E

Evi

  • #17
AW: Beim anderen ankommen

Zitat von goldmarie:
...ganz schön schwammig, alles in allem...

Was ich aber nicht für erstrebenswert halte ist, an diesem Gefühl festzuhalten und es mit aller Macht in die Zukunft zerren zu wollen, obwohl es sich längst in der Vergangenheit verankert hat. Und es dann hinterher kleinreden zu müssen, weil es einen (oder man es) verlassen hat.
Nur weil etwas nicht mehr da ist, heißt es doch nicht, dass es nicht gut war?!
Ja, das wäre wirklich schade, wenn vor lauter "Heimathafen-Gefühlen" und der Sehnsucht danach, also der zu starken Fokussierung darauf, das Wertvolle und Schöne der Vergangenheit kleingeredet werde müsste, weil man nicht damit klarkommt, dass der Traum vom "Angekommensein" nicht haltbar war.
 
Beiträge
3.855
Likes
53
  • #18
AW: Beim anderen ankommen

Zitat von mil:
einlaufen in ruhige gewässer, ankommen im sicheren hafen der ehe.
Um Gotteswillen, nein. Die Gewässer können ruhig "stürmisch" sein. Und man trotzdem das souveräne Gefühl hat, nicht untergehen zu können. Dass einem das nichts anhaben kann.

Aber: es kann trotzdem anders kommen. Es kann immer anders kommen. Aber das weiß man, aber darum ging's auch nicht. Sondern darum, dass man hier und jetzt dieses Gefühl hat, dass das Bedürfnis oder die innere Unruhe, nochmal woanders hinsegeln zu wollen oder zu müssen, einfach weg ist.
 
Beiträge
3.855
Likes
53
  • #19
AW: Beim anderen ankommen

„Hoffnung ist eben nicht Optimismus, ist nicht Überzeugung, daß etwas gut ausgeht, sondern die Gewißheit, daß etwas Sinn hat - ohne Rücksicht darauf, wie es ausgeht.“
(Vaclav Havel)
 
E

Evi

  • #20
AW: Beim anderen ankommen

Zitat von Andre:
„Hoffnung ist eben nicht Optimismus, ist nicht Überzeugung, daß etwas gut ausgeht, sondern die Gewißheit, daß etwas Sinn hat - ohne Rücksicht darauf, wie es ausgeht.“
(Vaclav Havel)
Hoffnung braucht aber schon Optimismus. Was ist das wieder für ein Spruch? ;-) Umso häufiger ich ihn lese, umso komischer erscheint er mir. Seit wann ist Hoffnung mit Gewissheit gleichzusetzen?
Hoffnung kann man doch als Synonym für Optimismus verstehen.
Scheint nicht mein Nievau zu sein, bin ich jetzt bildungsfern? ;-)
 
Beiträge
404
Likes
1
  • #23
AW: Beim anderen ankommen

optimismus hört sich in meinen ohren auch eher schal an, so nach allgemeiner haltung, die man einfach auf die konkreten fälle drauf klatscht, damit man nicht verzweifelt.
ich spreche lieber von zuversicht. nicht nötig sollte es sein, sich über wahrscheinlichkeiten täuschen zu müssen.
gewissheit, daß etwas sinn hat, ist gut, aber noch nicht hinreichend für hoffnung, denke ich. aber das, was dazu kommt ist, nicht nicht so etwas wie ein glauben.
in manchen profilen steht "ich glaube noch an die liebe". das ist vielleicht "optimistisch" gemeint. in meinen ohren hört es sich ziemlich verzweifelt an.
 
E

Evi

  • #24
AW: Beim anderen ankommen

Ja, das kam mir nach meiner anfänglichen Verwirrtheit auch, dass Gewissheit, dass etwas Bedeutung hat (hier gefällt mir Bedeutung besser als Sinn, obwohl es sich um Synonyme handelt ;-)), schon gut und wertvoll ist. Und ich finde es auch gut, wenn man diese Bedeutung gegenwärtig wertschätzt, also nicht verbissen zukunftsorientiert sich auf einen möglichen Ausgang fokussiert.
Zuversicht klingt auch in meinen Ohren nicht so abgedroschen, fällt allerdings ebenfalls unter Synonym für Hoffnung und Optimismus ;-).
„Ich glaube noch an die Liebe“… phrasenhafter Schrei nach Liebe ?
 
Beiträge
3.855
Likes
53
  • #25
AW: Beim anderen ankommen

Zitat von Evi:
Zitat: "Eben nicht". Eine Sache anzustreben, wenn man optimistisch ist, ist keine Kunst, das kann jeder. Aber sie auch dann noch anzustreben, wenn die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass es schief geht, da wird's interessant. Denn das würde man nur tun, wenn man davon überzeugt ist, dass es Sinn hat, und man nicht aufhören darf, es immer wieder zu versuchen.

Zitat von Evi:
Jajaja, mir alten Trapper in die Flinte kácken wollen und sich dann gleich zweimal ins eigene Knie schießen ;-)
 
E

Evi

  • #26
AW: Beim anderen ankommen

Zitat von Andre:
Zitat: "Eben nicht". Eine Sache anzustreben, wenn man optimistisch ist, ist keine Kunst, das kann jeder. Aber sie auch dann noch anzustreben, wenn die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass es schief geht, da wird's interessant. Denn das würde man nur tun, wenn man davon überzeugt ist, dass es Sinn hat, und man nicht aufhören darf, es immer wieder zu versuchen.
Ach komm, ist trotzdem merkwürdig ausgedrückt. Hoffnung und Optimismus sind gleichbedeutend und Hoffnung ist nicht mit Gewissheit gleichzusetzen.

Und dann: Um eine Sache anzustreben benötigt man Zuversicht, Hoffnung, optimistische (zuversichtliche, hoffnungsvolle, ja einfach positive) Haltungen eben. Ach, ich bin nicht so für inszenierte Dramatik... warum sollte ich Zuständen, die höchstwahrscheinlich in die Hose gehen, ganz besondere Bedeutung beimessen? Eine Gewissheit, dass einem etwas bedeutet, ja, die hat besondere Bedeutung verdient, aber wenn ich diese habe, dann möchte ich nicht gleichzeitig davon ausgehen, das die Wahrscheinlichkeit, dass etwas schief geht hoch ist, dann möchte ich zuversichtlich sein, dass alles gut werden wird.

Zitat von Andre:
Jajaja, mir alten Trapper in die Flinte kácken wollen und sich dann gleich zweimal ins eigene Knie schießen ;-)
Tja ;-)
 
E

Evi

  • #27
AW: Beim anderen ankommen

Zitat von Evi:
Eine Gewissheit, dass einem etwas bedeutet, ja, die hat besondere Bedeutung verdient, aber wenn ich diese habe, dann möchte ich nicht gleichzeitig davon ausgehen, dass die Wahrscheinlichkeit, dass etwas schief geht hoch ist, dann möchte ich zuversichtlich sein, dass alles gut werden wird.
... und es laufen lassen...
Ich mag es nicht, wenn etwas erst besonderen Wert hat, wenn es schwierig zu erreichen scheint. Und jetzt bin ich müde und kann nicht mehr denken ;-)
 
Beiträge
3.855
Likes
53
  • #28
AW: Beim anderen ankommen

Zitat von Evi:
Um eine Sache anzustreben benötigt man Zuversicht, Hoffnung, optimistische (zuversichtliche, hoffnungsvolle, ja einfach positive) Haltungen eben.
Ja, weil du 'n Mädchen bist ;-). Ein Mann muss manchmal einfach tun, was getan werden muss ;-) Letztens las ich folgendes (sinngemäß): "Es gab da etwas, was einfach nicht machbar war. Und dann kam einer, der das nicht wusste, und machte es."

Zitat von Evi:
Eine Gewissheit, dass einem etwas bedeutet, ja, die hat besondere Bedeutung verdient, aber wenn ich diese habe, dann möchte ich nicht gleichzeitig davon ausgehen, das die Wahrscheinlichkeit, dass etwas schief geht hoch ist, dann möchte ich zuversichtlich sein, dass alles gut werden wird.
Darum, ob die Wahrscheinlichkeit so oder so ist, geht es ja eben gerade nicht! Sondern dass etwas eine so große Bedeutung hat, einem so wichtig ist, dass man es wenigstens versucht haben muss, wenn man morgens noch in den Spiegel gucken können will. Es gibt wahrscheinlich kaum etwas peinigenderes als die Erkenntnis, dass etwas, was man für nicht machbar gehalten hat, sich später als durchaus realisierbar erwiesen hat. Und dass man nie erfahren wird, wie es ausgegangen wäre. Dieses "Ich könnt mich heut noch in den Ursch beißen, dass ich damals nicht ..."

Für manche Probleme findet man den rettenden Einfall erst unterwegs, was aber voraussetzt, dass man sich auf den Weg gemacht hat.
 
Beiträge
38
Likes
0
  • #29
AW: Beim anderen ankommen

@4
Hallo Goldmarie, nein das schließe ich nicht aus. Es gibt viele Einflüsse warum es dann nicht mehr passt und man "eine Vergangenheit" mehr hat.
 
Beiträge
404
Likes
1
  • #30
AW: Beim anderen ankommen

@evi, andre
bei optimismus höre ich so heraus: aus einem allgemeinen prinzip heraus etwas eine höhere wahrscheinlichkeit zumessen als man sie "nüchtern betrachtet" geben würde, und zwar, um überhaupt zum handeln motiviert zu sein.
und das fände ich sehr schade: wenn man sich, um nicht zu verzweifeln und untätig zu sein, was vormachen müßte.
andererseits finde ich die sache mit dem sinn zu wenig. etwa wer einen sicher todkranken beim sterben begleitet. das ist sinnvoll. und vielleicht möchte manch einer auch von hoffnung sprechen. aber welche hoffnung? die, daß der andere vielleicht doch wieder gesund wird? so etwas gibt es auch, aber das meine ich damit nicht, mir geht es um fälle, wo der nahende tod wirklich absehbar ist. es gibt da phase im prozeß, wo man das nicht wahr haben will, sich auflehnt. und dann gibt es die, wo man es annimmt und trotzdem nicht abläßt und nicht verzweifelt. viele religiöse menschen können dann trotzdem von hoffnung sprechen, einer anderen art von hoffnung, etwa auf ein jenseitiges leben. aber auch wer diese hoffnung nicht teilt, kann was er da tut als sehr sinnvolle tätigkeit erleben. als in sich sinnvoll, für den anderen und für sich, als wirklich gelebte zeit.
ich würde da nicht von hoffnung sprechen. eben weil hoffnung schon so einen zukunftsbezug hat.
aber ich glaube zugleich, daß der sich nicht durch einschätzung höherer wahrscheinlichkeiten verstehen läßt.