Ufin

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  • #1

Authentizität und Bedürftigkeit

Gerade über die Feiertage, die ja nun hinter uns liegen ist mir eine Sache aufgefallen, die ich gern mal zur Diskussion stellen würde.

"Ich bin sehr unglücklich, weil ich seit Jahren allein bin. Ich bin nicht zufrieden mit meiner aktuellen Lage, meine Hobbies und Freunde erfüllen mich nicht komplett und ich suche daher mein Glück in einer Partnerschaft."

Von diesem Statement würde wohl jeder hier in der Profilberatung abraten. Andererseits wird ständig nach Authentizität geschrien. Bedürftigkeit darf ja nicht durchschlagen, das macht dich uninteressant. Du hast mit dir selbst komplett zufrieden zu sein und darfst die Partnersuche nur als nettes Addon sehen für dein Leben. So klingt es nicht nur hier, sondern auf so ziemlich allen Plattformen durch.
Dazu kommt noch, dass sich eine große Masse der Menschen wirklich wenig Zeit nimmt. Ich habe das Gefühl, in einer Zeit oder Generation zu leben, wo keiner Zeit für eine Partnerschaft hat. Alle schauen sich nur mal wage um, ob der eine, der perfekt ist, vorbeikommt und dich mitnimmt. Ansonsten ist das Studium, die Weiterbildung, oder die Arbeit wichtiger. Ich frage mich, ob das einfach am Alter <30 liegt, oder ob das jetzt so ein Trend ist, der generell durch die Köpfe der Leute zieht.

Wie seht ihr das? Eine Frage an die nicht Mr. und Mrs. Perfects von euch. Geht ihr offen damit um, gerade beim Dating, oder kommt das Thema gar nicht erst vor? Ich binde meine Position jetzt nicht gerade jedem auf die Nase (außer euch armen Leuten hier), aber wenn das Thema angesprochen wird, verbiege ich mich da auch nicht groß.

Und was haltet ihr von Langzeitkontakten? Damit meine ich solche, die kein Interesse an regelmäßigen Treffen haben und nicht wirklich Zeit investieren in das Thema Dating. Hier hat sich mein Verhalten stark geändert. Zuerst habe ich das Thema direkt angesprochen, mittlerweile nehme ich es einfach hin, dass sich (zumindest bei mir) ein Großteil der Kontakte so entwickelt. Ich verspreche mir da auch nicht viel von, sobald ich merke, dass es in diese Richtung geht. Vielleicht gibt es dann ja irgendwann mal die unerwartete Überraschung, dass das Gegenüber dann plötzlich doch mal Lust hat sich, anstatt gute Zurede für die anstehende Prüfung zu suchen, tatsächlich aufeinander einzulassen und ein Treffen zu wagen.
Bis dahin versuche ich, emotional relativ wenig zu investieren bei diesen Personen. Ich kann also für mich persönlich der Behauptung "Onlinedating stumpft ab" leider zustimmen.
 
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Ursina60

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  • #3
Ich habe auch schon an einem Date gesagt, dass ich z.B. Sonntage als Single mühsam finde. Aber auch die Vorteile des Single-Lebens aufgezeigt. Klingt für mich jetzt nicht bedürftig, sondern ist halt einfach die Wahrheit und das weiss ja auch jeder Single, dass es Momente gibt, wo man sich alleine fühlt.
Online-Dating stumpft ab, da gehe ich mit dir.
 
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Ufin

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  • #4
nicht dass ich ein Problem damit hätt, dass du mich als arm (in welcher hinsicht auch immer) siehst...
Na man kann das jetzt auch überinterpretieren ;) Arm, weil du meine wirren Texte lesen musst, sonst nichts.

irgendwie liest sich das, als würdest du das wie eine art "arbeit" sehen...?
Naja anstrengend ist es alle Male... Aber nein, ich sehe das nicht als Arbeit an. Ich sehe es aktuell einfach nur als das an, was ich tun will. Nicht nur als Beiwerk. Der eine will den Doktor in Literatur machen, ein anderer spart auf sein neues Haus und ich habe aktuell als Ziel halt einen Partner zu finden. Und es interessiert mich, ob das eine halbwegs gängige Eigenschaft ist, oder ob ich damit eher ein rosa Elefant am Nordpol bin. Daher frage ich nach euren Einstellungen zu diesem Thema.
 
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apfelstrudel

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  • #5
Und es interessiert mich, ob das eine halbwegs gängige Eigenschaft ist, oder ob ich damit eher ein rosa Elefant am Nordpol bin. Daher frage ich nach euren Einstellungen zu diesem Thema.
Ein Haus bau ich mit Eifer und Fleiß und wenn ich die Gabe hab, auch mit Schweiß.
Ein Partnerschaft willst du damit vergleichen? Hui.... :)
Willst du eine Partnerschaft? Oder eher die Liebe deines Lebens finden? Dafür gibts kein Rezept.
Also jetzt im Ernst... was meinst du wirklich? Tust ja selbst so, als würdest im Supermarkt nach dem richtigen Produkt suchen. Lass dich finden, Alter... Junger... wie auch immer ;)
mach dich attraktiv, steh zu dir selbst und verabschied nicht zu schnell.
 

Bastille

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  • #6
"Ich bin sehr unglücklich, weil ich seit Jahren allein bin. Ich bin nicht zufrieden mit meiner aktuellen Lage, meine Hobbies und Freunde erfüllen mich nicht komplett und ich suche daher mein Glück in einer Partnerschaft."

Von diesem Statement würde wohl jeder hier in der Profilberatung abraten. Andererseits wird ständig nach Authentizität geschrien. Bedürftigkeit darf ja nicht durchschlagen, das macht dich uninteressant....

Naja, die Frage wäre dann vielleicht, was du mit diesem Statement erreichen möchtest, welche Erwartung du hegst, was ein solches für eine Reaktion zeitigen soll. Es ist ja erstmal nur eine Zustandsbeschreibung. Das ist natürlich legitim, mich würde es als Leserin deines Profils aber wahrscheinlich etwas ratlos zurücklassen.
Bedürftigkeit ist in der Tat negativ konnotiert, weil es im Gegenüber zum einen den Verdacht der Wahllosigkeit aufkeimen lässt (mir ist jede recht, so lange sie mich nur aus meinem Zustand befreit) und zum anderen dem potentiellen Partner die Verantwortung fürs eigene Seelenheil aufbürdet, also sehr ich-zentriert ist. Und das ist schon starker Tobac.
Etwas anderes ist es imho mit Sehnsucht, die für mich einen, wenn du so willst, vervollkommenderen Charakter hat, der beide Partner im Blick behält. Nicht sehr häufig, aber doch gelegentlich habe ich das in Profilen einiger Männer sehr schön dargestellt gefunden, wenn sie von ihren Wünschen und Vorstellungen, frei von der vermuteten Erwartungshaltung ihres Gegenübers, formuliert haben. Das hat für mich eigentlich immer erst einmal das Bild eines Mannes heraufbeschworen, der weiß, was er möchte, was ihm gut tut und der die Stärke hat, das auch zu benennen.
Das mag ich. :)
 
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Ufin

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  • #7
Willst du eine Partnerschaft? Oder eher die Liebe deines Lebens finden? Dafür gibts kein Rezept.
Also jetzt im Ernst... was meinst du wirklich? Tust ja selbst so, als würdest im Supermarkt nach dem richtigen Produkt suchen. Lass dich finden, Alter... Junger... wie auch immer ;)
mach dich attraktiv, steh zu dir selbst und verabschied nicht zu schnell.
Woher schlussfolgerst du denn jetzt, dass ich hier nach einem Rezept suche.
Ich stelle etwas zur Diskussion und es interessiert mich, wie der Rest mit den geschilderten Situationen/Problemen so umgeht. Ich habe mir meinen Beitrag nochmal angeschaut und tue mich gerade schwer, die Zeilen zu finden, die hier nach Hilfe o.Ä. verlangen würden. Sollte ich einen solchen Eindruck vermittelt haben, möchte ich mich davon distanzieren. Ich versuche einfach nur ein wenig Einblick zu bekommen, wie so das aktuelle Mindset der Leute ist. Noch weniger verstehe ich deinen Vergleich mit dem Einkaufen.
Aber um trotzdem mal auf dich einzugehen, "mach dich attraktiv" finde ich eine gewagte Aussage. Zumindest, wenn man (und da wären wir wieder beim eigentlichen Thema) Wert auf Authentizität legt. Natürlich versucht man seine Stärken aufzuzeigen und diese auch vor den Schwächen zu platzieren, aber dennoch hat diese Aussage einen Beigeschmack, der mir sagt "bieg das ein bisschen so, dass es besser passt".


Naja, die Frage wäre dann vielleicht, was du mit diesem Statement erreichen möchtest, welche Erwartung du hegst, was ein solches für eine Reaktion zeitigen soll. Es ist ja erstmal nur eine Zustandsbeschreibung. Das ist natürlich legitim, mich würde es als Leserin deines Profils aber wahrscheinlich etwas ratlos zurücklassen.
Ist nicht alles im Profil nur eine Zustandsbeschreibung? "Ich habe einen Hund". "Ich verreise gerne". "Meine große Leidenschaft ist das Theater und ich würde dies gern mit Ihm/Ihr teilen". Das sind doch alles Zustände. Und Zustände helfen mir noch vor dem ersten Kontakt, zu entscheiden, ob ich die Person anschreiben möchte, oder nicht.

Bedürftigkeit ist in der Tat negativ konnotiert, weil es im Gegenüber zum einen den Verdacht der Wahllosigkeit aufkeimen lässt (mir ist jede recht, so lange sie mich nur aus meinem Zustand befreit) und zum anderen dem potentiellen Partner die Verantwortung fürs eigene Seelenheil aufbürdet, also sehr ich-zentriert ist. Und das ist schon starker Tobac.
Das finde ich tatsächlich sehr interessant und es gibt mir zu denken. Dass die Eigenschaft negativ besetzt ist, habe ich ja bereits selbst gesagt. Ebenso hatte ich den Aspekt der Wahllosigkeit auch schon im Kopf, aber dass hier Egoismus/Egozentrik hereininterpretiert werden kann, hatte ich noch nicht auf dem Radar. Zum Teil stimme ich dir da zu. Andererseits sind das natürlich keine Dinge, die man mal so eben ändern könnte (oder sollte). Mir persönlich sagt es tatsächlich eher zu, wenn eine gewisse Bedürftigkeit bei Frauen durchschlägt. Ich finde, das macht Menschlicher.
 
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apfelstrudel

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  • #8
Natürlich versucht man seine Stärken aufzuzeigen und diese auch vor den Schwächen zu platzieren, aber dennoch hat diese Aussage einen Beigeschmack, der mir sagt "bieg das ein bisschen so, dass es besser passt"
attraktiv im sinne von... "scher dich nicht um die gesamtheit, sondern um die art frau, die du begehrst... deine interessen teilt."
Aber um trotzdem mal auf dich einzugehen, "mach dich attraktiv" finde ich eine gewagte Aussage. Zumindest, wenn man (und da wären wir wieder beim eigentlichen Thema) Wert auf Authentizität legt.
aber um trotzdem mal auf mich einzugehen? :)
klingt nett.
bist du zu deinen kontakten auch so?
weißt, ab und zu solls am charakter liegen, wenns nicht hinhaut...
 
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syntagma

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  • #9
Von diesem Statement würde wohl jeder hier in der Profilberatung abraten. Andererseits wird ständig nach Authentizität geschrien. Bedürftigkeit darf ja nicht durchschlagen, das macht dich uninteressant. Du hast mit dir selbst komplett zufrieden zu sein
Wenn gleich und gleich sich gern gesellt, dann wollen viele Leute halt, daß der andere sich so viel vormacht wie sie sich selbst, und eben so, daß sie dessen Betrug genauso wenig bemerken wie ihren eigenen.
Sprich: ich würd das nicht so sehr auf Realität beziehen, wenn jemand von Authentizität oder Selbstzufriedenheit schreit. Damit drückt er eher seine Glaubenssätze aus, also das, wovon er gelesen und gehört hat, daß man das sein und sich wünschen soll, um sich gut fühlen zu können.

Ich kann also für mich persönlich der Behauptung "Onlinedating stumpft ab" leider zustimmen.
Den Eindruck kann ich bei so manchem gewinnen, den ich hier länger schreiben lese.
Aber ich glaub nicht, daß es ein Naturgesetz ist. Vermutlich hängts schon davon ab, wie man mit dem Instrument umgeht.
 
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  • #10
Wie seht ihr das? Eine Frage an die nicht Mr. und Mrs. Perfects von euch. Geht ihr offen damit um, gerade beim Dating, oder kommt das Thema gar nicht erst vor?
Spannendes Thema!
Zum Thema "Authentizität vs. Eine-Rolle-spielen" hatten wir erst eine interessante Diskussion hier:
https://www.parship.de/forum/thema/warum-so-kompliziert.12347/
Mir gings zumindest phasenweise ganz ähnlich wie dir, ich kam zwar als Single gut zurecht, aber die Sehnsucht nach einer Partnerschaft war trotzdem groß. Und wenn ich losgezogen bin, dann war ich immer am Scannen des Umfelds, hab alle Frauen sozusagen auf Attraktivität abgecheckt und natürlich ggf. auch angesprochen. Manchmal hat das auch funktioniert, aber insgesamt war es, als hätte ich ein Schild auf der Stirn "Achtung! Bedürftig!".
Man ist attraktiver, wenn man völlig entspannt bleibt und da ist halt der Wunsch nach mehr kontraproduktiv.
Und jetzt, wo ich gar kein Interesse mehr an anderen Frauen habe, entstehen überall im Alltag viel leichter Gespräche, wo es vermutlich ganz leicht wäre, sich auch mal zu verabreden.
Ich fand das echt bescheuert, und ich hab mich (auch aus anderen Gründen) schnell wieder von dieser Art Suche verabschiedet. Ich konnte einfach nicht so wirken, als wärs mir grad egal.
Beim Online-Dating habe ich das allerdings anders wahrgenommen. Da bin ich einfach auf Frauen getroffen, die selber auch diesen Wunsch bzw. die Sehnsucht nach einer Liebesbeziehung haben. Irgendwie war das da gar kein großes Thema. Wenn man hier so mitliest, dann bekommt man ja auch den Eindruck, dass "den Männern" eher vorgeworfen wird, eigentlich gar keine Partnerschaft zu wollen. Ich denke schon, dass es da gut ankommt, dass man diese Sehnsucht verdeutlicht.
Was der Haken dabei ist, hat @Bastille schon gut beschrieben: Du sollst zwar den Wunsch nach einer langfristigen Partnerschaft haben und alles dafür tun, dass das klappt, aber idealerweise sollst du dich nur für eine Frau interessieren. Wenn du bei einer gut ankommst, am besten nur für diese, was ja nachvollziehbar ist.
Ich glaube, dass die meisten Frauen deshalb (bewusst oder unbewusst) sehr darauf achten, dass Mann weiß, was er will. Und dass das was er will ihrem Selbstbild gut entspricht. Dadurch verliert es den Mief der Beliebigkeit.
Nun kann man da ein wenig taktisch vorgehen, um das zu begünstigen, oder um es weniger manipulativ zu formulieren: Man kann mit etwas Einfühlungsvermögen sein Verhalten so steuern, dass das gezeigte Interesse zwar ausreicht, um zu zeigen, dass man mit dem Match weitergehen will, aber es nicht so übertreiben, dass es wahllos wirkt bzw. man in den Strohfeuerverdacht gerät.
Wenn ich deinen Eingangspost richtig verstehe, dann bist du dir dieser Dynamiken durchaus bewusst, willst aber trotzdem authentisch sein und "dich nicht verbiegen".
Ich halte es nicht nur für legitim, sondern sogar für angezeigt und für klug, sich so zu verhalten, dass man leichter zum Ziel kommt. Ob man dafür seine Haare besser frisiert oder sein Verhalten, was ist da jetzt mehr oder weniger authentisch? Genauso, wie man ganz gezielt zB Blumen schenkt, um sein Interesse zu zeigen, kann man auch ganz gezielt mal eine Nachricht anders formulieren oder gar ganz weglassen, um jemanden nicht zu überfahren. Für mich ist das nicht gleich unauthentisch.
"Ich bin sehr unglücklich, weil ich seit Jahren allein bin. Ich bin nicht zufrieden mit meiner aktuellen Lage, meine Hobbies und Freunde erfüllen mich nicht komplett und ich suche daher mein Glück in einer Partnerschaft."
Das liest sich tatsächlich unattraktiv. Die meisten Menschen wollen halt stabile, zufriedene und positive Partner. Außerdem wäre es natürlich wünschenswert, deswegen nicht unglücklich und unzufrieden zu sein, weil man ja gar nicht weiß, wann man einen Partner findet. Da wäre es doch ein schönes Ziel, trotz der Sehnsucht zufrieden zu sein.
Vielleicht sollte man eine Aussage finden, die zwar die Sehnsucht transportiert, und bei der jeder versteht, dass es einem viel bedeutet und einen sehr glücklich machen würde, man aber trotzdem ein positiver Mensch ist, der in der Lage ist, sein Leben so zu gestalten, dass er zufrieden sein kann.
Wenn ein potenzielles Match den Eindruck hat, dass es einen erstmal glücklich machen muss, wird man eben nicht als mögliche Bereicherung angesehen.
Nix, was soll das bringen außer Sand im Getriebe? Wer auf einer Dating-Seite ist und sich nicht treffen will, zieht dich bloß runter. Wenn du den Abstumpfungs-Effekt verringern willst, dann halte dich nicht mit so was auf.
 
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Rise&Shine

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  • #11
Hallo Ufin,

Authentizität ist wunderbar. Und es ist auch schön, seine Sehnsucht einzugestehen. Das ist ehrlich und warum ist man sonst bei PS.
"Ich bin sehr unglücklich, weil ich seit Jahren allein bin. Ich bin nicht zufrieden mit meiner aktuellen Lage, meine Hobbies und Freunde erfüllen mich nicht komplett und ich suche daher mein Glück in einer Partnerschaft."

Darf ich Dir einen alternativen Vorschlag machen? Damit kannst Du es natürlich halten, wie Du es willst - es muss ja für Dich passen.

Für mich klingt es inhaltlich ähnlich (der Wunsch nach der einen erfüllenden Partnerschaft), aber positiver (nicht die Erwartung, dass mich der andere glücklich macht, sondern wir uns gegenseitig):
„Nach wie vor habe ich die romantische Vorstellung von der großen Liebe, die ewig währt und bei der man gemeinsam durch gute, besonders aber auch durch schlechte Zeiten geht und bei der wir immer wieder einen Weg zueinander finden, auch wenn es mal holprig wird.

Ich habe ein sehr erfülltes und glückliches Leben, welches Du bereichern könntest, wenn Du [gewünschte Attribute des Partners einfügen: z.B. liebevoll] bist und Dir [gewünschte Attribute in einer Partnerschaft einfügen: z.B. Zusammenhalt, gegenseitige Bereicherung, Unterstützung, Verbundenheit] genau so wichtig sind, wie mir.“
 
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  • #12
attraktiv im sinne von... "scher dich nicht um die gesamtheit, sondern um die art frau, die du begehrst... deine interessen teilt."

aber um trotzdem mal auf mich einzugehen? :)
klingt nett.
bist du zu deinen kontakten auch so?
weißt, ab und zu solls am charakter liegen, wenns nicht hinhaut...
Ich finds interessant, wie angespannt Du @Ufin liest. Du wirkst auf mich jedenfalls deutlich unentspannter als üblich. Ich kann an @Ufin s Worten erst einmal nix Unfreundliches finden. Ich denke, er formuliert einfach, wie ihm der Schnabel gewachsen ist. Wenn es so weitergeht ist es bald vorbei damit.
 
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  • #13
"Ich bin sehr unglücklich, weil ich seit Jahren allein bin. Ich bin nicht zufrieden mit meiner aktuellen Lage, meine Hobbies und Freunde erfüllen mich nicht komplett ...
Bis hierhin finde ich das vollkommen nachvollziehbar.

... und ich suche daher mein Glück in einer Partnerschaft."
An der Stelle wäre ich raus!

Ich möchte eine Bereicherung sein, unverzichtbar, exklusiv, mich intensiv einbringen, alles. :)
Aber ICH möchte nicht die Verantwortung für das Lebensglück eines anderen Menschen aufgebürdet bekommen.
 
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  • #15
Gerade über die Feiertage, die ja nun hinter uns liegen ist mir eine Sache aufgefallen, die ich gern mal zur Diskussion stellen würde.

"Ich bin sehr unglücklich, weil ich seit Jahren allein bin. Ich bin nicht zufrieden mit meiner aktuellen Lage, meine Hobbies und Freunde erfüllen mich nicht komplett und ich suche daher mein Glück in einer Partnerschaft."

Von diesem Statement würde wohl jeder hier in der Profilberatung abraten. Andererseits wird ständig nach Authentizität geschrien. Bedürftigkeit darf ja nicht durchschlagen, das macht dich uninteressant. Du hast mit dir selbst komplett zufrieden zu sein und darfst die Partnersuche nur als nettes Addon sehen für dein Leben. So klingt es nicht nur hier, sondern auf so ziemlich allen Plattformen durch.
Dazu kommt noch, dass sich eine große Masse der Menschen wirklich wenig Zeit nimmt. Ich habe das Gefühl, in einer Zeit oder Generation zu leben, wo keiner Zeit für eine Partnerschaft hat. Alle schauen sich nur mal wage um, ob der eine, der perfekt ist, vorbeikommt und dich mitnimmt. Ansonsten ist das Studium, die Weiterbildung, oder die Arbeit wichtiger. Ich frage mich, ob das einfach am Alter <30 liegt, oder ob das jetzt so ein Trend ist, der generell durch die Köpfe der Leute zieht.

Wie seht ihr das? Eine Frage an die nicht Mr. und Mrs. Perfects von euch. Geht ihr offen damit um, gerade beim Dating, oder kommt das Thema gar nicht erst vor? Ich binde meine Position jetzt nicht gerade jedem auf die Nase (außer euch armen Leuten hier), aber wenn das Thema angesprochen wird, verbiege ich mich da auch nicht groß.

Und was haltet ihr von Langzeitkontakten? Damit meine ich solche, die kein Interesse an regelmäßigen Treffen haben und nicht wirklich Zeit investieren in das Thema Dating. Hier hat sich mein Verhalten stark geändert. Zuerst habe ich das Thema direkt angesprochen, mittlerweile nehme ich es einfach hin, dass sich (zumindest bei mir) ein Großteil der Kontakte so entwickelt. Ich verspreche mir da auch nicht viel von, sobald ich merke, dass es in diese Richtung geht. Vielleicht gibt es dann ja irgendwann mal die unerwartete Überraschung, dass das Gegenüber dann plötzlich doch mal Lust hat sich, anstatt gute Zurede für die anstehende Prüfung zu suchen, tatsächlich aufeinander einzulassen und ein Treffen zu wagen.
Bis dahin versuche ich, emotional relativ wenig zu investieren bei diesen Personen. Ich kann also für mich persönlich der Behauptung "Onlinedating stumpft ab" leider zustimmen.
Hallo Ufin,

gute Frage. Was steht denn bei dir im Vordergrund? Also, ich würde schon ein paar Wünsche und Bedürfnisse ins Profil schreiben, weil jeder hat ja unterschiedliche Bedürfnisse an eine Partnerschaft und, wenn das zueinander passt, ist gut. Aber alles kann man ja gar nicht aufzählen. Also würde ich mir erstmal überlegen, was davon im Vordergrund steht und das reinschreiben.
Ich hatte Profile gelesen, da wurde eine Partnerin gesucht, die z.b. genauso gerne viel reist. Oder manche hatten drin stehen, dass sie beim 1. Date unbedingt was Aktives machen wollen. Andere suchten eine Frau mit Kinderwunsch, um gemeinsam eine Familie zu gründen.

Ich finde, die Bedürfnisse und Wünsche gehören auch ins Profil, denn die wichtigsten sollten zueinander passen.

Dein Zitat drückt in meinen Augen nicht konkret aus, was dir in einer Partnerschaft wichtig ist, also warum du in einer Partnerschaft glücklicher wärst. Macht es dich glücklich, gemeinsam zu reisen? Eine Familie zu planen? Gemeinsam die Welt zu retten? Wünschst du dir viel Freiraum, viel Nähe, Vertrauen, Treue, Offenheit, Traditionen?

Ich denke, wenn du ein ungefähres Bild zeichnest, was du dir an einer Partnerschaft so wünschst, dann spricht es diejenigen an, die da ähnliche Vorstellungen haben wie du.

Falls du tatsächlich eine Partnerschaft nur deshalb wollen solltest, weil du unglücklich bist und nicht mehr alleine sein willst und es dir egal ist, wie diese Partnerschaft aussieht und du alles mitmachen würdest, dann täte mir das wirklich Leid für dich. Denn dann hättest du ein größeres Problem und das, denke ich, kann keine Partnerin für dich lösen. Dann solltest du dir vielleicht erstmal Hilfe suchen und mit deinem Leben besser klarkommen anstatt dich mit deiner ganzen Bedürftigkeit an die Nächstbeste zu klammern. Weil wenn du wirklich so extrem bedürftig bist wie das Zitat wirkt, dann bringt es auch nichts, das zu verstecken. Denn du bringst diese Bedürftigkeit dann halt einfach nur versteckt mit in die Beziehung mit der Erwartung: und diese Partnerin macht dich glücklich und kümmert sich um deine Bedürftigkeit und übernimmt die Verantwortung für deine Probleme. Und auch wenn sie vielleicht anfangs sehr angetan von dir sein könnte, wird sie dich dann deswegen verlassen, weil sie das gar nicht leisten kann. Weil deine Bedürftigkeit dann einfach wie ein schwerer Stein an euch beiden hängt, der runterzieht und sie dann irgendwann feststellt: sie war ja viel glücklicher ohne diese Bürde, die du ihr da zum Geschenk gemacht hast.
Und wenn du dann verlassen wurdest, leidest du noch mehr und hast noch mehr Leid und stumpfst noch weiter ab....
Ich hab da grad voll das schreckliche Bild vor Augen.
Wenn der Leidensdruck sehr hoch ist, such dir lieber professionelle Hilfe als ne Frau. Denn egal ob authentisch oder unauthentisch: du wirst sie nur in dein Unglück mit reinziehen.
 
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  • #16
Das Thema an sich finde ich weiterhin spannend, denn der Begriff der Bedürftigkeit stößt mir immer wieder auf.

Ja. Ich habe definitiv das Bedürfnis (im Sinne von Wunsch, Verlangen), einen Partner zu finden.
Ich bekomme regelmäßig die Ansage, mal die Augen aufzumachen, weil ich so manche Reaktionen um mich herum wohl nicht mitbekomme. Ich laufe also nicht dauerscannend durch die Gegend (wie von @WolkeVier beschrieben) und ich will nicht jemanden nur um des Nicht-mehr-allein-seins-willens. Das funktioniert für mich nicht. Dafür bin ich zu simpel oder auch zu anspruchsvoll gestrickt (wie man es sehen will).

Mein Leben ist bunt und ausgefüllt. Aber eben mit einem freien Platz, den nur ein Partner einnehmen kann. Ein Vakuum, das sich nicht gut anfühlt.

Zu beidem stehe ich.
Ist das authentisch oder bedürftig?
 
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  • #17
Höchste Zeit fürs Genderfässle ... :)
Ich laufe also nicht dauerscannend durch die Gegend (wie von @WolkeVier beschrieben)
Du bist ja auch eine Frau und willst gefunden werden. Der Jäger hält Ausschau nach der Beute, nicht andersrum. o_O
Auf jeden Fall authentisch. Bedürftig ist so negativ belegt. Gibt’s das bei Frauen überhaupt? ;)
Ernsthaft, ich glaube, dass diese Bedürftigkeit ein "Männerproblem" ist, in dem Sinne, dass viele Männer sich wohl weniger an weiblicher Bedürftigkeit stoßen.
So gesehen kann frau damit auch punkten, wenn sie gerne einen Mann hat, der drauf steht.
 
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AnnaConda

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  • #18
Das Thema an sich finde ich weiterhin spannend, denn der Begriff der Bedürftigkeit stößt mir immer wieder auf.

Ja. Ich habe definitiv das Bedürfnis (im Sinne von Wunsch, Verlangen), einen Partner zu finden.
Ich bekomme regelmäßig die Ansage, mal die Augen aufzumachen, weil ich so manche Reaktionen um mich herum wohl nicht mitbekomme. Ich laufe also nicht dauerscannend durch die Gegend (wie von @WolkeVier beschrieben) und ich will nicht jemanden nur um des Nicht-mehr-allein-seins-willens. Das funktioniert für mich nicht. Dafür bin ich zu simpel oder auch zu anspruchsvoll gestrickt (wie man es sehen will).

Mein Leben ist bunt und ausgefüllt. Aber eben mit einem freien Platz, den nur ein Partner einnehmen kann. Ein Vakuum, das sich nicht gut anfühlt.

Zu beidem stehe ich.
Ist das authentisch oder bedürftig?
Es ist authentisch. Ging mir ganz genauso. Vielleicht ist man dann auch tatsächlich manchmal bedürftig, das finde ich auch überhaupt nicht schlimm. Gerade Körperkontakt wie kuscheln und sowas hat mir, mal mehr, mal weniger, wirklich gefehlt, da hatte ich ein großes Bedürfnis irgendwann. Dieses finde ich nicht negativ sondern menschlich normal.

Dieses negativ Bedürftige entsteht mE nur dann, wenn man wahllos datet, damit man überhaupt jemanden hat. Das schimmert bei manchen dann durch. Nicht bei dir, dich nehme ich völlig anders wahr. :)
 
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Ufin

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  • #19
Also um mal Stellung zu beziehen, ich würde mein "Zitat" in dieser Form auch nirgends schreiben, von daher suche ich auch nicht nach "schöneren" Worten, dies zu umschreiben. Es spiegelt auch nicht meine Situation wieder, ich habe es bewusst überspitzt geschrieben, um eine Diskussion anzuregen. Extreme sind immer leichter zu diskutieren, als das "gute Mittelfeld".

Und jetzt, wo ich gar kein Interesse mehr an anderen Frauen habe, entstehen überall im Alltag viel leichter Gespräche, wo es vermutlich ganz leicht wäre, sich auch mal zu verabreden.
Ich fand das echt bescheuert, und ich hab mich (auch aus anderen Gründen) schnell wieder von dieser Art Suche verabschiedet. Ich konnte einfach nicht so wirken, als wärs mir grad egal.
Das merke ich tatsächlich bei den Kontakten, wo man sich entschieden hat, die Sache nicht weiterzuverfolgen, aber dennoch in Kontakt bleibt und flüchtig schreibt. Das wirkt deutlich unbeschwerter und wahrscheinlich auch "attraktiver", wenn man so will.

Ob man dafür seine Haare besser frisiert oder sein Verhalten, was ist da jetzt mehr oder weniger authentisch? Genauso, wie man ganz gezielt zB Blumen schenkt, um sein Interesse zu zeigen, kann man auch ganz gezielt mal eine Nachricht anders formulieren oder gar ganz weglassen, um jemanden nicht zu überfahren. Für mich ist das nicht gleich unauthentisch.
Sehr interessante Vorstellung! Da kann ich sogar beipflichten, vielleicht verwechsle ich für mich auch einfach hin und wieder Authentizität und Offenheit. Ich bin persönlich ein Mensch, der relativ mitteilungsbedürftig ist und das, was in meinem Kopf so vor sich geht, gern zu Wort bringt. Nicht, dass ich mir davon etwas erhoffen würde, es ist mehr ein Zwang, als dass es einem Ziel dienen würde ;) Ich schätze, das ist der Grund, warum ich es für nicht authentisch halte, wenn man seinem Drang, dem Gegenüber etwas mitzuteilen (du sprachst ja von Taktischen Auslassungen), nicht nachgeht. Nennt es einen Tick von mir, wenn ihr so wollt. Aber wenn ich das von deinem Standpunkt aus betrachte, ist die Authentizität, die oft angepriesen wird, eventuell eine andere als die meine. Dann verstehe ich auch, warum das eine gefragte Eigenschaft sein kann. Danke für deine Sichtweise an dieser Stelle!

Dein Zitat drückt in meinen Augen nicht konkret aus, was dir in einer Partnerschaft wichtig ist, also warum du in einer Partnerschaft glücklicher wärst. Macht es dich glücklich, gemeinsam zu reisen? Eine Familie zu planen? Gemeinsam die Welt zu retten? Wünschst du dir viel Freiraum, viel Nähe, Vertrauen, Treue, Offenheit, Traditionen?
[...]
Falls du tatsächlich eine Partnerschaft nur deshalb wollen solltest, weil du unglücklich bist und nicht mehr alleine sein willst und es dir egal ist, wie diese Partnerschaft aussieht und du alles mitmachen würdest, dann täte mir das wirklich Leid für dich. Denn dann hättest du ein größeres Problem und das, denke ich, kann keine Partnerin für dich lösen. Dann solltest du dir vielleicht erstmal Hilfe suchen und mit deinem Leben besser klarkommen anstatt dich mit deiner ganzen Bedürftigkeit an die Nächstbeste zu klammern. Weil wenn du wirklich so extrem bedürftig bist wie das Zitat wirkt, dann bringt es auch nichts, das zu verstecken. Denn du bringst diese Bedürftigkeit dann halt einfach nur versteckt mit in die Beziehung mit der Erwartung: und diese Partnerin macht dich glücklich und kümmert sich um deine Bedürftigkeit und übernimmt die Verantwortung für deine Probleme. Und auch wenn sie vielleicht anfangs sehr angetan von dir sein könnte, wird sie dich dann deswegen verlassen, weil sie das gar nicht leisten kann. Weil deine Bedürftigkeit dann einfach wie ein schwerer Stein an euch beiden hängt, der runterzieht und sie dann irgendwann feststellt: sie war ja viel glücklicher ohne diese Bürde, die du ihr da zum Geschenk gemacht hast.
Und wenn du dann verlassen wurdest, leidest du noch mehr und hast noch mehr Leid und stumpfst noch weiter ab....
Ich hab da grad voll das schreckliche Bild vor Augen.
Wenn der Leidensdruck sehr hoch ist, such dir lieber professionelle Hilfe als ne Frau. Denn egal ob authentisch oder unauthentisch: du wirst sie nur in dein Unglück mit reinziehen.
Dass dieses Zitat keine Wünsche äußert, ist richtig. Das entsprechend umzuformulieren ist ja letztlich auch das, was wir alle hier tun für unsere Profile.
Und so krass, wie dargestellt, ist es nicht, keine Sorge. Tatsächlich bin ich relativ kurzsichtig, was die Suche hier und woanders angeht und suche eben nicht für die Familienplanung, oder den nächsten Urlaub gemeinsam. Das wäre natürlich schön, aber das ist nicht das, was eine Partnerschaft für mich ausmacht. Ziele werden gemeinsam gesteckt, so meine Vorstellung. Aber natürlich gibt es Leute, die schon vorher genau wissen, wo die Reise hingehen soll und das ist ja auch nichts Verwerfliches.
Ich schätze, ich bin da relativ wahllos, was so etwas angeht, übrigens nicht nur auf Partnerschaften bezogen. Mir ist es auch privat mit Freunden für gewöhnlich egal, was man tut, solange man es gemeinsam tut. Ich habe einfach sehr wenige und wenig ausgeprägte Interessen, weshalb es da auch kein "Ziel" für mich gibt, auf das ich (allein oder mit wem anders) hinarbeiten möchte. Und wo ich meine eigenen Zeilen hier gerade lese, kann ich mir durchaus vorstellen, wie das klingen mag. Aber ferab der Wertung, ob das jetzt eine attraktive Einstellung ist (ich würde das ja selbst verneinen), interessiert es mich einfach, wie ihr zu dem Thema steht. Ob das etwas ist, was ihr schonmal erlebt habt bei euch, oder bei anderen und wie ihr damit umgeht.

Für mich geht es in der Partnersuche nicht um "Ich suche wen, um...", sondern nur um "Ich suche wen." Das scheint ja keine gängige Meinung zu sein, die ich hier vertrete und auch für einige Reibereien zu sorgen, wofür ich mich entschuldigen möchte. Ich will hier niemandem meine Meinung aufzwängen und keinem auf die Füße treten. Mich interessiert einfach nur der Standpunkt anderer, weil (zumindest meine Wenigkeit) nicht in die Köpfe anderer hineinschauen kann :)
 
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  • #20
Höchste Zeit fürs Genderfässle ... :)

Du bist ja auch eine Frau und willst gefunden werden. Der Jäger hält Ausschau nach der Beute, nicht andersrum. o_O
Ja. Ich solls aber doch mitkriegen.:rolleyes: Weißt doch, wie unbeholfen die Männer ü50 (und Du empfiehlst mir ja auch noch ü60 ) sind. Die brauchen schon wenigstens mal nen aufmunternden Blick ;) (wenn ihnen dann nicht das Herz erst recht in die Schuhe rutscht :rolleyes:)
 
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Flo25

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  • #21
Ich denke Onlinedating ist schon sehr speziell. Das geschriebene Wort wird zumeist überanalysiert. Du kannst authentisch schreiben klar. Meine Erfahrungen zeigen hier, dass dies aber eher als "langweilig" abgetan wird. Muss nicht zwangsläufig schlecht sein. Gibt eben genügend "Konkurrenzprofile" die da gern über die Stränge schlagen und damit erstmal auf dem 1. Blick besser dastehen. Wie oft habe ich schon dagesessen und mir gedacht: "Boah jetzt noch hier nen tollen Spruch reinklatschen und da noch bisschen ausschmücken, damit ich ja hervorsteche." Am Ende halte ich mich selbst auf. Denn das bin nicht ich.

Gerade wenn man weiß was man will, ist es sehr schwierig, online jemanden zu finden. Bei den zu 90% sehr kargen Profilen auch kein allzu großes Wunder. Schockierend finde ich da eher, wenn man sich schon Zeit nimmt jemanden anzuschreiben, in vielen Fällen keine Antwort kommt. Das kann auf das zurückzuführen sein, was du meintest. Kaum Zeit, man weiß nicht genau was man will etc. und alles was nicht direkt mit blinkenden Lichtern aufdringlich um die Ecke kommt, ist schon raus. Das ganze verkommt dann auch leider zu einem Kindergarten, aus dessen Alter eigentlich der Großteil raus sein sollte. Ist aber überall so, nicht nur bei PS.
Nicht mein Standard, aber jeder wie er mag. :)

Ich kann die Anfangs von dir genannten Punkte jedoch nachvollziehen und habe mir selbst mehrmals diese Fragen gestellt. Tatsächlich stumpft mich Onlie-Dating nicht ab, aber es ernüchtert und zeigt mir immer öfter, dass man als authentischer, ja von mir aus, etwas ruhiger "langweiliger" Typ wesentlich länger und gezielter suchen muss.
 
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  • #22
Sehr interessante Vorstellung! Da kann ich sogar beipflichten, vielleicht verwechsle ich für mich auch einfach hin und wieder Authentizität und Offenheit. Ich bin persönlich ein Mensch, der relativ mitteilungsbedürftig ist und das, was in meinem Kopf so vor sich geht, gern zu Wort bringt. Nicht, dass ich mir davon etwas erhoffen würde, es ist mehr ein Zwang, als dass es einem Ziel dienen würde ;) Ich schätze, das ist der Grund, warum ich es für nicht authentisch halte, wenn man seinem Drang, dem Gegenüber etwas mitzuteilen (du sprachst ja von Taktischen Auslassungen), nicht nachgeht. Nennt es einen Tick von mir, wenn ihr so wollt. Aber wenn ich das von deinem Standpunkt aus betrachte, ist die Authentizität, die oft angepriesen wird, eventuell eine andere als die meine. Dann verstehe ich auch, warum das eine gefragte Eigenschaft sein kann. Danke für deine Sichtweise an dieser Stelle!
Bitte, gerne.
Sich mitteilen zu wollen, ist ein ganz normales Bedürfnis, beim einen mehr, beim anderen weniger ausgeprägt. Und es gehen die unterschiedlichsten Motive und Intentionen damit einher.
Es gibt einfach Situationen, wo die Konvention, bestimmte Regeln oder entsprechende Erfahrungen uns beibringen, dem nicht immer nachzugehen. Warum sollte man das nicht selber auch entscheiden dürfen, deswegen ist man nicht gleich weniger authentisch.
Nehmen wir an, jemand wünscht etwas Ruhe und bittet dich darum, dich für eine gewisse Zeit zurückzuhalten. Ist es dann unauthentisch, dem Wunsch zu entsprechen? Ich finde nicht. Und das lässt sich gut auf das Dating übertragen. Wenn du merkst, dass es deinem Gegenüber zu viel wird (oder zu bedürftig), dann zeugt es doch auch von Respekt, ein wenig vom Gas zu gehen, um ihm Raum zugeben.
Das mit der Authentizität ist ne verzwickte Sache.
Vielleicht darf ich diesen Punkt noch als Beispiel aufgreifen:
Ich schätze, ich bin da relativ wahllos, was so etwas angeht, übrigens nicht nur auf Partnerschaften bezogen. Mir ist es auch privat mit Freunden für gewöhnlich egal, was man tut, solange man es gemeinsam tut. Ich habe einfach sehr wenige und wenig ausgeprägte Interessen, weshalb es da auch kein "Ziel" für mich gibt, auf das ich (allein oder mit wem anders) hinarbeiten möchte.
Das geht mir auch so, mir sind viele Dinge einfach egal.
Jetzt hab ich allerdings mal gelernt, dass das für meine Partnerinnen eher doof war. Sie wollten gerne jemanden in ihrem Leben haben, der 'weiß, was er will', der ‚Entscheidungen trifft', der 'Ecken und Kanten hat' usw. Also habe ich mir angewöhnt, in den meisten Fällen eine Entscheidung zu treffen bzw. eigene Wünsche zu 'produzieren'. Mir leuchtet ja ein, dass meine Partnerin solche Wünsche hat, und dann sehe ich so was (u. a.) als 'Beziehungsarbeit' an. Ich finde es einfach nicht unauthentisch, etwas für den anderen zu tun.
(Interessanterweise wird man ja so sogar noch für authentischer gehalten als jemand, dem so ziemlich alles gleich ist.)
Die Frage ist wohl, ab welchem Ausmaß man sich selbst verliert bzw. gar nicht mehr 'man selbst' ist. Aber nachdem ich der Ansicht bin, dass man selbst entscheidet, wer man ist, kann man ja auch entscheiden, jemand zu sein, der sich gerne nach den Wünschen des Partners richtet.
Mir ist es auch ehrlich gesagt ziemlich egal, ob das als authentisch angesehen wird oder nicht, so lange sich die Beteiligten damit wohlfühlen.
Für mich geht es in der Partnersuche nicht um "Ich suche wen, um...", sondern nur um "Ich suche wen."
Ich denke mal, irgendwelche Wünsche wirst du mit der Partnerschaft schon verbinden. :) Vielleicht sind dir nicht alle bewusst.
Das scheint ja keine gängige Meinung zu sein, die ich hier vertrete und auch für einige Reibereien zu sorgen, wofür ich mich entschuldigen möchte. Ich will hier niemandem meine Meinung aufzwängen und keinem auf die Füße treten.
Das kommt auch nicht so rüber. Reibereien machen manchmal andere, das hast nicht unter Kontrolle. :)
 
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  • #23
Das geht mir auch so, mir sind viele Dinge einfach egal.
Jetzt hab ich allerdings mal gelernt, dass das für meine Partnerinnen eher doof war. Sie wollten gerne jemanden in ihrem Leben haben, der 'weiß, was er will', der ‚Entscheidungen trifft', der 'Ecken und Kanten hat' usw. Also habe ich mir angewöhnt, in den meisten Fällen eine Entscheidung zu treffen bzw. eigene Wünsche zu 'produzieren'
:eek:
Ich bin entsetzt.
Ich möchte doch niemanden, der wegen mir Entscheidungen "produziert" zu Themen, die ihm eigentlich egal sind. :eek::eek::eek:

Das hat m.E. nichts mit "etwas für den anderen tun" zu tun.
Da mangelt es doch schon an der (gemeinsamen) Grundhaltung.

Ich bin in sehr vielem erstmal offen und habe noch keine Meinung, weil ein Thema für mich bspw. noch keine Relevanz hatte. Aber "egal" und "gleichgültig" - das klingt in meinen Ohren nach Plumpudding. :D

Anm.: Vielleicht triggert das vor allem Mütter, die froh sind, keinen Pubertierenden (is mir egal) mehr im Haus zu haben und auch keinen neuen Pubertierenden mehr möchten, sondern nach ehrlichem Austausch und Auseinandersetzung lechzen ;)
 
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syntagma

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  • #24
Ich versuche einfach nur ein wenig Einblick zu bekommen, wie so das aktuelle Mindset der Leute ist.

"Ich bin sehr unglücklich, weil ich seit Jahren allein bin. Ich bin nicht zufrieden mit meiner aktuellen Lage, meine Hobbies und Freunde erfüllen mich nicht komplett und ich suche daher mein Glück in einer Partnerschaft."

An der Stelle wäre ich raus!

Ich möchte eine Bereicherung sein, unverzichtbar, exklusiv, mich intensiv einbringen, alles. :)
Aber ICH möchte nicht die Verantwortung für das Lebensglück eines anderen Menschen aufgebürdet bekommen.


Auch hier wieder lese ich Ufins Sätzchen viel entspannter als ihr offen bar. Das Glück in der Partnerschaft suchen, das ist halt so ne Formulierung. Sein Glück in der Flucht suchen, im Angriff, im Land wo die Zitronen blühen, wo auch immer. Da ist Partnerschaft nicht das Schlechteste.

Aber für Ufins Frage nach dem Mindset taugts. Vermutlich ist heute so ein Mindset verbreitet, das viele bei so einer Formulierung getriggert sind.
Die Frage wäre, was daraus für einen folgt. Gerade solche Formulierungen wählen, um die auszusortieren, oder solche Formulierungen vermeiden, um weniger Leute gleich auszusortieren?
 
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  • #25
Für mich geht es in der Partnersuche nicht um "Ich suche wen, um...", sondern nur um "Ich suche wen."
Ja. Aber die Suchenden gehen eben auf unterschiedliche Art und Weise vor. Die einen suchen wahllos einfach Irgendwen. (Mich beschleicht der Gedanke, das sind kurzfristig die Erfolgreichsten).
Andere gehen strikt nach Checkliste vor. Zuwenig Häkchen - raus.

Sofern die groben Eckdaten stimmen schau ich erstmal, was der andere so mitbringt. Und ob da was ist, was mir gefällt und wo ich bestenfalls nicht mehr drauf verzichten möchte. Vielleicht etwas, wo ich vorher gar nicht dran gedacht habe.

Ist das vielleicht auch eine Form von "egal"? ;)
 
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syntagma

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  • #26
Meiner Lesart zufolge sucht Ufin mit "Ich suche wen" statt "Ich suche wen, um ..." gerade NICHT irgendwen.
Aber für die Frage nach dem Mindset ist auch ein solches (vermutliches) Mißverständnis hilfreich.
 

Ufin

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  • #27
Das geht mir auch so, mir sind viele Dinge einfach egal.
Jetzt hab ich allerdings mal gelernt, dass das für meine Partnerinnen eher doof war. Sie wollten gerne jemanden in ihrem Leben haben, der 'weiß, was er will', der ‚Entscheidungen trifft', der 'Ecken und Kanten hat' usw. Also habe ich mir angewöhnt, in den meisten Fällen eine Entscheidung zu treffen bzw. eigene Wünsche zu 'produzieren'. Mir leuchtet ja ein, dass meine Partnerin solche Wünsche hat, und dann sehe ich so was (u. a.) als 'Beziehungsarbeit' an. Ich finde es einfach nicht unauthentisch, etwas für den anderen zu tun.
(Interessanterweise wird man ja so sogar noch für authentischer gehalten als jemand, dem so ziemlich alles gleich ist.)
Das trifft meinen Standpunkt ziemlich genau, nur scheinst du mehr Talent dafür zu haben, das so zu formulieren, dass man es auch einfach verstehen kann :) Für den anderen etwas zu tun ist eine Sache, die mir sehr wichtig ist. Ich möchte nicht nur miteinander, sondern auch füreinander leben. Aber es tut gut zu hören, dass man da nicht alleine ist, an dieser Front.
 
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  • #28
:eek:
Ich bin entsetzt.
Ich möchte doch niemanden, der wegen mir Entscheidungen "produziert" zu Themen, die ihm eigentlich egal sind. :eek::eek::eek:

Das hat m.E. nichts mit "etwas für den anderen tun" zu tun.
Da mangelt es doch schon an der (gemeinsamen) Grundhaltung.
Ach wo. Ich will ja gerade drauf raus, dass immer alles zwei Seiten hat.
Wenn mir viele Sachen einfach oft piepegal sind, zB. ob ich lieber Tafelspitz mit Meerrettich mag oder Pizza, weil ich halt beides gleich gern mag, oder ob wir zum Italiener oder zum Japaner gehen oder ob wir ne halbe Stunde früher oder später mit dem Hund gehen oder ob wir links rum oder rechts rum fahren usw., dann hat das doch nix mit Grundhaltung zu tun.
Und wenn meine Partnerin zu mir sagt, dass sie nicht immer 'alle' Entscheidungen treffen will, dann kann ich mich doch drauf einstellen. Dann will ich halt heute Tafelspitz, kein Problem. Und sie ist glücklich.
Würd mich mal interessieren, was unter "Beziehungsarbeit" verstanden wird. Für mich bedeutet das, dass man auf den anderen eingeht und seine Wünsche ernst nimmt.
Zum Thema "Entscheidungen produzieren": Für mich bräuchte es viele Dinge nicht, die meinen Partnerinnen was bedeuten und an denen sie festmachen, ob man sich für die Partnerschaft engagiert oder nicht. Jetzt kann ich halt authentisch sein und passiv bleiben oder ich kann ihre Wünsche ernst nehmen und mich ab und zu ein wenig bemühen und einen Vorschlag für ein Event machen, welches ihr gefällt. Ich habe den Eindruck, dass sich die meisten Frauen schon wünschen, dass ihr Partner sich da auf sie zubewegt. Kann gut sein, dass du da anders bist.
Oder man sucht sich einen Partner, der ganz genauso tickt wie man selbst, dann braucht man sich natürlich nicht bewegen. Allerdings würde mich das jetzt eher wieder entsetzen, weil mir das zu langweilig wäre. Mir schadet es übrigens auch gar nicht, mich inspirieren und motivieren zu lassen.
Ich bin in sehr vielem erstmal offen und habe noch keine Meinung, weil ein Thema für mich bspw. noch keine Relevanz hatte. Aber "egal" und "gleichgültig" - das klingt in meinen Ohren nach Plumpudding. :D
Anm.: Vielleicht triggert das vor allem Mütter, die froh sind, keinen Pubertierenden (is mir egal) mehr im Haus zu haben und auch keinen neuen Pubertierenden mehr möchten, sondern nach ehrlichem Austausch und Auseinandersetzung lechzen ;)
Ja, siehst du, das habe ich bei den Frauen in meinem Leben immer wieder so wahrgenommen. Und fands einfach schlauer, da "an mir zu arbeiten" und glückliche Beziehungen zu begünstigen.

Anm.: Es gibt natürlich einige Dinge, die ich will und bei denen es mir nicht egal ist, aber da stellt sich ja die Frage gar nicht.

Anm. 2: Ich glaube, dass man in solchen Punkten (Wie sehr ist man bereit, sich auf den anderen einzustellen? Wieviel ist man bereit zu investieren? Was will man für die Beziehung und für den Partner tun? ...) sehr ähnlich ticken muss, sonst entsteht da ein Ungleichgewicht.
 
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Ich möchte eine Bereicherung sein, unverzichtbar, exklusiv, mich intensiv einbringen, alles. :)
:):):)
Aber ICH möchte nicht die Verantwortung für das Lebensglück eines anderen Menschen aufgebürdet bekommen.
Die Bürde dieser Verantwortung kann nur jeder selbst tragen. Andere können aber zum Lebensglück beitragen.
 
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