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  • #1

beschneidung

aktuelles thema.
Na, wer ist beschnitten? Was bevorzugen die damen? :)
 

a3a

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  • #2
AW: beschneidung

Als "Dame" bin ich heilfroh, nicht beschnitten zu sein, bei Männern ist mir das eigentlich egal.
 
M

Minze

  • #3
AW: beschneidung

Zitat von a3a:
Als "Dame" bin ich heilfroh, nicht beschnitten zu sein, bei Männern ist mir das eigentlich egal.
Das dachte ich auch, zunächst ;-).
Aktuell wegen der Beschneidungsdebatte und dem diesbezügl. Urteil des Kölner Landgerichts?

Ich stehe auf das Recht für körperliche Unversehrtheit.
 
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  • #4
AW: beschneidung

Zitat von Minze:
Ich stehe auf das Recht für körperliche Unversehrtheit.
Aber es besteht doch auch das Recht in Körperverletzungen einzuwilligen. Unter eine durch Einwilligung gedeckte Körperverletzung fallen z.B. alle ärztlichen Eingriffe, die zur Krankenbehandlung erforderlich sind. Z.B. die Blinddarmoperation. Die Blinddarmoperation erfüllt zunächst den Tatbestand der Körperverletzung und ist durch die Einwilligung bzw. mutmaßliche Einwilligung (bei Bewusstlosigkeit) des operierten gedeckt. Soweit ist das ja noch klar, da die Blinddarmoperation zur Behandlung einer Krankheit notwendig ist und der Mensch anderenfalls sterben würde.

Körperverletzung, ide durch eine Einwilligung gedeckt ist, ist aber auch das stechen von Ohrlöchern, Piercing und Tätowierung. Soll das jetzt etwa auch strafbar sein.

Ich gebe jetzt zu, das Urteil des Landgerichts nicht gelesen zu haben. So auf die schnelle hat sich mir aufgrund der oben genannten Gedanken aber das Problem gar nicht erschlossen.
 
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  • #5
AW: beschneidung

Zurück zum Thema bevorzugen: Kenne nur nicht beschnittene Männer.
 
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  • #7
AW: beschneidung

Zitat von Benutzerin:
Eine Willensleistung, die dem Säugling oder Kleinkind allerdings nicht möglich ist.
Ja. Dafür hat das Kind einen gesetzlichen Vertreter. Die oben gemachten Ausführungen gelten aber trotzdem. Viele Kinder im Kindergartenalter haben z.B. Ohrlöcher. Da können die Eltern auch einwilligen; das Ohrlochstechen bei Kindern ist in unserem Kulturkreis auch nicht unüblich. Genauso ist bei Juden die Beschneidung aufgrund der Kultur üblich.
 
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  • #8
AW: beschneidung

Zitat von Ginevra:
Ja. Dafür hat das Kind einen gesetzlichen Vertreter. Die oben gemachten Ausführungen gelten aber trotzdem. Viele Kinder im Kindergartenalter haben z.B. Ohrlöcher. Da können die Eltern auch einwilligen; das Ohrlochstechen bei Kindern ist in unserem Kulturkreis auch nicht unüblich. Genauso ist bei Juden die Beschneidung aufgrund der Kultur üblich.
Die Möglichkeit der Einwilligung in Körperverletzungen wird durch die Guten Sitten (= das Anstandsgefühl aller billig und gerecht denkenden) begrenzt. Gegen die guten Sitten würde demnach die Beschneidung von Frauen verstoßen, auch wenn das in einigen Ländern von der Kultur so gefordert wird. Ob man aber bei der Beschneidung von Männern so weit gehen will halte ich für fraglich, da der Eingriff ja nicht die gleich gravierenden Folgen hat wie dies bei Frauen der Fall ist.
 
B

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  • #9
AW: beschneidung

Zitat von Ginevra:
Ja. Dafür hat das Kind einen gesetzlichen Vertreter. Die oben gemachten Ausführungen gelten aber trotzdem. Viele Kinder im Kindergartenalter haben z.B. Ohrlöcher. Da können die Eltern auch einwilligen; das Ohrlochstechen bei Kindern ist in unserem Kulturkreis auch nicht unüblich. Genauso ist bei Juden die Beschneidung aufgrund der Kultur üblich.
Ich bin auch gegen Ohrlöcher, Piercings und dergleichen - wenn der Wunsch dazu nicht ausdrücklich vom zu Durchstechenden geäußert wird.
 
B

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  • #10
AW: beschneidung

Zitat von Ginevra:
Ob man aber bei der Beschneidung von Männern so weit gehen will halte ich für fraglich, da der Eingriff ja nicht die gleich gravierenden Folgen hat wie dies bei Frauen der Fall ist.
Ich finde das mit dem Recht auf körperliche Unversehrtheit eigentlich eine wirklich gute Sache. Und ich würde mich nicht trauen, Aussagen drüber zu machen, inwieweit ein kleiner Junge durch das medizinisch unnötige Herumschnipeln an seiner ******* geängstigt wird.
 
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  • #11
AW: beschneidung

Zitat von Benutzerin:
Ich bin auch gegen Ohrlöcher, Piercings und dergleichen - wenn der Wunsch dazu nicht ausdrücklich vom zu Durchstechenden geäußert wird.
Gut finde ich das Ohrlochstechen bei kleinen Kindern auch nicht. Piercings und dergleichen kommen da hoffentlich nicht vor.
Das heißt aber noch nicht, dass das Ohrlochstechen strafrechtlich geahndet werden muss.

Bei Piercing bei Kindern dürfte die Einwilligung der Eltern gegen die Guten Sitten verstoßen. Bei der Beschneidung muss wohl die schwere des Eingriffs gegen die kulturelle Tradition abgewogen werden.
 
B

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  • #12
AW: beschneidung

Zitat von Ginevra:
Bei Piercing bei Kindern dürfte die Einwilligung der Eltern gegen die Guten Sitten verstoßen. Bei der Beschneidung muss wohl die schwere des Eingriffs gegen die kulturelle Tradition abgewogen werden.
Es gibt ja eine ganze Reihe von "kulturellen Traditionen". Bedeutet das, dass die unveränderlich sein müssen? Wer bestimmt denn das?
Wenn sich erwachsene Männer oder meinetwegen auch Teenager, die ja sonst auch 'beschränkt geschäftigsfähig' sind, für diesen Eingriff entscheiden: okay. An Babys und Kindern gehört meiner Meinung nach in einer zivilisierten Gesellschaft nicht herumgeschnippelt und perforiert.
Mal ein Beispiel aus einem ganz anderen Bereich: es war eine Zeitlang 'kulturelle Tradition', dass überall geraucht werden durfte. War das deshalb richtig?
 
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  • #13
AW: beschneidung

Abwägen sagt zunächst nichts über das Ergebnis des Abwägungsvorgangs aus. Es heisst nur, dass man mehrere Gesichtspunkte in den Abwägungsvorgang einstellen und einem angemessenen Ausgleich zuführen muss. Angemessener Ausgleich heisst hier, dass das Ergebnis noch mit unsere Rechtsordnung vereinbar sein muss. Bei der Beschneidung würde ich z.B. erstmal ermitteln, welche Risken und Nachteile/Folgen mit dem Eingriff verbunden sind.

Der Vergleich mit dem Rauchen hinkt. Bei der Beschneidung handelt es sich um eine jahrhundertealte religiöse Tradition, die auch grundrechtlich durch die REligionsfreiheit geschützt ist. Es gilt also Religionsfreiheit gegen die körperliche Unversehrtheit abzuwägen.
Das Rauchen steht nicht unter besonderem grundrechtlichen Schutz. Es fällt lediglich unter die allgemeine Handlungsfreiheit; da kann der Staat viel leichter eingreifen.
 
B

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  • #14
AW: beschneidung

Wie gesagt: Ich finde das im Grundgesetz verankerte Recht auf körperliche Unversehrtheit eine klare und auch 'gerechte' Sache.
Als Atheistin kann ich den Sonderstatus, der Religionsgemeinschaften verschiedenster Couleur immer wieder eingeräumt wird, nicht gutheißen. Zumal, wenn sie, wie in diesem Fall, Menschen betreffen, die gar keine Chance haben, eine andere Entscheidung zu treffen.
 
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  • #15
AW: beschneidung

Gut oder nicht: Die Religionsfreiheit ist nunmal in unserer Verfassung.
Das finde ich auch gut so. Sie umfasst nämlich auch die Freiheit nichts zu glauben und keine Religion zu haben.

Abwägen heisst immer auch, dass verschiedene Mögliche Ergebnisse je nach Gewichtung vertretbar sind. Die Religionsfreiheit geniesst allerdings schon starken Schutz in unserer Verfassung.