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Deleted member 21128

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  • #2.131
:rolleyes:
Guten Morgen liebe Andrea!
Wie will man denn etwas, sei es bei der Arbeit oder im Verein oder in der Beziehung verändern, wenn man nicht sagen darf, dass einen etwas problematisch dünkt?
Indem man halt sagt, was man wie möchte!? Ist Kritik dein Mittel der Wahl für Veränderungen? Gar das einzige?
Idealerweise geht man ja davon aus, dass der andere auch mal sagt, wenn ihn etwas stört.
Als Ideal würde ich das nicht bezeichnen, ich würde sagen, es kommt darauf an. Zunächst mal kann der andere ja auch aufhören, sich daran zu stören. Woher nimmt er denn das Recht, eine Veränderung von mir zu erwarten? Das ist doch auch schon überheblich.
Ich möchte nirgendwo arbeiten, wo ich nicht erwarten könnte, dass - wenn ich etwas nicht so toll mache - mir dies nicht gesagt würde.
Und das geht nur mit Kritik? Jesus!
Ich möchte auch keinen Partner, der nie Kritik äussert.
Und ich möchte einen Partner der mich liebt, und keinen der mich verändern will.
Ich möchte eine Beziehung, die stärker wird, differenzierter wird. Dazu braucht es aber Auseinandersetzung.
Machst du mir ein Beispiel für eine Kritik, die die Beziehung stärker macht?
Aber irgendwie dünkt es mich, könnte ich einen Menschen gar nicht so tief kennen, wenn ihn nie etwas stören würde, wenn er nie etwas anders haben möchte.
Und das kann man nur mit Kritik äußern? :eek: Ich ziehe es vor, zu sagen, was ich möchte.
Vielleicht haben wir auch ein Definitionsproblem. Ich rede über Kritik, also Beanstanden, Bemängeln.
:(
Indem man beispielsweise den obigen Mechanismus dem Betreffenden gegenüber offenlegt.
Also ich würde es ja vorziehen, wenn du dann schon bei der Auftragsvergabe offenlegst, was du da weißt. Falls du das versäumt hast, kannst du dir gerne an die eigene Nase fassen, anstatt mich ins offene Messer rennen zu lassen und mich dann abzuwatschen.
bei uns existieren diverse bunt durcheinandergewürftle Hierarchiebenen nebeneinander.
Das ist ja prima! Dann darf sich jeder mal erheben und anderen etwas um die Ohren hauen. Das macht es natürlich dann fair. :rolleyes:
Also ich kenn das ja so, dass es (sehr umfangreiche) Zuständigkeiten gibt, bei denen meine Mitarbeiter selbst entscheiden dürfen. Da rede ich ihnen nicht rein. Sie sind auch selber schlau genug, zu erkennen, wie gut das funktioniert, was sie tun. Wenn nicht, sind sie an der falschen Stelle, und dann müsste da was geändert werden.
Bei Dingen, die sie nicht (alleine) entscheiden dürfen oder wollen, beraten wir uns und entscheiden gemeinsam. Oder ich entscheide, wenn es nicht anders geht, das ist ja mein Job.
Wir gehen im Labor z.T. mit recht gefährlichen Stoffen um, und eine der Regeln lautet, dass jeder jeden wegen Verstößen gegen die Regeln zum Ungang damit "anmeckern" kann, darf und soll.
Wenn die Regeln bekannt sind, warum verstößt er dann dagegen? Würde nicht ein Hinweis genügen? Ist eine Nachschulung sinnvoll?
Da bin ich bei dir. Aber wenn jemand nicht merkt, dass er einen Fehler gemacht hat, ist dann Kritik das einzige Mittel? Das wäre für mich keine gute Kultur.
 
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*Andrea*

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  • #2.133
@WolkeVier
Kannst du mal bitte erklären, was du als Kritik bezeichnest? Ich glaube langsam, da haben wir andere Vorstellungen davon.
 
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Deleted member 21128

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  • #2.134
@*Andrea*
Duden: Beanstanden, Bemängeln
 
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*Andrea*

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  • #2.135
Und für mich ist es eben auch Kritik, wenn ich jemandem, der etwas so macht, sagt, es wäre mir lieber, wenn er es anders machen würde, und dabei je nachdem, ob es ihm gerade einleuchtet oder nicht, noch erkläre, warum.

Ich denke, dass wir vermutlich dasselbe als ideales Verhalten sehen würden, bloss bezeichnen wir es im Moment gerade mit anderen Wörtern und/oder haben andere Beispiele im Kopf.
Du hattest im Übrigen vor nicht langer Zeit in diesem Thread Folgendes geschrieben:
Nun ja, die Kritik ist ja sehr berechtigt, und wie willst du so was vorwurfsfrei formulieren?
Ich glaube, dass wir auf Rückmeldungen von anderen angewiesen sind, um uns in Beziehung zu anderen zu erleben und uns über uns selbst bewusst zu werden, daher versuche ich für mich immer den Aspekt des "Vorwurfs" auszublenden, dadurch versuche ich mich in die Lage zu versetzen, für Kritik dankbar zu sein. Das gelingt mir aber nicht immer.

Mich dünkt, du hast dich da gerade irgendwie verrannt und nur noch eine Art und Weise von Kritik im Kopf, die du verständlicherweise ablehnst. Wenn @Sine Nomine und ich aber sagen, dass Kritik auch wichtig sein kann, es aber darauf ankommt, wie man sie formuliert, und dass es nicht eine Abwertung der anderen Person beinhalten muss, dann würdest dies im Moment wohl einfach nicht Kritik nennen.
 
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Deleted member 21128

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  • #2.137
Und für mich ist es eben auch Kritik, wenn ich jemandem, der etwas so macht, sagt, es wäre mir lieber, wenn er es anders machen würde
Gut dass wir das nochmal abgefragt haben. Das Äußern eines Bedürfnisses bzw. Wunsches oder einer Anforderung ist für mich keine Kritik.
Mich dünkt, du hast dich da gerade irgendwie verrannt
:eek:
Nein, überhaupt nicht. Ich beschäftige mich seit Jahrzehnten mit solchen Dingen und habe dazu eine klare Haltung.
Wenn ich - in einer Welt, in der alle an das Kritikkonzept glauben - für mich beschließe, dass ich Kritik annehmen möchte, dann bedeutet das doch nicht, dass ich Kritik generell gut finde und sie deshalb auch übe. Und bevor es hier zu weiteren Missverständnissen kommt: Ich kritisiere auch manchmal. z. B. wenn mir die Hutschnur reißt. Oder wenn ich mit etwas bzw. jemandem so gar nicht einverstanden bin. Was weiß ich. Aber ich finde es weder gut noch förderlich.
Du hattest im Übrigen vor nicht langer Zeit in diesem Thread Folgendes geschrieben:
Ja, echt lustig, dass du gerade das als Beispiel bringst! Du hattest mich dafür kritisiert, dass ich so weit reise, obwohl ich (angeblich) so sensibel bin. Und @Luzi99 hat dich darauf hingewiesen, dass das ein versteckter Vorwurf ist. Mit der Entgegnung, dass der Vorwurf berechtigt ist und wie man denn so etwas vorwurfsfrei formulieren will, sage ich, dass ich die Kritik annehme. Damit sage ich aber nicht, dass ich (die) Kritik gut finde und dass ich selber Kritik üben möchte.
Und Feedback erhalte ich immer, auch wenn ich keine Kritik erfahre.
Wenn @Sine Nomine und ich aber sagen, dass Kritik auch wichtig sein kann, es aber darauf ankommt, wie man sie formuliert, und dass es nicht eine Abwertung der anderen Person beinhalten muss, dann würdest dies im Moment wohl einfach nicht Kritik nennen.
Da sind wir jetzt wieder am Ausgangspunkt: Kritik ist Kritik und ich erachte sie immer als "von oben herab".
Ich hatte dich gebeten, ein Beispiel für Kritik in einer Partnerschaft zu bringen. Wenn du bisher über die Äußerung von Bedürfnissen geredet hast, können wir die Diskussion beenden, denn dann haben wir aneinander vorbei geredet.
 
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  • #2.138
Also ich würde es ja vorziehen, wenn du dann schon bei der Auftragsvergabe offenlegst, was du da weißt.

Falls du das versäumt hast, kannst du dir gerne an die eigene Nase fassen, anstatt mich ins offene Messer rennen zu lassen und mich dann abzuwatschen.

Im Zweifel d'accord. Wobei es kein "Abwatschen" gibt, sondern eben harte Sachkritik, das ist etwas anderes.

Das ist ja prima! Dann darf sich jeder mal erheben und anderen etwas um die Ohren hauen. Das macht es natürlich dann fair. :rolleyes:

Es geht nicht um's Sich-erheben-dürfen und darum anderen etwas mit Lust und Freude um die Ohren zu hauen, sondern darum, auf Fehler und Missstände klar und unmissverständlich hinzuweisen. Die Folien waren da ein eher harmloses Beispiel, wenn Dinge bei uns im Labor falsch laufen kann's schnell lebensgefährlich werden, und zwar nicht nur für den Betreffenden, sondern für die Kolleginnen und Kollegen drumerherum gleich mit.

Also ich kenn das ja so, dass es (sehr umfangreiche) Zuständigkeiten gibt, bei denen meine Mitarbeiter selbst entscheiden dürfen. Da rede ich ihnen nicht rein. Sie sind auch selber schlau genug, zu erkennen, wie gut das funktioniert, was sie tun.

So weit, so normal.

Wenn die Regeln bekannt sind, warum verstößt er dann dagegen?

Beispielsweise, weil er eine bestimmte Gefahr anders einschätzt und nicht als solche erkennt. Oder weil sich bei der Handhabung bestimmter Stoffe über die Zeit, völlig natürlich und normal, eine gewisse Routine einschleicht, die dann dazu führt, dass "mal eben schnell" auch schon mal ohne oder mit reduzierter Schutzausrüstung gearbeitet wird. Oder oder oder.

Ich weiß nicht, in welchem Bereich Du arbeitest, aber hier gehen wir jeden Tag mit Gefahrstoffen um, die im Zweifel tödlich sind. Mit Substanzen bei denen ein Tropfen im Augen ohne sofortige Spühlung reicht die Sehkraft binnen ein, zwei Minuten auf 0 zu reduzieren. Das ist für uns Alltagschemie, mit der viele im Labor jeden Tag mehrfach herumhantieren. Nur durch kritischen Umgang miteinander, durch das Kritisieren von Regelverstößen und den Hiweis darauf, wie das richtige Verhalten aussähe und warum es wichtig ist, durch ein kritisches Aufeinander-achten, können wir das Sicherheitsniveau so hoch halten wie es ist.
 
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Deleted member 21128

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  • #2.140
Das bekommt der Mitarbeiter genau so um die Ohren gehauen.
Im Zweifel d'accord. Wobei es kein "Abwatschen" gibt, sondern eben harte Sachkritik, das ist etwas anderes.
Ah ja... :rolleyes: Jetzt ruderst du zurück. Gut.
sondern darum, auf Fehler und Missstände klar und unmissverständlich hinzuweisen.
Das macht man doch im Vorfeld als Anweisung bzw. Schulung. Erkennen deine Kollegen nicht, wenn sie Fehler machen? Brauchen sie jemanden, der es besser weiß? Stellt derjenige sich dann nicht über sie?
Beispielsweise, weil er eine bestimmte Gefahr anders einschätzt und nicht als solche erkennt.
Dann braucht er eine Nachschulung und keine Kritik "um die Ohren gehauen".
Nur durch kritischen Umgang miteinander, durch das Kritisieren von Regelverstößen und den Hiweis darauf, wie das richtige Verhalten aussähe und warum es wichtig ist, durch ein kritisches Aufeinander-achten, können wir das Sicherheitsniveau so hoch halten wie es ist.
Klar muss man sich da gegenseitig unterstützen. Die Notwendigkeit und den Nutzen von Kritik (i.e.S.) sehe ich dennoch nicht.
 
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  • #2.142

Nein. Das "Abwatschen" entspringt einzig und allein Deiner Interpretation, davon war nie die Rede. Wobei ich gerne zugestehe, dass diese interpretation vielleicht durch mein "um die Ohren hauen" getriggert wurde, im Rückblick hätte ich an der Stelle weniger flapsig formulieren sollen.

Das macht man doch im Vorfeld als Anweisung bzw. Schulung.

Natürlich. Und nicht nur einmal, sondern mindestens jährlich, klar. Und? Arbeitsunfälle passieren trotzdem, und ich hab' keinen Bock darauf, dass bei uns ein schwerer passiert. Bei uns ist, auf Holz klopf, in gut zwei Jahrehnten noch nie ein ernsthafter Unfall passiert. Da war sicher oft eine gute Portion Glück dabei, ansonsten hat das aber auch viel mit unserem kritischen Umgang miteinander zu tun.

Erkennen deine Kollegen nicht, wenn sie Fehler machen? Brauchen sie jemanden, der es besser weiß? Stellt derjenige sich dann nicht über sie?

Nein, sie erkennen es oftmals nicht oder jedenfalls nicht so klar. Das ist oft ein schleichender Prozess, bei dem am Ende dann ein "Ach komm, das mache ich eben schnell so, ich mach das ja jeden Tag und es ist noch nie was passiert, und jetzt zwei Minuten vor Feierabend nochmal das ganze Schutzzeugs über..." steht. Kenne ich von mir selbst, "Ach komm, ist nur ein kleines Becherglas, da brauch ich das Schutzvisir doch nicht, im Zweifel hab ich ja noch 'ne Brille auf...".
Und ja, da braucht es dann mitunter jemanden, der von außen draufguckt und einem den Spiegel vorhält. Und nein, das hat nichts mit Sich-über-den-anderen-stellen zu tun, sondern mehr mit Achtsamkeit füreinander. Ich bin dankbar für solche Hinweise, für solche Kritik. Sie macht mein (Arbeits-)Leben sicherer.

Dann braucht er eine Nachschulung und keine Kritik "um die Ohren gehauen".

Um zu wissen, dass es eine "Nachschulung" braucht und um das zu kommunizieren muss ich die Situation ja erstmal passend bewerten, beurteilen und als mangelbehaftet beanstanden, sprich: Ich muss sie kritisieren.

Ich fürchte, Du hängst Dich zu sehr am "um die Ohren hauen" auf, ersetze es mental einfach durch "freundschaftlich-kollegial aber sachlich-fachlich angemessen deutlich kommunizieren". Besser?;)
 
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  • #2.143
Wenn du sie so von oben herab behandelst, wie das hier auf mich den Eindruck macht, darfst du aber davon ausgehen, dass sie dir kein ehrliches Feedback geben.

Dein Eindruck sei Dir unbenommen, aber ich denke, er täuscht.
Wie gesagt, die Kritik erfolgt bei uns vor einem Hintergrund gegenseitigen Respekts, sowohl fachlich als auch menschlich. Jeder hat seine Funktionen und Rollen, aber das erzeugt kein "oben" und "unten", sondern ein buntes Miteinander.
 
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Deleted member 21128

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  • #2.145
Ich bin dankbar für solche Hinweise, für solche Kritik.
Hier bringst du mE gang gut auf den Punkt, wo wir nicht zusammenkommen. Der Ausgangspunkt der Diskussion war ja Kritik i. e. S., mit der ich mich imho über den anderen erhebe. Die Botschaft lautet: "Das hast du falsch gemacht."
Dabei spielt es für mich eine große Rolle, warum ich glaube, dass diese Botschaft notwendig ist.
1. Der Adressat weiß bereits, dass er etwas falsch gemacht hat. Dann ist die Kritik doch sinnlos und wird als Nachtreten empfunden. Oder ich will ihm sagen, dass ich ihn "im Blick habe", auch nicht wirklich vertrauensfördernd.
2. Der Adressat weiß es eben nicht, dann ist aber die Kritik unangebracht und unfair. Dann muss nachgeschult werden oder ein Hinweis erfolgen.
Ein Hinweis ist aber keine Kritik. Die Botschaft lautet: "Denk dran, du musst dieses oder jenes beachten."
 
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fafner

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  • #2.149
Es enttäuscht mich, dass jetzt doch wieder meine Vorurteile recht bekommen.
Ich finde das bei meinen eher erbaulich. :)
Ich habe trotzdem kein Verständnis erreichen können, die Person hat sich in all den Jahren und Jahrzehnten kein My bewegt.
Wenn jemand Dich versteht, muß er sich bewegen? Ist die Bewegung dann erst quasi der Beweis für das Verständnis? Was genau bedeutet hier für Dich Verständnis?
Vielleicht erwartest Du auch schlicht zu viel von den Menschen? Mehr als Akzeptanz ist womöglich nicht drin. Bzw., wäre allein das nicht völlig ausreichend? :rolleyes:
Ich empfinde es sogar als ein Problem, dass oft die Kritik als dumm oder unpassend oder vernachlässigenswert oder böse eingeschätzt wird, ... mit der Aussage, er habe diesen Fehler ja selbst auch. Dabei ändert dies doch an der Kritik und ihrer allfälligen Berechtigung rein gar nichts.
Es ist halt eine Frage der Glaubwürdigkeit. o_O
Aber irgendwie dünkt es mich, könnte ich einen Menschen gar nicht so tief kennen, wenn ihn nie etwas stören würde, wenn er nie etwas anders haben möchte. Mir wäre das zu oberflächlich. Vielleicht gar zu scheinheilig.
Starker Tobak.
Schau doch mal zurück. Was würdest Du sagen, wie viele Deiner Beziehungen sind daran gescheitert, daß Dir zu wenig Kritik kam? Daß Du Deinen Partner deshalb gar für scheinheilig hieltest? :oops:
Wäre es nicht eine bessere Strategie, das zu loben, was man gut findet? Und vielleicht statt zu kritisieren einfach mit gutem Beispiel voranginge? Dadurch zeigte, wieviel einfacher / schöner das Leben dadurch wäre?
 
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Xeshra

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  • #2.150
Das hast Du gesagt... für mich ist das Leben weit mehr als das, allem voran aber glücklich sein und Hoffnung haben.

Eigentlich hat Gott alles geschaffen was es braucht um faul zu sein. Wieso tun wir uns soviel unnötige Schufterei an?
Jo. Dir ist es möglicherweise wichtiger, nicht zu schuften als geliebt zu werden.
Verflixte Zwickmühle...
 
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  • #2.151
Ein Hinweis ist aber keine Kritik. Die Botschaft lautet: "Denk dran, du musst dieses oder jenes beachten."

Genau das würde ich letztlich unter "Kritik" und einem kritischen Umgang miteinander einordnen.
Letztlich streiten wir uns also wohl mehr um eine passende sprachliche Abgrenzung zwischen sachlich-konstruktiven Hinweisen und unsachlich-destruktivem Einander-heruntermachen und weniger darum wie man am Ende eigentlich miteinander umgehen sollte.
 
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*Andrea*

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  • #2.152
Da ticken wir offensichtlich anders.

Wenn jemand Dich versteht, muß er sich bewegen? Ist die Bewegung dann erst quasi der Beweis für das Verständnis? Was genau bedeutet hier für Dich Verständnis?
Ich komme vielleicht auf die Idee mit dem Bewegen (innerlich!), weil ich mir das Verständnis von dieser Person nach wie vor wünschen würde. Stattdessen wird mir so quasi nach wie vor an den Kopf geworfen, dass ich nur so leben müsste wie diese Person selbst es getan resp. für mich vorgestellt hat - ohne je nur im geringsten zu merken, dass ich ein anderer Mensch bin und anders ticke, andere Bedürfnisse, Interessen, Fähigkeiten, Sehnsüchte, Grenzen etc. habe, in einer anderen Zeit lebe und vom Leben andere Geschenke und Herausforderungen erhalte etc. - dann hätte ich nie ein Problem gehabt. Es wäre des Verständnisses genug, wenn ich einfach hätte ich sein dürfen. Aber lassen wir das. Es ist ein altes Problem. Ich habe heute einige Menschen um mich herum, die mich gut verstehen, und ich muss dem Verständnis deshalb nicht mehr überall hinterherlaufen.

Vielleicht erwartest Du auch schlicht zu viel von den Menschen? Mehr als Akzeptanz ist womöglich nicht drin. Bzw., wäre allein das nicht völlig ausreichend? :rolleyes:
Akzeptanz wäre schon toll gewesen, damals. Aber wie gesagt, es ist ein altes Problem.

Ich finde Leute glaubwürdiger, insbesondere wenn es um wirklich schwierige Themen/auch menschlich herausfordernde Arbeit geht, die auch selbst Fehler eingestehen. Ich wünschte mir, dass wir auf der Basis dieses Eingeständnisses von Schwierigkeiten, einem notwendigen Ideal auch nur einigermassen gerecht zu werden, gemeinsam an unserer Haltung und der Verantwortungsübernahme als ganze Teams arbeiten würden. Aber das betrifft jetzt die "Branche", wo ich tätig bin, die ich hier aber nicht explizit nennen möchte.

Starker Tobak.
Schau doch mal zurück. Was würdest Du sagen, wie viele Deiner Beziehungen sind daran gescheitert, daß Dir zu wenig Kritik kam? Daß Du Deinen Partner deshalb gar für scheinheilig hieltest? :oops:
Es war für mich schon ein Mitgrund für meine letzte Trennung. Meine Sehnsucht nach mehr Tiefe ist stetig gewachsen. Aber der Fehler lag bei mir, denn ich hatte mir ja meinen Ex-Partner selbst ausgesucht. Ich habe ihn also deswegen auch nicht kritisiert (in dem Sinn, wie @WolkeVier Kritik versteht), hingegen ab und zu schon in dem Sinne, wie ich Kritik meine, nämlich als Wunsch, Bedürfnis, Frage. Und in meiner Ehe damals war das Thema irgendwie noch stärker da. Aber es war zu jener Zeit sicher auch von mir her nicht das an Tiefe und Auseinandersetzung möglich, wonach ich mich heute sehne. Ob es heute möglich ist, weiss ich nicht. In Zukunft vielleicht, vielleicht auch nicht.

Wäre es nicht eine bessere Strategie, das zu loben, was man gut findet? Und vielleicht statt zu kritisieren einfach mit gutem Beispiel voranginge? Dadurch zeigte, wieviel einfacher / schöner das Leben dadurch wäre?
Ja, klar. Aber es braucht schon auch irgendwie das Gefühl, dass der andere wirklich passt. Harmonische Freundschaften habe ich mehr als eine.
 
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  • #2.153
Genau das würde ich letztlich unter "Kritik" und einem kritischen Umgang miteinander einordnen.
Letztlich streiten wir uns also wohl mehr um eine passende sprachliche Abgrenzung zwischen sachlich-konstruktiven Hinweisen und unsachlich-destruktivem Einander-heruntermachen und weniger darum wie man am Ende eigentlich miteinander umgehen sollte.
Ja, letztlich "streiten" wir uns darum, dass du einen Hinweis als "scharfe Kritik" bezeichnest und das dann noch mit Formulierungen wie "um die Ohren hauen" verstärkst um dann hinterher zurückzurudern. Viel Blabla um nichts und schön am eigentlichen Thema vorbei. Alles in allem war die ganze Diskussion dadurch völlig gestört und sinnlos. Herzlichen Dank.
 
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*Andrea*

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  • #2.154
Jetzt bin ich zu spät für einen Nachtrag. Deshalb nun in einem zusätzlichen Beitrag:
Der Fairness halber möchte ich noch klarstellen, dass ich mit "scheinheilig" schein-heilig gemeint habe, zum Schein heilig. Ich hatte den Eindruck, das sei aus dem Kontext heraus klar, aber beim darüber Nachdenken kommt mir in den Sinn, dass ich ja zu oft zu grosse Gedankensprünge und Wortwitze mache, als dass mir alle ohne Erklärung folgen könnten.
 
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Deleted member 21128

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  • #2.155
dass ich ja zu oft zu grosse Gedankensprünge und Wortwitze mache, als dass mir alle ohne Erklärung folgen könnten.
:eek:
Der Fairness halber möchte ich noch klarstellen, dass ich mit "scheinheilig" schein-heilig gemeint habe, zum Schein heilig.
Bevor wir wieder in eine sinnlose Diskussion starten, würde ich dich bitten, den Begriff schein-heilig zu definieren, vor allem in Abgrenzung zu 'scheinheilig'.
 
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  • #2.156
Ja, letztlich "streiten" wir uns darum, dass du einen Hinweis als "scharfe Kritik" bezeichnest und das dann noch mit Formulierungen wie "um die Ohren hauen" verstärkst um dann hinterher zurückzurudern.

Zeige bitte auf, wo ich "zurückgerudert" bin. Und schau Dir den Kontext aus dem die "Schärfe der Kritik" stammt nochmal genau an. Da steht nicht umsonst ein "manchmal" im Satz, und der Hinweis darauf, dass man das Geschriebene ohne den genauen Kontext schwer nachvollziehbar bleiben wird steht da auch sehr bewusst. Das "um die Ohren hauen" sei geschenkt: ja, das war zu flapsig formuliert. Bei Diskussionen mit Dir werd' ich in Zukunft ggf. sauberer formulieren.
 
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  • #2.157
Zeige bitte auf, wo ich "zurückgerudert" bin.
Nicht im Ernst jetzt, oder? :rolleyes: Es würde mich echt mal interessieren, worum es dir in der Diskussion ging. Vermutlich vor allem darum, auf dicke Hose zu machen.
Da steht nicht umsonst ein "manchmal" im Satz, und der Hinweis darauf, dass man das Geschriebene ohne den genauen Kontext schwer nachvollziehbar bleiben wird steht da auch sehr bewusst.
Dieses Relativieren und die Einschränkung, dass es ohne den Kontext (vom anderen!) nur schwer nachvollzogen werden kann, ist auch ein Zurückrudern.
Bei Diskussionen mit Dir werd' ich in Zukunft ggf. sauberer formulieren.
Ich bitte darum. Und überleg dir auch vorher, was deine Intention ist. :rolleyes:
 
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*Andrea*

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  • #2.158
Gut dass wir das nochmal abgefragt haben. Das Äußern eines Bedürfnisses bzw. Wunsches oder einer Anforderung ist für mich keine Kritik.
Für mich schon, zumindest, wenn die Äusserung auf eine Handlung folgt, die nicht dem gewünschten Verhalten entsprach.

Nein, überhaupt nicht. Ich beschäftige mich seit Jahrzehnten mit solchen Dingen und habe dazu eine klare Haltung.
Wenn ich - in einer Welt, in der alle an das Kritikkonzept glauben - für mich beschließe, dass ich Kritik annehmen möchte, dann bedeutet das doch nicht, dass ich Kritik generell gut finde und sie deshalb auch übe.
Da hast du Recht.

Da sind wir jetzt wieder am Ausgangspunkt: Kritik ist Kritik und ich erachte sie immer als "von oben herab".
Ich finde es auch nicht unbedingt schlimm, auf etwas, das jemand nicht möchte, direkt mit Kritik (so wie du sie verstehst) zu reagieren, sofern diese nicht verletzend formuliert wird. Es kommt aber natürlich auch auf den Kontext an, z.B. wie problematisch das Verhalten (ev. für Drittpersonen, die sich selbst nicht (genügend) wehren können) ist und auch wie die Beziehung zwischen der kritisierenden und er kritisierten Person ist. Dies denke ich aber bloss weil ich unsere leider oft problematischen Prägungen in mein Handeln und Beurteilen von Kommunnikation einbeziehe.

Eigentlich fände ich es grundsätzlich nicht problematisch zu kritisieren. Für mich beinhaltet eine Kritik nach wie vor keine Abwertung der kritisierten Person oder ein mich über sie Erheben, wie du dies betonst. Ich kann diesen Punkt nicht nachvollziehen. Ich sehe es eher so, dass viele Leute so darauf reagieren, als ob dem so wäre, weil man ihnen mit problematischen Reaktionen auf Fehler (vor allem als Kind) beigebracht hat, dass es etwas Schlimmes ist, einen Fehler zu begehen, und etwas noch Schlimmeres, wenn dies jemand merkt. Z.B. weil sie nicht sachlich auf den Fehler hingewiesen, sondern dafür bestraft oder lächerlich gemacht wurden. Doch eigentlich gälte es mit diesem Bestrafen, Lächerlichmachen und auch mit diesen Trugschlüssen bezüglich Kritik aufzuräumen, denn Fehler zu machen ist normal und menschlich, und sie zu bemerken (eventuell dadurch, dass man darauf hingewiesen wird) ist die Voraussetzung dafür, aus ihnen zu lernen. (Wenn man stattdessen nur Wünsche und Bedürfnisse äussert, ohne einen deutlichen Bezug auf die als schwierig erachtete Handlung zu machen, geht man das Risiko ein, dass gar nicht verstanden wird, was problematisch ist und es deshalb wiederholt wird. Wünsche und Bedürfnisse werden ja oft eher allgemein formuliert, und oft nicht von allen im gleichen Kontext verstanden. Wenn man sie im Nachgang auf etwas Problematisches ganz konkret formuliert, dann ist es ja dann wirklich wieder klare Kritik, oder?)

Ich verstehe nicht, weshalb ich deiner Meinung nach z.B. nicht mit jemandem auf Augenhöhe sein könnte, dem ich sagen würde, er hätte sichh da gerade vertippt, im Wissen darum, dass ich mich selbst auch immer wieder vertippe. Ich könnte sogar froh sein, später von ihm auch darauf hingewiesen zu werden. Und selbst wenn ich grössere Sprachkompetenzen habe als die Person, deren Text ich korrigiere, stelle ich mich doch nicht über sie, denn es ist mir z.B. bewusst, dass diese Person viel belastbarer ist als ich. Wie sollte ich aufgrund dieser beiden Einschätzungen dazu kommen, mich über die Person zu erheben oder sie abzuwerten, nur weil ich ihre sprachlichen Fehler kritisiere?

Ich fände es nach wie vor besser, wir würden von unseren übertriebenen Ängsten vor und verletzten und wütenden Reaktionen auf Kritik abzusehen lernen und statt dessen eine Fehlerkultur entwickeln, sodass allen klar wäre, dass es weder etwas Schlimmes ist, einen Fehler zu machen, noch einen zu kritisieren, sondern dass es uns alle gemeinsam weiterbringt, wenn wir offen damit umgehen können.
 
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*Andrea*

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  • #2.159
:eek:

Bevor wir wieder in eine sinnlose Diskussion starten, würde ich dich bitten, den Begriff schein-heilig zu definieren, vor allem in Abgrenzung zu 'scheinheilig'.
Das Wort scheinheilig hat für mich die Konnotation von bewusster und manipulativer Verhaltensweise, so als ob man sich als heilig darstellen möchte, aber irgendeinen sehr egoistischen Zweck im Sinn hätte. Ich hatte dies aber nicht so gemeint, sondern bloss, dass diese Verhaltensweise irgendwie heilig wirkt, dass es aber in Wirklichkeit nicht möglich ist, bedingungslos zu lieben, sondern dass man dann vielleicht eher unbewusst auf seine Bedürfnisse und Wünsche verzichtet, weil man Angst vor Auseinandersetzung hat, weil man Angst hat, sich zu zeigen, wie man ist, weil man dann zurückgewiesen werden könnte.
 
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Deleted member 21128

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  • #2.160
Für mich schon, zumindest, wenn die Äusserung auf eine Handlung folgt, die nicht dem gewünschten Verhalten entsprach.
Stimmt, dann wird so ein Hinweis idR auch als Kritik wahrgenommen.
sofern diese nicht verletzend formuliert wird.
Das ist imho eine Schwäche des Konstrukts, dass ich das zwar versuchen kann, es aber letztlich am Empfänger liegt.
Ich muss da leider nochmal Haarspalterei betreiben, denn ich halte sehr viel davon, sehr klar zu formulieren, was ich möchte und was nicht. Gerade in der Arbeitswelt ist es imho eines der größten Probleme, dass die Menschen oft gar nicht so genau wissen, was von ihnen erwartet wird. Das stellt für mich aber keine Kritik dar.
Kritik nenne ich es, wenn ich jemandem sage, dass das was er getan hat falsch war. Und das geht immer damit einher, dass ich es wohl besser weiß als er. Wie man das in einer Beziehung richtig finden kann, ist mir offen gestanden ein völliges Rätsel.
Eigentlich fände ich es grundsätzlich nicht problematisch zu kritisieren.
"Eigentlich fände ich..." :) Aha. Aber?
denn Fehler zu machen ist normal und menschlich
Das könnte doch ein Grund sein, sie nicht zu kritisieren.
und sie zu bemerken (eventuell dadurch, dass man darauf hingewiesen wird) ist die Voraussetzung dafür, aus ihnen zu lernen.
Wir lernen also, Fehler zu vermeiden. Also sind sie doch was schlechtes?
Ich könnte sogar froh sein, später von ihm auch darauf hingewiesen zu werden.
Jetzt sind wir aber wieder beim Hinweis. Und selbst da... Er hat sich vertippt, shit happens. Was bezweckst du mit dem Hinweis? Soll er sich mehr anstrengen? Soll er wissen, dass du es gesehen hast, es besser weißt? Ich erkenne da den Nutzen nicht. Vielleicht ist es ihm nicht wichtig.
Ich fände es nach wie vor besser, wir würden von unseren übertriebenen Ängsten vor und verletzten und wütenden Reaktionen auf Kritik abzusehen lernen und statt dessen eine Fehlerkultur entwickeln, sodass allen klar wäre, dass es weder etwas Schlimmes ist, einen Fehler zu machen, noch einen zu kritisieren, sondern dass es uns alle gemeinsam weiterbringt, wenn wir offen damit umgehen können.
Wie gesagt, jemandem einen Hinweis zu geben, wenn er offensichtlich etwas nicht weiß, kann sinnvoll sein. Alles andere sehe ich sehr kritisch ;).
Mich würde aber immer noch ein Beispiel für sinnvolle Kritik in einer Liebesbeziehung interessieren...
 
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