Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Beiträge
6.067
Likes
6.609
  • #1.966
Jetzt muss nur noch ein sozialverträgliches Frühableben her, weil uns dann 2100 die Pflegekräfte für die überzähligen Alten fehlen.
Aber gegen ein würdevolles Ableben, in einem sehr deutlich absehbar terminalen Lebensstadium, hat sich unser hoch wohl geehrter Bundesgesundheitsminister Spahn sehr ausdrücklich ausgesprochen.

Ich wäre dafür mal wieder Menschen an die Spitze von Ministerien zu lassen die ein Gewissen haben und ambitioniert sind (Landwirtschaftsministerium), die Ahnung von ihrer Materie haben (Forschung und Bildung) und die nicht in postfaktischer Idiotie verhaftet sind (Verkehrsministerium).
 
Beiträge
162
Likes
161
  • #1.967
Beiträge
838
Likes
1.360
  • #1.968
Es steht außer Frage, dass die Wachstumsrate der Weltbevölkerung deutlich nachlässt, nur, in absoluten Zahlen ist das weiterhin ausgesprochen untröstlich oder hast du eine Idee, wie man 11 Mrd. Menschen davon abhält ihren Energiehunger über das Aufbrauchen fossiler Energieträger zu stillen?
Jain. Nein, ich habe keine Patentrezepte. Aber ich weiß, dass die für die Menscheit nutzbare Energiemenge nicht sinkt, sondern wächst, indem wir uns immer neue Quellen zu nutzen machen.
Früher haben wir im wesentlichen Holz o.ä. verbrannt, irgendwann Kohle, dann Öl und Gas, zwischendurch haben wir Atome gespalten, heute decken wir in .de über 1/3 des Strombedarf mit regenerativen Quellen ab, vor 20 Jahren waren es gerade mal 6%, der Anteil hat sich innerhalb weniger Jahre verfünffacht.
China setzt beispielsweise schon länger stark auf Elektromobilität, um mit weniger fossiler Energie auszukommen, es gibt dort Millionenstädte, in denen sämtliche Taxis Elektromobile sind. Das schafft zwar auch wieder ganz eigenen Probleme (insbesondere die Batterieherstellung ist, ähm, nicht gar so "grün"), ist aber, bei entsprechender Nutzung dieser Fahrzeuge, immerhin besser als Verbrennungsmotoren.
In vielen Bereichen ist die Energieeffizienz der Geräte die wir heute nutzen der eigentliche Fortschritt, für das, was heute jedes Smartphone schafft hätte es vor 30 Jahren noch eines Großrechners mit entsprechendem Stromverbrauch bedurft. Wo unsere Großeltern mit Glühobst im Wesentlichen das Wohnzimmer geheizt haben leuchtet heute eine Hocheffizienz-LED. Dort, wo zur Zeit reichlich Abwärme anfällt wird an Wegen zur Rückgewinnung der "verlorenen" Energie gefroscht, beispielseweise mit Hilfe von Thermogeneratoren. Ob das und vieles mehr reicht 11 Mrd. Menschen einen halbwegs akzeptablen Lebensstandard zu bieten und dabei langfristig nachhaltig zu sein? Keine Ahnung, mein Tipp wäre, dass uns da noch das eine oder andere wichtige Puzzelstück fehlt.
 
Beiträge
162
Likes
161
  • #1.969
Natürlich nicht, ewarte ich auch nicht. Es geht mir um eine adäquate Betrachtung der Situation und da hat ja jeder so seine Bilder im Kopf.

Aber ich weiß, dass die für die Menscheit nutzbare Energiemenge nicht sinkt, sondern wächst, indem wir uns immer neue Quellen zu nutzen machen.
Früher haben wir im wesentlichen Holz o.ä. verbrannt, irgendwann Kohle, dann Öl und Gas, zwischendurch haben wir Atome gespalten, heute decken wir in .de über 1/3 des Strombedarf mit regenerativen Quellen ab, vor 20 Jahren waren es gerade mal 6%, der Anteil hat sich innerhalb weniger Jahre verfünffacht.
Du zeichnest ein positives Bild an die Wand, das ist schön, fällt bezüglich des weltweiten Primärenergieverbrauchs leider nicht ins Gewicht.
Deutschland ist immer noch der siebtgrößte Primärenergieverbraucher (nur in Erdöl irgendwie gute 2%, China&USA 40%) und da ist das zusätzliche 1/3 regenerative Energie leider nur Augenwischerei. Ich weiß, worauf du abzielst, ist aber auch perspektivisch unerfreulich.

China setzt beispielsweise schon länger stark auf Elektromobilität, um mit weniger fossiler Energie auszukommen, es gibt dort Millionenstädte, in denen sämtliche Taxis Elektromobile sind. Das schafft zwar auch wieder ganz eigenen Probleme (insbesondere die Batterieherstellung ist, ähm, nicht gar so "grün"), ist aber, bei entsprechender Nutzung dieser Fahrzeuge, immerhin besser als Verbrennungsmotoren.
China hat mit Riesenschritten die USA schon 2010 als größten Primärenergieverbraucher abgelöst. Was du schreibst ist schön, ändert aber nichts am weiterhin weltweit steigenden Primärenergieverbrauch. Und selbst wenn der nicht mehr steigt, dann ist immer noch das hohe Niveau das Problem - mit der Folge des weitgehenden Verbrauchs fossiler Energieträger. In Amiland sind sie mit dem durch Fracking gewonnen Öl inzwischen so effizient und nicht nur konkurrenzfähig, sonder setzen die Ölförderländer unter Druck. Folge: Primärenergie wird billig bleiben.
So, wie jetzt die Chinesen ihre Ziele verfolgen, ohne auf die Folgen des Verbrauchs von fossilen Energieträgern oder auch die akzeptierte Umweltbelastung zu achten um ihre ehrgeizigen Ziele zu realisieren, so wird das jede weitere aufstrebende Volkswirtschaft auch tun. Fossile Energieträger sind und bleiben konkurrenzlos billig und werden weiter verbraucht werden - oder wer dreht den Amis, Saudis, Russen, ... die Hähne zu?

Die werden weiter sprudeln und so schön du die technische Entwicklung beschreibst, sie ist teuer und hinkt dem Energiebedarf hinterher!

Nächste Woche wird es schön, es soll Rekordtemperaturen für Februar geben.
 
D

Deleted member 21128

  • #1.970
Guten Morgen Andrea :)
Schwierig. Einerseits habe ich durchaus den Anspruch an mich diese Welt bei meinem Ableben ggf. ein Stückchen besser gemacht zu haben.
Hingegen bin ich der Auffassung, dass wir die Aufgabe haben, unser Leben sinnvoll und darin auch über uns selbst hinausweisend (also z.B. mit einem Einsatz für andere Menschen oder sonst Ziele, die uns in einem ethischen Sinne wichtig dünken) zu leben.
Wer gibt uns denn diese Aufgabe, wenn nicht wir selbst? Ich sehe das anders, für mich besteht der Sinn des Lebens maximal darin, es zu leben. Und da kann ich doch am meisten rausholen, wenn ich so glücklich wie nur möglich bin.
Wie du siehst, haben für mich eine gute Lebensweise, die auch ethische Fragen möglichst einbezieht und auf gute Weise beantwortet, und Spiritualität einen engen Zusammenhang.
Für mich auch.
Das bedeutet, dass es keine (oder nur sehr wenige) klaren, allgemeingültigen Prinzipien geben kann, sondern dass es eher eine Lebensaufgabe ist, immer tugendhafter zu werden, also durch Erfahrung, Ehrlichkeit und Auseinandersetzung mit ethischen Fragen immer besser (in einem umfassenden Sinn, also über meine eigenen eigennützigen Ziele und Bedürfnisse hinausreichend) auf die ganz spezifische Situation, in der ich je im aktuellen Augenblick stecke, zu reagieren.
Ich meine, dass der Unterschied in unseren Betrachtungsweisen vermutlich nur die Intension ist. Für mich ist diese Tugendhaftigkeit nicht die Lebensaufgabe selbst, sondern die Voraussetzung dafür, ein möglichst glückliches (u. a. erfülltes) Leben zu haben.
Und es bedingt, dass ich gelernt habe (oder daran bin), prägende problematische Denk- und Verhaltensmuster immer mehr loszulassen.
Gelernt im Sinne von Einsicht oder im Sinne von Fertigkeiten?
Aber ich glaube schon, dass ein Leben kein gelingendes, gutes Leben ist, wenn es sich zu stark nur auf eigennützige Ziele beschränkt.
Bei meiner Betrachtungsweise ist Altruismus auch eigennützig. Aber ich weiß was du meinst und stimme dir zu.
Je besser es der Welt um mich herum geht, desto glücklicher kann ich sein.
Es braucht also meiner Meinung nach die ehrliche Auseinandersetzung mit ethischen Fragen und wohl auch einen gewissen bewussten Verzicht.
Nein, das finde ich nicht, es gibt IMHO ganz unterschiedliche Wege. Im Grunde genügt es herauszufinden, was weh tut und was nicht und seine Handlungen und Entscheidungen danach auszurichten. Und Verzicht gehört immer dazu, aber nicht zum Selbstzweck.
Dass jeder einzigartig ist, seinen Platz nur selbst finden und seine Aufgaben ausfüllen kann, darf aber keine Ausrede dafür sein, es gar nicht erst wirklich zu versuchen oder sich nicht redlich darum zu bemühen.
Damit überträgst du deinen Anspruch auf alle anderen, und das funktioniert definitiv nicht. Außerdem ist es widersprüchlich, denn die damit einhergehende (Ab-)Wertung ist eben gerade nicht ethisch. Und sie impliziert die Vorstellung, dass man (am besten) weiß, was gut für alle ist.
 
Beiträge
838
Likes
1.360
  • #1.971
Du zeichnest ein positives Bild an die Wand, das ist schön, fällt bezüglich des weltweiten Primärenergieverbrauchs leider nicht ins Gewicht.
Solange wir unseren Energiehunger zunehmend aus regenerativen Quellen stillen und uns regelmäßig neue Energiequellen erschließen ist das kein grundlegendes Problem. Das ist eine rein technische Problemstellung, keine harte Ressourcenbeschränkung.

China hat mit Riesenschritten die USA schon 2010 als größten Primärenergieverbraucher abgelöst.
China wird gerade zum weltweiten Vorreiter für Elektromobilität. Während wir hier noch über Grenzwerte für Dieselmotoren debattieren führt Choina harte Quoten ein, limitiert die Kennzeichervergabe an Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor, etcm., mit dem Erfolg, dass der Markt für Elektroautos derzeit eine Wachstumsrate von jährlich 50% hat. Wie gesagt, Elektromobilität hat ihre ganz eigenen Probleme, aber unterm Strich ist das ein Schritt in die richtige Richtung.

So, wie jetzt die Chinesen ihre Ziele verfolgen, ohne auf die Folgen des Verbrauchs von fossilen Energieträgern oder auch die akzeptierte Umweltbelastung zu achten um ihre ehrgeizigen Ziele zu realisieren, [...]
China verbietet gerade hunderte von koventionellen Fahrzeugmodellen wegen ihres hohen Benzinverbrauchs. Man kann den Chinesen eine Menge vorwerfen, aber da sie, im Gegensatz zu uns, den ganzen Dreck den unsere aktuelle Lebensweise so verursacht buchstäblich vor der Nase haben unternehmen sie deutlich mehr dagegen als wir.

Ob das reicht den aktuellen Trend des Weltklimas hin zu höheren Jahresmitteltemperaturen kurzfristig zu stoppen? Keine Ahnung, vermutlich eher nicht. Reicht es, um zumindest ein paar wirklich gefährliche Veränderungen, beispielsweise eine nachhaltige Störung des Golfstroms als der Heizung Europas zu verhindern? Wieder keine Ahnung, je nach Klimamodell des geringsten Mißtrauens sind das entweder sehr labile Gleichgewichte, die schon bei kleinen Störungen komplett umkippen können oder recht stabile Systeme. So wie wir derzeit agieren werden wir´s früher oder später herausfinden. Mein Tipp: Das Ergebnis wird keine Freudenstürme auslösen.

Trotzdem, oder gerade deshalb, müssen wir alle, jeder für sich, jeden Tag daran arbeiten, dass sich die Dinge zum besseren hin ändern. Ich kann (und will!) keinem Chinesen sein Auto verbieten und keinem US-Bürger seinen überdimensionierten SUV oder Pickup, aber ich kann hier problemlos mit dem Rad fahren. Ich kann in Indien keine Kohlekraftwerke stilllegen und in Russland keine Mindesstandards für Gebäudeisolation vorgeben, aber ich kann hier meinen eigenen Energiebedarf aus regenerativen Quellen decken und und vorm Lüften die Heizung runterdrehen. Usw. usf. -- ich kann mich selbst und mein Verhalten ändern, versuchen Beispiel zu sein, andere, aus meiner sicht bessere, Wege aufzeigen. Nicht mehr, aber eben auch nicht weniger.
 
Beiträge
838
Likes
1.360
  • #1.972
Und da kann ich doch am meisten rausholen, wenn ich so glücklich wie nur möglich bin.
Das wirft sofort die Frage auf, was jede und jeden einzelnen von uns langfristig glücklich macht. Mir verschafft das vemeintliche oder tatsächliche Wissen, dass das, was ich hier so tue einen winzig kleinen Beitrag dazu leistet, dass diese Welt morgen ein besser Ort ist als heute Glück. Das ist das, was mich antreibt und motiviert, sowohl beruflich als auch privat.
Ein wichtiger Punkt dabei ist zu erkennen, dass mich das nicht zu einem besseren Menschen macht, ich bin ebenso egoistisch wie jemand dessen Glück sich ggf. aus dem Leid anderer speist, ich habe halt nur das Glück, dass meine Glückquelle allgemein als etwas positives, gutes angesehen wird.
 
Beiträge
6.850
Likes
10.871
  • #1.973
Das wirft sofort die Frage auf, was jede und jeden einzelnen von uns langfristig glücklich macht. Mir verschafft das vemeintliche oder tatsächliche Wissen, dass das, was ich hier so tue einen winzig kleinen Beitrag dazu leistet, dass diese Welt morgen ein besser Ort ist als heute Glück. Das ist das, was mich antreibt und motiviert, sowohl beruflich als auch privat.
Ein wichtiger Punkt dabei ist zu erkennen, dass mich das nicht zu einem besseren Menschen macht, ich bin ebenso egoistisch wie jemand dessen Glück sich ggf. aus dem Leid anderer speist, ich habe halt nur das Glück, dass meine Glückquelle allgemein als etwas positives, gutes angesehen wird.
Das gefällt mir außerordentlich gut! Eine schöne Einstellung.
 
Beiträge
1.233
Likes
2.108
  • #1.974
Solange wir unseren Energiehunger zunehmend aus regenerativen Quellen stillen und uns regelmäßig neue Energiequellen erschließen ist das kein grundlegendes Problem. Das ist eine rein technische Problemstellung, keine harte Ressourcenbeschränkung.



China wird gerade zum weltweiten Vorreiter für Elektromobilität. Während wir hier noch über Grenzwerte für Dieselmotoren debattieren führt Choina harte Quoten ein, limitiert die Kennzeichervergabe an Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor, etcm., mit dem Erfolg, dass der Markt für Elektroautos derzeit eine Wachstumsrate von jährlich 50% hat. Wie gesagt, Elektromobilität hat ihre ganz eigenen Probleme, aber unterm Strich ist das ein Schritt in die richtige Richtung.



China verbietet gerade hunderte von koventionellen Fahrzeugmodellen wegen ihres hohen Benzinverbrauchs. Man kann den Chinesen eine Menge vorwerfen, aber da sie, im Gegensatz zu uns, den ganzen Dreck den unsere aktuelle Lebensweise so verursacht buchstäblich vor der Nase haben unternehmen sie deutlich mehr dagegen als wir.

Ob das reicht den aktuellen Trend des Weltklimas hin zu höheren Jahresmitteltemperaturen kurzfristig zu stoppen? Keine Ahnung, vermutlich eher nicht. Reicht es, um zumindest ein paar wirklich gefährliche Veränderungen, beispielsweise eine nachhaltige Störung des Golfstroms als der Heizung Europas zu verhindern? Wieder keine Ahnung, je nach Klimamodell des geringsten Mißtrauens sind das entweder sehr labile Gleichgewichte, die schon bei kleinen Störungen komplett umkippen können oder recht stabile Systeme. So wie wir derzeit agieren werden wir´s früher oder später herausfinden. Mein Tipp: Das Ergebnis wird keine Freudenstürme auslösen.

Trotzdem, oder gerade deshalb, müssen wir alle, jeder für sich, jeden Tag daran arbeiten, dass sich die Dinge zum besseren hin ändern. Ich kann (und will!) keinem Chinesen sein Auto verbieten und keinem US-Bürger seinen überdimensionierten SUV oder Pickup, aber ich kann hier problemlos mit dem Rad fahren. Ich kann in Indien keine Kohlekraftwerke stilllegen und in Russland keine Mindesstandards für Gebäudeisolation vorgeben, aber ich kann hier meinen eigenen Energiebedarf aus regenerativen Quellen decken und und vorm Lüften die Heizung runterdrehen. Usw. usf. -- ich kann mich selbst und mein Verhalten ändern, versuchen Beispiel zu sein, andere, aus meiner sicht bessere, Wege aufzeigen. Nicht mehr, aber eben auch nicht weniger.
Ich finde deine Haltung toll! Du siehst das Mögliche, nicht (nur) das Unmögliche. Du bist Vorbild, lässt aber andere ihre eigenen Entscheidungen treffen und missionierst nicht. Finde ich richtig super! Bleib so. :)
 
Zuletzt bearbeitet:
Beiträge
162
Likes
161
  • #1.975
Solange wir unseren Energiehunger zunehmend aus regenerativen Quellen stillen und uns regelmäßig neue Energiequellen erschließen ist das kein grundlegendes Problem. Das ist eine rein technische Problemstellung, keine harte Ressourcenbeschränkung.
Es ist eben keine rein technische Problemstellung, aber wenn man das für eine hält, wird man Gefahr laufen am Problem vorbei zu argumentieren.

Du schilderst, wie das mit 11 Mrd. Menschen, steigendem Energiebedarf über dolle Smartphones (sorry ^^), LED, Elektromobilität, erneuerbare Energien und was ich noch vergessen habe gelöst werden kann oder könnte. Nur, das ist nur in Grenzen die Lösung für das Kernproblem!

Langsam kommt es sogar bei dem Irren in Nordamerika an, dass immer häufigere Klimakatastrophen ihre Ursache in der Erderwärmung und die Erderwärmung ihre Ursache in der Freisetzung bisher in fossilen Brennstoffen gebundenen Kohlendioxids hat. Das Problem ist einfach beschrieben, die Lösung schwierig, hat aber nur nebenbei mit den Technikgadgets zu tun, die du als Lösung präsentierst.

Fossile Brennstoffe wurden verbraucht, CO2 freigesetzt, mit den sich inzwischen klar abzeichnenden Folgen für das Klima und es ist für die Zukunft erst einmal eine sehr einfache Rechnung: Solange weiter fossile Brennstoffe verbraucht werden, solange steigt der CO2-Gehalt und eben die Probleme mit dem Klima.
Die Lösung wäre, Kohle, Gas, Öl gar nicht mehr anzufassen und ausschließlich auf regenerative Energien zu setzen.

Dann hätten wir den Status Quo.

Funktioniert aber schon in D mit dem dollen Drittel erneuerbare Energien nicht und in China schon gar nicht - obwohl die Chinesen die Vorreiterrolle von Europa übernommen haben. Komme ich noch mal drauf.

China wird gerade zum weltweiten Vorreiter für Elektromobilität. Während wir hier noch über Grenzwerte für Dieselmotoren debattieren führt Choina harte Quoten ein, limitiert die Kennzeichervergabe an Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor, etcm., mit dem Erfolg, dass der Markt für Elektroautos derzeit eine Wachstumsrate von jährlich 50% hat. Wie gesagt, Elektromobilität hat ihre ganz eigenen Probleme, aber unterm Strich ist das ein Schritt in die richtige Richtung.
Yep. China hatte aber auch ganz andere Probleme mit der Umweltverschmutzung. Hier sind die Zeiten mit den gelben Smogglocken schon eine Weile her und die Pekinger freuen sich, dass sie aufgrund eklatanter Verbesserungen endlich wieder den blauen Himmel sehen, mit weiter positivem Trend. Trotzdem ist die Luftverschmutzung immer noch einvielfaches höher als hier und die Geschichte mit den Stickoxiden vergleichsweise Kindergeburtstag. Nur mal um das Niveau zu beschreiben und da fällt es den Chinesen natürlich leichter hohe prozentuale Verbesserungen zu haben. Und ja, die Chinesen haben ehrgeizige Ziele, die nationalen Grenzwerte(, die sie weiterhin deutlich reißen,) sind aber immer noch ein mehrfaches höher als die Grenzwerte in der EU.

China verbietet gerade hunderte von koventionellen Fahrzeugmodellen wegen ihres hohen Benzinverbrauchs. Man kann den Chinesen eine Menge vorwerfen, aber da sie, im Gegensatz zu uns, den ganzen Dreck den unsere aktuelle Lebensweise so verursacht buchstäblich vor der Nase haben unternehmen sie deutlich mehr dagegen als wir.
Die Wanderarbeiter um Peking wurden zwangsweise in ihre Provinzen geschickt. Damit verschwanden zigtausende illegaler Kohleöfen.
So, wie du das beschreibst, ist das unvollständig und vermittelt ein Bild, das leider nicht so ist.

Ob das reicht den aktuellen Trend des Weltklimas hin zu höheren Jahresmitteltemperaturen kurzfristig zu stoppen? Keine Ahnung, vermutlich eher nicht.
Yep, solange weiter fossile Brennstoffe verwendet werden, hat das nur eine Richtung und leider ist es so, dass der Verbrauch signifikant geringer werden muss. Diese Entwicklung wird das zukünftige Klima beeinflussen.

China ist ein schönes Beispiel: Trotz des weltweit intensivsten Ausbaus regenerativer Energien, deckt das nur den zusätzlichen Energiebedarf und ersetzt nicht fossile Brennstoffe. China ist weiterhin der mit Abstand größte Schädiger des Klimas.
Hier wird viel weniger in erneuerbare Energien investiert, aber in einem gesättigten Markt, sogar mit der Richtung absolut geringerer Energieverbrauch und dadurch gehen direkt AKWs und Kohlemeiler vom Netz.

Reicht es, um zumindest ein paar wirklich gefährliche Veränderungen, beispielsweise eine nachhaltige Störung des Golfstroms als der Heizung Europas zu verhindern? Wieder keine Ahnung, je nach Klimamodell des geringsten Mißtrauens sind das entweder sehr labile Gleichgewichte, die schon bei kleinen Störungen komplett umkippen können oder recht stabile Systeme. So wie wir derzeit agieren werden wir´s früher oder später herausfinden. Mein Tipp: Das Ergebnis wird keine Freudenstürme auslösen.
Kann ich auch nicht beurteilen, weiß aber um einige richtig hässliche Modelle. Wie auch immer, es wird unbestimmt schlechter werden.

Das Problem ist die Dynamik des weiteren Verbrauchs fossiler Brennstoffe.
Das muss gestoppt werden, kommen ja noch die dramatischen weltweiten Abholzungen von Wäldern, die ebenfalls eine Menge CO2 gebunden hatten. Für die Ozeane als gigantischen CO2-Speicher gibt es unerfreuliche Szenarien bei einer weiteren Erwärmung.

Trotzdem, oder gerade deshalb, müssen wir alle, jeder für sich, jeden Tag daran arbeiten, dass sich die Dinge zum besseren hin ändern. Ich kann (und will!) keinem Chinesen sein Auto verbieten und keinem US-Bürger seinen überdimensionierten SUV oder Pickup, aber ich kann hier problemlos mit dem Rad fahren. Ich kann in Indien keine Kohlekraftwerke stilllegen und in Russland keine Mindesstandards für Gebäudeisolation vorgeben, aber ich kann hier meinen eigenen Energiebedarf aus regenerativen Quellen decken und und vorm Lüften die Heizung runterdrehen. Usw. usf. -- ich kann mich selbst und mein Verhalten ändern, versuchen Beispiel zu sein, andere, aus meiner sicht bessere, Wege aufzeigen. Nicht mehr, aber eben auch nicht weniger.
Sollte selbstverständlich sein. Das ist es für mich auch und jeder hat seine Zwänge. Insgesamt schon eine Geschichte die meine Frau und mich verbindet und in der wir teils recht konsequent unterwegs sind.
Selbstverständlich ist aber auch eine durchschnittliche Motorisierung von Benzinern mit guten 150 PS, bei Dieseln sind es 163 oder so. Wozu ist das gut?

Vielleicht konnte ich nun das Problem mit der kaum beeinflussbaren weltweiten Dynamik des weiteren Verbrauchs fossiler Brennstoffe hinreichend erläutern.
 
Beiträge
838
Likes
1.360
  • #1.976
Vielleicht konnte ich nun das Problem mit der kaum beeinflussbaren weltweiten Dynamik des weiteren Verbrauchs fossiler Brennstoffe hinreichend erläutern.
Wenn wir lustig so weitermachen würden wie zur Zeit wäre ich völlig bei Dir. Aber die Dynamik ist derzeit eine andere, eine des Wandels, eine weg von fossilben Energieträgern.
Nochmal: In .de haben wir binnen weniger als zwei Jahzehnten den Anteil erneuerbarer Energien an Strommix verfünffacht, und dieser Trend hält weiter an. Kohleverstromumg ist hier ein Auslaufmodell. Und andernorts ist sie das auch.

Müssten wir noch schneller sein in Bezug auf diesen Wandel? Vermutlich, ja. Ist das realistisch, wenn man sich beispielsweise den deutschen Energiemarkt mit seinen Großkonzernen ansieht? Da bin ich ehrlich gesagt schon positiv überrascht, dass in so kurzer Zeit soviel erreicht wurde.

Ich sehe die Welt nicht rosarot und für alle eine glückliche sichere Zukunft. Aber ich sehe Bewegung in die richtige Richtung. Und angesichts der vielen Beharrungskräfte eine erfreuliche Dynamik. Viel mehr ist bei halbwegs realistischer Betrachtung schlicht nicht drin. Persönlich kann ich mehr tun, ernsthaft erwarten, dass andere das auch machen sollte ich aber besser nicht.
 
Beiträge
162
Likes
161
  • #1.977
@Sine Nomine

Na dann hoffen wir mal, dass die "Kohlenstoffblase" platzt. Das meint die völlige Entwertung fossiler Brennstoffe wegen ihrer Klimaschädlichkeit. Das setzte eine weltweite Klimapolitik voraus, nicht den derzeitigen Flickenteppich. Es ist ein politisches Problem, nicht ein technisches - und die Frage ob es rechtzeitig gelöst wird.
 
Beiträge
2.792
Likes
4.916
  • #1.979
Ich hab jetzt nicht alles gelesen und sorry falls das OT ist...
Mein (völlig unwissenschaftlicher und durch keine Studien gestützter) Gedanke bzgl. Menschheit vs. Erde ist:
Wir sind hier nur Gäste, so wie es die Dinosaurier auch waren. Diese waren aber über viele Millionen Jahre erfolgreich bevor sie ausstarben. Den Menschen gibt es erst einen Bruchteil dieses Zeitraums. Mal sehen, wie lange wir uns halten werden. Das wir mit unserem Verhalten stark in die Natur der Erde eingreifen ist messbar und offensichtlich. Und Änderungen unbedingt dringend erforderlich. Aber zu glauben, wir hätten jemals irgendetwas unter Kontrolle ist meiner Meinung nach unser Wunschdenken, oder sogar Anmaßung.
Die Welt wird uns überleben - ob wir uns selbst auslöschen, oder durch eine oder mehrere Naturkatastrophen stark dezimiert werden. Vielleicht gibt es noch über hundert Generationen bis dahin... ich sehs wie immer relaxed.;)

Die Mär von der Überbevölkerung kommt immer dann auf, sobald Menschen sich anderen Menschen überlegen fühlen wollen. Laut Berechnungen könnten mit den heutigen Techniken bereits knapp 20 Milliarden Menschen ernährt werden. (Hab ich vor vielen Jahren in einem naturwissenschaftlichen Bericht gelesen - sorry, kein link dazu). Es hapert nur am Wollen und der Verteilung. Solange wir uns mit Kriegen und Krankheiten selbst dezimieren, werden wir die 20 Milliarden lange nicht erreichen.

Ein Kind, das in der westlichen Welt geboren wird hat außerdem eine weit schlechtere Umwelt und CO² Bilanz, als eines, das in einem armen Teil der Welt aufwächst. Schon allein die Wegwerfwindeln!:rolleyes:

Bin gespannt, wie lange es noch dauert, bis sie den Müttern eine Pro-Kind-CO² Strafgebühr aufbrummen...:eek::D
 
A

*Andrea*

  • #1.980
Eventuell hast du meinen Witz ganz anders verstanden, als ich ihn meinte. Es ging mir überhaupt nicht darum, über die Menschen, die nach Europa kommen wollen und dabei ihr Leben aufs Spiel setzen, oder über ihre Eltern zu lachen, sondern mein Witz zielte auf die bei uns verbreitete Vorstellung, arme Menschen würden hilflos und uninformiert sein und ihr Verhalten kontraproduktiv und wie in der Steinzeit. Und auch, dass wir denken, sie müssten ihre Probleme so lösen, wie es uns passen würde.

Die Vorstellung, arme Menschen hätten wegen ihrer Altersvorsorge viele Kinder, ist in meinen Augen eine fragwürdige. Wenn man im Konkreten schaut, dann ist es z.B. so, dass die Frauen durchaus verhüten möchten, dass die Männer (die sich dann oft aus der Verantwortung für die Kinder stehlen) sich weigern, Kondome zu benützen und dass andere Verhütungsmittel nicht verfügbar oder nicht erschwinglich sind.
Nur weil eine reduzierte Kindersterblichkeitsrate mit tieferen Geburtenraten korreliert, besteht da nicht unbedingt eine Kausalität. Ausserdem weiss man doch, dass es unmöglich ist, Phänomene für die ganze Welt zu erklären, wo doch lokal ganz unterschiedliche Bedingungen und Denkweisen herrschen können...

Ich würde eigentlich denken, dass arme Menschen grundsätzlich weder dumm sind, noch im Alter von 20 Jahren hauptsächlich an ihre Altersvorsorge denken, noch vor dem Sex die Statistiken der WHO studieren.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.