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  • #136
Zitat von koerschgen:
@Howlith: Ich stimme Dir nicht zu, wenn es um Worte wie „allein“ und „einsam“ geht, denn wir sind alle digital vernetzt. Wir sind nur ohne Partner. Das liesst sich doch besser, oder?
Es geht mir nicht darum, wie sich etwas liest. Wenn jemand schreibt, er fühlt sich einsam, dann nehme ich das schon sehr ernst. Dieses ganze digitale Vernetzt-sein verstärkt das Gefühl uU sogar noch. Realer Kontakt zu Menschen dürfte durch nichts zu ersetzen sein.

... später mehr ...
 
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  • #138
@Howlith: Ich stimme Dir nur in dieser einen Sache nicht zu, respektiere Deine Beitraege aber insgesamt. Du hast mehr Lebenserfahrung als ich, wobei ich die eine oder andere traditionelle Sichtweise mit Dir uU teile. Was Dich in #134 erstaunt, wundert mich teilweise auch. Ich denke, wer an sich arbeitet und sich auch mal selbst genug ist, strahlt das in einer positiven Weise auch aus und fuehlt sich mE nicht einsam.
 
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  • #139
Zitat von DerDogi:
Wenn man single ist, ist alles mies, man fühlt sich unglaublich unglücklich, gefühlsmäßiger Teufelskreis etc... und das ist jetzt gerade nunmal meine Realität und da muss ich rigendwie durch. Und das "wie" um das gehts ja hier schließlich. Das hatte ich früher auch schon viele viele Jahre lang.

Dann war ich in einer Beziehung und plötzlich war alles halb so schlimm. Single zu sein ist vielleicht ärgerlich, aber auch kein Weltuntergang. Die Singles sind ja auch selber schuld, wenn man mal ehrlich ist, weil das Glück ja hinter jeder Ecke wartet... ich war echt der Meinung, und hab auch so geredet und tolle Tipps gegeben.

Zack war ich wieder Single und die Welt sah wieder ganz ganz anders aus, und zwar ziemlich genauso wie früher schon.

Das hat wohl auch was mit biochemischen Prozessen zu tun.

Von solchen Leuten wie meinem Vergangenheits-Ich kommen dann so schöne Sprüche wie "sei halt einfach zufrieden mit dir selbst", oder so richtig platte "du kannst nur jemand finden, wenn du nicht suchst" (ein Schenkelklopfer) ... Gott, wie ich jetzt mein Ich von vor einem jetzt Jahr hassen würde....

Aber kann man von den Gedanken, die man in einer glücklicheren Phase hatte vielleicht profitieren, gesetzt den Fall man hat überhaupt etwas anderes Gedacht als "Hach ist das Leben nicht schön". Oder man kann Leute fragen, die gerade nicht in so einem Tief sind wie man selber, die einem was Gutes auf den Weg geben können.
Dogi, warum fragst du hier eigentlich nach Rat, wenn du selbst schon längst die Antworten gefunden hast? ;) Ich kenne keinen Single, der zu 100% der Zeit zufrieden mit der Partnerlosigkeit ist. Und das ist doch auch völlig ok. Es darf nur nicht dazu führen, dass man alles nur noch negativ sieht, das eigene Glück ausschließlich vom Vorhandensein bzw. Nicht-Vorhandensein einer Partnerschaft abmacht. Das führt ganz schnell in einen Strudel, aus dem man sich nur äußerst schwierig befreien kann.

Und diese "ganzen blöden Sprüche" haben eben doch einen wahren Kern. Den kann man in der Situation selbst nicht erkennen, aber er ist trotzdem da. Vergleichbar mit Prüfungssituationen. Der Prüfling selber zweifelt an sich, das Umfeld sagt: "Du wirst bestehen, mach dir keinen Kopp". Hilft dem Prüfling in keinster Weise, letztlich bestehen dann aber eben doch fast alle die Prüfungen, auf die sie sich vorbereitet haben (Ausbildung, Abitur, usw.). Und hinterher fragt man sich, warum man vorher eigentlich so Bammel hatte ;)

Umso wichtiger, mal die eigene Situation aus neutraler Sicht unter die Lupe zu nehmen. Meistens ist es nicht so schlimm, wie man es im Moment wahrnimmt. Und es ist ja auch nicht so, dass in einer Partnerschaft immer alles schön ist. Da gibt es ja durchaus Phasen, in denen man streitet, räumlich getrennt ist, Krankheit, usw. Meine Großmutter hat früher immer den "blöden Spruch" "unter jedem Dach ist ein Ach" gebracht. Heute weiß ich, was sie damit meinte...
 
M

Marlene

  • #140
Zitat von Howlith:
Meine einsamsten Momente hatte ich während meiner Ehe ...
Ich auch. Dieses Einsamkeitsgefühl, obwohl es einen Partner offiziell gab, habe ich richtig körperlich schmerzhaft gespürt. Es hilft mir, mich heute daran zu erinnern, wenn es Momente gibt, wo ich mich alleine fühle. Und dann merke ich, dass es mir richtig gut geht im Vergleich zu damals.
Das hilft jetzt hier aber nicht, das würde ja bedeuten: geht erstmal in eine Beziehung, in der Ihr Euch so richtig einsam fühlt. Und dann seid Ihr es danach nie mehr so brutal, obwohl Ihr alleine seid.
Ich kann jedenfalls dieses Gefühl sehr gut nachempfinden. Es sickert so aus jeder Pore und der Mantel, der einen umhüllt, verströmt nach innen und außen dieses Gefühl der Einsamkeit.
Mir hat während dieser Zeit geholfen, mich daran zu erinnern, wen ich liebe. Es gibt Menschen, die man liebt und die einen auch lieben. Ist das so? Gespräche mit diesen Menschen zu haben, ehrlich und aufrichtig seine Gefühle zu erzählen, keine Show abziehen und dann kann man auch wieder gemeinsam lachen.
Gibt es einen guten Freund?
 
G

Gast

  • #142
Es ist häufig so, dass Einsamkeit in Gesellschaft empfunden wird.
 
G

Gast

  • #143
Und ich denke auch, dass ein anderer Mensch einem das Gefühl von Einsamkeit nicht nehmen kann. Es wäre auch zu viel verlangt.
Der Mensch ist einsam, die Einsamkeit ist dem Menschen immanent.
 
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  • #144
Zitat von Git80:
Dogi, warum fragst du hier eigentlich nach Rat, wenn du selbst schon längst die Antworten gefunden hast? ;)
Na weil es komplett verschiedene Sachen sind einen Weg zu kennen, ihn auch zu finden, und ihn letztendlich auch beschreiten zu können.

Praktisch alles was DerM geschrieben hat spricht mir total aus der Seele. Der rationale Teil meines Verstandes kann es zwar zuordnen, weiß vielleicht was eine richtige Einstlettung wäre, aber dem Gefühlsteil ist das ziemlich egal, und der hat nunmal leider zu oft das Sagen, um ihn ignorieren zu können.
 
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  • #145
Zitat von Howlith:
Ich weiß nicht, ob man diesen Zustand des "dauerhaft nicht-unglücklichsein" wirklich erreichen kann. Oder gar erreichen muss. Manchmal ist das Leben eben zum Kotzen und ja, da darf man sich auch mal so richtig unglücklich fühlen, nachts in die Kissen heulen (nein, ich mach so was nicht!), frustriert durch den Wald joggen (schon eher), sich in der Arbeit verkriechen, alles und jeden superblöd finden oder oder oder



...
Dauerhaft ist ja eher unbefristet als für immer. Nichts ist für die Ewigkeit.
Wenn man für sich mal einen Weg gefunden hat, dann kann man den aber bei Bedarf auch leichter wieder finden. Wer nicht will, der muss ja nicht. Blöd wär halt, wenn jemand will und nicht kann.

Ich wollte vor allem nicht versäumt haben, zu sagen, dass glücklichsein kein Dauerzustand sein kann und das unglücklich sein auch kein Dauerzustand sein muss und dass es einen erheblichen Unterschied macht, ob man unglücklich ist oder einfach weder glücklich noch unglücklich.

Das können dann ja durchaus Phasen im Leben sein, die Anlass geben, Einige Dinge im Leben zu hinterfragen und eventuell zu ändern ...
Genau darum gehts.
Ändern was man nicht akzeptieren kann. Akzeptieren was man nicht ändern kann. Lernen das eine vom anderen zu unterscheiden.
...und als erstes mal akzeptieren, dass es ziemlich lange dauern kann bis man den Bogen einigermaßen raus hat.
 
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  • #146
Zitat von DerDogi:
Na weil es komplett verschiedene Sachen sind einen Weg zu kennen, ihn auch zu finden, und ihn letztendlich auch beschreiten zu können.

Praktisch alles was DerM geschrieben hat spricht mir total aus der Seele. Der rationale Teil meines Verstandes kann es zwar zuordnen, weiß vielleicht was eine richtige Einstlettung wäre, aber dem Gefühlsteil ist das ziemlich egal, und der hat nunmal leider zu oft das Sagen, um ihn ignorieren zu können.
Da gibt es so eine Kopf-Herz-Bauch-Analogie. Bei der steht der Kopf für die Ratio, der Bauch für das rein emotionale "Ich will es aber hier und jetzt" und das Herz für den Vermittler zwischen beiden.

Der Bauch will beispielsweise nur noch Schokolade essen und nie mehr Sport treiben und vermittelt dir das Gefühl, dass du nur so glücklich werden und ansonsten für immer unglücklich sein wirst. Der Kopf aber weiß, dass das kein gutes Ende nehmen wird. Es braucht also eine Instanz die vermittelt und auch die langfristigen Ziele im Auge behält und kurzfristige Wünsche (nur noch Schoki essen) die die Erreichung langfristiger Ziele (z.B. gesund bleiben) unter Kontrolle hält.
 
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  • #147
Wenn man sich zu sehr aufreibt in Fragen von Glücklichsein, Unglücklichsein, Fastglücklichsein könnte es sich auch mal lohnen, von diesem Thema abzusehen.
Nirgendwo steht geschrieben, daß es nur ums Glück oder Unglückvermeiden geht.

Kannst du ein Problem nicht lösen, dann such dir ein anderes!
(Hört sich vielleicht nach Witz an, ist aber keiner!)

Und offenbar können einige hier Anwesende ihr Problem nicht lösen.

Wenn es reines Glück ist, einen Partner zu bekommen, dann scheint es auch reines Unglück zu sein, keinen zu finden.
Dann gibts da außer ein bißchen Mitleid doch nicht viel zu schreiben.
Man muß aber auch die Lottozahlen nicht anbellen. Darf aber natürlich, wie gesagt.
Und man darf sie auch anfeuern, wie die Fußballer im Fernsehen - als ob sie dann schneller laufen oder eher den Ball ins Tor schießen würden. Und als man die richtige Kugel beschwörend bugsierend könnte.
Das ist normale Irrationalität. An der ist nichts schlimm, die wird am Samstag auch in zig Millionen deutschen Haushalten oder Grillpartys exzessiv stattfinden.
Schwierig wird es vielleihct, wenn man sie leugnet oder völlig mißdeutet.
Meine Empfehlung: erkennen und dazu stehen. Auch das könnte ein erster Schritt sein. Irgendwo muß man ja anfangen.

Ohnehin die Frage, was so ein Forum machen kann. Ich gehe ja oft davon aus, daß das Forumsverhalten so was wie ein Modell für das Problemverhalten draußen ist. Und auch Lösungswege, sofern sie im Forum gefunden werden sollen, auch an diesem Modell ansetzen..
Seit einigen Wochen wird ein gewichtiger Teil des Forums von einer Legion von Leuten bespielt, männlich, um die 30, wenig Erfahrung mit Frauen, starker Wunsch nach einer Partnerin, sehr frustriert. Ich weiß nicht, wieviele reale Menschen hinter den vielen Profilen stecken, ich nehme mal an, zumindest mehrere.
Es gibt einige Unterschiede und viele Gemeinsamkeiten. Ausdifferenzierung innerhalb dieser Legion findet recht wenig statt. Es kommen viele Querverweise im Sinne von "X spricht mir voll aus der Seele". Diese Bestätigungen erfolgen vornehmlich im Anschluß an Frustäußerungen und Schuldzuweisungen.
Klagen und Schuldzuweisungen draußen im Leben (etwa an "die Frauen") entsprechen Klagen und Schuldzuweisungen im Forum, etwa nicht verstanden zu werden, immer nur dieselben dummen Sprüche zu hören, verlacht zu werden usw.
Der Differenzierungsgrad ist auch hier gering. Wenn man sich ansieht, auf welche Äußerungen vor allem eingegangen wird, dann sind es genau die, die tatsächlich auch solchen schon ewig gehörten Sprüchen bestehen oder sich zumindest am leichtesten in diese Richtung deuten lassen. Das sind die, die verstanden werden und deswegen Aufmerksamkeit kriegen. Alles andere wird vermutlich nicht verstanden oder bekommt aus anderen, nicht so fernliegenden Gründen keine Aufmerksamkeit.

Offenbar sind die Kosten, sich mit weiterführenden Äußerungen, von denen es hier von mehreren Foristen doch einige gab und gibt, zu beschäftigen, größer als das Leid, in dem sie sich befinden.
Hier gehts wie überall in dem Sinne rational zu, daß Kosten und Nutzen abgewogen wird. Und die Forderungen der Problemforisten sind: möglichst billig (wenig Zeit, wenig Geld dafür in die Hand nehmen, darf einen und die gewohnten Muster und Urteile nicht wirklich infrage stellen, darf keinen "Stolz" kosten, keine Einbuße im Machtspiel, keine Selbsttäuschung aufdecken usw.) ne Lösung für ihre riesigen (also von ihnen für riesig gehaltenen) Probleme zu bekommen.

Jungs, wer ein bißchen was checkt, müßte doch merken, daß es so nicth klappt.
Wenn das Problem wirklich riesig ist, dann gibts die Lösung halt vermutlich nicht so billig. Also schaut, an welcher Stelle ihr am ehesten mal was in die Hand nehmt, sei es Zeit, Geld, Mut, Ehrlichkeit, Einsicht usw.
 
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  • #148
Zitat von DerDogi:
Na weil es komplett verschiedene Sachen sind einen Weg zu kennen, ihn auch zu finden, und ihn letztendlich auch beschreiten zu können.

Praktisch alles was DerM geschrieben hat spricht mir total aus der Seele. Der rationale Teil meines Verstandes kann es zwar zuordnen, weiß vielleicht was eine richtige Einstlettung wäre, aber dem Gefühlsteil ist das ziemlich egal, und der hat nunmal leider zu oft das Sagen, um ihn ignorieren zu können.
Deswegen habe ich auch den ";)" Smiley dahintergesetzt ;)
Du bist auf dem richtigen Weg! Wenn man sich diese Zusammenhänge schon selbst herleiten kann, dann folgt auch die Umsetzung.
 
P

Philippa

  • #149
Motzen, Jammern, sich ständig Beklagen ist ein Vermeidungsverhalten, habe ich heute gelesen und als sehr zutreffend empfunden. Manchmal muss man allerdings gut hinschauen, um zu merken, was genau man vermeidet.

Ich zum Beispiel versuche bisher mit allen Mitteln Situationen zu vermeiden, in denen mir klar wird, dass ich in diesen Bereichen mittelmässig oder unterdurchschnittlich bin. Ich vermeide dabei sogar, sobald andere Menschen - und also Vergleichsmöglichkeiten! - dabei sind, Dinge, die mir eigentlich (wenn ich allein bin) sehr viel Freude machen. Z.B. tanze oder singe ich nur ganz allein für mich in meiner Wohnung... Bisher habe ich mir eingeredet, dass ich halt ein Trauma hätte, aber wenn ich ehrlich bin, habe ich keinerlei Erinnerung an ganz schlimme Ereignisse, die diese Vermeidung erklären könnten, obwohl ich vielleicht schon auch mal ausgelacht oder gehänselt wurde.

Ich vermeide es auch, beruflich hohe Positionen zu erreichen - ich bewege mich viel lieber in flachen Hierarchien. Bisher dachte ich, der einzige Grund dafür sei, dass Macht moralisch verwerflich sei, und ich also aus ethischer Sicht besser da stehen würde, wenn ich sie vermeide. Heute habe ich mir überlegt, dass es auch damit zu tun haben könnte, dass ich nicht so gut darin bin, allzu viel Verantwortung zu übernehmen, vor allem wenn es um Entscheidungen in Dilemma-Situationen geht, wenn ich also für verursachte neue Probleme geradestehen müsste. Mir würden solche Situationen den Schlaf rauben und ich würde mich als entscheidungsschwach sehen müssen.

Das, was ich also unbedingt vermeiden will, ist das Gefühl der Mittelmässigkeit. Denn ich habe die Überzeugung entwickelt, ich hätte nur die Chance auf Liebe, wenn ich überall die Beste bin.

Die neue Einsicht tut weh, aber ich bin überzeugt, sie ist wichtig für mich und wird mein zukünftiges Leben bereichern. Ich bin ja auch ein mutiger Mensch und lernfähig. :)

Ausserdem bin ich immerhin nicht die einzige, die in gewissen Bereichen zum Motzen, Jammern und sich ständig Beklagen neigt...
 
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