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Beziehung wird Fern - Ü50

Liebe Foristen, vielleicht könnt ihr mir weiterhelfen.

Ich, Anfang 50, habe meine Kinder alleine groß gezogen, war lange alleine, als sie langsam flügge wurden, suchte ich (damals 45) wieder. Nach drei kürzeren Beziehungen (6 - 18 Mon), die meist ich beendete, war mir klar, dass ich einen besonderen Mann suchen muss und ansonsten besser alleine bleibe.

Ich schaute nur noch ganz locker, da fand ich vor 2,5 Jahren (damals 50) ihn (damals 56)- ganz in meiner Nähe. Er gab heftig Gas, ich überwand meine Skepsis und näherte mich an. Dann gab es heftige Probleme er bekam Depressionen und zog sich zurück, hielt aber immer den Kontakt.

Wir redeten viel, er ließ sich helfen, Klinik etc, es wurde besser, aber er wollte ständig, dass ich zu ihm in seine nah gelegene Wohnung komme - bei mir sei mein Sohn (jetzt 19), auch wenn dieser ein netter Kerl sei, wolle er lieber ungestört bei sich sein.

Ich ließ mich darauf ein, war nur noch selten zu Hause, dann meinte mein Partner, ihm tue die Stadt nicht gut, er wolle lieber wieder zurück in seine Heimatregion (450 km). Es passte gut, er konnte sich versetzen lassen, suchte eine Wohnung, ich solle doch mitkommen.

Aber: Mein Job (selbst.) lässt sich kaum verlegen, zudem sind meine Kinder und meine Freunde hier:

Nun ist Weihnachten und ich schufte in meiner Wohnung herum, Dinge, die seit zwei Jahren liegen geblieben sind. Er ist weg - "Mach Du nur" - kümmert sich um das neue Domizil, besucht Familie, Freunde, er sei dort angekommen, wo er hingehört. Er hatte angekündigt, dass er ganz oft zurück käme, nun spricht er von Fahrtkostenteilung, natürlich würde er sich an meinen Kosten beteiligen.

Das ist nicht das Problem, ich verdiene genug, aber habe aber auch viel zu tun und keinerlei Lust, die Zeit meines Lebens auf der Autobahn und im Zug zu verbringen. Er kündigt sein Kommen an - in die Wohnung, in der er nie sein wollte????? Naja!

Wir sind uns eigentlich nah, schätzen uns, er ist ein sehr besonderer Mensch - aber welche Perspektive kann DAS haben? Vielen Dank für Eure Meinung!
 

BellaDonna

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AW: Beziehung wird Fern - Ü50

Ein Jeder muss sehen, dass es ihm gut geht. Erst danach kann er anderen gut tun.

Ich habe hier einen Satz gelesen, der mir besonders aufgefallen ist. Er sei dort angekommen, wo er hin gehört.
Und das ist gut für ihn. Was sollte er denn woanders, wenn er woanders Depressionen bekommt und krank wird?
Das kann keiner auch aus Rücksicht auf eine Partnerin verlangen.

Nun ist es sicher an Dir zu entscheiden, wie du mit der Situation umgehen möchtest. IHn und seine Entscheidung kannst du nicht ändern.
Und da gibt es ja verschiedene Ansätze.
 

Mentalista

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AW: Beziehung wird Fern - Ü50

Zitat von frauenzimmer:
Wir sind uns eigentlich nah, schätzen uns, er ist ein sehr besonderer Mensch - aber welche Perspektive kann DAS haben? Vielen Dank für Eure Meinung!

Was nützt es dir, wenn er ein besonderer Mensch ist, wenn die Balance zwischen euch nicht gut ausbalanciert ist? Haben dir die letzten 2 Jahre gut getan? Ist es eine Beziehung auf Augenhöhe mit nehmen und geben? Ist er da für dich, wenn du ihn brauchst?

Du schreibst, ihr seid euch "eigentlich" nah... warum das eigentlich?

Dieses schnelle Gas geben von ihm, deine Skepsis besiegen und dich dann "fallen lassen", sein Ding machen lassen, kommt mir sehr bekannt vor. Es ist tödlich für eine Beziehung.

Ganz ehrlich, der Preis wäre mir zu groß, für ihn alles aufzugeben, dazu ist seine Vorleistung, die er hingelegt hat, nicht ausreichend. Er hatte div. Problemem hat sie vielleicht immer noch und du solltest dir gut überlegen, ob dein Leben ohne ihn letztendlich doch nicht problemloser wäre. Vielleicht warst du auch nur eine Übergangsfrau, die ihm half, seine Leben wieder hinzubekommen?
 

Nettmann

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AW: Beziehung wird Fern - Ü50

Hallo Frauenzimmer,
als ich deinen Beitrag gelesen habe, habe ich mir gedacht: Sch...
Das kommt zwar manchmal vor, aber ich hab ein ziemlich ungutes Gefühl, wenn ich lese, was du über ihn schriebst, wie du deine Gefühle zu verbergen suchst. Irgendwie ist mir dann beim dritten Mal Lesen ein Begriff aufgefallen, der irgendwie symptomatisch für die Beziehung zu sein scheint: "beteiligen" .
Er will sich beteiligen an Kosten. Woran hat er sich ansonsten beteiligt, lässt er dich "Teilhaben" (auch wenn das ein anderes Wort ist). Irgendwie sieht es mir so aus, als ob er Beschlüsse fasst, dann sagt, du darfst dich "beteiligen", aber eigentlich ist das für ihn so beschlossene Sache. Auch wenn du letztlich zugestimmt hast, mit dem Herzen scheinst du nicht (immer) wirklich hinter den Beschlüssen (nicht "deinen" Entscheidungen) gestanden zu sein. Das spiegelt sich wieder in der Beschreibung deines Aufenthalts in "deiner" Wohnung wieder, die du verlassen hattest, vielleicht auch deinen Weg verlassen hattest. Klar, rational sprach ja vielleicht auch nicht wirklich etwas dagegen - aber irgendwie hattest du wohl innere Vorbehalte. Glaubst du, das wird sich ändern, wenn du wieder, auf diese rationale Schiene hörend, dem Ruf folgst oder nicht? Ich denke, du wirst dann nicht Ruhe finden.
Er hat seinen Platz gefunden (glaubt er zumindest aktuell) -aber du? Hast du Freunde, Familie, deinen Beruf an "deinem" Ort? Sind dir diese wichtig? Bist du bereit regelmäßiges Pendeln zu ihm in Kauf zu nehmen?
Seine Ideen für die Fernbeziehung klingen mir danach, als ob er bereits gemerkt hat, dass ihm irgendwie die Felle wegschwimmen, dass er schaut, wie er sich dich irgendwie doch noch "sichern" kann.

Nettmann

Ich glaube, du kennst die Antwort auf deine Frage bereits und sie tut dir weh.
 
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AW: Beziehung wird Fern - Ü50

Hallo Frauenzimmer !
Für mich liest sich dein Bericht sehr entspannt und nicht wie ein Notruf. Du schätzt ihn, dein Lebensglück hängt aber anscheinend nicht von ihm ab. In vielen Dingen konntest du ihn in seinen Besonderheiten so lassen. Du kommst auch gut allein klar.

Sind das alles nicht Umstände, die keinen Entscheidungsdruck zur Folge haben ? Wäre es nicht eine Option, einfach zu gucken, wie sich euer Verhältnis unter den neuen Gegebenheiten entwickelt, ohne Druck ? Vielleicht stellt einer oder ihr beide fest, dass das "Schätzen" nicht reicht, um die Beziehung fortzuführen. Vielleicht kommt ihr mit dem Abstand klar und seht euch seltener, wechselseitig. Vielleicht spürst du oder er nach einer Weile, dass ihr euch doch mehr braucht und wichtiger seid, als ihr gedacht habt.

Ich habe den Eindruck, dass du sehr souverän mit deinen und seinen Wünschen umgehen kannst. Viel Glück !
 
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BellaDonna

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AW: Beziehung wird Fern - Ü50

Zitat von Mentalista:
Was nützt es dir, wenn er ein besonderer Mensch ist, wenn die Balance zwischen euch nicht gut ausbalanciert ist? Haben dir die letzten 2 Jahre gut getan? Ist es eine Beziehung auf Augenhöhe mit nehmen und geben? Ist er da für dich, wenn du ihn brauchst?

Du schreibst, ihr seid euch "eigentlich" nah... warum das eigentlich?

Dieses schnelle Gas geben von ihm, deine Skepsis besiegen und dich dann "fallen lassen", sein Ding machen lassen, kommt mir sehr bekannt vor. Es ist tödlich für eine Beziehung.

Ganz ehrlich, der Preis wäre mir zu groß, für ihn alles aufzugeben, dazu ist seine Vorleistung, die er hingelegt hat, nicht ausreichend. Er hatte div. Problemem hat sie vielleicht immer noch und du solltest dir gut überlegen, ob dein Leben ohne ihn letztendlich doch nicht problemloser wäre. Vielleicht warst du auch nur eine Übergangsfrau, die ihm half, seine Leben wieder hinzubekommen?


Ich finde es befremdlich, wie schnell du einer Dir fremden Person aufgrund von ein paar wenigen Aussagen indirekt rätst, ihre Beziehung aufzugeben.
Ist eine Beziehung, die bereits seit zwei Jahren besteht, ein solches Wegwerfgut für Dich?

Ich denke, es lohnt sich, beide Seiten zu betrachten und u.U. Die allseits geforderte Beziehungsarbeit zu leisten, auch wenn das mal von einer mal von anderer Seite gemacht werden muss. wir wissen nicht, was der Partner der TE sagen würde, was er für die Beziehung getan hat, sondern haben nur ihre subjektiven Aussagen.
 
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AW: Beziehung wird Fern - Ü50

Zitat von frauenzimmer:
dass ich einen besonderen Mann suchen muss und ansonsten besser alleine bleibe.
Was ist denn das Besondere an ihm? Kannst du es heute noch genauso schätzen?

Zitat von frauenzimmer:
er ließ sich helfen
[…]
Ich ließ mich darauf ein
[…]
und ich schufte in meiner Wohnung herum, Dinge, die seit zwei Jahren liegen geblieben sind
[…]
Wir sind uns eigentlich nah

Wie ist deine Vorstellung von Nähe? Räumlich bedingt?
Ich lese viel „mein“ und „sein“. Gibt es auch ein „unser“? Was wünschst DU dir als „unser“?
 

Mentalista

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AW: Beziehung wird Fern - Ü50

Zitat von BellaDonna:
Ich finde es befremdlich, wie schnell du einer Dir fremden Person aufgrund von ein paar wenigen Aussagen indirekt rätst, ihre Beziehung aufzugeben.
Ist eine Beziehung, die bereits seit zwei Jahren besteht, ein solches Wegwerfgut für Dich?

Nein, ich habe ihr nicht geraten, die Beziehung aufzugeben, ich habe ich nur empfohlen zu überlegen, was sie möchte. Zwischen nachdenken, überlegen und handeln ist für mich ein großer Unterschied.

Nein, eine zweijährige Beziehung ist für mich kein Wegwerfgut. Aber ich persönlich lese in der Beschreibung der Foristin ein großes Ungleichgewicht in dieser Beziehung. Wäre dem nicht so, hätte die Foristin ihr Problem hier bestimmt nicht zur Diskussion gestellt.

Alles für einen Mann aufzugeben, der dazu wieder in seine Heimat gezogen ist, der zuvor 2 Jahre intensive weibliche Fürsorge aufgrund psychischer Probleme genoss und dann ging, sie könne ja nachkommen, er würde sich auch beteiligen....., da könnte man auch ein gewisses bequemes Fluchtverhalten reinlesen. Kann aber auch ganz anders sein.

Auf dich können diese Zeilen der Foristin ganz anders wirken, ist völlig legitim.
 
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AW: Beziehung wird Fern - Ü50

WoW!

Vielen Dank für die vielen Antworten!

Ich werde sicherlich noch einmal gründlicher lesen, wollte nun nur kurz antworten auf aufgetauchte Fragen.

- Ich sehe auch ein Ungleichgewicht - auch wenn er sich in vielen kleinen Dingen sehr um mich bemüht und viel Geduld hat mit mir sehr eigenwilligem Weib. ER hatte die dicken Probleme, ER brauchte viel Zuwendung (eine dreimonatige Keuchhustenerkrankung habe ich noch unterschlagen), ER muss jetzt unbedingt weg...... und so weiter....

- Er passt schon ungewöhnlich gut zu mir - und da gibt es nicht viele, von denen ich das sagen könnte.

- Ganz so gelassen bin ich beileibe nicht. Im Gegenteil, eher Frau Ungeduld und Madame Temperamentsausbruch... aber das nützt im Moment nur wenig. Vor dreißig Jahren wäre ich schon unter der Decke gehangen und hätte mich getrennt, garantiert!

- Beruflich hänge ich ziemlich fest hier, es würde (geschätzt) mindestens drei Jahre dauern, bis ich wieder vernünftig verdienen würde in einer fremden Stadt. Wer füttert meine Kinder und mich in der Zeit? Der Mann verdient gut, aber das könnte er nicht alleine wuppen.

- Zudem gibt es noch sehr liebe Freunde hier, die mir sehr wichtig sind. Familie wäre günstiger bei ihm, näher.

Zwickmühle, oder?

Vielen Dank an Euch!
 
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AW: Beziehung wird Fern - Ü50

Hier die Zwickmüllerin mit einem kurzen Update,
Gestern haben wir uns am Telefon gestritten. Ihm geht es psychisch nicht gut nach der großen Anstrengung mit Umzug etc etc, die er wegen der Entfernung und meiner Arbeitsbelastung der letzten Monate weitgehend alleine wuppen musste. Er streitet es ab, aber ich höre es genau.

Er ist wieder seltsam am Telefon, sehr einsilbig auf eine besondere Art und Weise - untypisch für ihn, wenn es ihm gut geht - und ich habe die Befürchtung, dass er in einen neuen Krankheitsschub hineinrutschen könnte.

Übertreibe ich, wenn ich darüber sauer bin, dass ich ewig und ewig alleine vor Problemen stehe? Seine Dinge wie Umzug etc löst er auch weitgehend alleine - was er aber dann von mir holt, ist Kontakt, Gespräche, er muss mich dann fühlen, wenigstens meine Stimme hören, wird grantig, wenn ich nicht erreichbar bin. Ok, mache ich, mache ich gerne für Menschen - aber was kommt zurück?

Gestern war ich dann auch so einsilbig, genau wie er, und er beschwerte sich sofort darüber. Ich sagte, ich würde nur sein Kommunikationsverhalten abbilden - das war überhaupt nicht recht und nun ruft er nicht mehr an. Ich auch nicht, wobei ich das ohnehin nur zu 10 % tue.

Ich glaube nicht, dass der Mann versteht, was mir fehlt - und wenn er es verstünde, könnte er sein Verhalten nicht ändern. Oder? Wie könnte ich ihm erklären, dass ich irgendwann ausgelaugt bin, wenn ich je nach Phase - nach MEINEM Gefühl natürlich - zwischen 70 und 90 % gebe? Mit Worten habe ich es schon versucht, das hat er vielleicht schon verstanden, sein Verhalten aber nicht nachhaltig geändert.

Vielleicht muss ich gehen, um ihm die Brisanz der Lage vor Augen zu führen? Oder es ankündigen? Völlig blöde, ich will so etwas nicht. Was sonst?
 
AW: Beziehung wird Fern - Ü50

Wow, Du hast echt Pfeffer im Hintern! Du riefst nur zu 10% an? Jetzt garnicht mehr?

Könnte das was Dein Freund getan hat, auch als Flucht interpretiert werden? Was genau möchtest Du noch von ihm? Eine Beziehung? Dass er wieder zurückkommt?

Für Dich scheint nicht infrage zu kommen, zu ihm zu ziehen. Finde ich ansich vollkommen korrekt. Aber das muß frau sich alleine klarmachen. Eher habe ich das Gefühl, könnte es sein, daß Du nicht weißt, was oder eher genauer, wen Du willst?
 

Mentalista

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AW: Beziehung wird Fern - Ü50

Liebes Frauenzimmer,

warum tust du dir so einen Mann an? Deine Beschreibung von ihm liest sichfür mich persönlich nach einem Egozentriker. Er tut dir nicht gut, er nimmt nur und gibt wenig. Er will von dir betütelt werden, sein Ego soll von dir gestreichelt werden. Warum machst du sein "Spiel" mit? Warum trennst du dich nicht? Dir geht es doch ohne ihn besser, oder nicht? Oder hast du ein Helfersyndrom? Du wirst ihn nicht ändern können. Was von Anfang an nicht da war, wird auch durch dein Reden nicht kommen.

Er ist kein Mann, der den Alltag gut stemmen kann, er hat dich hängen gelassen, ist weg gezogen, was brauchst du denn noch, um zu kapieren, dass er wenig gesundes erwachsenes Beziehungsverhalten zeigt? Was willst du mit so einem Mann?

Gruß Mentalista
 

suzanne

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AW: Beziehung wird Fern - Ü50

Liebes Frauenzimmer,

es scheint mir, als hättest Du Dich ein wenig auf Deinen Partner «eingeschossen»: Du siehst das Glas halbleer statt halbvoll. Das kann passieren, sollte aber ein Anlass sein, über sich selbst nachzudenken, statt gedanklich nur um ihn zu Kreisen, denn das ist ohnehin eine Negativ-Spirale.

Statt also zu denken: «Er ist so..., immer macht er..., nie ist er...» würde ich Dir raten, Dich zu fragen, was Du eigentlich willst. Was ist Dir wirklich wichtig im Leben? Was möchtest Du bewirken? Was macht Dich glücklich? ... etc.

Anschliessend kannst Du Dich dann fragen, wie Du einen Schritt in diese Richtung gehen kannst. Was hilft Dir dabei, was hindert Dich? Falls das dann etwas mit Deinem Partner zu tun haben sollte, kannst Du ihm klarer sagen, was Du brauchst und kannst dann sehen, ob er Dich darin unterstützt.

Dass Du Dich offenbar selbst aus den Augen verloren hast, kannst Du ihm nicht vorwerfen.
 
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AW: Beziehung wird Fern - Ü50

Zitat von Mentalista:

Tja, warum?

Es gibt schon einige Gründe, definitiv. Ich kann so gut und konstruktiv mit ihm streiten wie noch mit keinem Mann meines Lebens. Er hat seine "blinden Flecken", aber ansonsten hat er ein gutes Gespür für Menschen, ist gnadenlos aufrichtig und versucht ehrlich zu sich und anderen zu sein. Manche Dinge sieht und spürt er aber einfach nicht, wenn ich ihn dann aber konfrontiere, ist er betroffen, denkt nach und versucht sich zu ändern.

Aber, natürlich ist er fast 60 und das hemmt das Umsteuern, er rutscht immer wieder in seine alten Verhaltensmuster hinein, die teilweise wirklich sehr egoistisch sind. Ich denke, dass dabei auch die Krankheit eine Rolle spielt - er spürt, wenn ihn etwas belastet und weicht dann aus, verweigert sich. Auch wenn es verabredet war und ich mich darauf gefreut habe - er kann dann nicht und Schluss. Ich habe dann immer wieder Verständnis gehabt - wahrscheinlich zu oft, ich hätte meine Bedürfnisse offensiver vertreten müssen. Das war sicher ein Fehler von mir.

Zitat von suzanne:
Du siehst das Glas halbleer statt halbvoll.

Statt also zu denken: «Er ist so..., immer macht er..., nie ist er...» würde ich Dir raten, Dich zu fragen, was Du eigentlich willst.

Ja, da hast Du Recht, ich bin sehr k.o. im Moment. Ich habe seit Monaten zu knabbern an diesem Umzug, weil ich mir eine Zukunft vorstellen könnte mit ihm und intensiv befürchte, dass es schief gehen wird auf die Entfernung. Das hat viel Kraft gekostet, zudem war mein Job sehr anstrengend.

Ansonsten geht es mir glücklicher Weise sehr gut, ich habe tolle, fast erwachsene Kinder und großartige Freunde, die mich auffangen und tragen. Sollte die Beziehung scheitern, werde ich traurig sein, aber ich falle nicht in ein tiefes Loch. Nein, in meinem eigenen Leben passt es gut - nur deshalb hatte ich auch die Kraft, ihn in den letzten eineinhalb Jahren immer wieder durch Rat und Tat zu unterstützen. Aber soll das immer so weitergehen? Immer wieder? Und wieder?

Vielen Dank noch einmal für Eure Gedanken!
 

Satjamira

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AW: Beziehung wird Fern - Ü50

Zitat von frauenzimmer:
Tja, warum?

Es gibt schon einige Gründe, definitiv. Ich kann so gut und konstruktiv mit ihm streiten wie noch mit keinem Mann meines Lebens. Er hat seine "blinden Flecken", aber ansonsten hat er ein gutes Gespür für Menschen, ist gnadenlos aufrichtig und versucht ehrlich zu sich und anderen zu sein. Manche Dinge sieht und spürt er aber einfach nicht, wenn ich ihn dann aber konfrontiere, ist er betroffen, denkt nach und versucht sich zu ändern.

Aber, natürlich ist er fast 60 und das hemmt das Umsteuern, er rutscht immer wieder in seine alten Verhaltensmuster hinein, die teilweise wirklich sehr egoistisch sind. Ich denke, dass dabei auch die Krankheit eine Rolle spielt - er spürt, wenn ihn etwas belastet und weicht dann aus, verweigert sich. Auch wenn es verabredet war und ich mich darauf gefreut habe - er kann dann nicht und Schluss. Ich habe dann immer wieder Verständnis gehabt - wahrscheinlich zu oft, ich hätte meine Bedürfnisse offensiver vertreten müssen. Das war sicher ein Fehler von mir.



Ja, da hast Du Recht, ich bin sehr k.o. im Moment. Ich habe seit Monaten zu knabbern an diesem Umzug, weil ich mir eine Zukunft vorstellen könnte mit ihm und intensiv befürchte, dass es schief gehen wird auf die Entfernung. Das hat viel Kraft gekostet, zudem war mein Job sehr anstrengend.

Ansonsten geht es mir glücklicher Weise sehr gut, ich habe tolle, fast erwachsene Kinder und großartige Freunde, die mich auffangen und tragen. Sollte die Beziehung scheitern, werde ich traurig sein, aber ich falle nicht in ein tiefes Loch. Nein, in meinem eigenen Leben passt es gut - nur deshalb hatte ich auch die Kraft, ihn in den letzten eineinhalb Jahren immer wieder durch Rat und Tat zu unterstützen. Aber soll das immer so weitergehen? Immer wieder? Und wieder?

Vielen Dank noch einmal für Eure Gedanken!

Du hast dir da eine ziemliche Knacknuss geschaffen, denn tatsächlich ist eine Verhaltensänderung in diesem Alter nicht so einfach und wenn einer so sensibel reagiert, brauchte es für dich ziemliche Standhaftigkeit um seine "Launen" auszuhalten oder auszugleichen. Du bist jedoch nicht seine Therapeutin, du möchtest doch eine Partnerin sein, ersteres kommt da aber ziemlich stark durch.Zur Zeit könnte ich mir vorstellen, dass das Zusammenleben noch anstrengender wäre.
Du bist eine erwachsene, erfahrene Frau und das Ganze sollte dir ja auch gut tun zwischendurch. Wenn er dir Egoismus vorlebt, zeigt dir das als Spiegel, dass auch du achtsam sein sollst, was dir gut tut und was nicht, also auch Rücksicht auf deine Befindlichkeit nehmen.
Solange man streitet, ist eine Beziehung lebendig und man hat die Chance sich zu finden, sich auszusöhnen oder findet neue Klarheit. Solange ich gestritten habe mit meinem Mann war er es mir wert, als ich nichts mehr gesagt habe, war das Resignation und das ist viel schlimmer.

Alles Gute für dich und für das Jahr 2014
 

Mentalista

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AW: Beziehung wird Fern - Ü50

Zitat von frauenzimmer:
Aber soll das immer so weitergehen? Immer wieder? Und wieder?

Ist dieser Mann also ein Erfüllungsgehilfe, weil du mit ihm richtig gut streiten kannst/konntest? Muss dieser Mann für was herhalten, was du mit anderen Männern (Vater, Ex-Mann?) nicht tun konntest?

Hast du vielleicht deswegen mit ihm eine Beziehung angefangen, denn eigentlich sagt einem der gesunde Menschenverstand, dass ein Beziehung mit einem psychisch angeschlagenen, psychisch kranken Menschen eine sehr gefährliche Sache ist. Gerade noch, wenn Mann auf die 60zig zugeht. Da ist nicht mehr viel zu reparieren. Dazu noch, wenn man Vollzeit arbeitet, Kinder zu Hause hat usw. hat Frau doch genug um die Ohren.

Warum fragst du das Forum, ob das immer so weiter gehen soll? Letztendlich musst du handeln. Es ist dein Leben, deine Verantwortung deinen Kindern gegenüber, ihnen als Vorbild ein für sich selbst gut sorgendender Mensch zu sein und ihnen vorzuleben die Finger von Menschen zu lassen, die einem nicht gut tun.

Vielleicht will dieser Mann nicht mehr für Streits "benutzt" werden, vielleicht läuft da bei dir unbewusst was ab, was dieser Mann merkt und deswegen weggegangen ist, auch wenn emotional er doch an dir hängt. Er ist vielleicht hin- und her gerissen.

Nach Liebe, nach Ping-Pong, nach gesunden Bedingungen für eine wohltuende Beziehung im Ü50zig-Alter zwischen Mann und Frau lesen sich deine Zeilen für mich persönlich weder dein Verhalten noch sein Verhalten.

Meine Zeilen sollen dich nicht verletzten, sondern nur einen anderen Blickwinkel deiner Problematik aufzeigen.

Mein Motto ist: Mir soll es mit einem Mann an meiner Seite genauso gut gehen wie jetzt, auch zukunftsmässig. Ihm natürlich auch. Daher muss ich alle guten Bedingungen selbst mitbringen. Ich bleibe lieber Single, als eine Beziehung anzufangen, wo schnell zu sehen ist, dass der Andere keine guten Basics (meine Basics) für den Aufbau einer Beziehung hat, oder ich selbst.
 
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AW: Beziehung wird Fern - Ü50

Zitat von Mentalista:
Ist dieser Mann also ein Erfüllungsgehilfe, weil du mit ihm richtig gut streiten kannst/konntest? Muss dieser Mann für was herhalten, was du mit anderen Männern (Vater, Ex-Mann?) nicht tun konntest?

Hast du vielleicht deswegen mit ihm eine Beziehung angefangen, denn eigentlich sagt einem der gesunde Menschenverstand, dass ein Beziehung mit einem psychisch angeschlagenen, psychisch kranken Menschen eine sehr gefährliche Sache ist.

Vielleicht will dieser Mann nicht mehr für Streits "benutzt" werden, vielleicht läuft da bei dir unbewusst was ab, was dieser Mann merkt und deswegen weggegangen ist, auch wenn emotional er doch an dir hängt. Er ist vielleicht hin- und her gerissen.

Nee, ich brauche den Mann nicht als Blitzableiter - ich streite mit allen Leuten, d.h. ich spreche Konflikte an und suche nach Lösungen - und das funktioniert.

Aber such mal nach einem Mann, der wirklich sensibel, ausgewogen und konstruktiv ein Problem analysieren, nach einer Lösung suchen und einen gefundenen Kompromiss wirklich leben kann! Also ich kenne da verd... wenige - und der Mann ist da einfach nur phantastisch.

Ich denke, dass er sich da so viel Mühe gibt und daran arbeitet, weil er die Beziehung wirklich will. Das war im Konfliktfall immer wieder zu spüren - aber dann gibt es auch wieder diese blinden Flecken...

Wäre der Mann nur egoistisch, wäre es ja einfach. Ich bin die Letzte, die klettet - dann wäre ich definitiv schon weg. Er ist auch erst nach mehr als einem halben Jahr so langsam in seine Krise hineingerutscht und seitdem geht es auf und ab, auf und ab...

Tja.

Es gibt selten Menschen, die von ihrem Charakter her so gut zu mir passen, wirklich selten. Und dann muss auch das Gefühl noch stimmen - und wir bewegen uns im Promille-Bereich.

Ganz klar, im Moment tut er mir nicht gut und ich sollte mich lieber wieder auf mich konzentrieren. Aber ganz ehrlich, auch einen Freund oder eine Freundin würde ich nicht abservieren, wenn es ihnen schlecht ginge - und dann soll ich dem Mann einen Tritt geben? Wie soll ich mir danach im Spiegel noch ins Gesicht sehen?
 

FrauMeier

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AW: Beziehung wird Fern - Ü50

Liebe(s) Frauenzimmer,

mir fallen zwei Dinge in deinen Zeilen auf:

1. Das Problem Nähe und Distanz für beide Seiten wohlempfindend zu gestalten. Er gibt das Tempo an, er gibt Nähe und Distanz an und wie ein Schilfrohr beugst du dich wie von einem Windstoß seinerseits zu ihm hin oder weg.
Puh, das kostet schon beim Lesen Kraft. Mir fehlt von ihm aus der Respekt vor deiner Welt und deinen Wünschen.
2. Wann immer dir hier jemand Kritik an seiner Person oder seinem verhalten äußert, dann relativierst du es komplett. So als würdest du Angst haben, dass eine Kritik an ihm ihn hier virtuell umhauen könnte. Du richtest ihn wieder auf, bist seine Therapeutin, die du sofort das Gute an ihm aufzählen musst. Warum? Lass die Auseinandersetzung doch mal zu. Vor was hast du Angst?
In dem du ihn relativierst, erweckt sich mir der Eindruck, dass du dich selbst relativierst - dass danach niemand mehr kommt, der "so gut" zu dir passt. Als hättest du es nicht anders verdient.

Eingehüllt in den "Mantel" seiner Krankheit steuert er die Beziehung und du bist seine angestellte Krankenschwester dahinter. Entschuldige, dass ich das so überspitzt formuliere. Aber aus der Position ist sein verlangen, dass du für ihn Stand by bist, zu verstehen.

Hol dir dein leben zurück, am besten ohne ihn. Anderweitig kannst du dir bald selbst Hilfe suchen, du wirst ein teil seiner Krankheit werden.
 

Mentalista

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AW: Beziehung wird Fern - Ü50

Zitat von frauenzimmer:
Es gibt selten Menschen, die von ihrem Charakter her so gut zu mir passen, wirklich selten. Und dann muss auch das Gefühl noch stimmen - und wir bewegen uns im Promille-Bereich.

Ganz klar, im Moment tut er mir nicht gut und ich sollte mich lieber wieder auf mich konzentrieren. Aber ganz ehrlich, auch einen Freund oder eine Freundin würde ich nicht abservieren, wenn es ihnen schlecht ginge - und dann soll ich dem Mann einen Tritt geben? Wie soll ich mir danach im Spiegel noch ins Gesicht sehen?

Deine Zeilen lesen sich für mich schlüssig und verständlich. Aber zwischen einer Freund/in helfen und ihm/ihr zu Liebe sein Leben komplett zu ändern, mit Umzug,neuen Job usw. zu einem Menschen zu ziehen, dem es im Augenblick nicht gut geht, da sehe ich schon einen himmelweiten Unterschied.

Würdest du für einen Freund in Schwierigkeiten diese extreme Lebensumstellung, die vor allen Dingen dich betrifft, auch machen? Menschen, die einem nahe sind zu helfen ist sehr wichtig, aber ich kann doch nur helfen, wenn mein Leben stabil ist. Gerade Ü50zig einen Job zu haben, dazu relativ sicher, ist heutzutage nicht immer üblich. Man hat sich in seiner Stadt eingerichtet, seine Freunde, Kinder usw. sein Lebensgefühl usw. ist hier und es geht einem gut, was ist, wenn die Jobsuche und der Umzug in die andere Stadt erfolglos wird? Dann liegt alles in Scherben, zurück geht vielleicht gar nicht, große Hilfe kann man vom Freund nicht erwarten....

Auf allen Hochzeiten kann man nicht tanzen, bei deiner Gegenseite lese ich aus deinen Zeilen zu wenig Energie und Stabilität, dass so ein Neuanfang dazu in dem Alter m.E. nicht gemeinsam gestemmt werden kann, weil eine Seite dazu kaum gute Bedingungen mitbringt. Was machst du, wenn er dann die Beziehung nicht mehr will, so wie er psychisch derzeit drauf ist?

Ich habe beruflich mit solch angeschlagenen Männern zu tun. Da hilft oft kein Arzt oder Therapie mehr, das hatten diese Männer schon, die pendeln sich in ihrem Leben so ein, aber sind dauerhaft wenig Beziehungs-belastbar und sind alle Single.

Ich ergänze: Es geht hier ja nicht nur um dein Leben, liebes Frauenzimmer, es geht auch um das Leben und die weitere Entwicklung deiner Kinder. Die scheinen schon älter zu sein, haben ihren Freundeskreis, Vereine usw., willst du sie da komplett rausreisen? Dann geht die Beziehung schief, deine Kinder sind unglücklich, hatten viel Stress mit neuer Schule usw., nee, das Risiko gerade im Interesse der Kinder wäre mir zu gross. Wie willst du später deinen Kindern erklären, dass du aus Liebe zu einem in meinem Augen wenig beziehungs-belastbaren Mann, dein und ihre gutes und sicheres Lebensumfeld komplett aufgegeben hast?
 
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AW: Beziehung wird Fern - Ü50

Eingangspost von Frauenzimmer:

Selbst gleiches Alter kann ich das Thema gut nachvollziehen und sehe mein Temperament ähnlich (nicht nur wegen faible für MG). Ich glaube nicht, die Entfernung ist das Problem. Du beschreibst sein Verhalten am Telefon als wieder seltsam und einsilbig. Soweit ich verstanden habe, hattest du ihm in der Vergangenheit schon mal auf die Sprünge geholfen. Kommt mir sooo bekannt vor, weiter wurde ich hellhörig, was deinen 19-jährigen Sohn angeht und wie dein Partner damit eines deiner Familienmitglieder sieht, eben gar nicht.

Die Geschichte kann eine Endlosschleife werden, ich erlaube mir eine kühne Einschätzung in der Form, dass dieser Mann gerne für sich ist. Da gehen für mich heute alle Glöckchen und Blaulicht an.

Nur wenige Menschen bekommen den Spagat zwischen action, Entspannung und mal für sich sein, wirklich hin. Ich bin der Ansicht, weder eine Frau noch ein Mann kann verleugnen, dass ü50 viele Chancen bietet. Mir ist auch gerade bei parship klar geworden, ein „klassischer Einzelgänger“ kommt für mich nicht mehr in Frage, es besteht einfach die Gefahr, er zapft an meiner Lebensfreude und hat wahrscheinlich schon in jungen Jahren nicht gelernt...Mutti wird es nicht immer richten.

:)
 
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Zitat von Mentalista:
Wie willst du später deinen Kindern erklären, dass du aus Liebe zu einem in meinem Augen wenig beziehungs-belastbaren Mann, dein und ihre gutes und sicheres Lebensumfeld komplett aufgegeben hast?

Noch einmal vielen Dank für eure Gedanken!

Nein, Umzug steht definitiv nicht zur Debatte!

Für meine Kinder nicht, die mitten im Studium stehen und schon alleine leben bzw. vor dem Studium stehen - und für mich auch nicht. Ich brauche ein festes Einkommen, habe sehr hart für meine Existenz gearbeitet und bräuchte Jahre in einer anderen Stadt. Das käme nur in Betracht, wenn sich die Situation sehr, sehr viel stabiler und belastbarer darstellen würde und ist definitiv Zukunftsmusik.

Aber auch die Option Fernbeziehung ist harter Tobak auf DIE Entfernung. WILL ich das???

"Hol Dir Dein Leben zurück" - hm, eigentlich habe ich es ja. Ich lebe wie in meinen Singlejahren, arbeite, unternehme etwas mit Freunden, den Kindern - mit einem Unterschied:

Ich führe Telefonate, täglich, manchmal witzige, manchmal nachdenkliche, manchmal nervige, manchmal belastende - und ich habe die Gedanken an den Mann im Hinterkopf, manchmal ganz warme und liebevolle, manchmal genervte, manchmal sehr besorgte. Das könnte ich abschütteln und wäre es los... wirklich?
 

FrauMeier

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AW: Beziehung wird Fern - Ü50

Zitat von frauenzimmer:
Ich führe Telefonate, täglich, manchmal witzige, manchmal nachdenkliche, manchmal nervige, manchmal belastende - und ich habe die Gedanken an den Mann im Hinterkopf, manchmal ganz warme und liebevolle, manchmal genervte, manchmal sehr besorgte. Das könnte ich abschütteln und wäre es los... wirklich?

Ääähh, nein :) so wahrscheinlich nicht. In deinen Zeilen ist bereits genau das Auf und Ab wie es wahrscheinlich zwischen euch steht.
Ich sehe deine Position als Partnerin nicht.
"Abschütteln?" - Nein, aber Grenzen ziehen (dass so eine Partnerschaft nicht funktioniert und sehr auf deine Kosten geht) "Wirklich?" Ja, und vermutlich immer wieder. (Denn er wird es vermutlich schwer akzeptieren können)
 
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FrauMeier

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AW: Beziehung wird Fern - Ü50

P.S.
Bei bestimmte Konstellationen oder Voraussetzungen wie bei dir ist das Forum in jedem Fall ein "offenes Ohr", aber vielleicht zu wenig.
Warum fragst du ihn nicht direkt nach derzeitigen Hilfeprogrammen, ob er welche in Anspruch nimmt? Es wäre gut, ihn dann zu einer gemeinsamen Sitzung begleiten zu können.
Du sprachst ausserdem in zeiten seiner Depression von klinischer Hilfe. gibt es dort einen Ansprechpartner?
Du könntest deinen Partner um Auskunft bitten, mit der begründung, dass du mit deinem Latein am Ende bist, die Beziehung in Frage steht und du gern konkrete Hilfe hättest - in dem Fall als Angehörige im weitesten Sinne.
Er kann, wenn er es wirklich enst meint und auch dein Interesse als solches versteht, dann bei den entsprechenden Stellen schriftlich Schweigepflicht für dich aufheben lassen und du kannst ein professionelles Gespräch suchen.
 
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Zitat von frauenzimmer:
"Hol Dir Dein Leben zurück" - hm, eigentlich habe ich es ja.

Deine Situation kommt mir sehr vertraut vor. Ich war auch einmal in einer Beziehung, die viele schöne Sonnenseiten hatte, es gab aber auch ein riesiges Grundsatzproblem, wo einfach kein gemeinsamer Nenner zu finden war. Erst haben wir versucht, uns darin anzunähern, dann irgendwann tauchte die Ahnung auf, dass es nicht funktionieren wird .... und irgendwann war es dann auch leider vorbei, erst sehr schmerzhaft, aber trotzdem bald glasklar : da war einfach keine Lösung möglich.

Außenstehende sind da schnell mal bei der Hand, mit "logischen" Bewertungen und Schnellurteilen. Meinen es gut mit einem, stecken aber einfach nicht in der eigenen Haut. Manche Menschen sind es wert, dass man lange lange probiert und manche Erkenntnisse müssen auch erst heranreifen.

Ist aber vielleicht auch persönlichkeitsabhängig, wie viel man sich zumuten will und kann und wann man mit einem Ende am besten klarkommt.
 

FrauMeier

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AW: Beziehung wird Fern - Ü50

@ Schreiberin/ Frauenzimmer:

Ja das stimmt, dem muss ich mich doch anschließen. Es gibt viele Möglichkeiten, den eigenen Weg zu gehen. Das Tempo, die Abzweigungen, die pausen, die Wegbegleiter sollten natürlich eigene Wahl bleiben.
Man ist von außen im Vorwegnehmen meist schnell zur Stelle - für Ratschläge, mitleid, verständnis und Tempo.
Es ist einfacher, weil objektiver. Das erlaubt zuweilen einen größeren Blickwinkel. Die schweren Entscheidungen, der Schmerz, die verletzungen, die Sorgen mußt du selbst durchstehen.
Bleib (trotzdem) mehr bei dir selbst.
 
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AW: Beziehung wird Fern - Ü50

Update... seufz...

Ich habe ziemlich viel nachgedacht - was mich manchmal nervt, weil es mich von der Arbeit ablenkt, aber es ist im Moment wohl schlicht notwendig...

Eine in Angriff genommene gemeinsame Unternehmung ist ziemlich spektakulär in die Hose gegangen - der Mann hustete, es wurde schlimmer und nun hat er Lungenentzündung, liegt dort am anderen Ende der Welt und ich fahre NICHT dorthin um brav zu pflegen und Händchen zu halten.

Er wollte weg und nun ist er eben alleine. Es gibt alte Freunde dort, aber die kann man natürlich nur begrenzt um Gefallen bitten. Er jammert auch nicht, er spürt wohl, dass ich dann deutliche Dinge sagen würde. Ansonsten halte ich die Telefonate kurz.

Höre ich mich genervt an? Bestimmt, denn ich bin es.

Ich brauche ziemlich lange bis ich wirklich Klarheit habe, aber ich bin auf dem Weg.

Ok, er tut mir Leid, er hat im Moment ziemlich die A...karte - Job unklar, krank, mieses Wetter, keiner, der sich kümmert. Aber ich fühle mich auch nicht zuständig - als ich in den letzten Monaten in Bezug auf etliche Probleme in der Tinte saß, habe ich mir auch selbst helfen müssen. Wie immer.

Wir werden reden müssen, irgendwann.
 

Nettmann

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AW: Beziehung wird Fern - Ü50

Zitat von frauenzimmer:
Update... seufz...

Ich habe ziemlich viel nachgedacht - was mich manchmal nervt, weil es mich von der Arbeit ablenkt, aber es ist im Moment wohl schlicht notwendig...

Eine in Angriff genommene gemeinsame Unternehmung ist ziemlich spektakulär in die Hose gegangen - der Mann hustete, es wurde schlimmer und nun hat er Lungenentzündung, liegt dort am anderen Ende der Welt und ich fahre NICHT dorthin um brav zu pflegen und Händchen zu halten.

Er wollte weg und nun ist er eben alleine. Es gibt alte Freunde dort, aber die kann man natürlich nur begrenzt um Gefallen bitten. Er jammert auch nicht, er spürt wohl, dass ich dann deutliche Dinge sagen würde. Ansonsten halte ich die Telefonate kurz.

Höre ich mich genervt an? Bestimmt, denn ich bin es.

Ich brauche ziemlich lange bis ich wirklich Klarheit habe, aber ich bin auf dem Weg.

Ok, er tut mir Leid, er hat im Moment ziemlich die A...karte - Job unklar, krank, mieses Wetter, keiner, der sich kümmert. Aber ich fühle mich auch nicht zuständig - als ich in den letzten Monaten in Bezug auf etliche Probleme in der Tinte saß, habe ich mir auch selbst helfen müssen. Wie immer.

Wir werden reden müssen, irgendwann.

Hallo Frauenzimmer,
scheint niemand mehr sonst online zu sein. Ich denk, dir war einfach mal wichtig, es aussprechen (schreiben) zu können, wahrgenommen zu werden.
Wünsch dir weiterhin viel Kraft!

Nettmann
 

Mentalista

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AW: Beziehung wird Fern - Ü50

Zitat von frauenzimmer:
Ich brauche ziemlich lange bis ich wirklich Klarheit habe, aber ich bin auf dem Weg.

Ok, er tut mir Leid, er hat im Moment ziemlich die A...karte - Job unklar, krank, mieses Wetter, keiner, der sich kümmert. Aber ich fühle mich auch nicht zuständig - als ich in den letzten Monaten in Bezug auf etliche Probleme in der Tinte saß, habe ich mir auch selbst helfen müssen. Wie immer.

Wir werden reden müssen, irgendwann.

Sehr gut, dass du auf dem Weg bist. ER ist erwachsen, jeder ist sein Glückes Schmied, als du in der Tinte sasst, war er nicht da, das sollte dir sehr zu denken geben.

Warum musst du mit ihm reden müssen? Hat es bisher geholfen? Investiere doch diese Energie lieber in dich, mache es dir gut, geniesse dein Leben, kümmere dich um dich selbst, dass ist deine erste wichtige Aufgabe!

Ich glaube die Geschichte mit ihm ist gegessen. Es halt hat nicht gereicht, dieses gute seelische Miteinander. Er war für dich ein Wegbegleiter, damit du was über dich lernen konntest. Danke ihm in Gedanken für diese Zeit und lass ihn los, er tut dir doch nicht gut.
 
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AW: Beziehung wird Fern - Ü50

Frauenzimmer, ich hatte von Anfang an ein total positives Bild von dir : dass du liebevoll mit einem Partner umgehen kannst, aber auch nicht völlig blind und ohne Rücksicht auf dich selbst. Dein letzter Post bestätigt mir diesen Eindruck. Du machst das schon. Ohne irgendwelche Abschuss-Aufforderungen von anderen, bitte.