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  • #16
Hallo zusammen,
vielleicht gehört es dazu, gerade wieder Verletzlichkeit zulassen zu können, aus dem Panzer heraus zu kommen, von seiner Verletzlichkeit dem Gegenüber auch berichten zu können? Ein Patentrezept kenne ich auch nicht. Willst du unverletzlich sein? Käme dir das nicht komisch vor? wäre dann Vertrauen noch nötig? Wie kämst du dann rüber? Ein Eisklotz? Glaubhaft? Ich hab heute bei einem Spaziergang im Regen feststellen können, wie sehr es helfen kann, den anderen zu verstehen, wenn er Verletzlichkeit zugibt und darüber redet, wie er verletzt wurde, wo da das Lindenblatt an der Schulter statt der Kruste aus Drachenblut, wo die Achillesverse ist. Dass Vertrauen missbraucht wird, ist leider verbreitet. Gemeinsam daran zu arbeiten, dem anderen die weiche Stelle decken zu können, das schmiedet auch zusammen.
Es zählte ja auch bei Siegfried und Achilleus zu den ansonsten tollen Typen dazu, gerade nicht perfekt zu sein, um die These von Suzanne aufzugreifen, die dazu beigetragen haben, dass sie unsterblich wurden in der Erinnerung, weil es eben keine perfekte Menschen waren, sondern verletzliche. Das tragische Ende lassen wir mal außen vor.
 
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  • #17
Zitat von Nettmann:
Hallo zusammen,
vielleicht gehört es dazu, gerade wieder Verletzlichkeit zulassen zu können, aus dem Panzer heraus zu kommen, von seiner Verletzlichkeit dem Gegenüber auch berichten zu können? Ein Patentrezept kenne ich auch nicht. Willst du unverletzlich sein? Käme dir das nicht komisch vor? wäre dann Vertrauen noch nötig? Wie kämst du dann rüber? Ein Eisklotz? Glaubhaft? Ich hab heute bei einem Spaziergang im Regen feststellen können, wie sehr es helfen kann, den anderen zu verstehen, wenn er Verletzlichkeit zugibt und darüber redet, wie er verletzt wurde, wo da das Lindenblatt an der Schulter statt der Kruste aus Drachenblut, wo die Achillesverse ist. Dass Vertrauen missbraucht wird, ist leider verbreitet. Gemeinsam daran zu arbeiten, dem anderen die weiche Stelle decken zu können, das schmiedet auch zusammen.
Es zählte ja auch bei Siegfried und Achilleus zu den ansonsten tollen Typen dazu, gerade nicht perfekt zu sein, um die These von Suzanne aufzugreifen, die dazu beigetragen haben, dass sie unsterblich wurden in der Erinnerung, weil es eben keine perfekte Menschen waren, sondern verletzliche. Das tragische Ende lassen wir mal außen vor.
Ja - das trifft es sehr gut.
Danke für Deinen schönen Beitrag!
 
G

Gast

  • #18
Zitat von Blanche:
Nun - ich denke, ich habe auch meine "Verletzungen" davon getragen.
Mir hilft Ehrlichkeit und Offenheit weiter.
Ich spreche das mit meinen Partner (bzw. früher "potentiellen Kandidaten") an.
Dadurch kann der Andere mich verstehen, auf mich eingehen (wenn er das will oder kann).
Nicht selten habe ich gemerkt, dass es dem Anderen ähnlich ging.
Und ist das eine "Lösung"? Dem Anderen sagen, hör mal, ich habe Angst vor Verletzung etc. pp.? Ich glaube, nicht. An der "Gefühlslage" änderst du damit doch nichts, und mal ehrlich, mir würde es mit der Zeit auf den Keks gehen, ständig "aufpassen" zu müssen, dir nicht durch ein vielleicht nur unbedachtes Wort wehzutun.

Für mich klingt das beinah wie "die Ameisen im Walde zählen". Das kann es doch nicht sein. Und um keine Missverständnisse zu produzieren, ich sage nicht, du solltest "nicht so empfindlich sein". Deine Gefühle sind, wie sie sind, du solltest aber auch den Mut haben, sie zu leben.

Daran liegt es vermutlich. Du hast nicht Angst vor der Verletzung, sondern vor der Konsequenz, die du dann "ziehen" müsstest. Und was da hilft? Erfahrung, schmeiß dich ins Leben. Zeig deine Stärke, du wirst merken, dass diese Angst abnimmt.

Ich bin auch schon sehr schlimm verletzt worden, aber diese neurotische Vermeidung von allem, was gefährlich werden könnte, bringt zumindest mich nicht weiter.
 
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  • #19
Zitat von Nettmann:
Hallo zusammen,
vielleicht gehört es dazu, gerade wieder Verletzlichkeit zulassen zu können, aus dem Panzer heraus zu kommen, von seiner Verletzlichkeit dem Gegenüber auch berichten zu können? Ein Patentrezept kenne ich auch nicht. Willst du unverletzlich sein? Käme dir das nicht komisch vor? wäre dann Vertrauen noch nötig? Wie kämst du dann rüber? Ein Eisklotz? Glaubhaft? Ich hab heute bei einem Spaziergang im Regen feststellen können, wie sehr es helfen kann, den anderen zu verstehen, wenn er Verletzlichkeit zugibt und darüber redet, wie er verletzt wurde, wo da das Lindenblatt an der Schulter statt der Kruste aus Drachenblut, wo die Achillesverse ist. Dass Vertrauen missbraucht wird, ist leider verbreitet. Gemeinsam daran zu arbeiten, dem anderen die weiche Stelle decken zu können, das schmiedet auch zusammen.
Es zählte ja auch bei Siegfried und Achilleus zu den ansonsten tollen Typen dazu, gerade nicht perfekt zu sein, um die These von Suzanne aufzugreifen, die dazu beigetragen haben, dass sie unsterblich wurden in der Erinnerung, weil es eben keine perfekte Menschen waren, sondern verletzliche. Das tragische Ende lassen wir mal außen vor.
Mit dir, würde ich mich gerne mal länger unterhalten. So face to face. :)
 
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  • #20
Vielen Dank mal für eure Anregungen, Kommentare und Denkanstöße. Besonders hilfreich, fand ich den Hinweis, mal zu reflektieren, wieviel von der "Verletzung" noch übrig sein wird, wenn man das ganze mit einem gewissen zeitlichen abstand betrachtet. Ich neige dazu in etwas drin zu stecken, es ganz intensiv zum empfinden und dann aus dem Auge zu verlieren, dass es wieder anders wird. Außerem sind auch viele Dinge gerade zusammen gekommen - wie das oft so ist (also auch noch eine schwierige berufliche Situation). Das hat übrigens doch auch mein Parship-Profil so erkannt... also: ich bin so gefühlsintensiv.... und benutze u.a. den Verstand zu wenig .. und den sollte man doch hier,vor allem in der Kennenlern-Schreib-Telefonier-1-Date-Phase nicht zu schnelll außen vor lassen.

Die Verletzung an sich, war nicht die Ablehung durch einen anderen, sondern das Gefühl verarscht worden zu sein....

Und MsPerfect ist einfach meine Art von Humor.
:)

Danke und Grüße in die Runde.
 
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  • #21
@MsPerfect
Das Gefühl "verarscht" worden zu sein hatten/haben wir alle mal. Versuche damit umzugehen. Es fällt schwer aber durch das Geschehene bekommt man ja einen anderen Blickwinkel. Das wird schon alles. Viel Glück!
 
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  • #23
Zitat von MsPerfect:
Die Verletzung an sich, war nicht die Ablehung durch einen anderen, sondern das Gefühl verarscht worden zu sein....
Ich denke in solchen Situationen, dass der Andere das "Verarschen" nicht wirklich in den seltensten Fällen mit Absicht macht. Die stecken in ihrem eigenen (unreifen) Verhalten, nehmen sich selbst und den Anderen nicht richtig wahr.

Ich konzentriere mich lieber darauf, solche Menschen, die sich so verhalten, schnell zu erkennen und schnell Grenzen zu ziehen bzw. zu gehen.

Hart aber wahr, ER/SIE sind für meine Gefühle nicht verantwortlich, die mache ich mir selbst.

Ich muss selber dafür Sorge tragen, dass keiner Macht über mein Gefühlsleben hat, erst recht nicht, wenn es "verarschendes" Verhalten ist, bzw. ich es so wahrnehme.

Dazu gibt es teilweise erhebliche Unterschiede zwischen Fremd- und Selbstwahrnehmung, erst recht zwischen Frauen und Männern ,-). Das hat für mich was mit unterschiedlichen Kommunikations- und Differenzierungsebenen zu tun.
 
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  • #24
Zitat von MsPerfect:
Zuerst einmal ich bin ziemlich überrascht, was ich nun hier so für Erfahrungen mache. Ganz ehrlich: ich hab das vorher nicht gewußt, bewusst gespürt... (ich dachte, ich bin jetzt eigentlich ziemlich cool geworden, weil ich ja sooo an mir gearbeitet habe, in den letzten 3 Jahren nach der Trennung etc.). Jetzt stelle ich hier fest, dass sobald ich anfange jemand wirklich zu mögen, bzw. es ist sogar noch eine Stufe früher: interessant zu finden, sehr interessant, dann mache ich Sachen (reininterpretieren, komische Dinge über mich denken.... "negative, und glaube leider sich selbst-erfüllende Prophezeiiung herbeidenken...) was auch immer, ich werde also "anders" als ich es bei einem normalen, ungezwungenen kennenerlern wäre. Das glaube ich begünstigt eher ein schiefgehen und ich denke, es kommt von einer tiefsitzenden Angst, dass genau derjenige den ich nun "toll" finde, das unmöglich bei mir tun könnte/wird. Es gibt doch diesen Spruch ... der Klub in dem ich Mitglied sein könnte, in den will ich nicht - oder so ähnlich.
Na gut, ich versuche es mal als Einleitung ... weder interpretiere ich über das Offensichtliche hinaus, besser, bilde mir daraus *nicht* ein Urteil, denke auch nicht komisch über mich, gehe gerne in Klubs in die ich könnte - oder auch nicht, wenn sie mir einfach nur gefallen und rede mir auch nicht ein wie wundervoll reflektiert ich doch bin. ^^ Wenn ich mir ständig ihr Gefasel vom aktuellen Status ihrer Reflektionen anhören müsste, dann wäre mir das abschreckend! Wahrscheinlich nimmt man mir eher den harten Hund ab, alsdass ich grundfreundlich bin. Das eine schließt das andere jedoch nicht aus.

Ich hatte vor meinen ersten, intensiveren Kontakten keine Ahnung wie viel Angst vor Verletzung(en) durch einen anderen (speziell durch Lügen oder ablehndes Verhalten, gerne auch kombinierbar) überhaupt in mir drin steckt.
Ich finde schon, man kann den emotionalen Mustopf, in dem man steckt, schon auch einfach nur akzeptieren. Meine Ex war ein Mensch, der alles emotional abwickelte. Das ging hin bis zur Vernunftverweigerung und ich versichere, Sie ist ein ausgesprochen lebenstüchtiger Mensch!

Ich denke schon, ich bin nicht so das typische Beispiel, aber ich gehe sozusagen volles Risiko. Drücke das mal als Risiko aus, empfinde es aber gar nicht so, d.h. ich schütze mich nicht, nehme Verletzungen/Enttäuschungen in Kauf, vertraue grundsätzlich anderen, bin auch vom Prinzip der Vorleistung überzeugt, auch wenn es mal vergebene Liebesmüh ist und bin aus tiefer innerer Überzeugung freundlich. Ich habe zwar blaue Augen, aber blauäugig bin ich nicht. Das hat auch etwas von der self-fulfilling prophecy, denn ich kann mich kaum an Gegebenheiten erinnern wo ich tatsächlich hintergangen, missbraucht, ausgenutzt, enttäuscht wurde. Genauso habe ich meine PS-Kontakte in guter Erinnerung.Bei ~140 Kontakten war nicht ein problematischer dabei.

Wie kommt's?
Kann ich nur für mich beantworten, eine allgemeine Sicht fehlt mir. So als Side-Effect las ich irgendwann mal, so vor ca. guten 30 Jahren ^^, vom "zu offenen System mit radarähnlicher Wahrnehmung". Das saß und mir war schnell der Zusammenhang klar, warum ich für mich so manchen psychischen Schutz, z.B.den vor Verletzungen, als notwendig erachtete. Mir war die Welt einfach zu laut. In der Folge wirkte ich unnahbar bis hin zu arrogant. Rational kam ich schnell zu dem Schluss, der "Schutz" muss weg, denn er behindert mich zu sehr! Es hatte aber weitere interessante Folgen, meine "Empfindlichkeit" ließ nach, was mir damals zu laut war, ist es heute nicht mehr. Diese Schmerzen durch "Verletzungen" durch andere sind nicht mehr das omnipräsente Thema, das es mal war. Noch interessanter war, diesen Schutz musste ich rational aufrecht erhalten, was mich nicht nur emotional blockierte sondern auch langsam machte. Was andere spontan machten, war bei mir eine Abfolge von rationalen Gedanken. Erst dieses mich Öffnen gab mir den Raum emotional "probieren", spielen, mich entwickeln zu können. Es war eine Entwicklung von bewusst zu unbewusst. ^^ Und ich bin völlig sicher, was wertvoller, wichtiger ist!
Warum das funktioniert, kann ich rational nicht erklären. Es lassen sich genauso gegenteilige Argumente ins Feld führen und es bleibt nur noch der Unterschied, das Eine funktioniert, das Andere ... schlechter. Ich bin z.B. im Sport besser geworden. IdR. entscheidet erst das Satzende über Gewinn oder Verlust. Je wichtiger, desto näher spielt man am persönlichen Limit und muss die richtigen Entscheidungen treffen. Rational ist das nicht nur in der Qualität der Entscheidungen deutlich schlechter, es ist auch erheblich langsamer! Dieser Zustand ist im Sport bekannt und nennt sich "Flow". Manche erleben den auch beim Sex. ^^ Nach meiner unmaßgeblichen Meinung mit das Beste was das Leben zu bieten hat.Es ist perfekt. Ich denke gerne und viel nach, das macht auch Spaß, ich brauche es sogar, es ist aber kein Vergleich.

Mit diesen unbedingt in Frage zu stellenden Schutzfunktionen nimmt man sich unfassbar viel! Es ist mir fürchterlich davon lesen zu müssen, wenn andere sich schützen (zu) müssen (glauben). Ich denke, es ist entscheidend solche möglichen Verletzungen richtig einordnen zu können, mit ihnen umgehen zu lernen und nicht aus Angst vor dem Tod Selbstmord zu begehen.
 
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  • #25
Zitat von Warrenty:
Und ist das eine "Lösung"? Dem Anderen sagen, hör mal, ich habe Angst vor Verletzung etc. pp.? Ich glaube, nicht. An der "Gefühlslage" änderst du damit doch nichts, und mal ehrlich, mir würde es mit der Zeit auf den Keks gehen, ständig "aufpassen" zu müssen, dir nicht durch ein vielleicht nur unbedachtes Wort wehzutun.
Für mich klingt das beinah wie "die Ameisen im Walde zählen". Das kann es doch nicht sein. Und um keine Missverständnisse zu produzieren, ich sage nicht, du solltest "nicht so empfindlich sein". Deine Gefühle sind, wie sie sind, du solltest aber auch den Mut haben, sie zu leben.
Daran liegt es vermutlich. Du hast nicht Angst vor der Verletzung, sondern vor der Konsequenz, die du dann "ziehen" müsstest. Und was da hilft? Erfahrung, schmeiß dich ins Leben. Zeig deine Stärke, du wirst merken, dass diese Angst abnimmt.
Ich bin auch schon sehr schlimm verletzt worden, aber diese neurotische Vermeidung von allem, was gefährlich werden könnte, bringt zumindest mich nicht weiter.
Ich denke da auch wie Blanche, dass man dem Gegenüber schon mitteilen müsste, warum - wieso - weswegen. Es reicht ja ein Mal aus, und man muss es ja nicht immerzu thematisieren. Der Gegenüber kann einen ansonsten gar nicht so recht verstehen. Gerade beim Kennenlernen muss man ja mit Fingerspitzengefühl vorgehen. Ich denke, du bist da etwas zu "hart". Es gibt Frauen und auch Männer, die aus langjährigen Partnerschaften kommen, nicht so die Ahnung vom anderen Geschlecht haben, und einfach Angst vor Verletzungen haben, die sie mal vor ihrer PS erlebt haben.
 
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  • #26
Hallo Ms Perfect

Wenn man sich bei einer Sache nicht wohl fühlt, dann hat es meistens einen Grund. Vielleicht ist irgendein Teil von Dir mit der Entscheidung die Du triffst nicht einverstanden. Versuche mal herauszufinden, was die genaue Ursache ist. Es kann sein, dass Du etwas anderes in Deinen Partnerwunsch hineinprojezierst. Dass Du Dir von der Sache etwas versprichst, das eigentlich nichts damit zu tun hat. Wenn Du Dich ohne Partner schlecht fühlst, dann solltest Du zuerst herausfinden, warum Du Dich schlecht fühlst - sonst läufst Du gefahr, die Antwort darauf bei einem Partner zu suchen.

Sollte das bei Dir der Fall sein, so kann ich Dir versichern, dass die Partnersuchen nach dem lösen des Knotens viel einfacher, entspannter und selbstsicherer angehen kannst.