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  • #2.013
Ist schon klar. Nur habe ich gar keine Stellung bezogen. Es wurde nur angenommen, ich hätte irgendwann mal generell Stellung bezogen. Jedoch dann festgestellt, dass das nur spezifische Aussagen waren.
Ob mir geglaubt wird, ob ich erscheine, oder nicht, ist mir schnuppe. Das werden dann schon die merken, die anwesend sind (oder auch nicht merken). Von daher sehe ich keine Notwendigkeit Stellung zu beziehen.
 
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*Andrea*

  • #2.016
Nun ja, wir waren ja in einem Dialog, den du auch als wichtig erachtet hattest, und ich habe in meinem letzten Post an dich die eine oder andere Frage gestellt oder Aussage getroffen, die mE schon eine Erwiderung verdient hätte. Außerdem bin ich es nicht gewohnt, dass man so aus einem Dialog aussteigt, das empfinde ich als nicht sehr wertschätzend.
Ich gebe aber zu, dass ich dem Ganzen jetzt gerade hier eine besondere Bedeutung beimesse, weil das ja hier auch immer wieder Thema ist, sich auf jemanden einlassen und dann kommt von demjenigen nix mehr. Ist das wirklich dem Medium geschuldet? Oder den (unerwünschten) Inhalten?
Nein, an den Inhalten nicht, jedenfalls nicht bei mir, denke ich. Und ich kann mich auch nicht erinnern, in meiner aktiven online Dating-Zeit einfach keine Antwort mehr gegeben zu haben.

Es ist eher meine fehlende Energie und dass ich es oft seltsam finde, nach vielen Seiten von anderen Foristen weitergeführter Diskussionen nochmals auf etwas Altes zu reagieren, wenn ich nicht mal die Kraft habe, die zwischenzeitlich geschriebenen Beiträge zu lesen. Vielleicht käme dann meine Reaktion ja völlig quer zum aktuellen Stand des Gesprächs, oder ich würde bloss wiederholen, was drei andere schon geschrieben haben...

Vielleicht hat es auch etwas damit zu tun, dass ich in meiner Arbeit vorwiegend in oft sehr intensiven Gesprächen bin und dann in meiner Freizeit eher etwas anderes brauche, wenn ich nicht sowieso schon sehr früh ins Bett gehe.

Mich interessiert das Forum ab und zu nach wie vor, um irgendwie persönlich weiter zu kommen, deshalb bleibe ich manchmal dann auch eine Zeit lang an etwas dran. Aber es läuft hier Vieles, was mich nicht mehr so beschäftigt.

Was ich auch immer wieder gerne mache, ist einem (neuen) Threadersteller, der eine Frage hat oder ein Thema, das ihn beschäftigt oder belastet, eine möglichst konstruktive Antwort zu geben. Da sehe ich dann meine "Aufgabe" aber meist mit ein, zwei Beiträgen getan. Wenn sie etwas mitnehmen wollen, von dem, was ich geschrieben habe, schön, wenn nicht, ist das nicht mein Problem.

Ausserdem treibe ich auch je nach Laune, vor allem, wenn ich müde bin und mir doch der Sinn noch ein wenig nach Austausch steht, einfach ein bisschen Schabernack, mache Witze, gebe gerne auch Senf dazu, der ein wenig quer zur oder vielleicht auch nur neben die Wurst zu liegen kommt, weil ich die Leute gerne über unerwartete Dinge oder in neue Richtungen zum Nachdenken bringe (ob mir das häufig gelingt, wage ich allerdings zu bezweifeln, meist werden meine Beiträge wohl eher missverstanden, vielleicht gar als Ausdruck von Problemen, die ich gar nicht habe).

So jetzt muss ich mich wohl noch nach deinem letzten Beitrag an mich auf die Suche machen...
 
A

*Andrea*

  • #2.017
Wer gibt uns denn diese Aufgabe, wenn nicht wir selbst? Ich sehe das anders, für mich besteht der Sinn des Lebens maximal darin, es zu leben. Und da kann ich doch am meisten rausholen, wenn ich so glücklich wie nur möglich bin.
Die Frage ist doch, was du denkst, würde dich glücklich machen, und ob du damit nicht andere davon abhältst, auch glücklich zu sein.
Für mich gehört dazu, mein Leben zu leben, dass ich auch versuche, mich dabei ethisch korrekt zu verhalten. Sonst finde ich das Leben nicht in der Tiefe gelebt, die es haben kann und für mich im Übringen auch haben muss, damit ich glücklich sein kann.

Ich habe nirgends gesagt, dass meine Vorstellung eines gelingenden Lebens unglücklich macht, sondern ich bin mit dir einig, dass ein gutes Leben auch glücklich macht. Allerdings sind wir uns vielleicht damit, was es bedeutet, glücklich zu sein, oder was glücklich macht, nicht immer einig.

In meinen Augen ist es klar, dass ich mich diesbezüglich immer wieder irre und erst mit mehr Lebenserfahrung und mehr Reflexion herausfinde, dass ich mich (und andere) manchmal früher selbst unglücklich gemacht habe. Das Nachdenken darüber, ob und wie ich allenfalls anderen schade oder ob ich irgendwo unehrlich oder unfair bin, hilft mir auf meinem Weg zu einem guten, gelingenden Leben auch, immer klarer zu sehen, was dieses für mich beinhaltet und was ich besser loslasse oder ändere. Dazu braucht es aber den Willen dazu, ethisch korrekt zu handeln. Wenn ich dagegen in erster Linie glücklich sein wollte, dann hätte ich vielleicht oft gar nicht bemerkt, dass mich etwas, wonach ich früher strebte, eigentlich nicht wirklich auf tiefe Weise glücklich gemacht hat. Was denkst du darüber? Wie entwickelst du dich? Es ist ja wohl nicht so, dass du von Anfang an irrtumslos wusstest, was dich glücklich macht.

Ich meine, dass der Unterschied in unseren Betrachtungsweisen vermutlich nur die Intension ist. Für mich ist diese Tugendhaftigkeit nicht die Lebensaufgabe selbst, sondern die Voraussetzung dafür, ein möglichst glückliches (u. a. erfülltes) Leben zu haben.
Ja, das habe ich mir auch schon gedacht. Am Ende kommt es vielleicht aufs Selbe heraus, nur mit einem je anderen Umweg.

Gelernt im Sinne von Einsicht oder im Sinne von Fertigkeiten?
Beides. Es gibt hilfreiche Fertigkeiten, um Einsicht geschenkt zu bekommen, und hilfreiche Fertigkeiten, um die Einsicht umzusetzen.

Je besser es der Welt um mich herum geht, desto glücklicher kann ich sein.
Ja, das stimmt. Aber die Frage ist auch, ob man bei "um mich herum" irgendwo eine Grenze zieht und die Welt weiter draussen gar nicht oder nicht so stark beachtet. Ich denke, vielleicht gibt es in unserer unterschiedlichen Sicht auf diese Dinge auch hier einen wichtigen Unterschied, vermutlich auch einfach gradueller Natur.
Im Übrigen komme ich auch immer mehr dazu, mich bloss um das zu kümmern, was gerade um mich herum ist, statt mich z.B. über Politik zu nerven. Aber wenn ich lerne, dass ich mir immer mehr bloss das kleine Hier und Jetzt bedeutsam ist und dass mir dieses unendlich viel schenken kann und gleichzeitig eine unendliche, aber schöne Herausforderung sein kann, dann kann ich auch immer mehr einfach hier bleiben, wo ich schon bin. Ich muss nicht mehr so oft oder gar nicht mehr in der Welt herumreisen, weder für Projekte und das Lernen von Offenheit für Fremdes, noch für schöne Eindrücke und Glück.

Nein, das finde ich nicht, es gibt IMHO ganz unterschiedliche Wege. Im Grunde genügt es herauszufinden, was weh tut und was nicht und seine Handlungen und Entscheidungen danach auszurichten. Und Verzicht gehört immer dazu, aber nicht zum Selbstzweck.
Wie meinst du das mit dem *weh tun"? Du versuchst herauszufinden, was dir weh tut, und dann tust du es nicht mehr?
Da wäre ich nicht ganz einverstanden. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass das Schmerzhafte oft viel weiter führt als das Bequeme und einen deshalb langfristig auch glücklicher macht.
Zum Selbstzweck muss man nicht verzichten, nein, aber vielleicht schon für das Glück von anderen.
Andererseits erlebe ich dann meist im Nachhinein, nach einem Verzicht, auch wenn er aus ethischen Gründen erfolgt ist, eine Befreiung oder mehr innere Ruhe, und damit auch mehr Glück.

Damit überträgst du deinen Anspruch auf alle anderen, und das funktioniert definitiv nicht. Außerdem ist es widersprüchlich, denn die damit einhergehende (Ab-)Wertung ist eben gerade nicht ethisch. Und sie impliziert die Vorstellung, dass man (am besten) weiß, was gut für alle ist.
Vielleicht hast du da recht.

Andererseits ist es aber auch eine Frage, ob man immer selbst am Besten weiss, was für einen selbst gut ist. Manchmal entdeckt man doch im Nachhinein, dass ma da sehr falsch lag...

(Ist die Differenz also vielleicht auch ein wenig darin begründet, ob man eher eine individualistische oder eine kollektivistische Haltung hat und wie stark ausgeprägt sie in welchen Bereichen ist?)
 
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*Andrea*

  • #2.018
Nun ja, wir waren ja in einem Dialog, den du auch als wichtig erachtet hattest, und ich habe in meinem letzten Post an dich die eine oder andere Frage gestellt oder Aussage getroffen, die mE schon eine Erwiderung verdient hätte. Außerdem bin ich es nicht gewohnt, dass man so aus einem Dialog aussteigt, das empfinde ich als nicht sehr wertschätzend.
Ich habe das jetzt gerade nochmals gelesen und finde, dass du recht hast, dass es aus dieser Perspektive nicht wertschätzend von mir dir gegenüber war, keine Antwort mehr zu geben. (Also hast du dich ethisch korrekter verhalten als ich. ;)) Aber ich war auch erstaunt, als du heute nachgefragt hast und dass dir das offenbar so wichtig war.
Ich sehe ja, was du meinst mit der Wertschätzung, aber gleichzeitig ist für mich das Stehenlassen irgendwie auch eine gute Geste dem Anderen gegenüber. Wenn ich gar nicht einverstanden bin, dann sage ich das, zumindest, wenn ich dem Gegenüber in der Situation zutraue, dass er etwas davon verstehen könnte und dass die Diskussion dadurch nicht sinnlos eskaliert. Wenn ich also nicht mehr reagiere, dann ist da auch ein Stück weit Einverständnis, und ich muss nicht immer das letzte Wort haben. Und dann ist da noch ein fürs Forum typisches Ding: hier reden ja immer viele mit, und eigentlich verabschieden sich doch die wenigsten, wenn sie zu einem Gespräch nichts mehr weiter sagen wollen. Ausserdem trifft man sich hier ja immer mal wieder und spricht - über etwas Anderes oder auch über etwas Ähnliches - weiter, zu einem im Voraus unklaren Zeitpunkt. Von daher ist mir dein Wunsch nach einer Antwort doch wieder nicht ganz klar. Hattest du denn stark das Gefühl, mir in unserem Gespräch etwas gegeben zu haben? Mehr als in den Gesprächen hier sonst? Weil ich dich ursprünglich nach einer Erklärung gefragt hatte? (Ich hatte mich doch für deine Antwort damals auch schon bedankt, glaube ich wenigstens.)
Mir kommt auch gerade in den Sinn, dass du schon mal irgendwo geschrieben hattest, ich würde mich der Diskussion entziehen. Hmm. Vielleicht ist mir das Forum einfach nicht mehr so wichtig, oder ich habe auch gemerkt, dass ich mich sowieso nur beschränkt verständlich machen kann und deshalb kratzt es mich nicht mehr so, wenn ich merke, dass da Leute sind, die etwas anders sehen oder mich sogar missverstehen. Für mich ist es ein grosser Fortschritt, den ich vielleicht auch ein Stück weit dem Forum verdanke, dass ich auch etwas, mit dem ich noch nicht komplett einverstanden bin, einfach so stehen lassen und vor allem trotzdem gut schlafen kann...
Ich gebe aber zu, dass ich dem Ganzen jetzt gerade hier eine besondere Bedeutung beimesse, weil das ja hier auch immer wieder Thema ist, sich auf jemanden einlassen und dann kommt von demjenigen nix mehr. Ist das wirklich dem Medium geschuldet? Oder den (unerwünschten) Inhalten?
Ich hatte das vorher so verstanden, dass du mit "hier Thema" meintest, dass man sich im Forum über fehlende Antworten von Kontakten auf Parship beklagt. Aber jetzt frage ich mich, ob du damit den Umgang im Forum meinst. Beschäftigt dich das? Ich habe das Gefühl, dass dies damit zu tun hat, dass hier ja viele schreiben und man vielleicht gar nicht so stark auf eine Person fixiert ist. Sich deshalb auch nicht jedesmal bedankt oder verabschiedet. Sähe das Forum nicht seltsam aus, wenn das alle tun würden, nachdem sie einen Austausch hatten?
 
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  • #2.019
Vielleicht ist mir das Forum einfach nicht mehr so wichtig, oder ich habe auch gemerkt, dass ich mich sowieso nur beschränkt verständlich machen kann und deshalb kratzt es mich nicht mehr so, wenn ich merke, dass da Leute sind, die etwas anders sehen oder mich sogar missverstehen. Für mich ist es ein grosser Fortschritt, den ich vielleicht auch ein Stück weit dem Forum verdanke, dass ich auch etwas, mit dem ich noch nicht komplett einverstanden bin, einfach so stehen lassen und vor allem trotzdem gut schlafen kann...
Meine Rede schon länger! :) Das ist ein Gelassenheitstraining hier. ;)
Manche schaffen das nicht. :oops:
 
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Deleted member 21128

  • #2.020
Liebe Andrea, da hast du dir ja richtig viel Mühe gemacht, vielen Dank! :)

Deine Ausführungen zu den Besonderheiten hier im Forum kann ich nachvollziehen, natürlich beendet man die Teilnahme an Gruppengesprächen idR ohne Worte. Ich würde es nur dann nicht tun, wenn ich mit jemandem im Dialog bin und ich das Gefühl habe, da steht noch was aus, ist noch was offen.

Die Frage ist doch, was du denkst, würde dich glücklich machen, und ob du damit nicht andere davon abhältst, auch glücklich zu sein.
Ja, das kann vorkommen, bewusst (dann muss ich abwägen) oder unbewusst und unvermeidlich.
Für mich gehört dazu, mein Leben zu leben, dass ich auch versuche, mich dabei ethisch korrekt zu verhalten.
Da sind wir uns einig. Wie gesagt, Ideale habe ich auch. Oder anders gesagt, ich bin glücklicher, wenn ich das Gefühl habe, dass ich mich ethisch korrekt verhalte. Das Thema Urlaubsreisen ist wohl ein schönes Beispiel für einen entsprechenden Zielkonflikt, da ist mir der Spaß der Reise wohl wichtiger als mein ethischer Anspruch.
Das Nachdenken darüber, ob und wie ich allenfalls anderen schade oder ob ich irgendwo unehrlich oder unfair bin, hilft mir auf meinem Weg zu einem guten, gelingenden Leben auch, immer klarer zu sehen, was dieses für mich beinhaltet und was ich besser loslasse oder ändere. Dazu braucht es aber den Willen dazu, ethisch korrekt zu handeln. Wenn ich dagegen in erster Linie glücklich sein wollte, dann hätte ich vielleicht oft gar nicht bemerkt, dass mich etwas, wonach ich früher strebte, eigentlich nicht wirklich auf tiefe Weise glücklich gemacht hat. Was denkst du darüber?
Wie gesagt, ich kann es nicht immer vermeiden, andere unglücklich zu machen. Damit muss ich leben. Und klar findet man manchmal im Nachhinein heraus, dass das Glück nicht immer da liegt, wo man es vermutet.
Wie entwickelst du dich? Es ist ja wohl nicht so, dass du von Anfang an irrtumslos wusstest, was dich glücklich macht.
Nein, das verändert sich ja auch immer wieder. Ich würde sagen, dass ich da heute langfristiger denke als früher. Aber die "Dinge", die Glück verheißen sind immer wieder andere.
Aber die Frage ist auch, ob man bei "um mich herum" irgendwo eine Grenze zieht und die Welt weiter draussen gar nicht oder nicht so stark beachtet. Ich denke, vielleicht gibt es in unserer unterschiedlichen Sicht auf diese Dinge auch hier einen wichtigen Unterschied, vermutlich auch einfach gradueller Natur.
Ich denke, ich ziehe meine Grenze da, wo ich gefühlt unmittelbar Einfluss habe.
Ich muss nicht mehr so oft oder gar nicht mehr in der Welt herumreisen, weder für Projekte und das Lernen von Offenheit für Fremdes, noch für schöne Eindrücke und Glück.
Was sind denn die Dinge, die dich glücklich machen, falls du das sagen magst?
Wie meinst du das mit dem *weh tun"? Du versuchst herauszufinden, was dir weh tut, und dann tust du es nicht mehr?
Na ja, Schmerzhaftes nicht zu wiederholen ist sicherlich auch ein Teil, aber das allein wird nicht funktionieren. Ich meine das mehr im Sinne von Epiktet: "Es sind nicht die Dinge selbst, die die Menschen beunruhigen, sondern wie sie über die Dinge denken." Ich versuche also, die Dinge die mir weh tun anders zu bewerten.
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass das Schmerzhafte oft viel weiter führt als das Bequeme und einen deshalb langfristig auch glücklicher macht.
Das wäre zB eine Einstellung, die ich für mich in Frage stellen würde. Warum sollte das so sein? Brauchst du den Schmerz als Motivation?
Andererseits erlebe ich dann meist im Nachhinein, nach einem Verzicht, auch wenn er aus ethischen Gründen erfolgt ist, eine Befreiung oder mehr innere Ruhe, und damit auch mehr Glück.
Auch das würde ich überprüfen. Hat das mit "es sich verdienen müssen" zu tun? Mit schlechtem Gewissen?
 
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Deleted member 21128

  • #2.021
Von daher ist mir dein Wunsch nach einer Antwort doch wieder nicht ganz klar.
Wie gesagt, wir waren mitten im Dialog und für mich waren noch Fragen offen. Außerdem finde ich den Austausch für mich bereichernd.
Hattest du denn stark das Gefühl, mir in unserem Gespräch etwas gegeben zu haben?
Das war nicht mein Ziel, denke ich.
Für mich ist es ein grosser Fortschritt, den ich vielleicht auch ein Stück weit dem Forum verdanke, dass ich auch etwas, mit dem ich noch nicht komplett einverstanden bin, einfach so stehen lassen [...] kann...
Da geht's mir ähnlich. Aber so lange ein echter Austausch stattfindet, sehe ich keinen Grund, diesen aufzugeben.
 
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*Andrea*

  • #2.022
Liebe Andrea, da hast du dir ja richtig viel Mühe gemacht, vielen Dank! :)
Du dir ja auch! :)

Ich denke, ich ziehe meine Grenze da, wo ich gefühlt unmittelbar Einfluss habe.
Das tun wohl die meisten. Man nennt das dann Verantwortungsdiffusion. Geschieht leider oft auch, wenn man eigentlich schon etwas hätte machen können, vor allem gemeinsam. (Was jetzt nicht heissen will, dass ich dies nicht auch tue!)

Was sind denn die Dinge, die dich glücklich machen, falls du das sagen magst?
Oh, da gibt es ganz, ganz Vieles. Z.B. die ersten Sonnenstrahlen nach dem Regenwetter; ein Eichhörnchen im Wald, das von Baum zu Baum springt, hoch oben in den Wipfeln der Tannen; ein singendes kleines Mädchen in der Strassenbahn; heute eine junge Frau, die einer fremden alten Dame, die etwas wackelig auf den Beinen war, angeboten hat, die Tasche nach Hause zu tragen; wenn ich nach der Arbeit das Gefühl habe, dass es gut gelaufen ist und mein Input vielleicht ein klein wenig etwas bewegt hat; wenn wir in der Teamsitzung eine fröhliche, anpackende und wertschätzende Stimmung erleben; wenn ich nach einer strengen Woche ein gänzlich unverplantes Wochenende vor mir habe; wenn ich mich mit einer guten Freundin treffe und ich im Gespräch mit ihr den Eindruck habe, dass wir zwar an verschiedenen Orten, aber doch an ganz ähnlichen Themen dran sind; wenn mich unverhofft meine Mutter anruft; wenn mir meine Nichte auf Whatsapp schreibt; wenn ich zufällig einer Bekannten, die ich mag, über den Weg laufe; wenn auf meinem Balkon Blumen blühen oder Tomätchen reifen; wenn ich den Wind im Gesicht spüre; wenn ich einen Schneeball werfe und das Ziel um zwei Meter verfehle; wenn ich ein Buch lese, das ich - ohne zu wissen weshalb - ganz intuitiv ausgewählt habe, und dann merke, dass es genau zu dem Thema, das mich so beschäftigt, eine Geschichte erzählt; wenn ich mir eine Überraschung ausgedacht oder jemandem ein Geschenk gemacht habe und spüre, dass das grosse Freude auslöst; wenn ich beim Kochen etwas Neues ausprobiert habe (ohne Rezept), und es wirklich lecker schmeckt; wenn eine Diskussion im Forum zu einer neuen Einsicht führt.

Na ja, Schmerzhaftes nicht zu wiederholen ist sicherlich auch ein Teil, aber das allein wird nicht funktionieren. Ich meine das mehr im Sinne von Epiktet: "Es sind nicht die Dinge selbst, die die Menschen beunruhigen, sondern wie sie über die Dinge denken." Ich versuche also, die Dinge die mir weh tun anders zu bewerten.
Ja, das finde ich auch etwas Wichtiges.

Das wäre zB eine Einstellung, die ich für mich in Frage stellen würde. Warum sollte das so sein? Brauchst du den Schmerz als Motivation?
Ich denke, du hast mich missverstanden. Es ist eher so, dass ich (seelischem) Schmerz nicht aus dem Weg gehen will, sondern mich dem Schmerzhaften stellen, die Gefühle aushalten lernen will, damit die problembehaftete Sache verarbeitet werden kann, damit ich einen anderen Umgang damit lernen kann, damit vielleicht gar etwas in mir heilt. Natürlich mache ich nicht absichtlich Dinge, die schmerzhaft sind, aber ich versuche mich nicht von Schmerz abzulenken oder ihn (z.B. mit übertriebener Wut) auf andere abzuladen. (Das gelingt mir natürlich nicht immer.) Solche Erfahrungen meinte ich. Man kommt "dank" schmerzhaften Erfahrungen oft weiter, als wenn alles problemlos gelaufen wäre. Leben braucht ein gewisses Risiko, gewisse Herausforderungen, und manchmal lernt man dann aus den schmerzhaften Fehlern allerhand. Und das steigert schliesslich die Fähigkeit, glücklich zu sein. Das meinte ich.

Auch das würde ich überprüfen. Hat das mit "es sich verdienen müssen" zu tun? Mit schlechtem Gewissen?
Nein. Auch hier haben wir offenbar aneinander vorbei geredet. Ich denke beim Wort "Verzicht" offenbar an ganz Anderes als du. Z.B. Verzicht auf eine Gewohnheit, Verzicht auf Status (z.B. beruflichen), Verzicht auf Ablenkung (z.B. Fernseher, Handyabo); Verzicht darauf, im Zentrum zu stehen, etwas besser zu wissen etc.

Wie gesagt, wir waren mitten im Dialog und für mich waren noch Fragen offen. Außerdem finde ich den Austausch für mich bereichernd.
Für mich hat es zu mehr Verständnis für dich und Menschen, die ähnlich leben wie du, geführt.
Ich habe einfach nicht immer die Menge an Energie, die ich mir eigentlich wünschen würde, und deshalb versuche ich manchmal auch auf Dinge zu verzichten, die im jeweiligen Moment Energie rauben. Da erlaube ich mir heute schon mal, auch entgegen den eventuellen Wünschen anderer und entgegen meinen Erkenntissüchten auf "Arbeit" zu verzichten. Dieser Verzicht hat übrigens die zunächst paradox erscheinende Wirkung von mehr Einsicht und "Weisheit", denn er hilft mir, mehr in Ruhe zu sein und dadurch tiefer zu verstehen und mich mehr auf die anderen einzulassen. Also manchmal Verzicht auf Quantität auch im Austausch von recht Tiefgründigem zugunsten von mehr Qualität.
 
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  • #2.023
Liebe @himbeermond

Ich weiß nicht, warum genau du mich scheust, wie der Teufel das Weihwasser. Aber ich gebe hiermit auf. Ich möchte keinem mir unbekannten Menschen ein anscheindend so schlechtes Gefühl vermitteln. Und da du schon sehr lange in diesem Forum unterwegs bist und ich hier neu bin, werde ich gehen.
Ich wünsche dir ein tolles Leben und dass alle deine Wünsche wahr werden. Du bist ein warmherziger Mensch, das mag ich.

Liebe Grüße

Lou
Guten Morgen @Lou Salome . Es tut mir leid, ich kann mit Deinem Post überhaupt nichts anfangen. In jedem Fall solltest Du Deine Entscheidungen für Dich treffen und nicht von dramatischen Vermutungen über Dir unbekannte Personen abhängig machen.
Ansonsten: Manchmal sollte man Dinge einfach stehen lassen. Das möchte ich dann jetzt gerne auch wieder ganz undramatisch tun können. Danke. :)
 
D

Deleted member 21128

  • #2.024
Das tun wohl die meisten. Man nennt das dann Verantwortungsdiffusion. Geschieht leider oft auch, wenn man eigentlich schon etwas hätte machen können, vor allem gemeinsam.
Man kann natürlich immer etwas (und vor allem immer mehr) tun. Wo fängt man an, wo hört man auf? Und ist man dazu verpflichtet? Ist man ein besserer Mensch, wenn man mehr macht? Wie wird das gewertet, was man gezwungenermaßen schon tut (zB sehr hohe Steuern zahlen)?
Das ist schön! Mich machen solche und ähnliche Dinge auch glücklich, ich achte immer sehr darauf, die Dankbarkeit für die "simple Things" nicht zu verlieren. Die großartigen Erlebnisse kommen noch dazu. Und im Rahmen derer gibt es ja um so mehr von den kleinen Dingen.
Ich denke, du hast mich missverstanden. Es ist eher so, dass ich (seelischem) Schmerz nicht aus dem Weg gehen will, sondern mich dem Schmerzhaften stellen, die Gefühle aushalten lernen will, damit die problembehaftete Sache verarbeitet werden kann, damit ich einen anderen Umgang damit lernen kann, damit vielleicht gar etwas in mir heilt.
Ja, dann habe ich das falsch verstanden. Gefühle anzunehmen und zuzulassen gehört natürlich dazu. Mir hilft da das Wissen und die Erfahrung, dass es "nur" Gefühle sind, die bringen mich nicht um. Wenn du dazu mal was vertiefen möchtest, empfehle ich "Jann Weiss - Teaching the monkey to fly" (Amazon US).
Ich denke beim Wort "Verzicht" offenbar an ganz Anderes als du. Z.B. Verzicht auf eine Gewohnheit, Verzicht auf Status (z.B. beruflichen), Verzicht auf Ablenkung (z.B. Fernseher, Handyabo); Verzicht darauf, im Zentrum zu stehen, etwas besser zu wissen etc.
Ich muss zugeben, dass mir Verzicht nicht wichtig ist. Ich konsumiere gerne und mag die Voraussetzungen dafür, welche mit Status usw. einhergehen. Und auch viele der emotionalen Zuwendungen sind mir wichtig, auch wenn sich diese im Laufe der Jahre geändert haben.
Für mich hat es zu mehr Verständnis für dich und Menschen, die ähnlich leben wie du, geführt.
Hm, das klingt ja eher abgrenzend als verbindend. Alle Menschen leben anders als ich, in den Urlaubsländern ganz besonders, aber ich verbinde damit kein Verständnisproblem. (Ich kann es leider nicht so genau formulieren, aber etwas an deiner Aussage irritiert mich.)
Also manchmal Verzicht auf Quantität auch im Austausch von recht Tiefgründigem zugunsten von mehr Qualität.
Und weißt du schon im Vorfeld, welche Qualität dich bei einem Austausch erwartet?
 
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*Andrea*

  • #2.025
Man kann natürlich immer etwas (und vor allem immer mehr) tun. Wo fängt man an, wo hört man auf?
Immer noch mehr tun zu wollen oder tun zu müssen, ist sicher nicht die Lösung und führt zu Überforderung und psychischen Problemen.
Aber: Vielleicht ginge es manchmal eher darum weniger zu tun... Das wäre für unseren Planeten nicht das Dümmste (resp. für die menschliche Bevölkerung darauf, um den Planeten selbst und die Natur generell mache ich mir eigentlich weniger Sorgen, die Natur überlebt uns Menschen problemlos, zur Natur gehört ja auch, dass sie enorm wandlungs- und anpassungsfähig ist).

Und ist man dazu verpflichtet? Ist man ein besserer Mensch, wenn man mehr macht?
Da kann wohl nur jeder auf sein Gewissen und seine innere Stimme hören. Vergleichen und bewerten sollte man da wohl eher nicht die Menschen, sondern einzelne Handlungen. Jeder Mensch handelt ja in verschiedensten Bereichen und niemand könnte das alles überhaupt überblicken, das wäre sehr anmassend. Aber über einzelne Handlungen zu sprechen, zu vergleichen, was besser ist, finde ich doch eine notwendige und auch natürliche Sache. Wenn wir das nicht täten, hätte sich weder die Menschheit als Ganzes entwickelt, noch würden wir uns als einzelne Menschen im Verlauf unseres Lebens entwickeln.

Wie wird das gewertet, was man gezwungenermaßen schon tut (zB sehr hohe Steuern zahlen)?
Wer viel Steuern zahlt, hat noch viel mehr weiterhin zur Verfügung. Es gibt Menschen, die leben unter dem Existenzminimum und handeln sehr liebevoll gegenüber anderen, tun ihr Bestes, müssen dazu aber immer noch einen Kampf für ihre materielle Existenz führen. Hast du überhaupt eine Ahnung, wie belastend das sein kann?!
Ich finde Steuern zahlen eine gute Sache! (Natürlich bezahle ich viel weniger als du.) So viel wie mir das relativ friedliche Zusammenleben, die Chancen für die (jungen) Menschen und die Infrastruktur, die alles viel einfacher und weniger beschwerlich macht, Wert sind, könnte ich aber nie und nimmer bezahlen, auch wenn ich so viel hätte wie du vielleicht.

Ja, dann habe ich das falsch verstanden. Gefühle anzunehmen und zuzulassen gehört natürlich dazu. Mir hilft da das Wissen und die Erfahrung, dass es "nur" Gefühle sind, die bringen mich nicht um. Wenn du dazu mal was vertiefen möchtest, empfehle ich "Jann Weiss - Teaching the monkey to fly" (Amazon US).
Danke für den Tipp!
Allerdings kenne ich diese Erfahrung auch, das Wissen darum ist mir täglich ein wichtiger Begleiter, den ich auch weiterzuvermitteln versuche. :)

Hm, das klingt ja eher abgrenzend als verbindend. Alle Menschen leben anders als ich, in den Urlaubsländern ganz besonders, aber ich verbinde damit kein Verständnisproblem. (Ich kann es leider nicht so genau formulieren, aber etwas an deiner Aussage irritiert mich.)
Ich finde es verbindend, wenn ich es schaffe, jemanden besser zu verstehen. Ich gebe zu, dass ich längst nicht alle immer verstehe, und wenn ich da weiterkomme, finde ich das hilfreich und verbindend.
Vielleicht kannst du doch nochmals versuchen, zu formulieren, was dich daran irritiert.
Möglicherweise, weil es impliziert, dass da vorher etwas Abgrenzendes da war? Das leugne ich nicht, empfinde es aber auch nicht irgendwie als meine Schuld, insbesondere, da ich ja immer schon versuche, Grenzen zu anderen Menschen zu überwinden (und mit riesigen Anstrengungen, die natürlich, wenn man irgendwie dazu lernt und merkt, wie es funktioniert, nämlich ganz leicht :), im Nachhinein absurd erscheinen... aber wenn's nicht von Anfang an geht, hat das seine triftigen Gründe!)

Und weißt du schon im Vorfeld, welche Qualität dich bei einem Austausch erwartet?
Nein, natürlich nicht. Aber ich weiss um meine (energetischen) Begrenzungen und auch, dass ich mich besser auf andere einlassen kann, wenn ich in Ruhe bin, statt mich gestresst und "überfüllt" von zu verarbeitenden Eindrücken, Gedanken und Emotionen zu fühlen. Kommst du da nie an deine Grenzen?
 
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