Julianna

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  • #61
Das Warten macht mich allerdings krank. Ich kann mir nicht vorstellen, dass er ohne ein Wort einfach verschwindet, aber daran zu glauben, dass er sich von selbst meldet, fällt mir unglaublich schwer. Nie hätte ich gedacht, dass es über PS tatsächlich möglich wäre jemanden zu finden, der so toll zu einem passt.
Eigentlich hatte ich so oder so den Glauben an die Liebe verloren.
Mit ihm ist meine went einfach perfekt. Einfach auf dem Sofa *gammeln* und Filme schauen ist mit ihm perfekt. Ja, sogar einkaufen macht mit ihm Spaß.
Es wäre tatsächlich zu schade, wenn es zerbricht.
Das Warten macht mich krank. Nachdem ich mich funnel richtig ausgeweint habe, geht's mir zwar besser und ich kann wieder einigermaßen klar denken, aber dennoch schaue ich ständig, ob er online ist. Was mir auffällt ist, dass er jedes Mal in dem Moment offline geht, indem ich online gehe (tatsächlich nur um zu sehen, ob er online ist). Das kann natürlich reiner Zufall sein, aber ich hoffe ganz fest, dass auch er schaut, ob ich online bin. Ich würde am liebsten einfach zu ihm nach Hause fahren. Aber keine Ahnung, ob das unter den Umständen sinnvoll wäre.
Abwarten und Tee trinken.

Vielleicht hilft folgender Gedanke:
Die Sehnsucht muss nicht immer quälend und schmerzlich sein.
Manchmal kann man sie auch "gut aushalten" , sie sogar als bereichernd empfinden - in Hinblick auf das freudige Erwarten des Sich-Wieder-Sehens. Eine bittersüße Sehn-Sucht im Sich-Nicht-Sehen (für einen kurzen Zeitraum). :)

Leg das Smartphone beiseite. Geh zu Bett. Ruh dich aus. Träum von seinen Umarmungen und den netten Komplimenten die er dir gemacht hat. Und freu dich darauf, ihn in 2-3 Tagen wiederzusehen.
 
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Julianna

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  • #63
Sie hat geschrieben, dass sie als Reaktion auf seine Abgrenzung (von ihr) viel zu viele Nachrichten geschrieben hat und öfter versucht hat ihn anzurufen.

Natürlich ist eine erste, emotionale Reaktion dieser Art verständlich

Wenn ich schreibe "mit Verständnis aufeinander zuzugehen" meint das nicht, den anderen unüberlegt in die Enge zu treiben :) Auf den anderen "zugehen" ja - aber auch den Raum des anderen respektieren.

Ich dachte, du hättest dich ein Stückweit in ihrer Beschreibung wiedergefunden.
 

Loirinha

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  • #64
Was heißt *zu alt* für mich? Uns trennen zwei Jahre und eigentlich begegnen wir uns im Alltag auf Augenhöhe.
Er hat kaum Erfahrung in Sachen fester Beziehung - war bislang eher der Aufreißer. Ich habe eine lange und negativ prägende Beziehung hinter mir. Unter anderem zerbrach diese an mangelnder Konversation seinerseits. Im Streit lief er davon, suchte Trost bei anderen Frauen, behandelte mich nicht nett und gestand niemals Fehler. Natürlich prägende solchen Erfahrungen und als er mich plötzlich ignorierte, kam die Unsicherheit der Erfahrungen hoch. Wir sind noch nicht lange zusammen und ich denke nicht, dass ich deshalb unreif bin. Nur unsicher.
Natürlich kann das Abschrecken, aber wenn wir, wie Julianna sagte, ein Mittelmaß finden könnten, wären solche Vorfälle ja passé!

Ich bereue mein Verhalten, aber wer ist perfekt? Ich finde, es ist ein Anfang, dass ich überhaupt realisiert habe, dass der Fehler bei mir lag.

Es ist fast Mitternacht und er ist online. Für ihn absolute ungewöhnlich, sogar am Wochenende. Offensichtlich kann er, wie ich, nicht schlafen.

Als er mir seine Gefühle gestanden hat, hat er sich wirklich Mühe gegeben. Wir sind an einen absolutely romantischen Ort gefahren, er nahm meine Hände, sah mir tief in die Augen und sagte mir, dass er vom ersten Moment an von mir fasziniert war, dass er so etwas noch nie vorher gefühlt hat, dass er sich bei mir absolut sicher ist, dass er mich mit all meinen Macken lieb hat.
Ein solch schönes Geständnis habe ich nie zuvor gehört. Mir kamen die Tränen und ihm in dem Moment auch. Er nahm mich lachend in den Arm, legte dann meine Hand auf sein Herz und sagte, er würde eine Zukunft mit mir aufbauen wollen.
Dass ich trotzdessen seine Gefühle angezweifelt habe, war falsch.
Er war noch nie zuvor verliebt und dann habe ich das Glück und schätze es nicht.
Er ist perfekt und ich habe es versaut.
 
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Julianna

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  • #65
@Loirinha
Jetzt mach dir mal nicht so viele Gedanken :)

Er wird auch auf dich zugehen - nur Mut. Nachdem du ihm entgegengetreten bist, indem du deine Fehler und Schwächen erkannt und vor ihm dargelegt hast. Nach dem, was er an Zeit und Energie bisher in eure Zweisamkeit investiert hat - wie könnte er dich da jetzt für immer zurückweisen?

Und jeder Mensch hat eine zweite Chance verdient. Richtig? ;)
 
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  • #66
Loirinha,
ich wünsche dir, dass es wieder ins Lot kommt.
Den Erkenntnissen müssen nur auch Taten (bzw in deinem Fall Unterlassungen) folgen. Sonst sind die theoretischen Einsichten völlig nutzlos.
 
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fafner

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  • #67
Auf den anderen "zugehen" ja - aber auch den Raum des anderen respektieren.
Eigentlich schwärme ich ja für Roboter. Aber wenn Frauen sich so verhalten, dann irritiert mich das doch.

Stell Dir mal vor, Du liebst jemanden so, daß Du glaubst, Du kannst nicht ohne den leben. (Ich hab den Verdacht, das gibt's bei Dir gar nicht. Läßt Du nicht zu, richtig? )

Und dann sagt der so'n Scheiß wie der hier zur TS. Wie "bin mir nicht im klaren über meine Gefühle, brauche Abstand, Ruhe, whatever" .

Dann setzt Du Dich hin und sagst, "klar, armer Mann, seh ich ja völlig ein, daß das jetzt grad 'n bißchen viel ist, geh mal zu Dir und komm einfach irgendwann wieder, wenn's Dir wieder gut geht"?

Irgendwie fröstelt es mich da.

Da sind überhaupt keine Emotionen, keine Involviertheit, keine Nähe.
 
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Clara Fall

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  • #68
Nun wahr er auf Geschäftsreise und ziemlich genervt, was er an mir ausließ. Als er zurück kam, habe ich es angesprochen, da es mich bedrückt hat. Seine Reaktion war jedoch erschreckend. Nun herrscht seit zwei Tagen Funkstille. Er müsse *nachdenken*.

Hallo Loirinha, ich bin auch neu im Forum, lese aber schon lange sehr eifrig mit und ich bin auch eine dieser Ü50er. Ich gestehe, dass ich den Ausführungen von Mentalista am ehesten folge. Der Eingangspost erläuterte, dass er sein "Genervtsein" an dir ausgelassen habe, im Weiteren dich dann mit seinem "nachdenken müssen" auch noch unter Druck setzte. Deine späteren Posts vermitteln mir eher, dass du nun immer mehr die Schuld für diese Vorfälle bei dir suchst. Ich glaube schon, dass es darauf ankommt, wo du dich in diesem Spiel siehst. Wenn du genervt und gestresst bist, lässt du das dann auch am deinem Partner aus und wenn es vorkommt und er darauf entsprechend reagiert, was sein gutes Recht wäre, reagierst du dann auch mit "erst mal nachdenken müssen" und Rückzug? Und warum solltest du einen Mann, der ganz offensichtlich bereit ist, so mit dir umzugehen, nun mit Glace-Handschuhen anfassen und auch noch die Schuld bei dir suchen? Hast du darüber nachgedacht, ob er testen will, wie weit er bei dir gehen kann, um dich dann auch noch indirekt in die Situation des reumütigem Verlierers zu manövrieren? Aus meiner Sicht ein Machtspiel, das mit Liebe so gar nichts zu tun hat. Umso mehr als du schreibst, dass dieses Verhalten innerhalb von 6 Wochen schon einmal vorkam.
 

Julianna

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  • #69
Eigentlich schwärme ich ja für Roboter. Aber wenn Frauen sich so verhalten, dann irritiert mich das doch.

Stell Dir mal vor, Du liebst jemanden so, daß Du glaubst, Du kannst nicht ohne den leben. (Ich hab den Verdacht, das gibt's bei Dir gar nicht. Läßt Du nicht zu, richtig? )

Und dann sagt der so'n Scheiß wie der hier zur TS. Wie "bin mir nicht im klaren über meine Gefühle, brauche Abstand, Ruhe, whatever" .

Dann setzt Du Dich hin und sagst, "klar, armer Mann, seh ich ja völlig ein, daß das jetzt grad 'n bißchen viel ist, geh mal zu Dir und komm einfach irgendwann wieder, wenn's Dir wieder gut geht"?

Irgendwie fröstelt es mich da.

Ich verstehe was du meinst.

Wie sieht denn aber der Perspektiv-Wechsel aus?

Wie ergeht des dem anderen, der sich so missverstanden fühlt, dass er unfähig, wird zu interagieren?

Ich greife mal die Worte der TS auf, die da meinten, sie hätte zu viel "rumgemeckert" und wäre dabei zu ich-zentrierte gewesen - in Folge wurden dabei seine Sorgen über die Geschäftsreise beiseitegestellt.

Du hast also einen anstrengenden Job gemacht, möchst darüber reden - und deine Partnerin wirft dir vor, du würdest sie nicht genügend Lieben (oder etwas der Art). Du hast irgendwann das Gefühl, dass sie dir nicht zuhört und nicht für dich da ist, wenn du sie brauchst.

Ist es da so undenkbar, dass jemand "Zeit" benötigt oder "Abstand" - weil die Diskussion sich im Kreis dreht - und das bedachte Schweigen - des sich nicht mehr zu Verhalten wissens - heilsam sein kann.

Das zu respektieren und zu begreifen, ist auch eine Form von Liebe und Wertschätzung.

Man handelt nicht in seinem eigenen Interesse (= eigenes Bedürfnis nach Nähe), sondern im Interesse des anderen (= Bedürfnis nach Abstand).

Und damit das beiderseitige Gefühl der "Zurückweisung" entkoppelt wird, kann man ein "Angebot" machen, für einen neuen Annäherungsversuch zur Verfügung zu stehen.
 
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Julianna

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  • #70
@fafner
Edit:
Da muss man dann genügend Empathie aufbringen, zu verstehen und zu begreifen, dass Sätze wie "Ich bin mir nicht im Klaren über meine Gefühle" eher Ausdruck einer situativen Ohnmacht sind - als denn böswillige Zurückweisungen.

Achso und das von dir erwähnte "ohne den anderen nicht mehr Leben können" widerspricht dem Altruismus. Im Zweifelsfall lässt man jemanden gehen, damit er/sie glücklich werden kann - welche Gründe auch immer der Anlass dafür wären.

Wenn ein Mann beispielsweise eine Frau "gehen lässt" weil er ihren Kinderwunsch nicht erfüllen kann, obwohl er sie liebt - nein, weil er sie liebt... damit sie ihr Glück woanders findet.

Liebe hat viele Gesicher ;)
 

fafner

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  • #71
Mir geht es grad weniger um das, was rational vielleicht angebracht wäre als darum, daß ich emotional gut verstehen kann, was in ihr vorgeht.

Wenn er wegen einer bescheuerten Geschäftsreise gleich die Beziehung mit ihr in Frage stellt, dann ist das so was wie Erpressung. Daß jemand da die Leitung durchbrennt, halte ich für nur zu verständlich. Sie ist doch nicht seine Therapeutin. Ich kann da nicht wirklich Verständnis aufbringen für den "armen Kerl".

Und, eben, ich spüre bei Dir keine Emotionen. Wie bei einer Maschine halt. Ich glaub, Du bist viel näher an der Singularität als ich... o_O
 
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  • #72
Wenn er wegen einer bescheuerten Geschäftsreise gleich die Beziehung mit ihr in Frage stellt, dann ist das so was wie Erpressung. Daß jemand da die Leitung durchbrennt, halte ich für nur zu verständlich. Sie ist doch nicht seine Therapeutin. Ich kann da nicht wirklich Verständnis aufbringen für den "armen Kerl".

imvho, steht die Bez nicht wg einer Geschäftsreise in Frage, sondern wegen der Art und Weise, wie mit Dissonanzen umgegangen wird. Und da verstehe ich den "armen Kerl" schon. Aber ich bin ja gegen Opferzuschreibungen und künstliche Machtgefällekonstruktionen.
 
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Julianna

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  • #73
Mir geht es grad weniger um das, was rational vielleicht angebracht wäre als darum, daß ich emotional gut verstehen kann, was in ihr vorgeht.

Wenn er wegen einer bescheuerten Geschäftsreise gleich die Beziehung mit ihr in Frage stellt, dann ist das so was wie Erpressung. Daß jemand da die Leitung durchbrennt, halte ich für nur zu verständlich. Sie ist doch nicht seine Therapeutin. Ich kann da nicht wirklich Verständnis aufbringen für den "armen Kerl".

Und, eben, ich spüre bei Dir keine Emotionen. Wie bei einer Maschine halt. Ich glaub, Du bist viel näher an der Singularität als ich... o_O
Siehste das ist genau der Grund, warum ich keine Schmonzetten gucke :)

Hätte Red Butler es zugelassen, dass die temperamentvolle Scarlett ihm auf der Nase herrum tanzt? Er liebte ihr Temperament - und doch musste er sich zugleich genau davon abgrenzen - weil er sonst in ihr verloren gegangen wäre.
 

Maron

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  • #74
Ich glaube, um überhaupt zu einer Einschätzung kommen zu können, wäre deine Erzählung von der kurzen Konfliktsituation mit weitreichenden Folgen hilfreich um dir weiter helfen zu können.
Für mich klingt der Mann sehr ambivalent....mal so, mal so - und da würde ich auch eher zu Mentalist ´s Richtung tendieren und noch ergänzen: wenn er sich distanziert, dann muss er sich bei dir Mühe geben um dir wieder nahe sein zu können.
 

Julianna

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  • #75
Und, eben, ich spüre bei Dir keine Emotionen. Wie bei einer Maschine halt. Ich glaub, Du bist viel näher an der Singularität als ich... o_O
Was sind denn für dich Emotionen?
Sowas wie "Gefühlschaos" oder "emotionale Affekt-Handlungen"?

(Fehlgeleitete) Emotionen helfen bei Konflikten nicht viel. Können sogar destruktiv sein.

Wenn es um die leidenschaftliche Liebe in der durchdringenden Zweisamkeit geht - bei der eben keine Singularität mehr besteht - sollte man sich natürlich emotional hingeben können :)
Das "Wir-Gefühl" stärken und natürlich auch zulassen.

Ich bin keine Maschine. Ich habe nur für mich selbst "abgeklärt", dass Emotionen wie "sich beleidigt fühlen" oder "pikiert sein" oder "sich angegriffen fühlen" oder auch Vorallem "Neid" und "Eifersucht" unlogisch sind. Ich sehe darin keinen Nutzen.
 
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Loirinha

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  • #76
Da nach Details gefragt wurde:
Er kam also, nachdem es zusätzlich zu den Problemen während der Reise, auch noch zu Flugverspätungen kam, nach Hause und schrieb mir dann sofort. Er sagte, er wolle sich nun erstmal ausruhen. Ich reagierte darauf sehr eintönig, spiegelte also sein Verhalten der letzten Tage bewusst wieder.
Er rief dann an, als er wieder fitter war. Begann von der Reise zu sprechen. Ich blieb eintönig. Eine Pause seinerseits nutze ich und sagte, dass mir sein Verhalten mir gegenüber missfiel, dass ich gerne die jenige bin, bei der er sich über Probleme auslassen kann, aber dass ich nach einer gewissen Zeit gerne wieder spüren würde, dass er mich lieb hat und dass ich es auf Dauer nicht tolerieren würde, wenn er sich wie ein Blödmann verhält. Er hinterfragte diese Aussage, worauf ich antwortete: ja, wie ein Blödmann.
Auch wiederholte ich, dass er sich nicht wundern müsse, wenn ich mich plötzlich emotional distanzieren würde.
Das muss gesessen haben. Jetzt im Nachhinein weiß ich doch, dass es nie seine Intention war mich zu kränken, was er während seiner Reise eigentlich auch schon deutlich sagte.
Naja, er legte also auf, da er einen Termin hatte.
Seitdem Fundstelle.
Dann rief er an, sagte dass es nicht seine Art ist, aber er nicht weiter wüsste.
Er beteuerte, dass alles, was er je sagte, die Wahrheit ist. Auch sagte er, dass er vor und während seiner Reise riesige Angst hatte mir zu wenig Aufmerksamkeit geben zu können (bis dato war ich sehr locker drauf. Sagte ihm auch vor der Reise, dass es okay ist, wenn er mir nicht täglich schreibt und das meinte ich auch so. Das kam sogar tatsächlich vor, war aber okay für mich, denn ich wusste ja wieso), oder eventuell etwas falsches zu sagen während er so weit weg ist. Weiter sagte er, dass er mir beweisen wollte, dass alles echt ist, es aber offensichtlich nicht geschafft hat. Dass er mir von der Reise etwas mitgebracht hat, weil er nur an mich dachte. Aber ..... währenddessen hätte sich etwas verändert und er wüsste nicht mehr wie er fühlt. Und dass er sich meldet, sobald er sich seiner Gefühle sicher ist.
 

fafner

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  • #77
@Loirinha - ich komm immer noch nicht so ganz mit. Vor der Reise war noch alles in Ordnung? Erst unterwegs wurde er durch seine Genervtheit, die er bei Dir ablud, zum Blödmann?
Ich habe nur für mich selbst "abgeklärt", dass Emotionen wie "sich beleidigt fühlen" oder "pikiert sein" oder "sich angegriffen fühlen" oder auch Vorallem "Neid" und "Eifersucht" unlogisch sind.
Ah, jetzt versteh ich. Vulkanierin. ;)

Es ist diese Selbstkontrolle, welche mich irritiert. Es kommt mir etwas unmenschlich vor. Also nicht zur Natur des Menschen gehörend. o_O
 
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fafner

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  • #79
Ok.

Also zunächst mal ist es schon auch normal, daß man Genervtheit beim Partner ablädt. Finde ich. Auch dafür hat man den ja...

Jetzt war ja niemand dabei und man weiß nicht, wie es ablief oder was genau er sagte. Muß man meines Erachtens auch hier nicht so detailliert schildern.

Offenbar fandest Du jedenfalls seine Art des Abladens nicht so gut und er hinterfragt nun seine ganze Beziehung zu Dir, so etwa?

Also anscheinend überhaupt der erste große Konflikt in der noch jungen Beziehung.
 
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Maron

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  • #80
ok, er hat dir spät (leider schon im Konflikt) etwas über sich erzählt: er hatte Ängste, dass du wenn er weg ist, zu wenig Aufmerksamkeit von ihm bekommst und wollte dir Beweise liefern..... deine Bezeichnung "Blödmann" hat dann zumindest sein Denken heraus befördert.
Dazu noch eine Frage: was ist schlecht daran wenn er nachdenkt und den Unterschied zwischen seinem Denken und seinen Gefühlen merkt?

Du musst ziemlich feinfühlig sein - ev. kam daher sein Denken und daraus jetzt seine Bedenken.
Ich finde, dass du mit dir selber feiner sein könntest und nicht in der Suche nach der Verantwortlichen in eine Schuldzuweisung an dich selber gefangen bleibst.

Das Feinfühlige in dir wäre demnach die Frage an ihn: wie ging es dir denn mit unserer zeitlich begrenzten Distanz während der Reise?
 
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Philippa

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  • #81
@Loirinha:
Wenn sensible Menschen wegen ihrer Emotionen (die ihre Ursachen auch ausserhalb der Beziehung haben können) runtergeputzt werden, dann fühlen sie sich sehr unverstanden.

Damit er sich wieder verstanden fühlt, wäre es meines Erachtens hilfreich, wenn du jetzt versuchen würdest, dich in seine Emotionen einzufühlen und ihm zu sagen, dass du das nachvollziehen kannst. Z.B. dass er enttäuscht ist und verunsichert, weil er nicht mehr sicher ist, ob du ihn verstehen kannst.

Hilfreich wäre vermutlich auch, wenn du dir selbst auf die Schliche kämst, weshalb du auf seinen Geschäftsreise-Frust so abweisend reagiert hast, weshalb in diesem Moment deine eigenen Bedürfnisse und deine Angst, nicht zu bekommen, was du brauchst, sich so dermassen in den Vordergrund gedrängt haben, dass du nicht mehr einfühlsam sein konntest.

Ich würde ihm dann das offen erzählen und gemeinsam versuchen, Strategien für ähnliche Situationen in der Zukunft zu erarbeiten, euch zu überlegen, wie ihr damit konstruktiver umgehen könntet. Vermutlich werden die Emotionen, welche das Problem auslösen und dann gegeneinander arbeiten, nicht einfach so für die Zukunft weg sein, sondern in ähnlichen Situationen wieder auftreten. Daher lohnt es sich wohl, zu überlegen, was man machen könnte, um rechtzeitig diesen negativen Ablauf und die damit verbundene Angst zu stoppen und wieder in Ruhe und Kontakt zueinander zu kommen, um einander wieder zuhören und sich einfühlen zu können.

Alles Gute!
 
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Loirinha

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  • #82
Jain. Noch bevor wir zusammen waren hatte ich meine Zweifel, da es eben sehr schnell ging. Da hatten wir einmal Differenzen, aber nicht vergleichbar mit jetzt.
Sonst läuft es tatsächlich gut. Natürlich ist det Partner für sowas da, was bisher immer gut lief.
Er war eigentlich nicht einmal *blöd*. Nur eben sehr eintönig und kurz ab.
Hat aber schon, wenn auch nicht in der gewohnten Quantität, gesagt, dass er mich lieb hat und froh ist, wenn er mich endlich in die Arme schließen könnte.

Ich glaube, er zweifelt die Beziehung aus hier genannten Gründen an.
Meine sehr *dramatische Art* hat ihn wahrscheinlich tatsächlich verwundert. Eine Seite, die er erahnt hat (ich habe dich lieb, auch wenn du manchmal zickig bist ;-) ), aber sich derer nicht bewusst war. Das ist meine Vermutung.
Wäre ich er, würde ich nun nachdenken, ob diese Macke tatsächlich so gravierend ist, dass sie die guten Eigenschaften überwiegt. Ob es nicht der Versuch wert wäre gemeinsam an dem Ausmaß dieser Charakterschwäche zu arbeiten. Jedenfalls wären das meine Gedanken...
 

Julianna

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  • #83
Es ist diese Selbstkontrolle, welche mich irritiert. Es kommt mir etwas unmenschlich vor. Also nicht zur Natur des Menschen gehörend. o_O
Ehrlich gesagt weiss ich nicht was du meinst. Welche Selbstkontrolle denn?
Ich versuche nur die Dinge logisch zu bewerten - soweit das anhand der gegeben Informationen möglich ist. Dabei kann es auch zu Irrtümern und Missverständnissen kommen. Weiss jetzt nicht, was du daran unmenschlich findest?
 
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Philippa

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  • #84
Wäre ich er, würde ich nun nachdenken, ob diese Macke tatsächlich so gravierend ist, dass sie die guten Eigenschaften überwiegt. Ob es nicht der Versuch wert wäre gemeinsam an dem Ausmaß dieser Charakterschwäche zu arbeiten. Jedenfalls wären das meine Gedanken...
Das, so finde ich, ist nicht deine Sache. Lass ihn selbst für sich denken und handeln. Ich finde, es gibt genügend Nachdenk- und Verarbeitungsstoff auf deiner Seite. Du hast die Verantwortung für dein eigenes Handeln und solltest darauf achten. Und er auf seiner Seite ist eigenständig. Das solltest du respektieren und in zu verstehen versuchen, statt ihm quasi vorzuschreiben, was er jetzt denken sollte!
 

Maron

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  • #85
ja, und dann finden sich wieder alle in ihren Konstrukten ein.

Dabei sprechen wir alle nur sehr unterschiedliche Ebenen an und sind mit den Beiträgen gar nicht unterschiedlich. Die Verhaltensebene ist halt oberflächlich, was dann aber darunter liegt könnte zu dem führen wie ihr beide seid....das Denken der Menschen ist dafür nur der Pfad dorthin, das Ziel die Intimität.
 

Loirinha

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  • #86
Ich werde ihm heute Abend mitteilen, inwieweit ich mein Verhalt reflektiert habe. Dazu werde ich den Wunsch ändern an solchen Dingen als Paar gemeinsam zu arbeiten.

Jetzt ist es unangebracht, da wir beide nun arbeiten sind und ich später ein wichtiges Meeting habe.
 

Julianna

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  • #87
Dazu werde ich den Wunsch ändern an solchen Dingen als Paar gemeinsam zu arbeiten.
Moment mal ;) im wiefern "den Wunsch daran ändern" ?

Ein Konflikt in der Interaktion besteht immer aus zwei Parteien.

Du bringst ihm Verständis dafür entgegen, dass er sich zurück gezogen hat und nicht auf deine Kontakversuche reagiert hat (= Vermeidungsstrategie = keine gute Konfliktlösungsstrategie) und er bringt dir Verständis dafür entgegen, dass du in deiner vorherigen Beziehung schlechte Erfahrungen gemacht hast, und dich erst noch an den Gedanken gewöhnen musst, dass er dich tatsächlich aufrichtig liebt.

Das ist ein Deal ! Ein Deal den zwei Parteien miteinander machen.

Und du wirst dich in Zukunft auch noch weitere Male in der Situation wiederfinden, an seinen Gefühlen zu zweifeln. Vielleicht wird er auch wieder in die abgrenzende Vermeidung gehen.

Bedeutet im Klartext:
Wenn er sich wieder zurückzieht und dich blockt - bringst du diesmal Verständnis dafür auf.
Wenn du in dein altes Rollenmuster verfällst und an seiner Liebe zweifelst, bringt er Verständnis dafür auf.

Ihr müsst euch gegenseitig klar machen, dass ihr beide ein Bewusstsein für dieses Problem habt - und im gegenseitigen Verständnis - den anderen akzeptieren und lieben.

Ich finde nicht, dass das eine einseitige Sache ist. Und ich finde auch, dass die jüngere Generation diese falsch vorgelebte - Nicht mit einer offen reden können - Ebene, endlich durchbrechen muss. Dein Freund ist Anfang 30.
 
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Clara Fall

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  • #88
Ich werde ihm heute Abend mitteilen, inwieweit ich mein Verhalt reflektiert habe. Dazu werde ich den Wunsch ändern an solchen Dingen als Paar gemeinsam zu arbeiten.

Das wäre mir zu psycho. Schon gar nicht nach 6 Wochen. Klingt wie aus dem Ratgeber "Psychologischer Grundkurs 1 - Reflexionsmechanismen". Warum lässt du den Mann nicht einfach erstmal in Ruhe, so dass er sich selbst reflektieren kann?
 
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Maron

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  • #90
Ich werde ihm heute Abend mitteilen, inwieweit ich mein Verhalt reflektiert habe. Dazu werde ich den Wunsch ändern an solchen Dingen als Paar gemeinsam zu arbeiten.

Jetzt ist es unangebracht, da wir beide nun arbeiten sind und ich später ein wichtiges Meeting habe.

oder, wenn es doch den Wunsch ändern heißt/ geht eh alles in eines zusammen: .....dass du diesen Wunsch des offenen Austausch hast und wenn er Pause machen will ihn fallen lassen musst - man kann sich nicht alleine offen austauschen. Noch einmal: deine Feinfühligkeit, dass es da etwas unausgesprochenes gibt ist wirklich gut! Den nächsten Schritt kann man aber wieder anders als du es jetzt gerade wieder machst formulieren - damit kommst du deinem Verantwortungsgefühl für euch beiden entgegen und merkst die Grenze der Machbarkeit an.
 
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