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  • #137
Ja. Finde ich auch. Freundschaft ist das aber keine, wenn der Eine nur in der Lage ist, aufzutauchen, wenn es ihm gut geht. Und das hat natürlich auch mit dem Anderen zu tun, seiner Art, wie er reagiert, wenn es dem Einen nicht gut geht.
Ich finde diesen Rückschluss riskant, ich kann auch sagen weshalb. Die Frau ist auf die derzeitige Situation ihrer Freundin neidisch wenn es ihr nicht so gut geht und vermeidet den Kontakt, um nicht den starken Gegensatz vor Augen geführt zu bekommen. Natürlich kann ich mir vorstellen, dass @MaryCandice ihr Glück überall offen präsentiert, ihre Freundin genau das stört wenn es ihr schlecht geht. Das ist für mich verständlich und wenn ich dich richtig verstehe dein Punkt. Wissen wir das als Aussenstehende? Wissen wir ob @MaryCandice in solchen Situationen zuwenig Einfühlungsvermögen bei ihrer Freundin hat? Wohl kaum.
 
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  • #140
Stolz auf etwas sein muss man erst lernen.
Es ist bei uns oft verpönt, eigene Leistung anzuerkennen, aber wenn was wirklich gut war darf man das schon sagen ;).
Früher hieß es, "Eigenlob stinkt". Das war zu Zeiten, in denen Bescheidenheit noch eine Tugend war und jeder sich selbst nicht so wichtig nahm.
Voraussetzung ist aber, dass man sich und seine Leistung auch einschätzen und dann dazu stehen lernt.
Wie soll das gehen? Jeder kann doch seine eigene Leistung immer nur subjektiv einschätzen.
Für bescheidene Menschen kann das ein Problem sein. Bei einer solchen Gratwanderung tendieren diese wohl viel schneller zu "war o.k., aber eben auch nichts besonderes. Nichts, was andere nicht auch hätten leisten könnnen".

Gerade solche Menschen befürchten, dass sie schnell dahin geraten könnten, sich selbst "über den Klee zu loben" - und damit aus der Sicht Dritter als an Selbstüberschätzung zu leiden, oder?
 
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  • #142
Wahrscheinlich weil wir es selbst nicht schaffen, zu uns selbst zu sagen: „Ich mag mich, ich kann etwas, ich bin ein wunderbarer Mensch.“
Ja, weil es auch selten vorgelebt wird (z.B. durch Eltern) und Lob z.B. auch im Job den Wenigsten zuteil wird.
"Nicht getadelt ist schon gelobt genug" ist ein blöder Spruch - aber entspricht gar nicht so selten der Realität. Bei uns auf der Arbeit glaubt der Geschäftsführer, dass mit dem Gehalt sämtliche Anerkennung abgegolten ist. Zur diesjährigen Weihnachtsfeier hat er sich nicht einmal allgemein bei den Mitarbeitern für die geleistete Arbeit bedankt. Ich halte das für ganz schwach.
Und einige Vertriebler "stoßen ins gleich Horn". Wenn man da mal die gute Arbeit eines Mitarbeiters (und sei es nur in einem einzigen Fall) hervorhebt, dann heißt es oft: "Das ist dessen Job"!
Na, schönen Dank auch. Menschenführung: sechs, setzen!
Lob an Mitarbeiter hält viel länger vor und bleibt länger im Gedächtnis, als eine Gehaltserhöhung. Deren Wirkung "verpufft" schnell und das "Mehr" an Gehalt wird rasch als "Normalität" angesehen.
 
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  • #143
Das sind aber dann auch welche, die ein geringes Selbstwertgefühl haben. Ich glaube, das stimmt schon, wenn man sich selbst lobt, ist das oft kein gutes Zeichen.
Das sehe ich auch so. Zum Teil wirken derartige Mechanismen so "angestrengt", um sich selbst Mut zu machen (ohne aber WIRKLICH daran zu glauben). So, wie der Pfeifende im Wald, in dem er sich eigentlich fürchtet.
 
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  • #144
Im letzten Fall ist der Selbstbetrug nicht weit. Und auch das mag ja verständlich sein, daß jemand so dran ist, daß er in hohem Maße Selbstbetrug braucht. Alles menschlich. Interessant finde ich dann eher, wie andere damit umgehen.
Wobei, sich selbst für etwas (und wenn es "nur" das eigene Dasein ist) zu loben, kann ja auch ausschließlich "nach innen" erfolgen, sodass es nicht immer eine Außenwirkung geben muss.
 
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  • #145
Ich kann halt nur mich darstellen und wie ich mein Leben lebe. Du stellst ja auch dar, wie du es machst... kommt auch nicht überall gut an.
Ich finde deine Auftritte zu zweiflerisch bis unbeholfen. Teilweise realitätsfremd. Aber das bist halt du.
Dieses Vokabular ("darstellen", "Auftritte") ist sehr an das Thema "Theater" angelehnt. Zufall?
Man könnte assoziieren, dass einige Forenteilnehmer eine gewisse Rolle einnehmen und diese nach außen in den unterschiedlichen Threads verkörpern :eek:
 
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  • #146
Man muß doch weder das tun noch mit einem angeblich so perfekten Leben prahlen (was ja hier eh keiner glauben muß).
"Prahlen" würde in meinen Augen eine andere Darstellungsweise erfordern. Ich halte es eher für "Beschreibungen" der eigenen Lebensumstände. Und da findet halt jeder seine eigenen Worte, die wiederum von den unterschiedlichen Lesern auch auf differierende Weise interpretiert werden (dürfen).
 
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MaryCandice

  • #147
Die Freundin von @MaryCandice spricht offen über ihre Gefühle, auch wenn es hässliche sind. Ich finde das beachtenswert.
Ich auch.
Das Umgekehrte wäre dann wohl, wenn sie immer depressiv wäre und ich sagte, ich treffe dich nur, wenn du gut drauf bist, denn deine Depressionen halte ich nicht aus.
Oder wir träfen uns nur, wenn beide depressiv drauf.... aber das tut keinem gut. :D
Es löste ein Gespräch aus.
Die Frau ist auf die derzeitige Situation ihrer Freundin neidisch wenn es ihr nicht so gut geht und vermeidet den Kontakt, um nicht den starken Gegensatz vor Augen geführt zu bekommen.
Gut erkannt. Selbstschutz.
Natürlich kann ich mir vorstellen, dass @MaryCandice ihr Glück überall offen präsentiert, ihre Freundin genau das stört wenn es ihr schlecht geht.
Sie sah mich nur an und war deprimiert. Glück sieht man Menschen an. Die müssen nix sagen.
Ich kannte noch eine (recht gute Bekannte), war aber nicht wirklich befreundet, die meinte zu ihrer Umgebung, wenn ich auftauchte: "Was mach ich falsch? Die wird immer schöner und glücklicher und ich immer fertiger!" Da hatte ich nur "Hallo" gesagt.
Wissen wir ob @MaryCandice in solchen Situationen zuwenig Einfühlungsvermögen bei ihrer Freundin hat?
Das ist auch was, dass nur sie und mich betrifft. Wir treffen uns noch immer regelmäßig.
Ja, weil es auch selten vorgelebt wird (z.B. durch Eltern) und Lob z.B. auch im Job den Wenigsten zuteil wird.
Und lebt man es vor ist's auch nicht recht :D
Dieses Vokabular ("darstellen", "Auftritte") ist sehr an das Thema "Theater" angelehnt. Zufall?
Muttu @fafner fragen. Hab's von ihm übernommen.
 
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MaryCandice

  • #150
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