Marwellus

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  • #1

Auf ein Wort an die jüngeren unter uns (U30) ...

So ein Single-Leben ist doch eine bequeme Sache.

Das einzige, was einem nah gehen und ärgern könnte, ist irgendwelche formelle Post. Rechnung verschleppt, den Dauerauftrag nicht an die gestiegenen Energiekosten angepasst etc.p.p. Irgendwas ist doch immer, irgendein Haarspalter verfolgt seinen Job doch immer mit akribischer und rechtlich vollkommen einwandfreier Vorgehensweise und schreibt dir Textbausteine, die dich an deine monetären Pflichten erinnern.

Krempel, über den man eigentlich so wenig wie möglich nachdenken will, aber doch immer mal wieder muss.

Ansonsten tut man buchstäblich, was man will. Auf kleine Rock-Konzerte gehen, sich völlig besaufen, mit den Kumpels abfeiern und ausflippen und das Leben einfach bloß für den Moment schön finden.

Montag bis Freitag ist halt Arbeit angesagt. Man macht sie gut, man ist durchaus motiviert, bei der Sache und gewillt, einen guten Job abzuliefern. Aber man lebt in dieser Zeitspanne nicht. Nicht wirklich.

Später lassen sich Freunde scheiden und man fühlt sich gut, weil man eben nicht gleich geheiratet und sich diesen ganzen Schlamassel eingehandelt hat. Und doch finden gerade sie unerhört schnell wieder einen neuen Partner, von dem sie dann einen die Ohren vollschwärmen. Aber okay, andere sind wie du und haben seid ein paar Jahren schon keinen neuen Partner mehr gehabt …

Du lebst, wirst mit jedem Jahr älter und funktionierst so vor dich hin. Am WE lässt du dann gelegentlich die Sau raus und denkst immer noch, das Leben ist schön.

Dann merkst du, dass ein paar Freunde bereits Kinder auf die Welt gesetzt haben, die bald 6 oder 7 werden. Und sie lieben ihre Kinder. Schön für sie, wirklich. Es freut dich, dass es sie freut, aber für dich käme das nicht so schnell in Frage.

Dann wirst du noch ein Jahr älter.

Und noch eins.

Und dann meldet sich die Evolution bei dir, durch dein Stammhirn und du merkst, dass du zwar bislang dein Leben ganz brauchbar gefunden hast, aber dieser kleine Schatten, den du bislang immer ignoriert hast, sich zu einem Abgrund aufgetan hat.

Was hast du mit deinem Leben eigentlich getan und was hast du erreicht?

Wirst du geliebt?

Vor allem die letzte Frage tut plötzlich sau weh. Mit einem Mal erkennst du, mit welcher Intensität die Kinder deiner besten Freunde ihre Mütter und Väter anschauen, mit einem Mal erinnerst du dich, wieviel dir noch dein eigener Vater und/oder die Mutter bedeutet haben. Du begreifst, dass du deine eigene Existenz nur ihrer Liebe zueinander zu verdanken hast. Wie kurz diese auch ausgefallen sein mag – du existierst, weil sie es wollten.

Und was hast du getan?

Und dann ist dann nur noch ein unfassbare Leere, die dich zu verschlingen droht. Auftrag nicht erfüllt, nur an sich selbst gedacht. Scheiß Evolution, scheiß Mensch-sein. Scheiß Beziehungszwang.

Aber am Ende definierst du dich doch daran. Am Ende holt es dich ein, unweigerlich, kompromisslos und gnadenlos.

Denk daran, wenn du gerade in deinen Zwanzigern bist. Denk wirklich gut durch, was du willst und was dir wichtig ist und warte nicht zu lange damit.

Denn mir geht es jetzt so und ich muss schauen, wie ich das jetzt noch irgendwie hin bekomme. Menschen brauchen einander, so sehr wir uns auch auf den Keks gehen könne, ohne können wir halt auch nicht :)

Ein Denkanstoß.
 
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sy-alexa

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  • #2
Am Ende bleibt abzuwarten, wer sich hinter dieser gelungenen Rechtschreibung verbirgt???

Als Hamburgerin sage ich, Parship und Hamburg sind immer einen Besuch wert!!!
 

PEZ09

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  • #4
....... haben seid ein paar Jahren schon keinen neuen Partner mehr gehabt …
Ein Denkanstoß.

Unfall mit Koma gehabt? :p sorry der war aufgelegt.

Klingt für mich nach Frust, das Leben definiert sich ja nicht durch Liebe und Partnerschaft bzw. ist das nicht alleine in einer Paar-Beziehung zu finden.
Family, Freunde, Nichten, Neffen, Nachbarn.
Man(n) muss ja nicht seine Gene verschleudern um Bedeutung zu erlangen...
 
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Tringi89

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  • #5
Toll, hat mich richtig schön runter gezogen jetzt.
 

Tringi89

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  • #7
@Menno danke, dass du jetzt sowas liebes geschrieben hast :)
 
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Tringi89

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  • #8
Aber mal ehrlich, wenn ich Männer in einer Bar oder Disco kennen gelernt habe, ist dies meistens nach wenigen Wochen auseinandergegangen, da diese Männer ihr tolles Singleleben doch nicht aufgeben wollten. Bis heute sind diese noch alleine und jedes WE auf der Piersch- und nun schon 28-36 Jahre alt. Es ist frustrierend und ich werde nie wieder beim Feiern einen Mann kennen lernen wollen. Es endet immer gleich. Kaum einer ist bereit sich zu binden, mal was zu riskieren, sich einzulassen, sich weiter zu entwickeln. Sobald sie merken, dass es in die Tiefe geht, bekommen sie Panik. Wenn die ersten Fragen wie "wohin geht das mit uns?" kommen sind sie weg. Wenn nur ein einziger Reibungspunkt entsteht wird dieser nicht aus der Welt geschafft, sondern direkt gemauert.

Ich pauschalisiere wohl gerade und bin vielleicht auch nicht ganz fair, aber wie soll man da den Mut nicht verlieren?!

Auf PS sind auch viele U 30 unterwegs, die nur ihren Marktwert testen wollen oder langweile kompensieren. Doch zum Glück sind auch ein paar dabei, die offen sind und wissen was sie wollen. Darauf setze ich jetzt mal.
Ich Parshippe jetzt. ;D
 
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  • #9
So ein Single-Leben ist doch eine bequeme Sache.

Das einzige, was einem nah gehen und ärgern könnte, ist irgendwelche formelle Post. Rechnung verschleppt, den Dauerauftrag nicht an die gestiegenen Energiekosten angepasst etc.p.p. Irgendwas ist doch immer, irgendein Haarspalter verfolgt seinen Job doch immer mit akribischer und rechtlich vollkommen einwandfreier Vorgehensweise und schreibt dir Textbausteine, die dich an deine monetären Pflichten erinnern.

Krempel, über den man eigentlich so wenig wie möglich nachdenken will, aber doch immer mal wieder muss.

Ansonsten tut man buchstäblich, was man will. Auf kleine Rock-Konzerte gehen, sich völlig besaufen, mit den Kumpels abfeiern und ausflippen und das Leben einfach bloß für den Moment schön finden.

Montag bis Freitag ist halt Arbeit angesagt. Man macht sie gut, man ist durchaus motiviert, bei der Sache und gewillt, einen guten Job abzuliefern. Aber man lebt in dieser Zeitspanne nicht. Nicht wirklich.

Später lassen sich Freunde scheiden und man fühlt sich gut, weil man eben nicht gleich geheiratet und sich diesen ganzen Schlamassel eingehandelt hat. Und doch finden gerade sie unerhört schnell wieder einen neuen Partner, von dem sie dann einen die Ohren vollschwärmen. Aber okay, andere sind wie du und haben seid ein paar Jahren schon keinen neuen Partner mehr gehabt …

Du lebst, wirst mit jedem Jahr älter und funktionierst so vor dich hin. Am WE lässt du dann gelegentlich die Sau raus und denkst immer noch, das Leben ist schön.

Dann merkst du, dass ein paar Freunde bereits Kinder auf die Welt gesetzt haben, die bald 6 oder 7 werden. Und sie lieben ihre Kinder. Schön für sie, wirklich. Es freut dich, dass es sie freut, aber für dich käme das nicht so schnell in Frage.

Dann wirst du noch ein Jahr älter.

Und noch eins.

Und dann meldet sich die Evolution bei dir, durch dein Stammhirn und du merkst, dass du zwar bislang dein Leben ganz brauchbar gefunden hast, aber dieser kleine Schatten, den du bislang immer ignoriert hast, sich zu einem Abgrund aufgetan hat.

Was hast du mit deinem Leben eigentlich getan und was hast du erreicht?

Wirst du geliebt?

Vor allem die letzte Frage tut plötzlich sau weh. Mit einem Mal erkennst du, mit welcher Intensität die Kinder deiner besten Freunde ihre Mütter und Väter anschauen, mit einem Mal erinnerst du dich, wieviel dir noch dein eigener Vater und/oder die Mutter bedeutet haben. Du begreifst, dass du deine eigene Existenz nur ihrer Liebe zueinander zu verdanken hast. Wie kurz diese auch ausgefallen sein mag – du existierst, weil sie es wollten.

Und was hast du getan?

Und dann ist dann nur noch ein unfassbare Leere, die dich zu verschlingen droht. Auftrag nicht erfüllt, nur an sich selbst gedacht. Scheiß Evolution, scheiß Mensch-sein. Scheiß Beziehungszwang.

Aber am Ende definierst du dich doch daran. Am Ende holt es dich ein, unweigerlich, kompromisslos und gnadenlos.

Denk daran, wenn du gerade in deinen Zwanzigern bist. Denk wirklich gut durch, was du willst und was dir wichtig ist und warte nicht zu lange damit.

Denn mir geht es jetzt so und ich muss schauen, wie ich das jetzt noch irgendwie hin bekomme. Menschen brauchen einander, so sehr wir uns auch auf den Keks gehen könne, ohne können wir halt auch nicht :)

Ein Denkanstoß.

Deshalb such ich auch jetzt schon, weil ich mir eine Beziehung wünsche, und warte nicht solange, bis meine biologische Uhr tickt und ich voll unter Druck gerate. Das wäre mir zu stressig. Ich war genug Single. Kann mich in Ruhe umschauen, bis ich den passenden Mann finde. Ein paar unpassende hab ich schon kennengelernt. :D
 
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Dr. Bean

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  • #12
Und mit 35 tutbdie Leber weh :)
 
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Alison

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  • #15
Und genau deshalb war mir meine Zeit schon immer zu schade für diverse Affären. Selbst wenn sie ganz lecker aussahen und nett waren. Im Freundeskreis findet dieses Jahr die erste Hochzeit statt. Es fängt an...:rolleyes:
 
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Wolverine

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  • #16
brace-yourself-wedding-6bfn0l.jpg

@Alison :D:D:D
 
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Ariadne_CH

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  • #19
Deshalb such ich auch jetzt schon, weil ich mir eine Beziehung wünsche, und warte nicht solange, bis meine biologische Uhr tickt und ich voll unter Druck gerate. Das wäre mir zu stressig. Ich war genug Single. Kann mich in Ruhe umschauen, bis ich den passenden Mann finde. Ein paar unpassende hab ich schon kennengelernt. :D

Das wär doch mal eine tolle Strategie! Lerne alle unpassenden Männer kennen, dann sind die, welche am Schluss noch unbekannt sind, automatisch die richtigen! :D

Frei nach: Warum die Nadel im Heuhaufen suchen, wenn man ihn anzünden kann und die Nadel unversehrt übrig bleibt...
 
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fafner

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  • #21
Was bin ich froh, daß ich das mit Heirat und so alles hinter mir hab... :rolleyes:
 
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Marwellus

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  • #22
Interessante Reaktionen. :)

Zu meiner "Verteidigung" möchte ich anbringen, dass ich einfach mal angefangen habe, mich jenen "Geistern, die mich verfolgen" zu stellen, der Post bezieht sich auf einen von ihnen. Nach der Lektüre einiger Threads in diesem Forum überkam mich einfach der Impuls - dessen Ergebnis sicher auch etwas melodramatisch ausgefallen ist, heh. Wer dardurch schaden genommen hat, bei dem möchte ich mich entschuldigen.

So paradox das auch für manche klingen mag, aber ich stecke in keiner Depression, obiges zu realisieren und gegenzusteuern, bzw. einfach "zu zu lassen" hilft ungemein. Ich bin guter Dinge, das Handtuch hab ich noch lange nicht fallen lassen - sonst wäre ich wohl kaum hier :p.

Bevor jemand fragt: Nein, die Sache mit den Kindern ist für mich wohl wirklich vorbei, einen (Ü)60jährigen Vater zu haben, möchte ich keinem 18jährigen antun.

Gruß
 
D

Dr. Bean

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  • #24
Schlimmer ist, wenn man bis 35 seine zwei Doktortitel gemacht hat und dann heiraten muss. Da bleibt kaum noch Platz für biertechnische Abenteuer mit den Kumpels !
 
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199MKt8gf

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  • #25
Bohne, der Mix macht es. Mal so ganz Mann sein, aber dann auch wieder die Hinwendung zur Mutter Erde. Fire walks with us.
 
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199MKt8gf

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  • #27
Ja, so in etwa. Den Whiskey jedoch mal durch Prosecco ergänzen.
 
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