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  • #1

Altlasten und deren Verarbeitung

Mir fallen oftmals Profile auf, wo geschiedene Männer über 40 von sich behaupten, keinerlei Altlasten zu haben und auch keine Frau suchen, die welche hat. Was ist damit gemeint?

Wie verarbeitet man gescheiterte Beziehungen?
 
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  • #2
Beziehung

Hallo Claire...deinem Thread nach zu urteilen, hattest du noch nie eine Beziehung....wie kann das?
 
L

Löwefrau

  • #3
Liebe Claire, das macht die Zeit für Dich.
Eine lange Beziehung braucht nach der Beendigung (ich sehe es nicht als scheitern) auch seine Zeit zum verarbeiten.
Man kann Hilfe in Anspruch nehemn, man sich ablenken mit neuen Dingen wie z.B. ein neus Hobby.

Dass jemand die alte Beziehung noch nicht verpackt und weg gestellt hat, merkst Du daran, wenn er (wahlweise sie) beim Date viel über den Expartner erzählt.

Wenn mir ein Mann beim Date sehr viel (und dann auch noch schlecht) über die Exfrau erzählt, dann frage ich mich manchmal innerlich: Was ist das für ein Mensch - er spricht über die Mutter seiner Kinder....
Und: ich bin auch eine Frau...warum erzählt er mir das?

Nein, ich möchte auch einen Partner ohne Altlasten. Ein normales Verhalten zur Ex sollte schon aufgebaut sein.
 
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  • #4
Ähem, ich bin verwirrt, ich dachte immer, Altlasten wären ein Synonym für Kinder und andere Unterhaltsverpflichtungen?!
 
L

Löwefrau

  • #5
Nein, auch unverarbeitete Trennungen gehören ebenso dazu.
Diese belasten neue Beziehungen massiv.
 
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  • #6
Also Kinder als Altlasten zu bezeichnen...Nee!
Wir haben Altlasten. Entscheidend ist die Verarbeitung und die sollte schon möglichst vollzogen sein, wenn es auf die Suche nach einem neuen Partner geht! Punkt.
 
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  • #7
Ich hatte vergessen: Wir haben alle!!! Altlasten. Geht ja gar nicht ohne...
 
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  • #8
Danke für die Aufklärung, aber Ruschel muss ich widersprechen.

Wenn ich eine Trennung verarbeitet habe, dann habe ich keine Altlasten.

Von einer Beziehung direkt in die nächste, ohne die Trennung zu verarbeiten, wieder zu sich zu finden etc., das ist eher ein typisch männliches Verhaltensmuster (natürlich gibt es auch Frauen).
Wir Frauen neigen im allgemeinen aber schon eher dazu, die Traurigkeit in Zurückgezogenheit auszuleben und uns mit uns selbst auseinanderzusetzen, und das ist auch gut so. Nur so kann mensch wieder offen für etwas Neues werden und evtl. auch aus Fehlern der Vergangenheit lernen.

Diese Serien-Monogamisten schleppen dann ihren ganzen Seelenmüll von einer Beziehung in die nächste, ohne mal ernsthaft zu reflektieren. Bis dieselben Probleme sie mit einer anderen Partnerin wieder einholen. Also auf zur nächsten..

Ich mache jede Wette, dass gerade solche Typen nach einer Partnerin ohne Altlassten suchen.
 
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  • #9
das lässt ja weit blicken....

kinder sind altlasten...

das waren menschen die uns mal was bedeutet haben.

für mich ist wichtig wie jemand über seine ehemalige partnerin ( wenn das mehrere waren ...ist eh die löschtaste angesagt) redet.

und ich finde das darf man auch. schließlich prägen uns die begegnungen mit menschen...
von jemandem der über 40 ist zu erwarten , dass er ggf. sein halbes leben ausblendet ist einfach weltfremd.

wer keine falten hat hat nix erlebt.
und wer keine "altlasten" hat der hat bisher bei mutti auf der couch gesessen :)).

eines muss klar sein, dass es kein zurück mehr gibt.
 
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  • #10
Zahl vorheriger Partner

@ artemis: habe ich das richtig verstanden: wenn eine Frau mehrere Partner hatte (also nicht nur EINEN), dann ist sie für Dich indiskutabel?
Das ist ja eine wirklich sehr sehr welt- und lebensfremde Einstellung.... welche über vierzigjährige Person kann denn das von sich behaupten?
 
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  • #11
Irrtum

@ artemis: sehe grade, Du bist selbst eine Frau. Also ist für Dich ein Mann indiskutabel, der schon mehr als eine Frau vor Dir hatte? hm.... da suchst Du ja wirklich die Stecknadel im Heuhaufen... - und warum eigentlich ist das so wichtig?
 
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  • #12
AW: Altlasten und deren Verarbeitung

Zitat von Kersche:
Ähem, ich bin verwirrt, ich dachte immer, Altlasten wären ein Synonym für Kinder und andere Unterhaltsverpflichtungen?!
Kinder sind für mich positive Altlasten und Unterhaltszahlungen können negativ sein, wenn Mann wenig Geld hat, wenn es reicht, dann sind Unterhaltszahlungen stemmbare Altlasten, aber bitte nicht auf meinen Schultern. Da bin ich geizig. Ich komme für mich alleine durch eigene Hände Arbeit auf, dann muss Mann das auch hinbekommen, reich muss er nicht sein, aber für einen Latte sollte es schon reichen.
 
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  • #13
AW: Altlasten und deren Verarbeitung

Zitat von artemis:
und ich finde das darf man auch. schließlich prägen uns die begegnungen mit menschen...
von jemandem der über 40 ist zu erwarten , dass er ggf. sein halbes leben ausblendet ist einfach weltfremd.
Ach, ich vermisse hier differenzierendes Denken. Es geht um den Umgang mit negativen Altlasten. Ich habe z.B. aus den Bekanntschafen und Beziehungen viel positive Altlasten mitgenommen, weil ich viel gelernt habe, auch über mich.

Wenn ein Mann beim 2. Date schon über die böse Ex spricht, die ja verrückt ist und alle seine Freunde das bestätigen können, dann redet dieser fast 50zig jährige Mann wie ein kleiner Bub.

Ich habe ihn gefragt, warum er mir das erzählt und was mich seine Ex interessiert und ob ihm aufgefallen ist, dass ich nichts über meine/n Ex erzähle. Er hat mich nur mit großen Augen angeschaut, ein vernünftige Antwort habe ich nicht erhalten. Als ich ihm dann sagte, dass ich den Eindruck habe, dass er über die Ex noch nicht hinweg ist, ansonsten würde er sie ja im Beisein einer neuen Frau, die er ja soooo toll findet, nicht erwähnen, wurde er sehr böse und zickig. Ja, getroffene Hunde bellen....

Es gibt beim Kennenlernen gewisse NOGOS und gewisse Dinge, die einfach stimmen müssen, damit es ein weiteres Date gibt. Meine Erfahrung ist, dass viele Männer, ich date ja nur Männer, davon nichts wissen, oder auch nichts wissen wollen. Daher gibt es auch so viele Singles.
 
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  • #14
AW: Altlasten und deren Verarbeitung

"Altlasten" hat jede(r) von uns.

Beide bringen in eine neue Beziehung ihr bisheriges komplettes Leben mit ein. Genauso wie ihre Familien, Kindern, Eltern, Freunde, ihr berufliches und privates Engagement, ihre Interessen und Abneigungen, Wünsche, Albträume, Träume, Ideen .....

Und persönlich bin ich der Ansicht, dass der allergrößte Teil der Gesprächstherapie in einer guten Beziehung stattfindet. Miteinander über alles reden zu können, ist ein Qualitätsmerkmal einer guten Beziehung. Und dazu gehören natürlich auch die noch nicht aufgearbeiteten und verarbeiteten Erlebnisse; auch die mit vorherigen Beziehungen.

LG Jorge
 
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  • #15
AW: Altlasten und deren Verarbeitung

Zitat von Jorge:
"Altlasten" hat jede(r) von uns.

Beide bringen in eine neue Beziehung ihr bisheriges komplettes Leben mit ein. Genauso wie ihre Familien, Kindern, Eltern, Freunde, ihr berufliches und privates Engagement, ihre Interessen und Abneigungen, Wünsche, Albträume, Träume, Ideen .....

Und persönlich bin ich der Ansicht, dass der allergrößte Teil der Gesprächstherapie in einer guten Beziehung stattfindet. Miteinander über alles reden zu können, ist ein Qualitätsmerkmal einer guten Beziehung. Und dazu gehören natürlich auch die noch nicht aufgearbeiteten und verarbeiteten Erlebnisse; auch die mit vorherigen Beziehungen.

LG Jorge
Darum geht es doch gar nicht. Es geht um nicht geklärte negative Altlasten die Mann/Frau mit der richtigen Person vorher klären sollte, bevor ich eine neue Beziehung eingehe. Ich kann doch den Neuen nicht als seelischen Mülleimer für meine ungeklärten Probleme mit der/dem Ex nutzen? Das geht nicht, das ist Respektlos, für mich jedenfalls. Denn meistens ist es auch so, das habe ich selber erlebt und auch schon so oft gehört und gelesen, hat der Mann sich seinen seelischen Müll von der Seele geredet, Frau hat zugehört, war die "Gesprächstherapeutin" hat er sich befreit von seinem seelischen Müll, entlastet und frisch aller gute Dinge, plötzlich einer neuen Frau zugewandt.

Miteinander über alles reden ist selbstverständlich wichtig, aber komischer Weise wird mir all komischer seelischer Mül versucht zu erzählt, aber nichts über die aktuelle Beziehung, über uns, es wird nicht gefragt, wie es mir geht, was ich früher erlebt habe, wenig Interesse an meiner Person, es wird sehr viel monologisiert, also da steckt auch sehr viel Egozentrik, meistens bei den Männern dahinter. Sicherlich nicht immer mit Absicht oder um die Frau zu verletzen. Sondern einfach unbedacht und unüberlegt. Das sind meine praktischen Erfahrungen aus den letzten Jahren.

Und... es kommt immer darauf an WIE man WAS kommunziert. Wenn mir ein Mann sagt, dass er den Albtraum mit einer Ex, die sich so und so verhalten, nie wieder erleben möchte, und das noch halbwegs sachlich, ohne die Frau als böse und verrückte Frau darzustellen, erzählt, dann ist das für mich ein gangbarer Austausch über Erlebnisse mit der/dem Ex, aber wenn mehrfach abwertend und hässlich über die Exen und andere Menschen gelästert wird, das geht gar nicht.

Ich habe einen Mann mal ganz klar geschrieben, dass ich kein Interesse habe, seine Hobby-Therapeutin zu sein. Seine Problem mit der Ex und andere Probleme, die er immer mehr auftischte möchte er bitte mit einer Fachkraft besprechen, aber nicht mit mir.

Ich benutze auch keinen Mann um meinen seelischen Müll bei ihm abzuladen.Ich will mit einem Mann Spass haben, schöne Erlebnisse für Beide, guten Sex, gute und erwachsene Kommunikation auf einem guten Nivea. Wenn man sich dann besser kennt und auch die speziellen Levels des Anderen kennt, dann kann man immer noch über gewisse Dinge reden, aber bitte mit einer gesunden Portion Distanz.

So wie ein Mann über seine Ex redet, so wird er mit mir umgehen und später über mich reden. Das hat sich immer bewahrheitet.