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Deleted member 24735

  • #1

Beziehungskernkompetenzen

Was glaubt ihr, welche beziehungsrelevanten Kernkompetenzen man in einer langen (~3 Jahre Minimum +/- X) stabilen (nicht on-off) Beziehung (Fernbeziehungen und offene Beziehungen mal ausgeklammert) erwirbt, die man anderweitig nicht erwerben kann (z.B. 18 Jahre gemeinsames Zimmer mit Geschwistern).

Ein breites Meinungsspektrum würde mich interessieren.
 
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  • #2
Habe jetzt bestimmt 5 min angestrengt überlegt, aber mir fällt nichts ein, worauf man nicht auch anders kommen könnte. Essentiell ist halt die Sache mit der Akzeptanz. Aber ich kann mir nicht vorstellen, daß man die ausschließlich in der von Dir beschriebenen Konstellation entwickeln kann. Denn wer die nicht schon mitbringt oder so lange braucht, der schafft doch gar keine drei Jahre... :eek::rolleyes:
 
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apfelstrudel

  • #3
fürsorge
die fähigkeit bedürfnisse mitteilen, aber auch erkennen zu können
stressmanagement
erweiterter horizont in bezug auf lösungsfindung
...
 
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  • #5
Also ich sitze auch hier und grüble.
Alles was mir einfällt sind beziehungsrelevante Kernkompetenzen*, die man zumindest im gefestigten Ansatz mitbringen sollte - sonst werden es nicht mal drei Jahre (ich gehe von überwiegend guten Jahren aus).

* konstruktive Konflikt/Kompromiss- und Kommunikationsfähigkeit, fürsorgliche und respektvolle Wahrnehmung von sich selbst und dem anderen

Edit: Kommunikationsfähigkeit, Kommunikationsfähigkeit, Kommunikationsfähigkeit
 
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  • #7
Ich kann mir da nichts vorstellen, was man nicht auch anderweitig erwerben kann. Was Kommunikationsfähigkeit angeht könnte ich noch mitgehen, aber auch die erwirbt man im Laufe des gesamten Lebens mit oder ohne Partner, man lebt ja nicht im luftleeren Raum. Zumindest ich habe meine Kommunikationsfähigkeit nicht in Partnerschaften verbessert bzw verbessern m<ssen, sondern im Umgang mit meinem Kind, besonders in den letzte 3-4 Jahren.
 
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Deleted member 23883

  • #8
Mmhhh...Vielleicht die Qualität eine Beziehung nach mehreren Jahren nicht von der Intensität des körperlichen Begehrens abhängig zu machen und auch in diesem Bereich offen zu kommunizieren?
Oder auch Probleme bei der Zukunftsgestaltung (Wohnort, etc) inklusive eventuelle finanzieller Verpflichtungen gemeinsam zu lösen?
Die Verantwortung für ein gemeinsames Kind zu tragen?
 
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  • #9
Beispielsweise, daß nicht immer bloß alle anderen schuld sind, sondern daß immer nur ein einziger anderer schuld ist.
 
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Deleted member 24797

  • #10
Ein grosser Unterschied ist wohl, dass man sich den Partner freiwillig wählt. Dies bedingt ein Gespür dafür, was man will und braucht, die Fähigkeit einen klaren Entscheid zu fällen, dabei zu bleiben und mit allfälligen Zweifeln einen Umgang zu finden, diese auszuhalten und auszuräumen, ev. auch, sie in geeigneter Form anzusprechen sowie dasselbe vom Partner annehmen zu können.

Ein anderer Unterschied ist der zumeist vorhandene Anspruch an Exklusivität der Beziehung, was Folgen haben mag für den eigenen Umgang mit dritten (z.B. die Fähigkeit, sich freiwillig zu beschränken) sowie eine Fähigkeit braucht, diesbezügliche eigene Erwartungen zu regulieren.

Dazu kommen die Folgen der Vorstellungen einer Liebesbeziehung, die mehr oder weniger stark romantisch aufgeladen sind, von der starke Gefühle erwartet werden und die man sich dauerhaft wünscht. Dies verlangt wohl mehr Aufmerksamkeit für den Partner, ein stärkeres sich in ihn Einfühlen, ihn kennen lernen Wollen und auch Zeit und Verhandlungen für gemeinsame Freizeitgestaltung und Urlaube. Es kann auch sein, dass man in einer Liebesbeziehung aufgrund der eigenen Vorstellung von Liebe viel stärker als sonst dazu tendiert, zu wenig auf die eigenen Bedürfnisse zu achten. Es braucht also im Vergleich zu anderen Lebensgemeinschaften besonders stark auch die Fähigkeit, die eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen, anzusprechen und in einem angemessenen Ausmass für ihre Befriedigung zu sorgen.

Ausserdem geht es auch um körperliche Nähe, Zärtlichkeit und Sexualität. Auch dabei kann man unterschiedliche Bedürfnisse und Sehnsüchte haben und muss aushalten, dass nicht alles für einen ideal ist, resp. man sollte die Bereitschaft haben, sich auch diesbezüglich auf den anderen einzulassen.

Es braucht also wohl mehr Bereitschaft zu Nähe, mehr Commitment, mehr Zuwendung und Engagement, eine Fähigkeit mit Zweifeln und Frustrationen umzugehen und auf die Akzeptanz von Verzicht auf eigene Wünsche und Einschränkungen von längerfristiger Lebensplanung und selbstbestimmter Freizeitgestaltung. Es wäre auch hilfreich, einen reflektierten Umgang mit eigenen und gesellschaftlichen Idealvorstellungen von Liebe zu haben oder zu entwickeln.
 
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  • #11
Im positiven Fall...
Die Fähigkeit sich voll und ganz auf eine andere Person einzulassen, alles zu teilen (materielle und immaterielle Dinge, wie Gefühle, Freude, Leid ...) und gemeinsam Entscheidungen zu treffen.
 
D

Deleted member 23363

  • #12
Ich meine, dass man Kernkompetenzen - auch wenn man sie bereits hat - in einer partnerschaftlichen Beziehung in besonderer Form einbringen bzw. sich aneignen muss, damit die Partnerschaft von Dauer ist. Als Begründung dafür führe ich an, dass die Manifestation einer Kompetenz vom Umfeld abhängt.
Ein Beispiel soll illustrieren, was ich damit meine: In einem helfenden Beruf kann eine Person empathisch, konfliktfähig, frustrationstolerant etc. sein, weil ihre Rolle eine unterstützende ist. Dem Partner begegnet man auf Augenhöhe, was zur Folge hat, dass man die Helferrolle nur bei besonderem Anlass einnimmt. Meist ist man in der Situation, neben den Interessen des Partners auch die eigenen berücksichtigen zu wollen und verhält sich entsprechend.
Als wichtige Kern-Kompetenzen in einer partnerschaftlichen Beziehung sehe ich folgende:
  • Fähigkeit zum Perspektivenwechsel: Den Standpunkt und die Interessen des Partners verstehen können (nicht notwenigerweise gutheißen).
  • Fähigkeit zur Wertschätzung: Den Partner wertschätzen, auch wenn man nicht alle seine Verhaltensweisen schätzt, und ihm dies auch mitteilen.
  • Sich seiner Gefühle, Interessen und Bedürfnisse bewusst sein und diese nicht verletzend und klar kommunizieren können.
  • Die Gefühle, Interessen und Bedürfnisse des Partners erkennen, auch wenn diese sie als Kritik oder Vorwurf formuliert.
  • Wirklich zuhören und sich klar ausdrücken können.
  • Last but not least: Beharrlichkeit und den Willen , an der Partnerschaft zu arbeiten und nicht gleich aufzugeben, wenn es schwierig wird oder wenn die Bauchschmetterlinge ausgeflogen sind. Dazu muss man die eigenen Interessen zu Gunsten der Partnerschaft auch mal zurückstecken können.
Wenn ich länger darüber nachdenken würde, würde mir bestimmt noch mehr einfallen, aber ich lasse das jetzt mal so stehen.
 
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apfelstrudel

  • #13
Ein Beispiel soll illustrieren, was ich damit meine: In einem helfenden Beruf kann eine Person empathisch, konfliktfähig, frustrationstolerant etc. sein, weil ihre Rolle eine unterstützende ist. Dem Partner begegnet man auf Augenhöhe, was zur Folge hat, dass man die Helferrolle nur bei besonderem Anlass einnimmt
hm... das ist in der tat eine große gefahr, denk ich. *einwenigschuldbewußtschau*
 
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  • #15
Wenn beide ähnliche Werte und Ziele haben ist das recht einfach. Beiderseitiges wertschätzen und respektieren des gewachsenen Lebens des anderen, sich selbst weiter entwickeln können und dazu alle Freiheiten haben mit dem nötigen Vertrauen dazu. Dann auch wieder gemeinsame Entwicklungen die die Zusammengehörigkeit stärken. Den Mut haben sich Hilfe von außerhalb zu holen, wenn es mal schwierig wird (auch das gehört zu einer gemeinsamen Entwicklung). Das Positive des Partners in den Vordergrund stellen und die Fähigkeit besitzen das Negative zu Vernachlässigen, eben einfach das wertschätzen was man hat. Das war mein Ehekonzept, ziemlich lange :)