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  • #121
Nein, hier in Deutschland ist der Kündigungsschutz deutlich besser als zB in der Schweiz. Da braucht man nach der Probezeit schon sehr triftige Gründe, die idR mit vorausgehenden Abmahnungen belegt sind.
Man bekommt jeden raus. Habe ich bei einer Ex-Kollegin gesehen. Die hat sich nichts, völlig nichts zu schulden kommen lassen. Eine Kollegin konnte sie nur nicht leiden. Da die Arbeitsgerichte überlastet sind, wegen zu wenig Personal und zu vielen Klagen, hat ihr Prozess dadurch 2 Jahre! gedauert. Der gegnerische Rechtsanwalt hat ein fiesen, entwerteten Schriftsatz nach dem Anderen raus geschickt, wo natürlich reagiert werden musste. Zwar hat das Gericht die fristlose Kündigung für unwirksam erklärt, aber die Frau hat ihren Job nicht wieder bekommen, sondern nur eine kleine Abfindung., die ihr auf den inzwischen eingetretenen H4-Bezug sofort in "Rechnung" gestellt wurde. Heute noch hat sie Schulden wegen den Kosten für ihren Rechtsanwalt, die sie abstottern muss. Die Frau ist mit dem Leben fertig.
 
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Deleted member 21128

  • #122
Ja, natürlich. Dabei gibt es dreckige Varianten aber auch faire.
Die Höhe der Abfindung bemisst sich (wenn sie nicht außergerichtlich verhandelt wird) idR an letztem Gehalt und Betriebszugehörigkeit. Als Faustregel gilt ein halbes Ø-Monatsbruttoeinkommen pro Beschäftigungsjahr. Wenn man arbeitslos bleibt, kommt man damit freilich nicht weit. Wenn deine Freundin sogar noch weniger bekommen hat, wurde ihr evtl. eine Mitschuld an der Kündigung gegeben, allerdings erleben wir die Arbeitsgerichte als eher arbeitnehmerfreundlich.
Der Fall zeigt aber, dass es sich für alle Arbeitnehmer empfiehlt, sich hier abzusichern, entweder durch eine entsprechende RS-Versicherung oder auch durch eine Mitgliedschaft in der Gewerkschaft.
 
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  • #123
Ja, natürlich. Dabei gibt es dreckige Varianten aber auch faire.

Die Höhe der Abfindung bemisst sich (wenn sie nicht außergerichtlich verhandelt wird) idR an letztem Gehalt und Betriebszugehörigkeit. Als Faustregel gilt ein halbes Ø-Monatsbruttoeinkommen pro Beschäftigungsjahr. Wenn man arbeitslos bleibt, kommt man damit freilich nicht weit. Wenn deine Freundin sogar noch weniger bekommen hat, wurde ihr evtl. eine Mitschuld an der Kündigung gegeben, allerdings erleben wir die Arbeitsgerichte als eher arbeitnehmerfreundlich.
Der Fall zeigt aber, dass es sich für alle Arbeitnehmer empfiehlt, sich hier abzusichern, entweder durch eine entsprechende RS-Versicherung oder auch durch eine Mitgliedschaft in der Gewerkschaft.
Meine Ex-Kollegin war nicht so lange dabei, spielt aber selbst bei lägerer Betriebszugehoerigkeit und damit höherer Abfindung keine Rolle, wenn die Abfindung auf H4 angerechnet wird. Wie will Frau das auch dem nächsten AG erklären, wieso sie dort "aufgehört" hat. Sie muss bei Vorstellungsgesprächen lügen. Wenn Frau dann noch Ü50 ist....

Auch eine RS-Versicherung nuetzt nicht immer, weil die nur zahlen, wenn Aussicht auf Erfolg. In dem Fall hat die Frau zwar gewonnen, auf dem Papier, aber der AG hats geschafft, sie los zu werden und intern dafuer zu sorgen, dass alle kuschen, es koennte ja den Naechsten treffen. Der RA dieses AG hat für mich genug kriminelle Energie und er will verdienen.
 
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Deleted member 21128

  • #124
Meine Ex-Kollegin war nicht so lange dabei, spielt aber selbst bei lägerer Betriebszugehoerigkeit und damit höherer Abfindung keine Rolle, wenn die Abfindung auf H4 angerechnet wird. Wie will Frau das auch dem nächsten AG erklären, wieso sie dort "aufgehört" hat. Sie muss bei Vorstellungsgesprächen lügen. Wenn Frau dann noch Ü50 ist....

Auch eine RS-Versicherung nuetzt nicht immer, weil die nur zahlen, wenn Aussicht auf Erfolg. In dem Fall hat die Frau zwar gewonnen, auf dem Papier, aber der AG hats geschafft, sie los zu werden und intern dafuer zu sorgen, dass alle kuschen, es koennte ja den Naechsten treffen. Der RA dieses AG hat für mich genug kriminelle Energie und er will verdienen.
Das ist wirklich bitter!
 
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  • #125
Zitat von Datinglusche:
Das ist beleidigend,
Nur für den, der sich dabei beleidigt fühlt. Wer sich nicht blöd fühlt, der wischt das einfach weg und sagt sich "Was soll's? Wer ist die schon?"
Mir tun die ganzen Ausdrücke hier gaaaar nichts.
Die Klugen hab mich verstanden und wissen damit umzugehen.
Das ist doch mal eine gesunde Einstellung, liebe Marion! :)
Wenn alle sich das zu Herzen nehmen würden-könnten, müsste niemand mehr jemanden melden, weil man einfach drüber weg liest . . .
Wer kein schlechtes Gewissen hat, braucht sich nicht angegriffen zu fühlen. Und muss folglich nicht zurückgiften . . .
Kein böses Zanken mehr, jeder tut so, als wenn er die fiesen Angriffe gar nicht gelesen hat, der Benachrichtigungs-Button hat halt mal wieder gehakt, man liest ja schließlich nicht jeden Beitrag im Forum . . .
Heile Welt im Forum, nur noch höfliche ernste Gespräche und Mitteilungen über das gute oder schlecht laufende Liebesleben, monotones Frust-Abbauen, oder liebes übermütiges Herumalbern . . .
((( Wir akzeptieren auch die Mehrfach-Nicks und die angeblichen Trolle -
wobei unsere Vermuteten doch noch einigermaßen friedlich sind; denn, wenn man bei Google nachliest, gibt es ja auch extrem böse, die extrem viel Unheil anrichten . . .
Eigentlich doch ganz einfach - man spielt mit und antwortet - oder man ignoriert und lässt links liegen, oder redet nicht MIT dem erkannten Troll, sondern ÜBER ihn, das mag angeblich nämlich keiner . . . ;) . . . )))
ABER . . . keiner sollte sich grämen oder verletzt fühlen, über das, was jemand - vielleicht ja auch einfach nur unüberlegt - gesagt hat . . .
oder um bewusst zu triezen oder herauszufordern . . .
. . . einfach wegwischen, das ist echt gut . . .
. . .
. . .
 
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  • #126
Man bekommt jeden raus. Habe ich bei einer Ex-Kollegin gesehen. Die hat sich nichts, völlig nichts zu schulden kommen lassen. Eine Kollegin konnte sie nur nicht leiden. Da die Arbeitsgerichte überlastet sind, wegen zu wenig Personal und zu vielen Klagen, hat ihr Prozess dadurch 2 Jahre! gedauert. Der gegnerische Rechtsanwalt hat ein fiesen, entwerteten Schriftsatz nach dem Anderen raus geschickt, wo natürlich reagiert werden musste. Zwar hat das Gericht die fristlose Kündigung für unwirksam erklärt, aber die Frau hat ihren Job nicht wieder bekommen, sondern nur eine kleine Abfindung., die ihr auf den inzwischen eingetretenen H4-Bezug sofort in "Rechnung" gestellt wurde. Heute noch hat sie Schulden wegen den Kosten für ihren Rechtsanwalt, die sie abstottern muss. Die Frau ist mit dem Leben fertig.
Aber das ist doch immer so, dass es auf eine Abfindung hinausläuft, da den Parteien in den meisten Fällen eine Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses wegen Vertrauensverlust nicht mehr zuzumuten ist. Aus einer fristlosen Kündigung wird dann eine fristgerechte, pro Beschäftigungsjahr ein halbes Monatsgehalt zusätzlich, natürlich muss man das versteuern und es wird auch auf Hartz IV angerechnet. Vorher bekam sie Arbeitslosengeld.
Wieso sie immer noch Anwaltskosten abstottern muss, ist mir nicht begreiflich, die Abfindung wird wesentlich höher als die Anwaltskosten gewesen sein, vor Arbeitsgerichten besteht kein Anwaltszwang und die meisten Angestellten gewerkschaftlich organisiert sind und dadurch Rechtsschutz haben.
 
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  • #127
Aber das ist doch immer so, dass es auf eine Abfindung hinausläuft, da den Parteien in den meisten Fällen eine Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses wegen Vertrauensverlust nicht mehr zuzumuten ist. Aus einer fristlosen Kündigung wird dann eine fristgerechte, pro Beschäftigungsjahr ein halbes Monatsgehalt zusätzlich, natürlich muss man das versteuern und es wird auch auf Hartz IV angerechnet. Vorher bekam sie Arbeitslosengeld.
Wieso sie immer noch Anwaltskosten abstottern muss, ist mir nicht begreiflich, die Abfindung wird wesentlich höher als die Anwaltskosten gewesen sein, vor Arbeitsgerichten besteht kein Anwaltszwang und die meisten Angestellten gewerkschaftlich organisiert sind und dadurch Rechtsschutz haben.
Theoretisch soweit in Ordnung, praktisch falsch. Informiere dich noch mal richtig.
 
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Deleted member 21128

  • #128
Theoretisch soweit in Ordnung, praktisch falsch. Informiere dich noch mal richtig.
Nee Menta, das ist schon richtig. Es sei denn, es gab tatsächlich Gründe für eine Kündigung, die der AN anzulasten sind. Lediglich der letzte Satz mit den Anwaltskosten darf insofern relativiert werden, weil ja unklar ist, wie lange die AN beschäftigt war (Höhe der Abfindung) und / oder ob sie sich ungeschickt angestellt hat.
 
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  • #129
Nee Menta, das ist schon richtig. Es sei denn, es gab tatsächlich Gründe für eine Kündigung, die der AN anzulasten sind. Lediglich der letzte Satz mit den Anwaltskosten darf insofern relativiert werden, weil ja unklar ist, wie lange die AN beschäftigt war (Höhe der Abfindung) und / oder ob sie sich ungeschickt angestellt hat.
Nicht alle Angestellte sind in einer Gewerkschaft organisiert. Bei Klagen vor dem Arbeitsgericht gilt m.E. Anwaltspflicht bzw. es wäre sinnlos keinen Anwalt einzuschalten, weil man sich dann gleich die Klage sparen kann. Als Laie sich vor dem Arbeitsgericht selber erfolgreich zu vertreten, das können nur ausgebildete Fachkräfte.

Wenn man jung genug ist, ist die Abfindung nicht hoch und der Freibetrag bei H4 auf das Grundvermögen so gering, dass von der Abfindung nichts oder wenig übrig bleiben wird. Nicht zu vergessen, dass bei der Zahlung der Abfindung diese gleich versteuert wird und nicht gering. Wenn dann jemand inzwischen schon in H4 Bezug ist, bringt eine Einkommenssteuererklärung auch nichts mehr. Die Steuern sind weg. Nicht zu vergessen, ich rede von Berlin, wo die Gehälter in den letzten Jahren wenig gestiegen sind und schon eh immer schlechter waren, als in den westlichen Bundesländern.
 
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MaryCandice

  • #131
Nö, im ersten Schritt geht das sogar meist sehr unkompliziert.
Was erwartet AN wenn sie AG wegen Kündigung (egal ob berechtigt oder nicht) klagt? Geld? Die Stellung zu behalten? Ruf reinwaschen?
Wenn es Geld ist, kann man das vorher klären und sich informieren.
Stellung behalten: WARUM???? Wer würde in der Firma bleiben wollen, wenn er gekündigt ist?
Ruf: Wenn sie unschuldig ist, hat sie es nicht nötig.
Warum klagt man?
 
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Deleted member 21128

  • #132
Was erwartet AN wenn sie AG wegen Kündigung (egal ob berechtigt oder nicht) klagt? Geld? Die Stellung zu behalten? Ruf reinwaschen?
Wenn es Geld ist, kann man das vorher klären und sich informieren.
Stellung behalten: WARUM???? Wer würde in der Firma bleiben wollen, wenn er gekündigt ist?
Ruf: Wenn sie unschuldig ist, hat sie es nicht nötig.
Warum klagt man?
Es gibt ja eine Welt außerhalb Kärntens, und da ist es vielleicht nicht überall ganz so einfach. Und in der Welt leben auch Menschen, die Berufe und Qualifikationen haben, mit denen man nicht an jeder Ecke nen Job findet.
Und dann kann es ja auch sein, dass mancher AN sich ganz einfach auch nicht alles bieten lassen will.:rolleyes:
 
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MaryCandice

  • #133
Es gibt ja eine Welt außerhalb Kärntens, und da ist es vielleicht nicht überall ganz so einfach. Und in der Welt leben auch Menschen, die Berufe und Qualifikationen haben, mit denen man nicht an jeder Ecke nen Job findet.
Und dann kann es ja auch sein, dass mancher AN sich ganz einfach auch nicht alles bieten lassen will.:rolleyes:
Wischiwaschi. Nichtssagend. Du halt.
 
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  • #134
Was erwartet AN wenn sie AG wegen Kündigung (egal ob berechtigt oder nicht) klagt? Geld? Die Stellung zu behalten? Ruf reinwaschen?
Wenn es Geld ist, kann man das vorher klären und sich informieren.
Stellung behalten: WARUM???? Wer würde in der Firma bleiben wollen, wenn er gekündigt ist?
Ruf: Wenn sie unschuldig ist, hat sie es nicht nötig.
Warum klagt man?
Ein Grund könnte sein, der AN ist älter und es ist zu befürchten, dass er keinen neuen Job mehr bekommt. Oder der AN hat in der Firma eine Position, die er sich lange erarbeitet hat und es ist zu erwarten, dass er nirgendwo sonst eine gleichwertige Stelle bekommt. ...
 
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  • #135
Theoretisch geht es darum, die Stelle behalten. Defacto einigt man sich aber eben meist auf eine Abfindung. Als AG hat man da gute Chancen

Stellung behalten: WARUM???? Wer würde in der Firma bleiben wollen, wenn er gekündigt ist?
Auch wenn da meist kein Interesse besteht, kann man das so pauschal nicht sagen. Bei der 10-Mann-Klitsche ist das was anderes als bei einem DAX-Unternehmen mit mehreren tausend Mitarbeitern