Na Ja

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Allein und einsam oder doch lieber gemeinsam einsam?

hallo ihr lieben,

ich bin niegelnagel neu bei ps. ich ibn mir auch noch nicht sicher, ob ich mich überhaupt als premium mitglied anmelden soll. ist ja schon eine kleine investition.

ich bin seit nun über einem jahr getrennt lebend und warte auf die scheidung....

das allein sein macht mir schwer zu schaffen. ich war 12 jahre mit meinem ex zusammen.
bei mir leben zwei tolle söhne (4u6), die mich auf trab halten aber trotzdem fühle ich mich so schrecklich allein.
da kam mir die frage was besser ist. gemeinsam einsam oder allein einsam?

was sagt ihr dazu?

liebe grüße

Na Ja
 

goldmarie

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AW: Allein und einsam oder doch lieber gemeinsam einsam?

Für mich gilt seit meiner letzten Beziehung: lieber allein als gemeinsam einsam.
Die Einsamkeit neben diesem Partner war für mich unerträglich.
Ich habe mich in den zwei Jahren, in denen ich danach Single war (zum ersten Mal für eine derart lange Zeitspanne) niemals auch nur ansatzweise so einsam gefühlt wie innerhalb dieser Beziehung. Ich habe lieber niemanden für traute Zweisamkeit als jemanden, der einfach nicht verstehen kann und will, was ich mit Zweisamkeit überhaupt meinen könnte.
 

Lisa

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AW: Allein und einsam oder doch lieber gemeinsam einsam?

Ich bin auch lieber alleine (was ja nicht immer gleichbedeutend mit "einsam" sein muss), als in einer Partnerschaft, die nur noch als Zweckgemeinschaft oder Gewohnheit besteht und in der man sich nichts mehr zu sagen hat.
 

Freitag

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AW: Allein und einsam oder doch lieber gemeinsam einsam?

sie sucht doch einen neuen Partner. Da muß man nicht zwangsläufig davon ausgehen, daß man sich gegenseitig nur anödet wie Ihr Beide es wohl in Euren Partnerschaften erlebt habt.
Vieleicht ging es Euch beiden noch nie ohne Partner über einen längeren Zeitraum so richtig dreckig.
 

goldmarie

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AW: Allein und einsam oder doch lieber gemeinsam einsam?

Zitat von Lisa:
Ich bin auch lieber alleine (was ja nicht immer gleichbedeutend mit "einsam" sein muss), als in einer Partnerschaft, die nur noch als Zweckgemeinschaft oder Gewohnheit besteht und in der man sich nichts mehr zu sagen hat.

Das hätte ich auch gern nochmal unterstrichen: wer allein ist, muss sich nicht zwangsläufig einsam fühlen.


Zitat von Freitag:
sie sucht doch einen neuen Partner. Da muß man nicht zwangsläufig davon ausgehen, daß man sich gegenseitig nur anödet wie Ihr Beide es wohl in Euren Partnerschaften erlebt habt.

Vieleicht ging es Euch beiden noch nie ohne Partner über einen längeren Zeitraum so richtig dreckig.

Hätten mein Expartner und ich uns lediglich gegenseitig „angeödet“, wäre ich nicht so lange mit ihm zusammengeblieben. Langeweile und Einsamkeit sind zwei verschiedene Paar Schuhe.

Und richtig: mir ging es noch nie ohne Partner über einen längeren Zeitraum so richtig dreckig. Wenn dem jemals so gewesen wäre, hätte ich das ganz für mich allein hinterfragt und nicht darüber nachgedacht, mir jemanden zu suchen, nur um nicht allein sein zu müssen. Ich glaube nicht, dass man in einer Partnerschaft glücklich werden kann, wenn man außerhalb einer Partnerschaft unglücklich ist, allein aus der Tatsache heraus, DASS man keinen Partner hat.
 

a3a

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AW: Allein und einsam oder doch lieber gemeinsam einsam?

Liebe Na Ja,

für mich klingt es, als seist du noch nicht frei von deiner alten Beziehung. Mein Standpunkt ist: Erst das alte verarbeiten, dann neues beginnen. Es ist manchmal hart, aber es lohnt sich aus meiner Sicht.
Und für mich ist es tausendmal weniger schlimm, alleine als gemeinsam einsam zu sein, denn das kann ich beeinflussen. Mal ganz davon abgesehen, dass man sich und auch einem letztlich „unbefriedigenden“ Partner Lebenszeit stiehlt.

Ob hier anmelden oder nicht ist ein anderes Thema. Unabhängig von Erfolgschancen hat es immerhin einen gewissen Unterhaltungswert, andere Männer kennenzulernen, und es bietet auch die Möglichkeit, mehr über sich selbst zu erfahren.

Viel Glück!
 

Lisa

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AW: Allein und einsam oder doch lieber gemeinsam einsam?

Zitat von Freitag:
Vieleicht ging es Euch beiden noch nie ohne Partner über einen längeren Zeitraum so richtig dreckig.

Nein, das war tatsächlich noch nie der Fall. In erster Linie bin ich selber für mein Glück zuständig. Diese Verantwortung würde ich nie einem Partner aufbürden wollen. Ich bin auch noch nie eine Partnerschaft eingegangen, nur um jemanden zu haben.
 

Freitag

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AW: Allein und einsam oder doch lieber gemeinsam einsam?

es muß einem nicht zwangsläufig dreckig gehen, nur weil man keinen Partner hat. Es kann einem aber verdammt dreckig gehen, unabhängig von Partner oder keinem Partner. Wenn zusätzlich zu allem anderen, was einem das Leben schwer macht, auch kein Partner da ist, der alleine durch seinen Input oder bloße Existenz einem etwas Drive und gelegentlich Sonne geben könnte, ist das ein sehr unerfreulicher Zustand, um nicht zu sagen, beschissener Zustand, der sich nur bessern kann mit einem neuen Partner.
 

goldmarie

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AW: Allein und einsam oder doch lieber gemeinsam einsam?

Zitat von Freitag:
es muß einem nicht zwangsläufig dreckig gehen, nur weil man keinen Partner hat. Es kann einem aber verdammt dreckig gehen, unabhängig von Partner oder keinem Partner. Wenn zusätzlich zu allem anderen, was einem das Leben schwer macht, auch kein Partner da ist, der alleine durch seinen Input oder bloße Existenz einem etwas Drive und gelegentlich Sonne geben könnte, ist das ein sehr unerfreulicher Zustand, um nicht zu sagen, beschissener Zustand, der sich nur bessern kann mit einem neuen Partner.

Gewagte These. Und gefährlich finde ich sie auch.
Das würde ja bedeuten, dass ich keine Chance auf „Heilung“ habe, wenn sich kein Partner findet, der diesen „Job“ übernimmt. Das hat für mich einen Beigeschmack von Therapie. Und ich stelle es mir sehr schwierig vor, auf einen potentiellen Partner attraktiv zu wirken, wenn es einem gerade beschissen geht.
Und dabei kann ich nun wirklich mitreden, denn verdammt dreckig ging es mir auch schon zu genüge. Ich wäre allerdings nicht auf die Idee gekommen, einen neuen Partner zu meiner „Rettung“ einzusetzen.
 
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AW: Allein und einsam oder doch lieber gemeinsam einsam?

@ Na ja

Ich kann Deine Einsamkeit nach der Trennung und trotz zweier Kinder sehr gut nachvollziehen, weil ich das auch so erlebe. Mit Kindern hat man zwar viel zu tun, ist aber sehr unfrei, was Unternehmungen mit Erwachsenen angeht. Das macht mir immer wieder zu schaffen. Ich merke auch, dass ich versuche, das mit Hilfe der Partnersuche womöglich zu kompensieren. Das ist kein guter Weg.
In Zeiten, in denen ich noch kinderlos Single war, war ich tatsächlich immer sehr befreit, frei und froh. Die Einsamkeit hat für mich bei aller Liebe für die Kids vorrangig mit den Einschränkungen zu tun, die Kinder nun einmal mit sich bringen.
 

Mara

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AW: Allein und einsam oder doch lieber gemeinsam einsam?

Ich lese hier viele "politisch" sehr korrekte Antworten...

Natürlich ist es nicht richtig, einen anderen Menschen als Trostpflaster oder Sprungbrett aus dem Psychotief zu suchen. Trotzdem, ich halte es mit Freitag und denke: Ja, es gibt den Zustand, in dem es einem so dreckig geht, dass man das Gefühl hat, dass nur ein neuer Partner bzw. der Input von außen einen aus dem Loch, in dem man gerade sitzt, holen kann.

Ich kenne beide Zustände: "Besser als nichts..." und auch "Besser nichts, als..." Beide haben ihre Berechtigung und sind das Ergebnis bestimmter Entwicklungen. Und jetzt Feuer frei für alle psychisch gefestigten Menschen, die das womöglich unmöglich, verwerflich und unreif finden ;-)
 

goldmarie

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AW: Allein und einsam oder doch lieber gemeinsam einsam?

Zitat von Mara:
Ich kenne beide Zustände: "Besser als nichts..." und auch "Besser nichts, als..." Beide haben ihre Berechtigung und sind das Ergebnis bestimmter Entwicklungen. Und jetzt Feuer frei für alle psychisch gefestigten Menschen, die das womöglich unmöglich, verwerflich und unreif finden ;-)

Ich kenne auch beide Zustände und auch ich habe es mal mit "Besser als nichts..." versucht, mich dabei aber alles andere als wohl gefühlt. Es hat meinen Zustand eher verschlechtert als verbessert. Das muss jeder für sich selbst entscheiden und jeder vor sich selbst verantworten.
 

Freitag

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AW: Allein und einsam oder doch lieber gemeinsam einsam?

Zitat von goldmarie:
Gewagte These. Und gefährlich finde ich sie auch.
Das würde ja bedeuten, dass ich keine Chance auf „Heilung“ habe, wenn sich kein Partner findet, der diesen „Job“ übernimmt. Das hat für mich einen Beigeschmack von Therapie. Und ich stelle es mir sehr schwierig vor, auf einen potentiellen Partner attraktiv zu wirken, wenn es einem gerade beschissen geht.
Und dabei kann ich nun wirklich mitreden, denn verdammt dreckig ging es mir auch schon zu genüge. Ich wäre allerdings nicht auf die Idee gekommen, einen neuen Partner zu meiner „Rettung“ einzusetzen.
Man kann das positive im Leben, das ohne Partnerin fehlt auch durch gute Freunde, einen Job, der einen auffrißt und prima ablenkt und einen guten Lover ersetzen. Ist das dann das selbstgeschaffene so erstrebenswerte politisch korrekte Glück, was man sich selber geschaffen hat und einen so reif erscheinen läßt, daß man nun als belohung einen liebenden Partner verdient hat, aber vorher hat man ihn nicht verdient?
 

goldmarie

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AW: Allein und einsam oder doch lieber gemeinsam einsam?

Zitat von Freitag:
Man kann das positive im Leben, das ohne Partnerin fehlt auch durch gute Freunde, einen Job, der einen auffrißt und prima ablenkt und einen guten Lover ersetzen. Ist das dann das selbstgeschaffene so erstrebenswerte politisch korrekte Glück, was man sich selber geschaffen hat und einen so reif erscheinen läßt, daß man nun als belohung einen liebenden Partner verdient hat, aber vorher hat man ihn nicht verdient?

Ein Partner als Belohnung? Das wird ja immer abenteuerlicher!
Es soll Menschen geben, die sehen einen Partner als Bereicherung für ihr Leben, nicht als Motor dessen oder als Verdienst für schwere Zeiten. Das hat weder etwas mit politischer Korrektheit noch mit Reife zu tun.
 

Freitag

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AW: Allein und einsam oder doch lieber gemeinsam einsam?

Die Ironie im Wort "Belohnung" erkennst Du nicht wirklich, oder?
 

Freitag

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AW: Allein und einsam oder doch lieber gemeinsam einsam?

wir versuchen es nun nochmal von vorne, Goldmary:

"Man kann das positive im Leben, das ohne Partnerin fehlt auch durch gute Freunde, einen Job, der einen auffrißt und prima ablenkt und einen guten Lover ersetzen. Ist das dann das selbstgeschaffene so erstrebenswerte politisch korrekte Glück, was man sich selber geschaffen hat und einen so reif erscheinen läßt?"
 

goldmarie

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AW: Allein und einsam oder doch lieber gemeinsam einsam?

Zitat von Freitag:
wir versuchen es nun nochmal von vorne, Goldmary:

"Man kann das positive im Leben, das ohne Partnerin fehlt auch durch gute Freunde, einen Job, der einen auffrißt und prima ablenkt und einen guten Lover ersetzen. Ist das dann das selbstgeschaffene so erstrebenswerte politisch korrekte Glück, was man sich selber geschaffen hat und einen so reif erscheinen läßt?"

Und was, wenn es nichts zu ersetzen gibt? Wenn es einfach Phasen im Leben gibt, in denen man keinen Partner an seiner Seite will oder brauchen kann?

Du weißt nichts über mich und meinen Weg, also bilde Dir bitte kein Urteil darüber, ob mein streckenweise partnerloser Weg für mich der richtige war.
 

Freitag

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AW: Allein und einsam oder doch lieber gemeinsam einsam?

nimm Dich doch selbst etwas weniger wichtig. Ich habe etwas zur Ausgangsfrage, die nicht von Dir kam, geschrieben, Du hattest einen Kommentar des Unverständnisses meiner Ironie zurückgelassen, den ich extra für Dich, damit auch Du es verstehst, dann erneut ohne Ironie neu gepostet hatte. Was Du machst oder nicht machst mit Deinem Leben, ist mir doch völlig egal.
 
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Wasserfee

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AW: Allein und einsam oder doch lieber gemeinsam einsam?

Zitat von Na Ja:
warte auf die scheidung....

das allein sein macht mir schwer zu schaffen. ich war 12 jahre mit meinem ex zusammen.
bei mir leben zwei tolle söhne (4u6), die mich auf trab halten aber trotzdem fühle ich mich so schrecklich allein.

Liebe Na Ja,
wenn ich deine Zeilen lese, gewinne ich auch den Eindruck, dass du noch nicht bereit bis für etwas Neues. Partnerschaft nur um das Alleinsein zu überdecken - das klingt schwer danach, gleich mit dem nächsten Strudel unterzugehen.

Schau doch mal, was es wirklich ist, was dir das Alleinsein so schrecklich macht. Was brauchst du? Was fehlt dir? Vielleicht auch: Warum ist dir das so wichtig?

Diese Phase, die du gerade durchmachst, die birgt eine riesige Chance in sich für dich - auch wenn (oder gerade weil) sie schmerzhaft ist.

Stell dir vor, ein Mann trifft auf dich und nimmt dich zur Partnerin - weil er so schrecklich alleine ist. Wie geht es dir damit?

Grüße
Wasserfee
 

Ginevra

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AW: Allein und einsam oder doch lieber gemeinsam einsam?

@ Freitag: Mit dem "selbstgeschaffenen Glück" geht es meiner meinung nach nicht um etwas moralisch höheres oder besseres. Wenn jemand in seinem großen Unglück zufällig den richtigen Partner findet und aus dem Schlamassel dadurch wieder rauskommt ist es ja in Ordnung. Allerdings wirkt ein zutiefst unglücklicher Mensch auf andere (insbesondere auf glückliche und deshalb attraktive Menschen) meistens wohl eher unattraktiv, sodass die Gefahr besteht, sich gleich wieder einen blutigen Kopf zu holen. Legt man sich demgegenüber eine nicht befriedigende Notlösung im Unglück zu, wird man dadurch wohl auch nicht wieder glücklich. Deshalb denke ich: "Lieber alleine einsam" und Dinge tun, die einem selbst guttun (mit Freunden was unternehmen, Hbbies nachgehen, was auch immer). Letztlich dürfte die Antwort auf die Ausgangsfrage aber von der jeweiligen Person und Situation abhängen.