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Wasserfee

  • #1

Auf den Partner warten oder das Leben leben?

Ihr habt ja schon in einem anderen Thread mitbekommen, dass mich das Thema „sein eigenes Ding machen“ und „sich in seinem Wohnumfeld einrichten“ betroffen macht. Ich finde mich nämlich ständig in dieser Zwickmühle wieder: Wohnsituation verändern, Traum verwirklichen oder auf einen Partner warten. Ganz konkret hieß das eine Weile: Entweder ich war auf der Suche nach einem neuen Partner oder nach einer geeigneten Immobilie.

Als Alleinerziehende ist letzteres alleine schwer zu realisieren. Andererseits will ich aber auch nicht darauf warten, bis irgendwann einmal jemand kommt, mit dem es sich gemeinsam realisieren ließe. Wer weiß, wann das ist???

Manchmal saust das alles durch meinen Kopf und ich komme zu keiner Lösung. Auf die Frage, warum mir z. B. ein Haus so wichtig ist, kam mir die Antwort: Weil ich gerne ein Zuhause hätte für mein Kind und auch für mich. Wir leben aktuell in einem Provisorium. Ich sage immer: „In 5 Jahren brauche ich auch keinen Garten mehr für mein Kind.“ Ich selbst bin ganz konstant auf einem Hof groß geworden, der immer noch für mich ein Zuhause ist.

Wenn ich weiter darüber nachdenke, hat auch Partnerschaft etwas von „Zuhause ankommen“. Beides hat etwas mit Bindung zu tun, mit Sich-Ver-binden. In dieser Beziehung will ich so gerne einen Schritt weiter kommen, es gelingt mir aber nicht, weil ich mich letztlich immer im Kreis drehe.

Wie seht ihr das?
 
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  • #2
AW: Auf den Partner warten oder das Leben leben?

Na, der Titel klingt ein wenig tendenziös. Wenn das wirklich die Alternative wäre, dann gäbe es wohl nichts anderes zu empfehlen als: natürlich das Leben leben.
Aber so meinst du es ja nicht. Und zwei Bindungsmöglichkeiten stehen an: Haus oder Partner. Und beidem entsprechen Träume. Und natürlich wäre beides zugleich schön, oder auch ein unabhängiges Verwirklichen des einen ohne die Möglichkeit des anderen zu schmälern. In der Wirklichkeit kann es anders aussehen, hat das eine auf das andere Einfluß.
Da würde ich an deiner Stelle schon auch schauen, was gerade dein Schwerpunkt ist. Etwa: willst du es im Moment so wirklich wissen mit der Partnersuche, hast dich deswegen bei Parship angemeldet, weil du dies nun aktiv angehen willst, anstatt bloß zu warten? Oder bist du schon jahrelang dabei, mehr oder weniger erfolglos, ernüchtert, lustlos - sodaß ein Impuls in eine andere Richtung, eben der des Hauses, einen guten Akzent ins Leben brächte? Dann könnte dies sinnvoll sein.

Zitat von Wasserfee:
Beides hat etwas mit Bindung zu tun, mit Sich-Ver-binden. In dieser Beziehung will ich so gerne einen Schritt weiter kommen, es gelingt mir aber nicht, weil ich mich letztlich immer im Kreis drehe.
In welchem Kreis?
 
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  • #3
AW: Auf den Partner warten oder das Leben leben?

Da hake ich mich mal kurz ein. Wenn ich nur die Überschrift betrachte, dann stellt sich natürlich die Frage, warum ODER?

Ich will mal kurz eine Geschichte erzählen, ich habe mal für einen großen Konzern gearbeitet und einer unserer Wettbeweber stand zum Verkauf und es gab das Gerücht, dass unsere Mutter dieses Deutschlandgeschäft kauft. In den darauffolgenden Management Meetings war das nur noch Thema Nummer 1. Immer ein "was wäre wenn" und einige haben sich schon ausgemalt, wie die Zukunft für sie persönlich nach dem Deal aussehen würde. Unser damaliger GF sagte dann dazu: Wir arbeiten alle so weiter wie bisher, denn was passiert können wir hier nicht beeinflussen. Wenn dann irgendwann die Situation entrifft, dass die andere Firma uns gehört, dann ist es früh genug sich mit der Veränderung auseinander zu setzen. Alles andere mildert nur unsere Leistung und unsere Ziele, wenn wir uns um "ungelegte Eier" kümmern.

Was soll ich sagen, der Mann hatte so was von Recht, der Deal kam natürlich ncht zustande.

Man muss einfach alles auf sich zukommen lassen, so lautet meine Devise. Ich habe z.B. zweimal intensiv nach Immobilien gesucht und nie war was pasendes dabei. Dann hatte ich schon aufgegeben und siehe da, durch dumme Zufälle waren auf einmal die schönsten Häuser frei.

Meine Meinung, leb' Dein Leben wie geplant und das andere ergiebt sich von selbst und neue Lebensumstände sind dann wieder eine neue Herausforderung. Das ist es doch, was das Leben so interessant macht...
 
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  • #4
AW: Auf den Partner warten oder das Leben leben?

Hallo Wasserfee,
diesen Gedanken habe bzw. hatte ich auch langezeit. Allerdings habe ich 3 Kinder, die alle noch schulpflichtig sind - und eine Immobilie, die für uns heute paßt, wäre in 10 Jahren für mich allein viel zu groß. Einen Garten brauche bzw. möchte ich auch - aber weniger für die Kinder, als vielmehr in erster Linie für mich, d.h. der ist mir auch in 5 Jahren noch wichtig. Deshalb hab ich uns ein Haus mit großem Garten gemietet, in dem die Kinder und ich uns rundum wohlfühlen. Mein langfristiger Plan ist, hier so lange zu wohnen, bis die Kinder ausziehen, und mir dann ein kleines Häuschen für mich zu kaufen. (Zwischendurch seh ich mich immer wieder mal um - allein das Träumen macht schon Freude ;-))
Sollte auf dem Weg dorthin dann noch der richtige Partner "dazwischenkommen" - na umso besser, dann plant man von dem Moment an eben gemeinsam nach Plan B. Wenn nicht, hab ich jedenfalls nicht meine Zeit vergeblich wartend in einem provisorischen Zustand verbracht, sondern in einer Umgebung nach meinem Geschmack gelebt. Es geht mir aber auch uns als Familie deutlich besser, seit wir nicht mehr im provisorischen Wartestand leben (wobei die Kinder sich an der Übergangswohnung weniger gestört haben, als ich)
 
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  • #5
AW: Auf den Partner warten oder das Leben leben?

Also ich persönlich bin ja für das Leben leben. Anderenfalls besteht die Gefahr, irgendwann rückblickend zu merken, dass der richtige Partner noch immer nicht aufgetaucht ist und das Leben mit dem Warten auf eine Utopie vorbeigegangen ist. Meine Erfahrung ist auch, dass Menschen, die ihr Leben anpacken und eben auch ohne Partner leben auch attraktiver sind. Vielleicht liegt es auch am eigenen Blick, wenn man nicht sucht. Ich meine vielleicht lasse ich die Menschen dann auch eher auf mich wirken, so wie sie eben sind und verliebe mich dann eher in eine Person, weil ich nicht ständig jede neue Bekanntschaft anschaue und denke ist er das jetzt (ein bisschen überspitzt ausgedrückt).

Natürlich ist auch zu bedenken, dass eine eigene Immobilie einen bindet. Man möchte sie nicht so ohne weiteres wieder aufgeben. Es hängen Zahlungsverpflichtungen dran. Andererseits kann man sich auch in einem gemieteten Objekt längerfristig einrichten.

Den Kauf einer Immobilie würde ich vielleicht auch davon abhängig machen, wie leicht sie ggf. verkauft oder auch vermietet werden kann. Das hängt dann eben von der Gegend ab.

Was ich von Dir, Wasserfee gelesen habe, bist Du doch beruflich selbstständig. Da hast Du Dir doch auch einen Kundenstamm aufgebaut. Das bindet Dich doch soundso an Karslruhe.

Ich glaube ich würde, wenn dies finanziell und tatsächlich möglich ist mir die gewünschte Immobilie so kaufen, dass Du Dich mit oder ohne Partner darin wohlfühlen kannst und, dass sie ggf. eben vermietet oder gut weiterverkauft werden kann.
 
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  • #6
AW: Auf den Partner warten oder das Leben leben?

Zitat von Oliver:
Da hake ich mich mal kurz ein. Wenn ich nur die Überschrift betrachte, dann stellt sich natürlich die Frage, warum ODER?

Ich will mal kurz eine Geschichte erzählen, ich habe mal für einen großen Konzern gearbeitet und einer unserer Wettbeweber stand zum Verkauf und es gab das Gerücht, dass unsere Mutter dieses Deutschlandgeschäft kauft. In den darauffolgenden Management Meetings war das nur noch Thema Nummer 1. Immer ein "was wäre wenn" und einige haben sich schon ausgemalt, wie die Zukunft für sie persönlich nach dem Deal aussehen würde. Unser damaliger GF sagte dann dazu: Wir arbeiten alle so weiter wie bisher, denn was passiert können wir hier nicht beeinflussen. Wenn dann irgendwann die Situation entrifft, dass die andere Firma uns gehört, dann ist es früh genug sich mit der Veränderung auseinander zu setzen. Alles andere mildert nur unsere Leistung und unsere Ziele, wenn wir uns um "ungelegte Eier" kümmern.

Was soll ich sagen, der Mann hatte so was von Recht, der Deal kam natürlich ncht zustande.

Man muss einfach alles auf sich zukommen lassen, so lautet meine Devise. Ich habe z.B. zweimal intensiv nach Immobilien gesucht und nie war was pasendes dabei. Dann hatte ich schon aufgegeben und siehe da, durch dumme Zufälle waren auf einmal die schönsten Häuser frei.

Meine Meinung, leb' Dein Leben wie geplant und das andere ergiebt sich von selbst und neue Lebensumstände sind dann wieder eine neue Herausforderung. Das ist es doch, was das Leben so interessant macht...
Dick unterstreich!!!
 
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  • #7
AW: Auf den Partner warten oder das Leben leben?

Also ich habe mir eine Wohnung gekauft. Weil ich eben keinen Garten möchte, um den ich mich kümmern muss. Die Wohnung ist so groß, dass ich mich alleine darin wohl fühle, aber auch zu zweit noch darin wohnen kann.

Eine gute Freundin hat zu der Frage, ob das dann gut ist, wenn ein Partner mal zu mir einzieht gemeint, wir könnten uns dann auch zu zweit was anderes, gemeinsames aufbauen. Ich kann meine Wohnung dann vermieten. Dann habe ich die Wohnung für alle Fälle, z.B. wenn die Beziehung auseinandergeht oder vielleicht auch im Alter.
 
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  • #8
AW: Auf den Partner warten oder das Leben leben?

Hallo Wasserfee,

ich habe mich für einen Kompromiss entschieden, Immobilie kaufen ja, aber die Einrichtung habe ich bewußt einfacher gehalten. Warum?

a) ich bleibe alleine -> Einrichtung verändert sich sowieso, aber ich lebe mein Leben ohne Warten auf mir Wichtiges.

b) ich bleibe nicht alleine: Zusammenziehen in eine bestehende Umgebung ist immer schwierig, damit der Zugezogene sich nicht dauerhaft als 'Gast' fühlt. Veränderungen sind da sinnvoll.

b1) ich ziehe zu ihr: vermieten oder verkaufen, u.U. auch mit Verlust. Dafür hätte ich ja den emotionalen Gewinn :)

b2) Sie zieht zu mir: Durch gemeinsames Aussuchen einer neuen Einrichtung entsteht etwas Gemeinsames. Die jetzt einfachere Einrichtung kann ich verschmerzen.

b3) Etwas gemeinsames neu mieten & einrichten: auch ok!

b4) Etwas gemeinsames kaufen/bauen: dafür muss man sich ohnehin Zeit lassen.

Ich gewinne so in jedem Fall.

Ich kenne auch den umgekehrten Fall, Mietwohnung, aber teuerstes Mobiliar (Tisch für den Gegenwert eines neuen Mittelklassewagens ...). Das würde ich alleine, aber partnersuchend nie tun: wenn dem neuen Partner der Möbelstil gar nicht gefällt, was bleibt?

@Wasserfee: da ich morgen in KA bin: 19:00 Turmberg ;-) ? Auf dem Turm, falls offen, oder der Plattform neben der Bahn?
 
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Wasserfee

  • #9
AW: Auf den Partner warten oder das Leben leben?

@Fackel: 19:00 Uhr könnte ich gerade so schaffen, komme dann aber nicht alleine! Nehmen wir doch gleich die Plattform neben der Bahn, ist einfacher. Ich ziehe einen weißen, langen Rock an, den erkennst du gut ;-)
 
W

Wasserfee

  • #10
AW: Auf den Partner warten oder das Leben leben?

Zitat von Heike:
Ich hätte den Titel fast vergessen. Weil das System einen wollte, habe ich mir diesen schnell einfallen lassen, ohne groß darüber nachzudenken ;-)

Zitat von Heike:
Da würde ich an deiner Stelle schon auch schauen, was gerade dein Schwerpunkt ist. Etwa: willst du es im Moment so wirklich wissen mit der Partnersuche, hast dich deswegen bei Parship angemeldet, weil du dies nun aktiv angehen willst, anstatt bloß zu warten? Oder bist du schon jahrelang dabei, mehr oder weniger erfolglos, ernüchtert, lustlos - sodaß ein Impuls in eine andere Richtung, eben der des Hauses, einen guten Akzent ins Leben brächte? Dann könnte dies sinnvoll sein.
So ist es: Haus hat Priorität eins bei mir. Ich kann ziemlich in Aktion treten, wenn ich mir etwas vorgenommen habe. Bei der Partnersuche zu sehr geplant und aktiv vorzugehen, ist m. E. allerdings kontraproduktiv. Ich denke, er wird eines Tages kommen, ohne großes Zutun von mir (solange ich mich nicht vergrabe).

Zitat von Heike:
Vielleicht ein Beispiel: Ich habe ein schönes Häuschen gefunden, 20 Minuten von meinem Wohnort entfernt. Wenn ich dort hinziehe, muss ich dort neu anfangen, mein Kind ebenso. Da kann ich nicht in drei Jahren schon wieder woanders hin, sollte ein Mensch (oder mehrere) dazukommen. Alleine mit einem Wochenendkind würde es dort schon eng werden.

Soziale Kontakte lassen sich auf die Entfernung zwar aufrecht erhalten. Aber es ist eben doch im Alltag nicht mehr so einfach (vor allem bei Schul-/Kiga-Wechsel). Ich habe nichts dagegen, neu anzufangen, aber mit Partner sähe ich einen Sinn darin, alleine - das merke ich immer wieder - keinen. Also müsste ich dort suchen, wo ich wohne - dort gibt es aber sehr wenig, weil der Ort klein ist bzw. die Grundstücke groß und teuer. Und so drehe ich mich im Kreis ...
 
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Wasserfee

  • #11
AW: Auf den Partner warten oder das Leben leben?

Zitat von Oliver:
Wenn dann irgendwann die Situation entrifft, dass die andere Firma uns gehört, dann ist es früh genug sich mit der Veränderung auseinander zu setzen. Alles andere mildert nur unsere Leistung und unsere Ziele, wenn wir uns um "ungelegte Eier" kümmern.
Das ist eigentlich meine Lebensphilosophie und das lässt sich auch in vielen Bereichen des Lebens so sehen. Bei einer Immobilie steckt aber - wie schon erwähnt - Bindung vor allem in finanzieller Hinsicht dahinter. Das will gut überlegt sein. Außerdem die soziale Komponente: Will ich meinem Kind alle zwei Jahre einen Umzug zumuten? Viele Menschen, die in ihrer Kindheit dauernd umgezogen sind, berichten mir, wie sehr sie es gehasst haben. Da will ich die "ungelegten Eier" nicht ganz außer Acht lassen.

Zitat von Oliver:
Meine Meinung, leb' Dein Leben wie geplant und das andere ergiebt sich von selbst und neue Lebensumstände sind dann wieder eine neue Herausforderung. Das ist es doch, was das Leben so interessant macht...
Mein Leben ist okay! Mein Beruf erfüllt mich, ich nehme mir die Zeit und den Raum mich persönlich weiterzuentwickeln. Der nächste Schritt wäre eben für mich ein Zuhause. Ich habe das Thema mal ein ganzes Jahr ruhen lassen. Nix ist passiert ...
 
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Wasserfee

  • #12
AW: Auf den Partner warten oder das Leben leben?

@Pusteblume: Fühlt sich gut an, was du beschreibst. Ich denke auch, es bin mehr ich, die sich am Provisorium stört, als mein Kind. Häuschen mieten habe ich mir auch schon überlegt. Wenn ich eines nehme mit Arbeitszimmer (das ich dringend bräuchte), kann ich das alleine kaum bezahlen. Und ich sage mir: Wenn ich schon finanziell an mein Limit gehe, dann lieber für Eigentum!
 
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Wasserfee

  • #14
AW: Auf den Partner warten oder das Leben leben?

Zitat von Ginevra:
Was ich von Dir, Wasserfee gelesen habe, bist Du doch beruflich selbstständig. Da hast Du Dir doch auch einen Kundenstamm aufgebaut. Das bindet Dich doch soundso an Karslruhe.
Nicht wirklich. Eigentlich brauche ich nur einen Internet-Anschluss und möglichst eine größere Stadt in der Nähe. Ich könnte auch von Mallorca aus arbeiten. Gebunden bin ich eher wegen meines Kindes.
 
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Wasserfee

  • #15
AW: Auf den Partner warten oder das Leben leben?

Zitat von Fackel:
... ich habe mich für einen Kompromiss entschieden, Immobilie kaufen ja, aber die Einrichtung habe ich bewußt einfacher gehalten. Warum?

a) bis b4)

Ich gewinne so in jedem Fall.
Ja, diese Offenheit gegenüber dem, was kommen mag, ist sicher von Vorteil. Wie lautet noch diese schöne Frage? "Von welchen Sachen würdest du dich niemals trennen?" Bei mir steht nur "Stift und Papier" ...