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Deleted member 21128

  • #2.131
:rolleyes:
Guten Morgen liebe Andrea!
Wie will man denn etwas, sei es bei der Arbeit oder im Verein oder in der Beziehung verändern, wenn man nicht sagen darf, dass einen etwas problematisch dünkt?
Indem man halt sagt, was man wie möchte!? Ist Kritik dein Mittel der Wahl für Veränderungen? Gar das einzige?
Idealerweise geht man ja davon aus, dass der andere auch mal sagt, wenn ihn etwas stört.
Als Ideal würde ich das nicht bezeichnen, ich würde sagen, es kommt darauf an. Zunächst mal kann der andere ja auch aufhören, sich daran zu stören. Woher nimmt er denn das Recht, eine Veränderung von mir zu erwarten? Das ist doch auch schon überheblich.
Ich möchte nirgendwo arbeiten, wo ich nicht erwarten könnte, dass - wenn ich etwas nicht so toll mache - mir dies nicht gesagt würde.
Und das geht nur mit Kritik? Jesus!
Ich möchte auch keinen Partner, der nie Kritik äussert.
Und ich möchte einen Partner der mich liebt, und keinen der mich verändern will.
Ich möchte eine Beziehung, die stärker wird, differenzierter wird. Dazu braucht es aber Auseinandersetzung.
Machst du mir ein Beispiel für eine Kritik, die die Beziehung stärker macht?
Aber irgendwie dünkt es mich, könnte ich einen Menschen gar nicht so tief kennen, wenn ihn nie etwas stören würde, wenn er nie etwas anders haben möchte.
Und das kann man nur mit Kritik äußern? :eek: Ich ziehe es vor, zu sagen, was ich möchte.
Vielleicht haben wir auch ein Definitionsproblem. Ich rede über Kritik, also Beanstanden, Bemängeln.
:(
Indem man beispielsweise den obigen Mechanismus dem Betreffenden gegenüber offenlegt.
Also ich würde es ja vorziehen, wenn du dann schon bei der Auftragsvergabe offenlegst, was du da weißt. Falls du das versäumt hast, kannst du dir gerne an die eigene Nase fassen, anstatt mich ins offene Messer rennen zu lassen und mich dann abzuwatschen.
bei uns existieren diverse bunt durcheinandergewürftle Hierarchiebenen nebeneinander.
Das ist ja prima! Dann darf sich jeder mal erheben und anderen etwas um die Ohren hauen. Das macht es natürlich dann fair. :rolleyes:
Also ich kenn das ja so, dass es (sehr umfangreiche) Zuständigkeiten gibt, bei denen meine Mitarbeiter selbst entscheiden dürfen. Da rede ich ihnen nicht rein. Sie sind auch selber schlau genug, zu erkennen, wie gut das funktioniert, was sie tun. Wenn nicht, sind sie an der falschen Stelle, und dann müsste da was geändert werden.
Bei Dingen, die sie nicht (alleine) entscheiden dürfen oder wollen, beraten wir uns und entscheiden gemeinsam. Oder ich entscheide, wenn es nicht anders geht, das ist ja mein Job.
Wir gehen im Labor z.T. mit recht gefährlichen Stoffen um, und eine der Regeln lautet, dass jeder jeden wegen Verstößen gegen die Regeln zum Ungang damit "anmeckern" kann, darf und soll.
Wenn die Regeln bekannt sind, warum verstößt er dann dagegen? Würde nicht ein Hinweis genügen? Ist eine Nachschulung sinnvoll?
Da bin ich bei dir. Aber wenn jemand nicht merkt, dass er einen Fehler gemacht hat, ist dann Kritik das einzige Mittel? Das wäre für mich keine gute Kultur.
 
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*Andrea*

  • #2.133
@WolkeVier
Kannst du mal bitte erklären, was du als Kritik bezeichnest? Ich glaube langsam, da haben wir andere Vorstellungen davon.
 
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Deleted member 21128

  • #2.134
@*Andrea*
Duden: Beanstanden, Bemängeln
 
A

*Andrea*

  • #2.135
Und für mich ist es eben auch Kritik, wenn ich jemandem, der etwas so macht, sagt, es wäre mir lieber, wenn er es anders machen würde, und dabei je nachdem, ob es ihm gerade einleuchtet oder nicht, noch erkläre, warum.

Ich denke, dass wir vermutlich dasselbe als ideales Verhalten sehen würden, bloss bezeichnen wir es im Moment gerade mit anderen Wörtern und/oder haben andere Beispiele im Kopf.
Du hattest im Übrigen vor nicht langer Zeit in diesem Thread Folgendes geschrieben:
Nun ja, die Kritik ist ja sehr berechtigt, und wie willst du so was vorwurfsfrei formulieren?
Ich glaube, dass wir auf Rückmeldungen von anderen angewiesen sind, um uns in Beziehung zu anderen zu erleben und uns über uns selbst bewusst zu werden, daher versuche ich für mich immer den Aspekt des "Vorwurfs" auszublenden, dadurch versuche ich mich in die Lage zu versetzen, für Kritik dankbar zu sein. Das gelingt mir aber nicht immer.
Mich dünkt, du hast dich da gerade irgendwie verrannt und nur noch eine Art und Weise von Kritik im Kopf, die du verständlicherweise ablehnst. Wenn @Sine Nomine und ich aber sagen, dass Kritik auch wichtig sein kann, es aber darauf ankommt, wie man sie formuliert, und dass es nicht eine Abwertung der anderen Person beinhalten muss, dann würdest dies im Moment wohl einfach nicht Kritik nennen.
 
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Deleted member 21128

  • #2.137
Und für mich ist es eben auch Kritik, wenn ich jemandem, der etwas so macht, sagt, es wäre mir lieber, wenn er es anders machen würde
Gut dass wir das nochmal abgefragt haben. Das Äußern eines Bedürfnisses bzw. Wunsches oder einer Anforderung ist für mich keine Kritik.
Mich dünkt, du hast dich da gerade irgendwie verrannt
:eek:
Nein, überhaupt nicht. Ich beschäftige mich seit Jahrzehnten mit solchen Dingen und habe dazu eine klare Haltung.
Wenn ich - in einer Welt, in der alle an das Kritikkonzept glauben - für mich beschließe, dass ich Kritik annehmen möchte, dann bedeutet das doch nicht, dass ich Kritik generell gut finde und sie deshalb auch übe. Und bevor es hier zu weiteren Missverständnissen kommt: Ich kritisiere auch manchmal. z. B. wenn mir die Hutschnur reißt. Oder wenn ich mit etwas bzw. jemandem so gar nicht einverstanden bin. Was weiß ich. Aber ich finde es weder gut noch förderlich.
Du hattest im Übrigen vor nicht langer Zeit in diesem Thread Folgendes geschrieben:
Ja, echt lustig, dass du gerade das als Beispiel bringst! Du hattest mich dafür kritisiert, dass ich so weit reise, obwohl ich (angeblich) so sensibel bin. Und @Luzi99 hat dich darauf hingewiesen, dass das ein versteckter Vorwurf ist. Mit der Entgegnung, dass der Vorwurf berechtigt ist und wie man denn so etwas vorwurfsfrei formulieren will, sage ich, dass ich die Kritik annehme. Damit sage ich aber nicht, dass ich (die) Kritik gut finde und dass ich selber Kritik üben möchte.
Und Feedback erhalte ich immer, auch wenn ich keine Kritik erfahre.
Wenn @Sine Nomine und ich aber sagen, dass Kritik auch wichtig sein kann, es aber darauf ankommt, wie man sie formuliert, und dass es nicht eine Abwertung der anderen Person beinhalten muss, dann würdest dies im Moment wohl einfach nicht Kritik nennen.
Da sind wir jetzt wieder am Ausgangspunkt: Kritik ist Kritik und ich erachte sie immer als "von oben herab".
Ich hatte dich gebeten, ein Beispiel für Kritik in einer Partnerschaft zu bringen. Wenn du bisher über die Äußerung von Bedürfnissen geredet hast, können wir die Diskussion beenden, denn dann haben wir aneinander vorbei geredet.
 
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  • #2.138
Also ich würde es ja vorziehen, wenn du dann schon bei der Auftragsvergabe offenlegst, was du da weißt.
Falls du das versäumt hast, kannst du dir gerne an die eigene Nase fassen, anstatt mich ins offene Messer rennen zu lassen und mich dann abzuwatschen.
Im Zweifel d'accord. Wobei es kein "Abwatschen" gibt, sondern eben harte Sachkritik, das ist etwas anderes.

Das ist ja prima! Dann darf sich jeder mal erheben und anderen etwas um die Ohren hauen. Das macht es natürlich dann fair. :rolleyes:
Es geht nicht um's Sich-erheben-dürfen und darum anderen etwas mit Lust und Freude um die Ohren zu hauen, sondern darum, auf Fehler und Missstände klar und unmissverständlich hinzuweisen. Die Folien waren da ein eher harmloses Beispiel, wenn Dinge bei uns im Labor falsch laufen kann's schnell lebensgefährlich werden, und zwar nicht nur für den Betreffenden, sondern für die Kolleginnen und Kollegen drumerherum gleich mit.

Also ich kenn das ja so, dass es (sehr umfangreiche) Zuständigkeiten gibt, bei denen meine Mitarbeiter selbst entscheiden dürfen. Da rede ich ihnen nicht rein. Sie sind auch selber schlau genug, zu erkennen, wie gut das funktioniert, was sie tun.
So weit, so normal.

Wenn die Regeln bekannt sind, warum verstößt er dann dagegen?
Beispielsweise, weil er eine bestimmte Gefahr anders einschätzt und nicht als solche erkennt. Oder weil sich bei der Handhabung bestimmter Stoffe über die Zeit, völlig natürlich und normal, eine gewisse Routine einschleicht, die dann dazu führt, dass "mal eben schnell" auch schon mal ohne oder mit reduzierter Schutzausrüstung gearbeitet wird. Oder oder oder.

Ich weiß nicht, in welchem Bereich Du arbeitest, aber hier gehen wir jeden Tag mit Gefahrstoffen um, die im Zweifel tödlich sind. Mit Substanzen bei denen ein Tropfen im Augen ohne sofortige Spühlung reicht die Sehkraft binnen ein, zwei Minuten auf 0 zu reduzieren. Das ist für uns Alltagschemie, mit der viele im Labor jeden Tag mehrfach herumhantieren. Nur durch kritischen Umgang miteinander, durch das Kritisieren von Regelverstößen und den Hiweis darauf, wie das richtige Verhalten aussähe und warum es wichtig ist, durch ein kritisches Aufeinander-achten, können wir das Sicherheitsniveau so hoch halten wie es ist.
 
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Deleted member 21128

  • #2.140
Das bekommt der Mitarbeiter genau so um die Ohren gehauen.
Im Zweifel d'accord. Wobei es kein "Abwatschen" gibt, sondern eben harte Sachkritik, das ist etwas anderes.
Ah ja... :rolleyes: Jetzt ruderst du zurück. Gut.
sondern darum, auf Fehler und Missstände klar und unmissverständlich hinzuweisen.
Das macht man doch im Vorfeld als Anweisung bzw. Schulung. Erkennen deine Kollegen nicht, wenn sie Fehler machen? Brauchen sie jemanden, der es besser weiß? Stellt derjenige sich dann nicht über sie?
Beispielsweise, weil er eine bestimmte Gefahr anders einschätzt und nicht als solche erkennt.
Dann braucht er eine Nachschulung und keine Kritik "um die Ohren gehauen".
Nur durch kritischen Umgang miteinander, durch das Kritisieren von Regelverstößen und den Hiweis darauf, wie das richtige Verhalten aussähe und warum es wichtig ist, durch ein kritisches Aufeinander-achten, können wir das Sicherheitsniveau so hoch halten wie es ist.
Klar muss man sich da gegenseitig unterstützen. Die Notwendigkeit und den Nutzen von Kritik (i.e.S.) sehe ich dennoch nicht.
 
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  • #2.142
Nein. Das "Abwatschen" entspringt einzig und allein Deiner Interpretation, davon war nie die Rede. Wobei ich gerne zugestehe, dass diese interpretation vielleicht durch mein "um die Ohren hauen" getriggert wurde, im Rückblick hätte ich an der Stelle weniger flapsig formulieren sollen.

Das macht man doch im Vorfeld als Anweisung bzw. Schulung.
Natürlich. Und nicht nur einmal, sondern mindestens jährlich, klar. Und? Arbeitsunfälle passieren trotzdem, und ich hab' keinen Bock darauf, dass bei uns ein schwerer passiert. Bei uns ist, auf Holz klopf, in gut zwei Jahrehnten noch nie ein ernsthafter Unfall passiert. Da war sicher oft eine gute Portion Glück dabei, ansonsten hat das aber auch viel mit unserem kritischen Umgang miteinander zu tun.

Erkennen deine Kollegen nicht, wenn sie Fehler machen? Brauchen sie jemanden, der es besser weiß? Stellt derjenige sich dann nicht über sie?
Nein, sie erkennen es oftmals nicht oder jedenfalls nicht so klar. Das ist oft ein schleichender Prozess, bei dem am Ende dann ein "Ach komm, das mache ich eben schnell so, ich mach das ja jeden Tag und es ist noch nie was passiert, und jetzt zwei Minuten vor Feierabend nochmal das ganze Schutzzeugs über..." steht. Kenne ich von mir selbst, "Ach komm, ist nur ein kleines Becherglas, da brauch ich das Schutzvisir doch nicht, im Zweifel hab ich ja noch 'ne Brille auf...".
Und ja, da braucht es dann mitunter jemanden, der von außen draufguckt und einem den Spiegel vorhält. Und nein, das hat nichts mit Sich-über-den-anderen-stellen zu tun, sondern mehr mit Achtsamkeit füreinander. Ich bin dankbar für solche Hinweise, für solche Kritik. Sie macht mein (Arbeits-)Leben sicherer.

Dann braucht er eine Nachschulung und keine Kritik "um die Ohren gehauen".
Um zu wissen, dass es eine "Nachschulung" braucht und um das zu kommunizieren muss ich die Situation ja erstmal passend bewerten, beurteilen und als mangelbehaftet beanstanden, sprich: Ich muss sie kritisieren.

Ich fürchte, Du hängst Dich zu sehr am "um die Ohren hauen" auf, ersetze es mental einfach durch "freundschaftlich-kollegial aber sachlich-fachlich angemessen deutlich kommunizieren". Besser?;)
 
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  • #2.143
Wenn du sie so von oben herab behandelst, wie das hier auf mich den Eindruck macht, darfst du aber davon ausgehen, dass sie dir kein ehrliches Feedback geben.
Dein Eindruck sei Dir unbenommen, aber ich denke, er täuscht.
Wie gesagt, die Kritik erfolgt bei uns vor einem Hintergrund gegenseitigen Respekts, sowohl fachlich als auch menschlich. Jeder hat seine Funktionen und Rollen, aber das erzeugt kein "oben" und "unten", sondern ein buntes Miteinander.
 
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Deleted member 21128

  • #2.145
Ich bin dankbar für solche Hinweise, für solche Kritik.
Hier bringst du mE gang gut auf den Punkt, wo wir nicht zusammenkommen. Der Ausgangspunkt der Diskussion war ja Kritik i. e. S., mit der ich mich imho über den anderen erhebe. Die Botschaft lautet: "Das hast du falsch gemacht."
Dabei spielt es für mich eine große Rolle, warum ich glaube, dass diese Botschaft notwendig ist.
1. Der Adressat weiß bereits, dass er etwas falsch gemacht hat. Dann ist die Kritik doch sinnlos und wird als Nachtreten empfunden. Oder ich will ihm sagen, dass ich ihn "im Blick habe", auch nicht wirklich vertrauensfördernd.
2. Der Adressat weiß es eben nicht, dann ist aber die Kritik unangebracht und unfair. Dann muss nachgeschult werden oder ein Hinweis erfolgen.
Ein Hinweis ist aber keine Kritik. Die Botschaft lautet: "Denk dran, du musst dieses oder jenes beachten."
 
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