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Deleted member 21128

  • #2.161
Ich hatte dies aber nicht so gemeint, sondern bloss, dass diese Verhaltensweise irgendwie heilig wirkt, dass es aber in Wirklichkeit nicht möglich ist, bedingungslos zu lieben, sondern dass man dann vielleicht eher unbewusst auf seine Bedürfnisse und Wünsche verzichtet, weil man Angst vor Auseinandersetzung hat, weil man Angst hat, sich zu zeigen, wie man ist, weil man dann zurückgewiesen werden könnte.
Verstehe, danke.
Scheinheilig wäre es wohl, immer so zu tun, als würde man alles am anderen perfekt finden. Ich glaube irgendwo bei Loriot gibt es ein älteres Pärchen, die das bis zum Kotzen perfektioniert haben. Am Schluss kracht es da gewaltig.
Kritik, um die Durchsetzung der eigenen Wünsche und Bedürfnisse durchzusetzen? Das hieße aber doch, den Partner zu verändern und etwas aus ihm zu machen, was er gar nicht ist.
Ich definiere eine Liebesbeziehung anders. Ich äußere meine Wünsche und Bedürfnisse, manche werden erfüllt, andere nicht. Alles gut. Ich wüsste nicht, was ich kritisieren sollte, wenn meine Freundin gerade keine Lust hat, meinen Wünschen zu entsprechen.
Kritik an vermeintlichem Fehlverhalten? Uuuuaaaahhh, ganz übel! Ich bin doch nicht ihr Erziehungsberechtigter! Außerdem merkt sie doch selber, wenn sie "einen Fehler" gemacht hat. Dann hat ja irgendwas nicht funktioniert. Das letzte, was sie dann braucht, ist jemand, der ihr das sagt.
Mit schein-heilig hat das aber nichts zu tun. Eher mit Sein lassen.
 
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*Andrea*

  • #2.162
Ich muss da leider nochmal Haarspalterei betreiben, denn ich halte sehr viel davon, sehr klar zu formulieren, was ich möchte und was nicht. Gerade in der Arbeitswelt ist es imho eines der größten Probleme, dass die Menschen oft gar nicht so genau wissen, was von ihnen erwartet wird.
Ja, das mag sein. Aber auch dann weisst du es doch irgendwie besser.

Kritik nenne ich es, wenn ich jemandem sage, dass das was er getan hat falsch war. Und das geht immer damit einher, dass ich es wohl besser weiß als er.
Du weisst es auch besser, wenn du es im Voraus formulierst.

Wie man das in einer Beziehung richtig finden kann, ist mir offen gestanden ein völliges Rätsel.
Es stimmt, dass es in einer Beziehung problematischer ist. Andererseits denke ich, du bist wohl diesbezüglich auch eher privilegiert und hast bestimmt eine Partnerin, die reflektiert ist und eine geübte Kommunikationsfähigkeit besitzt. Denk mal, wie wäre das, wenn du mit jemandem in einer Beziehung wärst, der einfach nicht kapiert - oder es nicht umsetzt - was du dir so wünscht. Du hast beispielsweise schon mehrfach gesagt, dass du am frühen Morgen ein Bedürfnis nach etwas Ruhe hast, um langsam in den Tag hinein zu kommen. Und nun plappert dich deine Partnerin jeden Morgen voll, sobald du die Augen geöffnet hast, ohne Pause bis du die Wohnung verlässt, um zur Arbeit zu gehen. Du hast schon mehr als einmal, wenn ihr am Wochenende eine entspannte Zeit hattet und du auch Lust auf Reden hattest, den Wunsch geäussert und versucht zu erklären, weshalb dir dies wichtig ist und wie du dich fühlst, wenn du diese Ruhe am Morgen nicht hast. Doch deine Partnerin plappert einfach munter weiter. Was tust du nun? Ist es nun ein Fehler, sie zu kritisieren, oder eher, wenn du nicht darauf reagierst, deine Bedürfnisse und deinen Ärger unterdrückst, dieser täglich wächst und du irgendwann feststellst, dass die Liebe verschwunden ist?

Das habe ich doch schon geschrieben!
Weil die meisten von uns problematische Erfahrungen gemacht haben, wenn sie als Kind einen Fehler machten. Das ist aber eine kulturelle Sache, und ein neuer Umgang damit wäre wünschenswert. Und wenn man sich dies wünscht, muss und darf man auch irgendwann damit anfangen.
Ausserdem lässt du immer ausser Acht, was ich bezüglich unterschiedlichen Kontexten sage. Ich hatte nämlich vorwiegend Situationen im Kopf, wo es um Arbeit mit Menschen geht, die gerade in einem verletzlichen Zustand und in einer Situation mit grossem Machtgefälle sind und sich deshalb selbst nicht so einfach wehren können. Da kommt man meines Erachtens nicht darum herum, im Team kritisieren zu dürfen und miteinander zu lernen.

Das könnte doch ein Grund sein, sie nicht zu kritisieren.

Wir lernen also, Fehler zu vermeiden. Also sind sie doch was schlechtes?
Natürlich sind Fehler nicht wünschenswert, vor allem ist es nicht wünschenswert, sie ständig zu wiederholen! Aber es ist auch wünschenswert, einzusehen, dass es nicht mit einer Abwertung des Menschen verknüpft ist, wenn er einsehen muss, einen Fehler gemacht zu haben und/oder wenn ihm dies jemand sagt.
Du behauptest immer, es sei eine Abwertung damit verbunden zu kritisieren. Also damit, jemandem nahe zu bringen, dass er etwas Problematisches getan hat. Wie erlebst du es denn selbst, wenn du einen gemachten Fehler bei dir oder eine problematische Verhaltensweise bemerkst? Fühlst du dich dann weniger wert? Ist es nicht im Gegenteil so, dass dies über einen vielleiecht vorhandenen momentanen Schreckensmoment hinaus eher eine positive Wirkung für dich hat? Und je mehr du diese Erfahrung machst, dass es sich lohnt, Fehler und Schwächen zu bemerken, desto weniger heftig wird dieser Schreckensmoment. Das funktioniert genau gleich in Teams, wo man sich gewöhnt ist, ehrlich und (selbst-)kritisch zu reflektieren.

Er hat sich vertippt, shit happens. Was bezweckst du mit dem Hinweis? Soll er sich mehr anstrengen? Soll er wissen, dass du es gesehen hast, es besser weißt? Ich erkenne da den Nutzen nicht. Vielleicht ist es ihm nicht wichtig.
Tippfehler interessieren mich nur dann, wenn der Text nachher an andere gelangen oder gar publiziert werden soll. Wenn ich den Tippfehler anspreche, dann ist dies vielleicht sogar ein Schutz davor, dass andere, spätere Leser negativ über den Schreiber denken.

Wie gesagt, jemandem einen Hinweis zu geben, wenn er offensichtlich etwas nicht weiß, kann sinnvoll sein. Alles andere sehe ich sehr kritisch ;).
Es geht doch oft nicht um Wissen, sondern um Reflexion von problematischen Verhaltensweisen. Ich wünsche mir, dass ich mehr kritisches Feedback erhalte (und damit auch die Möglichkeit mit jemandem über Alternativen zu sprechen), leider gibt es aber dafür zu wenig Fehlerkultur. Die Leute trauen sich kaum, selbst wenn man sie wiederholt darum bittet.
Dies ist übrigens ein Grund, weshalb ich im Forum bin. Hier sprechen die Leute eher aus, wenn sie etwas problematisch finden. Man kann kaum woanders derart deutliches Feedback erhalten. Ich finde dies sehr wertvoll! Und die Übung darin hat mir nicht nur geholfen, mich zu entwickeln, sondern auch deutlich gelassener zu werden und auch andernorts anders mit eigenen und fremden Fehlern und Schwächen umgehen zu können. Weshalb also sollte dies in anderen Kontexten nicht auch möglich und hilfreich sein?

Mich würde aber immer noch ein Beispiel für sinnvolle Kritik in einer Liebesbeziehung interessieren...
Habe ich jetzt oben gemacht. Zufrieden?
 
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*Andrea*

  • #2.163
Verstehe, danke.
Scheinheilig wäre es wohl, immer so zu tun, als würde man alles am anderen perfekt finden. Ich glaube irgendwo bei Loriot gibt es ein älteres Pärchen, die das bis zum Kotzen perfektioniert haben. Am Schluss kracht es da gewaltig.
Kritik, um die Durchsetzung der eigenen Wünsche und Bedürfnisse durchzusetzen? Das hieße aber doch, den Partner zu verändern und etwas aus ihm zu machen, was er gar nicht ist.
Ich definiere eine Liebesbeziehung anders. Ich äußere meine Wünsche und Bedürfnisse, manche werden erfüllt, andere nicht. Alles gut. Ich wüsste nicht, was ich kritisieren sollte, wenn meine Freundin gerade keine Lust hat, meinen Wünschen zu entsprechen.
Kritik an vermeintlichem Fehlverhalten? Uuuuaaaahhh, ganz übel! Ich bin doch nicht ihr Erziehungsberechtigter! Außerdem merkt sie doch selber, wenn sie "einen Fehler" gemacht hat. Dann hat ja irgendwas nicht funktioniert. Das letzte, was sie dann braucht, ist jemand, der ihr das sagt.
Mit schein-heilig hat das aber nichts zu tun. Eher mit Sein lassen.
Wie gesagt, ich glaube, du befindest dich an einem qualtitativ guten Ort mit deiner Beziehung. Und ich sprach davon, dass jemand auch nie einen Wunsch oder ein Bedürfnis formuliert hat. Er fand angeblich tatsächlich immer alles perfekt. Das gab mir das Gefühl, dass ich da gar kein Gegenüber hatte. Es ist doch nicht Liebe, wenn der andere so tut, als seien seine Bedürfnisse und Wünsche immer gleich wie meine! Um wirklich zu lieben muss und will ich doch auch das lieben, was eben anders und für mich nicht ganz einfach ist! Wenn der Partner mir dies aber vorenthält, dann bleibt da ein Eindruck von Oberflächlichkeit der Beziehung zurück und ein Wunsch nach mehr Tiefe.
 
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Deleted member 21128

  • #2.164
Ja, das mag sein. Aber auch dann weisst du es doch irgendwie besser.
Gar nicht mal unbedingt. Es geht eher darum, dass die Menschen eine Orientierung haben und dass die Rädchen ineinander laufen. Aber selbst wenn, dann ist die Botschaft "Ich möchte gerne, dass es so und so gemacht wird." imho netter als die Aussage "Das hast du falsch gemacht."
Doch deine Partnerin plappert einfach munter weiter.
Vielen Dank für das Beispiel. Meiner Ansicht nach habe ich nicht das Recht, von ihr zu erwarten, dass sie sich ändert. Warum sollte sie ihren Ausdruck einschränken müssen, nur weil er mir nicht gefällt?
Sie kann das gerne berücksichtigen, aber wenn sie es nicht tut / nicht will / nicht kann, was erreiche ich dann mit meiner Kritik?
Ich muss mir dann eher selbst helfen. Entweder ich halte das aus oder ich ziehe mich zurück. Oder natürlich kann man Kompromisse schließen, zB ich ziehe mich ein paar Minuten zurück und ein paar Minuten höre ich ihr zu. Aber ich würde im Leben nicht zu ihr sagen, dass ich es doof finde. (Wenn ich solche und ähnliche Dinge in ausreichender Form doof finde, passen wir vielleicht nicht wirklich zusammen.)
wenn du mit jemandem in einer Beziehung wärst, der einfach nicht kapiert - oder es nicht umsetzt - was du dir so wünscht.
Meine Vorstellung von Beziehung ist maximal von dem Anspruch entfernt, meine Partnerin dazu zu bringen, nach meinen Vorstellungen zu funktionieren.
oder eher, wenn du nicht darauf reagierst, deine Bedürfnisse und deinen Ärger unterdrückst, dieser täglich wächst und du irgendwann feststellst, dass die Liebe verschwunden ist?
Das ist nach meiner Erfahrung einer der Hauptgründe, warum Beziehungen scheitern. Man ist mit jemandem zusammen und versucht ihn nun, nach seinen Wünschen zu optimieren. Eigentlich klar, dass das nicht funktionieren kann. Und dann nach Jahren, attestieren wir ihm, dass er nicht gesprächsbereit war, nicht zugehört oder nichts geändert hat. Gruselig!
Ich mag meine Freundin, so wie sie ist. Und die paar Dinge, die mich manchmal nerven oder die ich halt nicht so prickelnd finde, entspringen Teilen ihrer Persönlichkeit, die ich wirklich nicht anders haben möchte.
Ausserdem lässt du immer ausser Acht, was ich bezüglich unterschiedlichen Kontexten sage.
Nein, ich sehe es nur anders. Das was du schreibst, sind aus meiner Sicht gerade Argumente gegen Kritik. Hier zB:
Ich hatte nämlich vorwiegend Situationen im Kopf, wo es um Arbeit mit Menschen geht, die gerade in einem verletzlichen Zustand und in einer Situation mit grossem Machtgefälle sind und sich deshalb selbst nicht so einfach wehren können.
Genau in diesen Fällen würde ich jedwede Kritik vermeiden.
Da kommt man meines Erachtens nicht darum herum, im Team kritisieren zu dürfen und miteinander zu lernen.
Auch noch im Team, also Kritik vor anderen? Fürchterlich!
Aber es ist auch wünschenswert, einzusehen, dass es nicht mit einer Abwertung des Menschen verknüpft ist, wenn er einsehen muss, einen Fehler gemacht zu haben und/oder wenn ihm dies jemand sagt.
Ja, da bin ich bei dir. Wenn die Menschen so wären, dann hätten wir damit keine Probleme. Ich kenne aber keinen, der Kritik mag. Und nochmal - Abgrenzung zum Hinweis! - Kritik ist nicht konstruktiv!
Du behauptest immer, es sei eine Abwertung damit verbunden zu kritisieren.
Halt, stopp, das habe ich so nicht gesagt. Ich sage, dass ich mich mit Kritik über den anderen erhebe, und klar, das kann bei ihm als Abwertung ankommen.
Also damit, jemandem nahe zu bringen, dass er etwas Problematisches getan hat.
Wollen wir bitte mal aufhören, immer wieder um diesen Punkt zu kreisen? Wenn ich einen Fehler eines anderen feststelle, der diesem nicht bewusst ist, und es einen Nutzen bringt, ihn darauf hinzuweisen, dann ist das prima. Schau dir mal genau an, wie oft Kritik geäußert wird, wo das der Fall ist.
Wie erlebst du es denn selbst, wenn du einen gemachten Fehler bei dir oder eine problematische Verhaltensweise bemerkst?
Jedenfalls brauche ich dann keinen, der mich auch noch kritisiert.
Kann schon sein, dass es mir peinlich ist oder ich mich schäme.
Ist es nicht im Gegenteil so, dass dies über einen vielleiecht vorhandenen momentanen Schreckensmoment hinaus eher eine positive Wirkung für dich hat?
Ganz klar, Einsicht in Fehler bringt mich weiter. Aber idR merke ich doch selber, dass etwas nicht gut funktioniert. Und wenn nicht, dann macht es wohl keinen Unterschied, oder? Dann würde der andere mich nur zu seinem Nutzen kritisieren.
Und je mehr du diese Erfahrung machst, dass es sich lohnt, Fehler und Schwächen zu bemerken, desto weniger heftig wird dieser Schreckensmoment.
Deine Lösung heißt also, ich gewöhne mich an das Unangenehme?
Meine Lösung heißt, ich komme ohne das Unangenehme genauso gut oder sogar besser zurecht.
Wenn ich den Tippfehler anspreche, dann ist dies vielleicht sogar ein Schutz davor, dass andere, spätere Leser negativ über den Schreiber denken.
Klar, dann hat es einen Nutzen für denjenigen. Aber auch in dem Fall, würde ich es bestmöglich versuchen, die Hinweise so zu formulieren, dass es keine Kritik ist. Drum greift man doch zu Formulierungen wie "da hat sich der Fehlerteufel eingeschlichen" anstatt "da hast du aber viele Tippfehler fabriziert".
Wobei das jetzt auch ein etwas schwächeres Beispiel ist, weil sich deswegen die Menschen ja meist nicht so furchtbar angegriffen fühlen. Es handelt sich ja um Fehler, mit denen die meisten gut leben können, macht ja jeder.
sondern um Reflexion von problematischen Verhaltensweisen.
Problematisch für wen?
Ich wünsche mir, dass ich mehr kritisches Feedback erhalte (und damit auch die Möglichkeit mit jemandem über Alternativen zu sprechen), leider gibt es aber dafür zu wenig Fehlerkultur. Die Leute trauen sich kaum, selbst wenn man sie wiederholt darum bittet.
Ja, das sehe ich auch so, und hier im Forum kann ein Feedback halt nur ausformuliert werden. Im echten Leben merke ich doch anders, dass etwas nicht funktioniert. Davon abgesehen hast du auf das eine oder andere sehr kritische Feedback von mir nicht so reagiert, dass mich das zu weiteren Rückmeldungen motiviert hätte. Machst du dir da was vor?
Ja, das war ein gutes Beispiel, danke nochmal!
Und ich sprach davon, dass jemand auch nie einen Wunsch oder ein Bedürfnis formuliert hat. Er fand angeblich tatsächlich immer alles perfekt.
Mir ist deine Geschichte leider nicht (immer) präsent.
Natürlich äußere ich Bedürfnisse und Wünsche und die Menschen in meinem Umfeld bekommen schon mit, was ich mag und was weniger. Ich habe nur nicht den Anspruch, dass sie sich danach ausrichten.
Allerdings habe ich mir auch eine Freundin angelacht, die (ähnlich wie ich) immer darauf achtet, dass es anderen gut geht.
Zum Glück lernt sie gerade, verstärkt auf sich selbst zu achten. :)
 
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*Andrea*

  • #2.165
@WolkeVier
Ich geb's auf. :( Du weisst es eh besser.

Ich würde mir wünschen, du würdest zu verstehen versuchen, was du liest.
 
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  • #2.168
Wenn ich mal etwas zu Folgendem sagen darf:
Und ich sprach davon, dass jemand auch nie einen Wunsch oder ein Bedürfnis formuliert hat. Er fand angeblich tatsächlich immer alles perfekt. Das gab mir das Gefühl, dass ich da gar kein Gegenüber hatte. Es ist doch nicht Liebe, wenn der andere so tut, als seien seine Bedürfnisse und Wünsche immer gleich wie meine! Um wirklich zu lieben muss und will ich doch auch das lieben, was eben anders und für mich nicht ganz einfach ist! Wenn der Partner mir dies aber vorenthält, dann bleibt da ein Eindruck von Oberflächlichkeit der Beziehung zurück und ein Wunsch nach mehr Tiefe.
Ja, da fehlt dann die notwendige Reibung für eine Liebesbeziehung. Die dann wiederum die Spannung erbringt und das Ganze haltbar macht. Ob wirklich keine Liebe vorhanden ist, lässt sich schwer sagen, jedenfalls gibt es keine Abgrenzung, aus welchen Gründen auch immer. Könnte Angst, genauso gut Bequemlichkeit usw. sein. In so einer Beziehung fühlt man sich alleine, da der Andere das Gefühl vermittelt, er würde einfach in Einem aufgehen. Und es im Endeffekt eigentlich egal ist, was man sagt, macht, denn es ist eh perfekt und er befindet sich permanent im Schlepptau. Für Egozentrierte mag das wunderbar sein, kenne ich so ein paar, deren Partner im Schatten ihre Sonne, die nur sich selbst bestrahlt, anbeten.:)
Das hat aber nichts mit Kritik üben zu tun, sondern eher, wie man sich als "Ich" vermittelt, mit seinen Standpunkten und, wie Du sagst, seiner Andersartigkeit.
 
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Deleted member 21128

  • #2.169
Guten Morgen Andrea! :)
Vielleicht versuche ich es dann doch noch mal
Sag mir doch bitte mal, was du versuchst, vielleicht kann ich dir dann helfen.
Falls es dir darum geht, dass ich dich verstehen soll, würde ich sagen, Wunsch erfüllt. Ich sehe es nur anders als du, und deine Argumente überzeugen mich nicht.
Verstehst du meinen Standpunkt denn?
Dir auch, danke. Hier gießt es in Strömen, daher freue ich mich ganz besonders auf den Kurztrip übers Wochenende. :)
 
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  • #2.170
Ich fände es nach wie vor besser, wir würden von unseren übertriebenen Ängsten vor und verletzten und wütenden Reaktionen auf Kritik abzusehen lernen und statt dessen eine Fehlerkultur entwickeln, sodass allen klar wäre, dass es weder etwas Schlimmes ist, einen Fehler zu machen, noch einen zu kritisieren, sondern dass es uns alle gemeinsam weiterbringt, wenn wir offen damit umgehen können.
Die Problematik liegt doch darin, daß nicht jeder die gleichen Vorstellungen davon hat, was ein "Fehler" ist oder "kritikwürdig".
Denk mal, wie wäre das, wenn du mit jemandem in einer Beziehung wärst, der einfach nicht kapiert - oder es nicht umsetzt - was du dir so wünscht. Du hast beispielsweise schon mehrfach gesagt, dass du am frühen Morgen ein Bedürfnis nach etwas Ruhe hast, um langsam in den Tag hinein zu kommen. Und nun plappert dich deine Partnerin jeden Morgen voll, sobald du die Augen geöffnet hast, ohne Pause bis du die Wohnung verlässt, um zur Arbeit zu gehen. Du hast schon mehr als einmal, wenn ihr am Wochenende eine entspannte Zeit hattet und du auch Lust auf Reden hattest, den Wunsch geäussert und versucht zu erklären, weshalb dir dies wichtig ist und wie du dich fühlst, wenn du diese Ruhe am Morgen nicht hast. Doch deine Partnerin plappert einfach munter weiter. Was tust du nun? Ist es nun ein Fehler, sie zu kritisieren, oder eher, wenn du nicht darauf reagierst, deine Bedürfnisse und deinen Ärger unterdrückst, dieser täglich wächst und du irgendwann feststellst, dass die Liebe verschwunden ist?
Natürlich ist es ein Fehler, sie zu kritisieren, denn sie tut ja nichts "falsches", sondern es ist ihr ein Bedürfnis, sich zu unterhalten. Das ist ihre Natur, und dieser Partner hat offenbar keine Lust, darauf einzugehen, oder sie so auch nur zu akzeptieren, geschweige denn zu lieben.
Ist des einen Bedürfnis nach Ruhe irgendwie höherwertig als des anderen nach Unterhaltung? Schon die Bezeichnung "Plappern" ist reichlich abwertend und soll in meinen Augen genau das ausdrücken.
So ein Unterhaltungs- oder Mitteilungsbedürfnis fällt doch auch nicht so einfach vom Himmel. Das hatte die Partnerin ja schon immer. Also wenn es nun "plötzlich nervt" und der Partner "diesen Fehler kritisiert", dann ist er vorher mit der Partnerin und - noch schlimmer - mit sich selbst einfach nicht ehrlich gewesen. Finde ich unmöglich. :oops:
Mit solcher Art "Kritik" fährt man über kurz oder lang sicher jede Beziehung gegen die Wand. :eek:
Um wirklich zu lieben muss und will ich doch auch das lieben, was eben anders und für mich nicht ganz einfach ist!
Also im Fall des "plappernden" Partners scheint das dann nicht zu funktionieren, falls das ein Beispiel aus Deinem Leben gewesen ist... o_O
 
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*Andrea*

  • #2.171
Sag mir doch bitte mal, was du versuchst, vielleicht kann ich dir dann helfen.
Ich hatte versucht, mich verständlich zu machen.

Falls es dir darum geht, dass ich dich verstehen soll, würde ich sagen, Wunsch erfüllt. Ich sehe es nur anders als du, und deine Argumente überzeugen mich nicht.
Verstehst du meinen Standpunkt denn?
Ja, ich verstehe deinen Standpunkt, habe aber öfter mal beim Lesen deiner Antworten den Eindruck, dass du mich missverstehst. Ich empfinde es ausserdem als seltsam, wenn du und auch @fafner hier so als Kritikgegner daher kommen wollen, mich aber ja doch irgendwie die ganze Zeit kritisieren, statt einfach mal zuerst zu verstehen versuchen. Z.B. das Plapperbeispiel (ein fiktives Beispiel im Übrigen, aber ich kann mir die Situation gut vorstellen, ich hätte damit Mühe, wenn mir das geschähe). Da meckert ihr einfach darüber und macht es runter, dass es da überhaupt jemandem einfallen könnte, sich wegen des konstanten, allmorgendlichen Redeflusses einer Partnerin, nachdem man schon mehrfach den Wunsch nach etwas ruhigerem Herangehen an den Tag geäussert hatte, zu beschweren. Statt eurer Kritik daran und eurem übergrossen Unverständnis würde ich persönlich mir mehr Einfühlungsvermögen von euch wünschen. Ihr könntet ja auch vor eurer Kritikkeule zuerst mal nachfragen, weshalb mich dies überhaupt problematisch dünkt, ob ich es denn wirklich kritikwürdig fände und weshalb. Nun, da ihr nicht gefragt habt, sondern euch über mich erhoben habt mit eurer Kritik ;), dass da Kritik sowieso daneben sei, reibe ich euch mal unter die Nase, ob ihr denn überhaupt nicht die Fähigkeit habt, euch vorzustellen, dass es jemanden in einen grossen Stress bringen könnte, wenn er jeden Tag frühmorgens einem konstanten Redefluss seiner Partnerin ausgesetzt ist. Gehen wir mal davon aus, dass er eine Person ist, der seine Partnerin liebt und hohe Ansprüche an seine Interaktion mit ihr stellt, d.h. er möchte ihr, wenn sie ihm etwas erzählt, gut zuhören, auf ihre Themen eingehen und sich später auch daran erinnern. Nun braucht dieser Mann jedoch am Morgen einfach ein langsames Wachwerden (warum auch immer, er tickt nun mal so) weil er sonst in einen Stress rein kommt, den er den ganzen Tag nicht mehr los wird und der sich im Gegenteil den ganzen Tag über immer noch mehr aufbaut. Dann klappt bei der Arbeit nichts und er hat Konflikte mit Arbeitskollegen und Kunden, obwohl er, wenn es ihm gut geht (und dazu braucht er nun mal einen ruhigen Start in den Tag, um richtig wach zu werden, in Gang zu kommen und um sich innerlich auf den Tag einzustellen) ein sehr gelassener, achtsamer, freundlicher, wohlwollender Mensch ist, der mit keinem Streit hat und den alle mögen. Wenn er dann nach einem solchen Tag, sehr unzufrieden mit sich selbst und dem ganzen tagsüber angehäuften Stress im Nacken heim kommt, eigentlich für seine Partnerin kochen wollte und mit ihr einen schönen Abend verbringen, dann merkt er, dass dies nicht mehr funktionieren kann, und er sorgt sich, dass dies langfristig seine Liebesbeziehung zerstören wird. Er denkt darüber nach, was die Ursachen für diese Probleme sind und erinnert sich daran, dass es immer dann unproblematisch war, wenn seine Partnerin aus irgendeinem Grund morgens nicht da war oder länger ausgeschlafen hat als er. Deshalb hat er mehrfach versucht, ihr dies zu erklären, aber sie hat es offensichtlich nicht wirklich ernst genommen und sich nicht einfühlen können (so ähnlich wie ihr beiden), oder sie vergisst es einfach jeden Morgen. Irgendwann denkt sich unser Mann, es könne nicht so weitergehen, und er müsse das jetzt ansprechen. Er äussert deshalb diese Kritik. Vielleicht ist seine Partnerin im ersten Moment etwas wütend, weil für sie das Erzählen am Morgen sehr wichtig scheint, oder auch nur weil sie nicht verstehen kann, dass ihn dies wirklich belastet. Vielleicht ist sie auch zerknirscht, weil sie jetzt plötzlich merkt, dass sie zu wenig darauf geachtet hat. Aber vermutlich, denn die Beziehung ist ja eine gute, wird sie sich ab dann am Morgen etwas mehr zurückhalten, und vielleicht sogar diese stillen Moment zu schätzen lernen. Sicher aber wird sie bemerken, dass die alte Beziehungsqualität am Abend, die sie sehr schätzt, wieder da ist, und sich daran freuen. Hätte der Mann dagegen nichts gesagt und sich einfach jeden Morgen zurückgezogen (sofern dies die räumlichen Voraussetzungen überhaupt zulassen), dann hätte die Frau sich irritiert gefragt, ob er sie wohl nicht mehr möge und - da sie keine Frau der Kritik und des Ansprechens von Problemen ist - hätte sich in ihr immer mehr Ärger aufgestaut. Dies hätte sich auch auf die Beziehung negativ ausgewirkt, und sie hätte irgendwann den dringenden Verdacht gehabt, dass der Mann sie betrüge. Sie hätte, weil sie dies nicht thematisieren wollte, ohne Sicherheit zu haben, angefangen ihm hinterherzuschnüffeln. Bis er sie eines Tages dabei ertappt hätte, dass sie in seinem Handy herumspionierte. Da wäre er extrem erschrocken und sein Vertrauen in sie wäre zerbrochen. Für sie wäre sein Wutausbruch der Beweis dafür gewesen, dass er sie nicht mehr liebte und dass er sie betrogen hätte. Ende aus. So, das war, was ich mir mit meinem Plapperbeispiel vorgestellt hatte. Plappern ist für mich im Übrigen etwas Schönes, Munteres, Fröhliches, Verspieltes. Ich mag Menschen, die plappern.

Ich wünschte mir mehr Einfühlungs- und Vorstellungsvermögen, statt mich nicht nur vorsichtig und freundlich zu kritisieren, so wie ich das immer zu tun versuche (ausser ich habe es nicht im Griff, weil ich irgendwie getriggert werde, daran versuche ich aber zu arbeiten) - was ja, wenn ich es richtig verstanden habe, du WolkeVier gar nicht unbedingt als Kritik, sondern als Hinweis bezeichnen würdest, ich aber eben schon - sondern mich irgendwie als lieblos und egoistisch abzuwerten. Jedenfalls ist das bei mir so angekommen.
 
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  • #2.172
Warum fällt es dir so unendlich schwer die andere Perspektive einzunehmen?

Alles, was du schreibst, kann man exakt genau so auf den Redenden ummünzen (angestauter Stress wegen inne gehaltener Worte).
Mit welchem Fug und Recht kannst du dir also ernsthaft rausnehmen, dass die Bedürfnisse des Einen wichtiger/richtiger sind, als die des Anderen?


Davon abgesehen: der Stereotyp, dass der Mann der Stille und die Frau die Plaudertasche ist, nervt mich ganz gewaltig!
 
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Deleted member 21128

  • #2.173
mich aber ja doch irgendwie die ganze Zeit kritisieren, statt einfach mal zuerst zu verstehen versuchen.
Da meckert ihr einfach darüber und macht es runter
Ich wünschte mir mehr Einfühlungs- und Vorstellungsvermögen, statt mich nicht nur vorsichtig und freundlich zu kritisieren
mich irgendwie als lieblos und egoistisch abzuwerten.
:eek::oops:
Ich bin raus.
 
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  • #2.174
@mctwist (wobei ich schon seit einer Weile McZwist für sinniger halte). - @Xeshra ist oft genug angegangen worden, weil er mit seinen langen Texten andere Threads geentert hat. Und viele Foristen sind von diesen langen Texten auch genervt. Nun macht er einen eigenen Thread auf und schreibt sich vieles von der Seele. Das ist grundsätzlich mal gut.

Und dann kommt so ein Typ wie Du und wertet ab, aufgrund der Textmenge, nicht aufgrund des Inhaltes. Du hast Dir nicht einmal die Mühe gemacht zu lesen.
Das ist einfach ganz ganz schwach. Wenn Dich ein Thread nicht interessiert - dann einfach mal die Klappe halten.

Die Frage, warum ich mich nicht zum Text äußere und dass andere ja auch Deiner Meinung sind - ganz übel. Nur weil es nicht Likes und differenzierte Kommentare hagelt ist das kein Grund, mal eben eine übelriechende Duftmarke zu hinterlassen.
 
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