für eine reine Freundschaft+ angemessen wäre. Seine Abwehr tut Dir weh - und das darf bei einer solchen Konstellation nicht sein. Da dürfen sich Beziehungsfragen überhaupt nicht stellen.

Es wäre sicher nachdenkenswert, ob Du den Kontakt zu ihm weiter vertiefen willst bzw. inwieweit Dir das noch gut tut. Wohl wissend, dass es ihm egal ist, ob Du mit einem anderen Mann schläfst, weil Du eben nur eine super Kumpeline bist, mit der er auch Sex haben kann.

Es kann schon sein, dass er für eine Beziehung "komplizierte" Frauen braucht, bei denen er sich pausenlos bemühen muss, damit sie nichts in den falschen Hals kriegen. Eigentlich würde er theoretisch so eine Frau, wie Dich, wollen, nur mit dem Verlieben klappts halt nicht.
 
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Julianna

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  • #17
Zitat von lisalustig:
Nun hat er Dir nochmal bestätigt, dass er mit Dir und generell keine Beziehung will. Das ist natürlich schade, wenn es so gut zu passen scheint. Ich habe den Eindruck, dass Du mehr empfindest, als für eine reine Freundschaft+ angemessen wäre. Seine Abwehr tut Dir weh - und das darf bei einer solchen Konstellation nicht sein. Da dürfen sich Beziehungsfragen überhaupt nicht stellen.

Es wäre sicher nachdenkenswert, ob Du den Kontakt zu ihm weiter vertiefen willst bzw. inwieweit Dir das noch gut tut. Wohl wissend, dass es ihm egal ist, ob Du mit einem anderen Mann schläfst, weil Du eben nur eine super Kumpeline bist, mit der er auch Sex haben kann.

Es kann schon sein, dass er für eine Beziehung "komplizierte" Frauen braucht, bei denen er sich pausenlos bemühen muss, damit sie nichts in den falschen Hals kriegen. Eigentlich würde er theoretisch so eine Frau, wie Dich, wollen, nur mit dem Verlieben klappts halt nicht.

Ja das ist richtig. Er hat deutlich gemacht, dass er mich nicht als feste Freundin will. Und das nun ja auch mehrfach. Das hat aber auch etwas Positives. Erstens bin ich froh über seine Ehrlichkeit und zweitens hat er damit auch mein anfängliches "verknallt sein" direkt im Keim erstickt! Ich bin aber nicht enttäuscht, denn er hat mich niemals getäuscht oder mir ein U für ein X vorgemacht. Da bleibe ich fair.
Was ich jetzt damit mache, weiß ich noch nicht. Vielleicht sollte ich mal das Orakel von Delphie befragen :D
 

AlexaT

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  • #18
Liebe Juliana, dein Bauchgefühl ist richtig. Es stimmt etwas nicht. Er sieht dich als eine sehr gute Freundin mit der er Sex hat, aber du bist nicht DIE EINE! Bis sie kommt, ist er mit dir vollkommen zufrieden. Das ist deine Funktion in dieser "Beziehung". Du wirst warm gehalten. Da du mit offenen Augen alles betrachtest, solltest du dir langsam klar machen, dass du entweder alt werden wirst neben diesem Mann, der sich für dich nicht entscheiden will, oder dass du deine Angst vor veränderung besiegen musst. Was mir nicht gefällt ist dein Dating mit anderen Männern, damit du nicht abgängig von ihm bist. Das bist du schon längst. Du suchst nur ein anderes Bett, in das du übersiedeln kannst, bevor er dich abschiesst. Entschuldige die Ausdrucksweise, aber so sehe ich das. Du willst ihm einfach zuvorkommen, weil du intelligent genug bist um zu wissen, dass er dich nicht liebt. Er braucht dich, aber das ist keine Liebe so wie du dir das wünschst. Du fühlst dich geliebt sagst du, aber du weisst ganz genau, dass dies keine Liebe ist, die sich für dich entschieden hat. Er ist auch nicht eifersüchtig und ratet dir zu Kondomen. Läuten bei dir denn keine Alarmglocken? Glaubst du wirklich, du weisst 100% bescheid über seine Treue? Er hat dir Freibrief gegeben, und nimmt ihn auch für sich in Anspruch. Hast du das nicht kapiert? Wie kann man sich geliebt fühlen, wenn man so eine Antwort von einem Mann bekommt? Was du von ihm hast sind winzige Liebeskrümmel... Ich fürchte, du weisst nicht genau, was Liebe ist... sonst wüsstest du, dass deine "Beziehung" alles andere als Liebe ist. Verzeih mir meine Offenheit.
 
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lisalustig

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  • #19
Zitat von Julianna:
...Erstens bin ich froh über seine Ehrlichkeit und zweitens hat er damit auch mein anfängliches "verknallt sein" direkt im Keim erstickt!

Na, wenn das wirklich so ist (und Du Dir nichts vormachst), dann kannst Du dieses Freundschafts+Dingens ja weiterlaufen lassen. Zumindest bis Du einem Mann findest, der auch eine Partnerschaft will. Das wird schon schwer genug. Die Freundschafts+Männer sind recht häufig.....
 

Heike

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  • #20
Zitat von Julianna:
Ich glaube er meint mit Erwartungen, dass er keine Kinder will und nicht heiraten. Aber das triff auf mich zu. Ich wollte noch nie Kinder. ... Von daher.
Angesichts der Länge und Detailiertheit deiner Beschreibungen schreibst du, wie ich finde, sehr wenig zu dem doch eigentlich zentralen Punkt, was konkret du vermißt. Darauf zielte ja auch Marlenes Frage, die du kaum beantwortet hast. Du schreibst, er wolle keine richtige Beziehung. Zugleich führst du auf, daß er sich so verhält und ihr euch zusammen so verhaltet wie du das sonst nur aus Beziehungen kennst. Was genau macht denn jetzt den drastischen Unterschied zur Beziehung aus? Also über die Sprachregelung "Wir sind ein regelkonformes Paar!" hinaus?

Zitat von Julianna:
Nur wenn eine Frau viel "gibt" und nichts - gar nichts - zurückbekommt, stimmt was mit dem Geben und Nehmen nicht. Vielleicht ist man dann an einen Egoisten geraten oder sowas. Darum ging es mir. Wenn ich "liebe", dann bedingungslos. Ich gebe um des Gebens willen. Nur wenn man das Jahrelang macht und nie etwas zurück kommt, dann funktioniert das "Ideal" nicht, dass man bedingungslos etwas gibt.
Ach ja, die Bedingungslosigkeit.
Also konkret schreibst du sehr viel darüber, was er gibt, vorschlägt, macht, an Aktivitäten entfaltet. Das scheinen ja kaum weniger zu sein als deine. Zumindest berichtest du von deinen Initiativen weniger. Was meinst du mit Geben? Gefühle? Gibt man die? Ich dachte, die hat man eher.
 
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fleurdelis

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  • #21
Hab den Roman mal durchgelesen ... und das hier:

Zitat von Julianna:
Er meldet sich regelmäßig mit beständiger Kontinuität. Hält sich an Absprachen und Vereinbarungen, hat mir noch nie abgesagt oder mich versetzt. Er lässt mich niemals irgendwo warten und ist immer pünktlich, wenn wir verabredet sind. Wir treffen uns nicht nur Abends sondern auch tagsüber wenn es zeitlich passt. Er hat auch an einem Freitag- oder Samstagabend Zeit für mich oder unternimmt am Sonntagnachmittag etwas mit mir (wofür er sich extra das Wochenende freihalten muss, da er einen Job hat, wo man auch mal am Wochenende arbeiten muss)

es tut mir leid, hört sich an wie die Beschreibung einer Sache die gut funktioniert und man empfehlen kann ... Ich weiß nicht, komische Art einen Mann zu beschreiben. .... So nach dem Motto: er funktioniert ganz gut.... und ist recht pflegeleicht ....

Aus dem Rest werde ich nicht schlau. Mir ist nicht klar, wonach genau gefragt wird. Nur wahnsinnig viel analysiert, interpretiert, und n bisschen oft nach Beziehung gedrängt, äh gefragt .... Sorry ..
 
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sugar

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  • #22
Sie vermisst sein Bekenntnis zu ihr. Er verhält sich ihr gegenüber als Freund, nicht als Lebenspartner. Es geht darum, was sie möchte.
 
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Heike

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  • #23
Zitat von sugar:
Sie vermisst sein Bekenntnis zu ihr. Er verhält sich ihr gegenüber als Freund, nicht als Lebenspartner. Es geht darum, was sie möchte.

Ja, das ist klar. Partnerschaft, Bekenntnis, Commitment, "Wir sind jetzt richtig zusammen!" usw. Mein Anstoß ist sich darüber zu verständigen, was das für sie genau ausmacht. Denn das sagt sich ja so, das ist eine beliebte Formulierung, Bekenntnis. Aber anzugeben, worin genau das besteht, lese ich selten. Julianna beschreibt sich ja als sehr rational, und übertitelt ihren Thread mit "Beziehungskonzepte". Also da findet sich ja vielleicht was. Sein Engagement zumindest ist ja nicht gering. Und was an Bekenntnis darüber hinaus wünscht sie sich?
 
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Philippa

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  • #24
Ich kann oft nicht recht nachvollziehen, weshalb manche Leute - vor allem Frauen (?) - es dermassen wichtig finden, dass ihnen bestimmte Worte gesagt werden. Es scheint mir dann, als ob es wichtiger wäre, wie man etwas nennt, als was es ist.

Gibt's einem denn mehr Sicherheit, wenn der andere die Beziehung auch als Partnerschaft definiert? Heute ist ja sogar eine Ehe, die wohl das stärkste Bekenntnis wäre, schnell futsch.
 
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Julianna

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  • #25
Zitat von fleurdelis:
Hab den Roman mal durchgelesen ... und das hier:



es tut mir leid, hört sich an wie die Beschreibung einer Sache die gut funktioniert und man empfehlen kann ... Ich weiß nicht, komische Art einen Mann zu beschreiben. .... So nach dem Motto: er funktioniert ganz gut.... und ist recht pflegeleicht ....

Aus dem Rest werde ich nicht schlau. Mir ist nicht klar, wonach genau gefragt wird. Nur wahnsinnig viel analysiert, interpretiert, und n bisschen oft nach Beziehung gedrängt, äh gefragt .... Sorry ..

Das ist aus dem Zusammenhang gerissen. Hier geht es um die Abgrenzung zu dem (regulären) Verhalten eines Mannes, der Freundschaft plus sucht!!! Der meldet sich nämlich unregelmäßig, antwortet nicht sofort auf Textnachrichten, trifft sich vornehmlich bei IHR (Außgrenzung aus seinem Leben), versetzte manchmal den anderen, zeigt manchmal/öfter Desinteresse, ist nur oberflächlich an einer Person interessiert - weil eigentlich nur an Sex interessiert. Im Prinzip wie eine Affäre. Affären hatte ich auch schon - bloß da war immer klar, dass es eine Affäre ist. Man sagt auch über die Freundschaft plus - Männer, dass sie sich einfach aus beidem das Beste rauspicken - aus der Affäre den Sex und aus der Beziehung die emotionale Nähe. Sich gleichzeitig aber ein Hintertürchen offen halten eine andere Frau zu finden (weil man ja nicht treu sein muss).

Das hat nichts mit "pflegeleicht" zu tun - es ging um die thematische Abgrenzung.
 

Julianna

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  • #26
Zitat von Heike:
Angesichts der Länge und Detailiertheit deiner Beschreibungen schreibst du, wie ich finde, sehr wenig zu dem doch eigentlich zentralen Punkt, was konkret du vermißt. Darauf zielte ja auch Marlenes Frage, die du kaum beantwortet hast. Du schreibst, er wolle keine richtige Beziehung. Zugleich führst du auf, daß er sich so verhält und ihr euch zusammen so verhaltet wie du das sonst nur aus Beziehungen kennst. Was genau macht denn jetzt den drastischen Unterschied zur Beziehung aus? Also über die Sprachregelung "Wir sind ein regelkonformes Paar!" hinaus?


Ach ja, die Bedingungslosigkeit.
Also konkret schreibst du sehr viel darüber, was er gibt, vorschlägt, macht, an Aktivitäten entfaltet. Das scheinen ja kaum weniger zu sein als deine. Zumindest berichtest du von deinen Initiativen weniger. Was meinst du mit Geben? Gefühle? Gibt man die? Ich dachte, die hat man eher.

Was ich konkret vermisse? Die OPTION Beziehung! Da ist man nämlich z.b. treu. Macht gemeinsame Pläne und lernt den Freundeskreis des anderen kennen .... irgendwann vielleicht auch mal die Familie. Man präsentiert sich zusammen, als Einheit.

Zu dem zweiten Abschnitt: Man kann natürlich auch absichtlich etwas falsch verstehen. Ich war jahrelang mit einem Mann liiert, der es nicht mal fertig gebracht hat, mir einen Tee zu kochen, wenn es mir mal nicht gut ging. Der mich nie gefragt hat, wie es bei mir im Studium läuft und auch sonst keinen Input gebracht hat! Wenn ich von mir aus etwas vom Studium erzählen wollte, hat er nur gesagt "davon verstehe ich eh nichts" kalppe zu Affe tod! Ich hingegen habe ihm fast tagtäglich geduldig und mit Rat und Tat zugehört, wenn er mal wieder ewig lange von seiner Arbeit erzählt hat. Ich hab mich immer gekümmert und ihn nie im Stich gelassen. Ich habe mal gekocht für uns und es gemütlich gemacht - wenn ich bei ihm war hieß es nur "ich kann nicht kochen, wir bestellen was" und danach hat er sich natürlich auf den Cent genau das Geld von mir wiedergeben lassen für die Pizza oder was auch immer. Ich habe ihn ab und zu eingeladen - er hat mich nie eingeladen. Die Liste ist ewig lang. DAS meine ich damit, das irgendwo Geben und Nehmen sich die Waage halten müssen. Ist so!
 

Heike

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  • #27
Zitat von Julianna:
Was ich konkret vermisse? Die OPTION Beziehung! Da ist man nämlich z.b. treu. Macht gemeinsame Pläne und lernt den Freundeskreis des anderen kennen .... irgendwann vielleicht auch mal die Familie. Man präsentiert sich zusammen, als Einheit.
Natürlich die Beziehung. Meine Frage war, was das für dich gegenüber dem ausmacht, was ihr bereits habt. Das macht ihr also nicht: Pläne, und ihr lernt nicht einander die Freundeskreise kennen und Familienmitglieder werden aus ausgespart, und zwar nicht nur bislang, sondern so soll es auch bleiben, darüber habt ihr gesprochen?
Übrigens kenne ich personlich auch die Freundeskreise guter Freunde und sogar deren Familien. Das ist nicht exklusiv bei Partnerschaften.

Zu dem zweiten Abschnitt: Man kann natürlich auch absichtlich etwas falsch verstehen. Ich war jahrelang mit einem Mann liiert, der es nicht mal fertig gebracht hat, mir einen Tee zu kochen, wenn es mir mal nicht gut ging. Der mich nie gefragt hat, wie es bei mir im Studium läuft und auch sonst keinen Input gebracht hat! Wenn ich von mir aus etwas vom Studium erzählen wollte, hat er nur gesagt "davon verstehe ich eh nichts" kalppe zu Affe tod! Ich hingegen habe ihm fast tagtäglich geduldig und mit Rat und Tat zugehört, wenn er mal wieder ewig lange von seiner Arbeit erzählt hat. Ich hab mich immer gekümmert und ihn nie im Stich gelassen. Ich habe mal gekocht für uns und es gemütlich gemacht - wenn ich bei ihm war hieß es nur "ich kann nicht kochen, wir bestellen was" und danach hat er sich natürlich auf den Cent genau das Geld von mir wiedergeben lassen für die Pizza oder was auch immer. Ich habe ihn ab und zu eingeladen - er hat mich nie eingeladen. Die Liste ist ewig lang. DAS meine ich damit, das irgendwo Geben und Nehmen sich die Waage halten müssen. Ist so!
Nana!
Hat das was mit der aktuellen Thematik zu tun?
Und nein, natürlich muß niemand bedingungslos lieben und geben. Es aber auch nicht behaupten zu tun.
Insgesamt mein Eindruck: viel Herumgelese, Orientierung an irgendwelchen aufgeschnappten Kategorien und Worten, denen dann hinterzulaufen ist. Meine Empfehlung wäre: mehr an die Sache, mehr Substanz, vielleicht auch mehr Zutrauen in eigene Gestaltungsmöglichkeit.
 

sugar

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  • #28
Zitat von Heike:
Ja, das ist klar. Partnerschaft, Bekenntnis, Commitment, "Wir sind jetzt richtig zusammen!" usw. Mein Anstoß ist sich darüber zu verständigen, was das für sie genau ausmacht. Denn das sagt sich ja so, das ist eine beliebte Formulierung, Bekenntnis. Aber anzugeben, worin genau das besteht, lese ich selten. Julianna beschreibt sich ja als sehr rational, und übertitelt ihren Thread mit "Beziehungskonzepte". Also da findet sich ja vielleicht was. Sein Engagement zumindest ist ja nicht gering. Und was an Bekenntnis darüber hinaus wünscht sie sich?

Das musst du sie fragen. Ich habe davon sehr genaue Vorstellungen, aber die gelten nur für mich und den Partner, der diese teilt. Ich bin nicht dafür da, anderen zu sagen, wie sie leben sollen. Mir fehlt jede sozialpädagogische Ader.
 

Heike

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  • #30
Zitat von sugar:
Das musst du sie fragen. Ich habe davon sehr genaue Vorstellungen, aber die gelten nur für mich und den Partner, der diese teilt. Ich bin nicht dafür da, anderen zu sagen, wie sie leben sollen. Mir fehlt jede sozialpädagogische Ader.

Ja, deswegen hab ich ja auch sie gefragt. :)
Wobei es jedem unbenommen ist, auch was zur Frage beizusteuern, was eigentlich das Bekenntnishafte von Partnerschaft ausmacht. Aber ich glaub, das ist eine recht schwierige Frage.