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  • #31
AW: Beim anderen ankommen

Zitat von mil:
optimismus hört sich in meinen ohren auch eher schal an, so nach allgemeiner haltung, die man einfach auf die konkreten fälle drauf klatscht, damit man nicht verzweifelt.
ich spreche lieber von zuversicht. nicht nötig sollte es sein, sich über wahrscheinlichkeiten täuschen zu müssen.
gewissheit, daß etwas sinn hat, ist gut, aber noch nicht hinreichend für hoffnung, denke ich. aber das, was dazu kommt ist, nicht nicht so etwas wie ein glauben.
in manchen profilen steht "ich glaube noch an die liebe". das ist vielleicht "optimistisch" gemeint. in meinen ohren hört es sich ziemlich verzweifelt an.
Mensch, Kinnings....
tretet doch mal einen Schritt zurück und lasst etwas zu... wenn es am Anfang schon gleich die Gedanken der Endlichkeit gibt... was wäre es dann? Nicht das Gefühl angekommen zu sein. Warum es nur vorsichtig Zuversicht nennen, wenn der Bauch sagt, ach, ist das schön, davon bekomme ich nicht genug...
Ob ihr es nun mit maritimen Bildern beschreibt oder anders. Jeder hat da was anderes im Kopf, im Herz, in der Seele.
Ich, für mich, habe gerade wieder das Gefühl, dass ich ankommen könnte. Auch wenn das, was da beginnt, so ganz anders war, als das, was ich im Kopf hatte bevor ich auf diese Suche ging.

Ja, im Sinne der Achtsamkeit sollte mensch vielleicht so was machen, wie mil es beschreibt. Aber eher gehe ich das Risiko ein, dass es eben nicht so wird/bleibt, wie ich es mir wünsche - mit dem Risiko des tiefen Jammertals, in das ich dann fiele, als vor lauter Vorsicht und Zurückhaltung mir die Chance auf echtes Einlassen entgehen zu lassen.

Vielleicht ist das auch symptomatisch für die Beziehungen, die sich hier so finden. Vor lauter Risikoabwägung kommt es schnell zur Ernüchterung, weil der Katalog, der im Innen immer noch da ist und abgehakt wird, nicht hinreichend erfüllt ist.

Viele sprechen hier von Altlasten, aber es geht doch mehr noch um die 'Neulast'.... Bin ich bereit auch zu denken, zu fühlen, zu glauben, dass es funktionieren kann? Das bekannte Terrain des Singledasein wieder zu verlassen, um sich auf ein neues, gemeinsames Paarleben einzufinden... wie viele wünschen es sich, aber können nicht diese terra incognita betreten, weil die alten Erfahrungen sie doch mehr beeinflussen, als sie sich zugestehen? So wie ich mir selbst Mut mache, daran zu glauben - weil ich es ja nicht wissen kann - so möchte ich allen heute morgen zurufen 'Romantiker der Welt, vereinigt euch .... nur Kopf tut auch nicht gut ...'
 
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  • #32
AW: Beim anderen ankommen

no_kitty, vielleicht ein mißverständnis?
ich schlage, wenn man sich verliebt, nicht vor, ständig an die endlichkeit zu denken, um nicht enttäuscht zu werden, wenns dann wirklich endet.
habe ich von zurückhaltung gesprochen? und nein, gerade nicht von risikoabwägung. der punkt war, daß zuversicht etwas ganz anderes ist als rechnen mit wahrscheinlichkeiten.
und der kritische punkt ist, daß optimismus in einem bestimmten sinne verstanden gerade etwas berechnenden ist, nämlich ein absichtliches falschberechnen.
kennst du "ich glaube noch an die liebe"-profile? beim lesen spüre ich die ganze verzweiflung und schwere. und übesetze mal schnell, was da eigentlich steht: alles ist so schlimm, alle menschen sind so so fies und untreu, aber ich bin stark und toll, und man soll ja positiv denken, also glaube ich noch an die liebe, ich glaube noch an die nadel im heuhaufen, denn wenn ich meine verzweiflung wirklich zulassen würde, dann wäre ja eh nichts, und ich möchte doch so gerne was. - häufig ist eine weise von notgedrungen positivem denken verbunden mit unreflektierten schuldvorwürfen an andere, etwa an das gesamte andere geschlecht. da ist schnell klar, daß einfach ne menge noch nicht verarbeitet wurde.
also, um so eine haltung gings mir. ich glaub, du hast was anderes im blick. :)
wenn man einen kulturgeschichtlichen bogen spannen wollte, könnte man jetzt zum romantiker kommen. also inwiefern der im grunde ein zutiefst enttäuschter mensch ist, der sich deswegen in die träume flüchtet, das eigene gefühl zum fetisch macht, am liebsten in der sehnsucht als solcher verharrt usw. - aber zum einen überfordert so ein thema uns hier sicherlich, und zum anderen dürftest du das nicht im blick haben, wenn du von "romantiker" sprichst. :)
aber um gefühl contra verstand gehts mir überhaupt nicht. sondern eher darum, das gefühl gefühl sein zu lassen und die vernunft vernunft. also das gefühl selbst nicht zu mißbrauchen, indem man es seinerseits zu berechnend sein läßt.
 
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Evi

  • #33
AW: Beim anderen ankommen

Zitat von Evi:
dann möchte ich zuversichtlich sein, dass alles gut werden wird.
"Alles gut werden" war sehr allgemein ausgedrückt. Darunter fällt für mich auch, guten Umgang mit etwas Schwierigem zu finden, passende Lösungen zu finden... und so...
 
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Evi

  • #34
AW: Beim anderen ankommen

Zitat von mil:
@evi, andre
bei optimismus höre ich so heraus: aus einem allgemeinen prinzip heraus etwas eine höhere wahrscheinlichkeit zumessen als man sie "nüchtern betrachtet" geben würde, und zwar, um überhaupt zum handeln motiviert zu sein.
Ich merke, ich maß dem Begriff Optimismus weniger eigenartige Bedeutung bei. Ich verband ihn –auch wenn er etwas abgenutzt wirkt- bisher mit Zuversicht, Hoffnung und Lebensbejahung – und gut. Ich begriff ihn als positive Haltung, aber niemals mit Aussagekraft über den Ausgang von irgendwas.
Ich verstehe jetzt aber den Spruch besser ;-)
Hoffnung ist eben nicht Optimismus, ist nicht Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewißheit, dass etwas Sinn hat - ohne Rücksicht darauf, wie es ausgeht (Václav Havel).
Hier wird Optimismus als Überzeugung, dass etwas gut ausgeht definiert. Ahhh … sorry, stand auf der Leitung ;-)
In wikipedia las ich:
„Heute versteht man unter diesem Begriff im Allgemeinen eine schwache Form des Optimismus, nämlich den Glauben an ein gutes Ende“
Glauben an ein gutes Ende? ? Hoffen auf gute Lösungen wäre schon etwas besser. An guten Lösungen arbeiten noch besser :).
Was ist ein gutes Ende?
Dass ich jetzt hier endlich Ruhe gebe ;-).
 
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  • #35
AW: Beim anderen ankommen

Zitat von mil:
wenn man einen kulturgeschichtlichen bogen spannen wollte, könnte man jetzt zum romantiker kommen. also inwiefern der im grunde ein zutiefst enttäuschter mensch ist, der sich deswegen in die träume flüchtet, das eigene gefühl zum fetisch macht, am liebsten in der sehnsucht als solcher verharrt usw. - aber zum einen überfordert so ein thema uns hier sicherlich, und zum anderen dürftest du das nicht im blick haben, wenn du von "romantiker" sprichst. :)
aber um gefühl contra verstand gehts mir überhaupt nicht. sondern eher darum, das gefühl gefühl sein zu lassen und die vernunft vernunft. also das gefühl selbst nicht zu mißbrauchen, indem man es seinerseits zu berechnend sein läßt.
@mil.... na, was ich wohl im Blick habe.... aber soviel Kopfkapazität wäre bei mir noch frei, mich auch de, literaturwissenschaftlichen Exkurs des Ursprungs der Romantik, dem Verklären und der Überhöhung der Sehnsucht zu widmen....

Es ist eben der Kopf vor Gefühl nicht ausgeschaltet. Nichts ist anregender als ein wacher Geist, der die Gefühle auch trägt. Auch wenn ich wieder 'tztztztz' machen muss, bitte nicht auf die 'anderen' herunterschauen, die es eben auch so gut machen, wie sie es können. Und auch sie möchten ankommen, auch wenn ihr Startpunkt vielleicht so ganz verschieden von deinem ist.

Ist der Romantiker an sich ein zutiefst enntäuschter Mensch? Oder vielleicht doch eine aussterbende Spezies? Oder eine Phantomeigenschaft, mit der sich einige schmücken, um andere Bedürfnisse zu verbrämen?
Wäre das nicht ein toller Thread, mil? Hat aber nichts mit der Frage hier zu tun - was bedeutet es 'beim anderen ankommen'.
Und damit hoffe ich, dass meine Botschaft zumindest bei einem Forumsmitglied angekommen ist *fg
Und darüber hinaus hoffe ich, ich konte dazu beitragen, was es wohl für ein paar Menschen heisst, wenn sie von 'Ankommen beim Partner sprechen' und es nicht um die reine physische Attraktivität geht.
 
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  • #36
AW: Beim anderen ankommen

no_kitty: nein, also herunterschauen wollte ich da nicht; vielleicht kam das falsch rüber.
aber schön, daß du dich dennoch verstanden fühlst! :)
und natürlich spreche ich niemandem ab, ankommen zu wollen. wobei manch romantiker ja gerade nicht wirklich ankommen will. und der weg schon das ziel ist. undsoweiter.
ich glaub, unter "romantiker" verstehen die leute hier ziemlich verschiedenes. es ist nicht wirklich mein ehrgeiz, das aufzuarbeiten. :)
 
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  • #37
AW: Beim anderen ankommen

evi, tja, die lebensbejahung. was genau bejaht man denn da? zum leben gehört ja dann doch alles. das ankommen wie auch das nichtankommen. gar wenn sich jemand vorm leben verkriechen will, gehört das irgendwie zu leben. wenn also bejahen: was genau eigentlich?
 
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Evi

  • #38
AW: Beim anderen ankommen

Zitat von mil:
evi, tja, die lebensbejahung. was genau bejaht man denn da? zum leben gehört ja dann doch alles. das ankommen wie auch das nichtankommen. gar wenn sich jemand vorm leben verkriechen will, gehört das irgendwie zu leben. wenn also bejahen: was genau eigentlich?
Es war André, mit seinem oberschlauen Spruch ;-), ich hätte nicht von "Optimismus" angefangen. In meinem bisherigen Leben gebrauchte ich diesen Begriff nicht. Es gab ihn wie viele Worte, aber an Bedeutung gewann er erst diese Tage ;-).

Die Kernaussage ist: "Hoffnung ist die Gewissheit, dass etwas Bedeutung hat". Alles andere ist eigentlich nur viel drumherum Geschwätze und irritiert Evi ;-).

Du fragst zurecht, was genau man bejaht. Das Leben eben... *kicher*. So mit allem.
Oder vielleicht das Schlechte ganz besonders, im Mantel der Lebensbejahung ist es dann evtl. gleich nicht mehr so schlimm - siehe "Glaube an die Liebe" ;-).
Also diesen undifferenzierten, unscharfen Begriffe wie Optimismus und Lebensbejahung kannste irgendwie echt knicken ;-).

Danke für die Geduld :).
 
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  • #39
AW: Beim anderen ankommen

Zitat von Evi:
Die Kernaussage ist: "Hoffnung ist die Gewissheit, dass etwas Bedeutung hat". Alles andere ist eigentlich nur viel drumherum Geschwätze und irritiert Evi ;-).

Du fragst zurecht, was genau man bejaht. Das Leben eben... *kicher*. ......

Danke für die Geduld :).

.... ich danke für die Aufklärung und stelle mich an die Seite dazu mit der eigentlichen Lebensbejahung *fg
Etwas was einfach anfängt, kann ganz schön Wellen schlagen.....
 
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  • #41
AW: Beim anderen ankommen

Zitat von Evi:
Die Kernaussage ist: "Hoffnung ist die Gewissheit, dass etwas Bedeutung hat". Alles andere ist eigentlich nur viel drumherum Geschwätze und irritiert Evi ;-).
Du hast eben keinen Sinn für innere Dramatik -- retardierendes Moment, These und Antithese und so ;-)

Aber so, wie du den Satz jetzt entschnörkelt hast, so isser gemeint.
 
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Evi

  • #43
AW: Beim anderen ankommen

Zitat von No_Kitty:
.... ich danke für die Aufklärung und stelle mich an die Seite dazu mit der eigentlichen Lebensbejahung *fg
Etwas was einfach anfängt, kann ganz schön Wellen schlagen.....
Ja, *lach* - soll ich weitermachen? ;-) Dann sag mir, was verstehst du unter "*eigentlicher* Lebensbejahung"? ;-)
 
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  • #45
AW: Beim anderen ankommen

Zitat von Evi:
Ja, *lach* - soll ich weitermachen? ;-) Dann sag mir, was verstehst du unter "*eigentlicher* Lebensbejahung"? ;-)
*auch lach
könnten wir, wäre das aber nicht ein neuer Thread....?
ich glaube ich mache den auf.... ist aber weder Single-Leben, noch Beziehung, noch Dating-Tipp ....
....also wohin mit der Frage, was ist eigentliche Lebensbejahung?